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Bana Alabed aus Aleppo – Teil 2

Bana Alabed ist Klientin der Londoner PR-Agentur The Blair Partnership

Das kleine siebenjährige Mädchen Bana Alabed ist nicht nur Propagandafigur der Al Qaida und des verbündeten Westens, sondern auch Kunde einer PR-Firma aus Großbritannien mit dem Namen „The Blair Partnership“, vergleiche dazu die Internetseite mit den Profilen der Klienten des Unternehmens „The Blair Partnership“, darunter die kleine Bana. Slogan auf der Seite: „We work with a range of talent from debut writers to people with established careers and creative platforms.“. Eine steile Kriegspropagandakarriere hat die Figur Bana Alabed tatsächlich hingelegt, wobei das Kind natürlich Opfer seiner Eltern oder sonstiger „Gönner“ ist.

Eine weitere Kundin von The Blair Partnership ist übrigens – wie auf der verlinkten Website zu sehen – J. K. Rowling (Harry-Potter-Autorin), deren englischsprachige Bücher das siebenjährige arabischsprachige Mädchen nach Angaben ihrer Propagandatweets immer gelesen hat. Kein Wunder, dass Rowling da mitmacht: Ihr Manager (mit dem Nachnamen) Blair ist der Chef der Firma. Rowling wiederum ist eine enge Freundin der us-amerikanischen Ex-Präsidentschaftskandidatin sowie Ex-Außenministerin (in der ersten Amtszeit Barack Obamas) Hillary Clinton. Clinton war maßgeblich an der Planung und Durchführung des Angriffs auf Syrien beteiligt und setzt sich für ein hartes Vorgehen gegen Syrien und Russland ein, inklusive direkter militärischer Angriffe.

Propaganda mit kleinen Mädchen

Zu dem Vorgehen von Clinton, Obama und dem Rest des Westens im Syrienkrieg passt dieses Zitat von Propagandaforscher Professor Jörg Becker von der Universität Marburg zum Syrienkrieg: “Gleichwohl wird die Mehrzahl der Nutzer der Massenmedien schlicht unwissend darüber sein, dass die USA seit Jahren völkerrechtswidrig einen Regime Change in Syrien herbeizuführen versuchen. Dass das ganze Terror-Problem vor allem durch westliches Morden und westliche Kriege entstanden ist. Ja, dass der Westen Al Quaida seit Jahren mit Waffen beliefert und hierdurch überhaupt erst großgemacht hat, um Assad zu stürzen und an seiner Stelle eine willfährige Marionettenregierung einzusetzen. […]”. Der gleiche Professor Becker wies übrigens bereits ein Jahr vor dem Auftauchen der Bana-Alabed-Tweets auf Kriegspropaganda mit Mädchen durch den Westen in einem Interview mit dem Magazin Telepolis („Junge Mädchen in der politischen Propaganda„) vom 22. Juni 2015 hin:

„Zur Ihrem Punkt zurück: Ja, der Missbrauch von jungen Mädchen in der politischen Propaganda ist nicht nur bei den Nazis zu finden, sondern zieht sich vielmehr als eine Art basso continuo durch alle Kriege der letzten Jahre hindurch. Lassen Sie mich das anhand einiger Beispiele belegen.

Zu erinnern ist hier erstens an den durch die PR-Firma Hill & Knowlton arrangierten Auftritt des 15-jährigen Mädchens Nayirah 1990 vor dem US-Kongress, die weinend von der Brutalität irakischer Soldaten in einer Säuglingsstation in einer kuwaitischen Klinik berichtete, sich später jedoch als Tochter des kuwaitischen Botschafters entpuppte, die derlei Geschehnisse niemals zu sehen bekam.

Zweitens an das antiserbische Tagebuch des kroatischen Mädchens Zlata Filipović im Bosnienkrieg von 1991 bis 1993, dessen Publikation von der UNICEF gesponsert wurde, und drittens an die im Irakkrieg entführte US-amerikanische Soldatin Jessica Lynch.

Zu denken ist viertens auch an die im Gefängnis von Abu Ghraib in Bagdad stationierte US-Militärpolizistin Lynndie England und fünftens auch an die am 20. Juni 2009 bei Unruhen in Teheran ermordete Neda Soltan, von der das falsche Foto einer anderen Iranerin um die Welt ging, nämlich das einer Neda Soltani. […]“

Professor Becker stellte sich am 14.1.2017 einem „polemischen Interview“ mit dem deutschen Journalisten Armin Siebert bei den russischen Sputnik News. Bezogen auf den Fall Bana Alabed (Armin Siebert meint Bana Alabed mit „Sechsjährige“ – Er hat sich um ein Jahr vertan.) heißt es dort:

Siebert: „Im Fernsehen hab ich gesehen, wie sogenannte Aktivisten aus Aleppo berichtet haben. Da haben selbst Sechsjährige getwittert. Schon stark, wie schnell und live das heute direkt und authentisch in unsere Wohnzimmer übertragen wird.“

Prof. Becker: „In der Kriegsberichtserstattung ist der Missbrauch von Kleinkindern eine üble Form von Kriegsjournalismus. Dort, wo kleine Mädchen auftauchen, ist nur noch Propaganda im Spiel. Dass unsere Medien dieses Spiel mitspielen, ist unerträglich. […]“

Markus Kompa schreibt in seinem Artikel zu Bana Alabed bei Telepolis über den Propagandafall „Brutkastenlüge“ aus dem nahen Kuweit: „Legendäres Beispiel ist ‚Krankenschwester Nayira‘ die 1990 in einem Video heulend ‚bezeugte‘, wie irakische Soldaten Babys aus Brutkästen geworfen hätten. Diese von Medienvertretern unkritisch aufgesogene Story bewirkte in der Öffentlichkeit eine Stimmung, die den USA das Bombardement auf die Ölfelder des Irak politisch ermöglichte. Tatsächlich waren die ‚Babys‘ in Wirklichkeit Puppen, die ‚Krankenschwester‘ die Tochter des kuwaitischen Botschafters. Regie dieser infamen Propaganda-Inszenierung führte die PR-Agentur Hill & Knowlton. Während das Leben der nur inszenierten Babys damals immerhin für einen Kriegsgrund taugte, spielte die halbe Million echter irakischer Kinder, die durch das US-Embargo ohne Medikamente verreckte, für die westliche Wertegemeinschaft keine Rolle. Bill Clintons damalige Außenministerin Madeleine Albright kommentierte 1996 ungerührt, dieses Opfer sei es wert gewesen. Die zynische Kriegerin führt heute eine politische Beratungsfirma in strategischer Partnerschaft mit dem grünen Ex-Außenminister Joschka Fischer, der den Deutschen den Jugoslawienkrieg verkaufte, und unterstützt Ex-Außenministerin Hillary Clinton, die lügend und lächelnd über Leichen geht.“.

Britische Regierung setzt Bana im UN-Sicherheitsrat gegen Russland ein

Im April setzte die britische Regierung Bana Alabed vor dem UN-Sicherheitsrat gegen Russland ein, wie beispielsweise die von dem siebenjährigen Mädchen retweeteten Twitterbotschaften des britischen Außenministeriums und der britischen UN-Botschaft zeigen. „‚demand justice for the children‘ @AlabedBana ‚heart-breaking truth this little girl’s plea will not be heard‘ @MatthewRycroft1 #Syria UNSC“ und „.@MatthewRycroft1 – the heartbreaking truth is that the plea of @AlabedBana for justice is not being heard in this Chamber. Not by #Russia.“. Natürlich ist das aller sehr „heartbreaking“ und der Russe ganz böse. Gemeinsam mit Bana wollte die britische Regierung hier den mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit gefälschten Giftgasangriff von Chan Scheichun gegen Syrien und Russland einsetzen („MIT-Professor Postol bestätigt: Giftgasangriff in Syrien war Fake„, „Untersuchung des Chan-Schaichun-Giftgasangriffs in Syrien„, „Syrien-Giftgas-Fake für Trump„).

Diese Affäre ist natürlich nicht der einzige Fall, bei dem sich der Bana-Alabed-Account oder der ihrer Mutter an anderen Propagandaspins und -fälschungen gegen Syrien und Russland beteiligt. Weniger interessant für Bana Alabed hingegen war beispielsweise die Aufdeckung des Mißbrauchs und der Ermordung von Kindern durch die White Helmets der Al-Qaida-Koalition, die eine schwedische Ärztevereinigung wenige Wochen zuvor aufgedeckt hatte („Kind für Propagandavideo ermordet„, „Schwedische Ärztevereinigung: White Helmets mit real tödlichen „Rettungsmaßnahmen“, Mißbrauch toter Kinder„, „ARD deckt Schwerverbrechen der syrischen Verbündeten„). Aber die deutsche ARD hielt das ja auch nicht erwähnenswert, nachdem sie sich vom Vorsitzenden der schwedischen humanitären Medizinervereingung die Richtigkeit der Geschichte bestätigen ließ.

Bana ist Manchester-United-Fan

Das siebenjährige Mädchen aus Aleppo ist Fan des englischen Fußballvereins Manchester United. Warum? Woher kennt die überhaupt den Verein? Und das nach mehreren Jahren Jihadistenherrschaft in Ostaleppo, während der übrigens in Aleppo kein Fußball gespielt wurde. Hat sich da jemand einen Scherz erlaubt oder ist das wieder mal ein guter Marketingschachzug der kleinen Bana? Hat Bana heimlich Fußball im Internet geschaut, statt ihren E-Book-Reader aufzuladen und Harry Potter zu lesen? Wohl eher nicht.

Lästige Schulpflicht

Offenbar geht Bana – das reale Kind – bis heute nicht zur Schule. Ende Januar wird Bana in dem BBC-Artikel „Bana Alabed: Syrian tweeting girl pens letter to Trump“ über „Banas“ Brief an US-Präsident Trump mit den an den Präsidenten gerichteten Worten zitiert: „Right now in Turkey, I can go out and enjoy. I can go to school although I didn’t yet. That is why peace is important for everyone including you.“. Sie könne in der Türkei zur Schule gehen, habe es aber noch nicht getan. Zuvor in Aleppo hatte sie in ihren Tweets immer wieder betont, dass sie doch so gerne wieder zur Schule gehen wolle. „Stop the bombing now so I can go to school now – Bana #Aleppo„, twitterte der Bana-Account bereits am 30. September 2016 seinen dringenden Wunsch.

Ihre Schule sei bei den Bombenangriffen der syrisch-russischen Allianz zerstört worden, behauptet Bana – auch in dem genannten BBC-Artikel. Allerdings behaupten der führende deutsche Syrienexperte und andere, dass die Jihadisten nach ihrem Einmarsch in Aleppo alle Schulen schlossen. In dem UNICEF-Artikel „SYRIEN: SCHULEN IN OST-ALEPPO WIEDER GEÖFFNET“ vom 1. Februar 2017 heißt es: „Eröffnung von Schulen: Rund 6.500 Kinder besuchen in Ost-Aleppo wieder die Schule. 23 Grundschulen haben in den seit kurzem zugänglichen Vierteln geöffnet. UNICEF stellt Schulcontainer, Möbel und Lernmaterialien zur Verfügung. Es wurden spezielle Aufholkurse für Kinder entwickelt, die seit Monaten oder Jahren keine Schule mehr besuchen konnten.“.

Gar propagandistisch deutet der Spiegel im September 2012 die im Spiegel-Artikel „Schule in Syrien. Krieg statt Kreide“ zugegebene Schließung der Schulen durch die Jihadisten um: „Im von Aufständischen kontrollierten Norden des Landes erklären Kommandeure der Rebellen, sie seien zu sehr beschäftigt, um sich um schulische Angelegenheiten zu kümmern. „Zurzeit liegt unser Fokus auf Essen, Unterkunft und medizinischer Versorgung“, sagt Seif al-Hak, der zur Rebellengruppe Tauhid-Brigade gehört. Sie kümmert sich um zivile Angelegenheiten in der zweitgrößten Stadt des Landes, Aleppo, und der Umgebung. In den Gebieten in und um Aleppo finde kein Unterricht statt, sagt al-Hak, alle Schulen seien zerstört worden. ‚Wir versuchen im Untergrund Unterricht zu organisieren, wie Englisch- oder Computerunterricht.‘ Sie befürchteten, dass notdürftig errichtete Schulen Luftangriffe auf sich ziehen könnten. Auch der Physiklehrer Abu Ahmed in Tel Rifaat sagt, manche hätten überlegt, privat Unterricht zu organisieren – letztlich entschieden sie sich aus dem gleichen Grund dagegen. ‚Sie zielen überall dorthin, wo Menschen sich versammeln‘, sagt Ahmed, der seinen echten Namen nicht nennen wollte.“. Nun, irgendwie passen diese Propagandalüge und die Propagandalüge von Bana, ihre Schule sei bombardiert worden und ihre Mitschüler starben, nicht zusammen. Bana kann frühestens 2014 eingeschult worden sein, mit fünf. Und da waren die Schulen schon seit zwei Jahren geschlossen.

Am 7. Mai 2017 – seit knapp einem halben Jahr in der Türkei – tweetete Bana, ihr zwei Jahre jüngerer Bruder sei endlich eingeschult worden: „finally… Mohamed’s first day of school.“. Wann und ob Bana in der Türkei eingeschult wurde, darüber findet man keinen Tweet und keine Nachrichtenmeldung. Man würde doch erwarten, dass ein solches Großereignis im Bana-Universum einen erheblichen Wirbel in Presse und Netzwerken erzeugen würde. Ein Websuche zur Einschulung von Bana Alabed führt nicht weiter: Weder die Google-Suche „bana alabed school“ noch die Suchbegriffe „bana alabed school twitter“ liefern entsprechende Ergebnisse. Bana scheint gar nicht zur Schule zu gehen! Nach einem halben Jahr in der Türkei! „private teacher bana alabed“ und „private teacher bana alabed twitter“ helfen auch nicht weiter bei der Ermittlung von Banas aktuellem Bildungsweg. Nichtsdestotrotz twitterte der Bana-Account am 4. April 2017 Schulisches: „Putin and Bashar al Asad bombed my school, killed my friends & robbed my childhood. It’s time to punish the killers of children in Syria.“. Dafür ist die Schule dann wieder gut…

An der Stelle sei noch erwähnt, dass hier Häme gegenüber dem realen Kind Bana selbstverständlich unangebracht ist. Das Kind kann nicht dafür, es wird zu Propagandazwecken mißbraucht. Nun enthält man ihm auch noch die Schule vor und reicht es stattdessen als Reklamepuppe herum. Wo ist denn der erwartete Jubeltweet, dass sie endlich in die Schule geht? War das auch noch nötig? Welchen Sinn hat das? Offenbar heiligt hier für viele Leute der „wichtigere“ Propagandazweck die Mittel.

Bana-Alabed-Account verbreitet Propagandastories

Ende Februar 2017 war der Bana-Alabed-Account bei Twitter selbst teilweise an einer solchen höchstwahrscheinlichen Fälschung ähnlich dem von Professor Meyer genannten Beispiel beteiligt, bei der ein weiteres Kind zu Propagandazwecken mißbraucht wurde (siehe die beiden Bilder hier oben). Einem syrischen Jungen sollen die Beine bei einem Luftangriff weggerissen worden sein. Wäre dieser tatsächlich so passiert, wäre der Junge innerhalb kürzester Zeit verblutet. Zwar können sich die Hauptschlagadern in einem solchen Fall zusammenziehen und dadurch die Blutung stark eindämmen, jedoch braucht es dennoch eine schnelle medizinische Versorgung, um zu überleben.

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propaganda_junge

Das 30-sekündige Propagandavideo, welches seine angebliche Rettung zeigt, ist medizinisch völlig unplausibel. Die „Retter“ des Jungen legen in erst einmal auf den Boden vor einen Jeep und laufen herum. Das gerade ein Luftangriff beziehungsweise eine Bombardierung stattfinden soll, wie die kleine Rauchwolke im Hintergrund offenbar zeigen soll, scheint die „Helfer“ auch nicht zu interessieren. Bana Alabed besuchte diesen Jungen zwei Tage nach dem angeblichen Angriff in Syrien im Krankenhaus in der Türkei und twitterte darüber. Mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit wurden dem armen Jungen die Beine bereits lange zuvor amputiert, wenn auch wahrscheinlich aufgrund eines kriegsbedingten Ereignisses.

Fälschung eines Täters

Am 2. Oktober 2016 twitterte der Bana-Account, dass ein syrisches Mädchen aus Aleppo durch die andauernden Bombardierungen getötet wurde. Gemeint waren damit natürlich tatsächliche oder angebliche Bombardierungen durch die syrischen Regierungstruppen und ihre russischen Verbündeten. „Leider“ vergaß Bana völlig, zu erwähnen, dass das Mädchen, die Schwimmerin Mireille Hindoyan, im von der Regierung gehaltenen Teil von Aleppo getötet wurde, als Folge der dauernden wahllosen Beschiessungen der dortigen Wohngebiete durch die Jihadisten in Ostaleppo. Diese Fälschung wurde bis heute nicht korrigiert beziehungsweise der Tweet nicht zurückgenommen. Vielleicht war er auch als mehr oder weniger versteckte Drohung gedacht.

Bana war mal tot

Zwischendurch war Bana auch mal tot. Zumindest hatte das der Account ihrer Mutter getwittert. Etwas später dann die Kehrtwende: Banas Mutter twitterte, ihre Tochter lebe doch noch. Sie hätte doch über ein anderes Mädchen gesprochen, das heute gestorben wäre. Nur hat offenbar jeder etwas anderes verstanden, selbst Banas größte Fans … Das Verhalten der Mutter ist völlig unplausibel. Wer macht so etwas? Hier der „Aufklärungstweet“ der Mutter vom 3. Dezember 2016: „Oh my god, it’s not Bana. I am so so so so sorry I was talking about a girl who died in today bombing. I delete that tweet now. – Fatemah“.

Fatemah hat dann zwar den ersten Tweet gelöscht, den sie siebzehn Minuten zuvor verbreitete hatte, aber im Internet findet man immer noch Screenshots dieses Tweets. Hier einer, dessen Quelle ich als vertrauenswürdig einstufe:

Bana Alabeds Mutter Fatemah sagt, „Sie ist tot, ich habe sie gerade gesehen“, und das auf dem Bana-Alabed-Account. Da muss jeder annehmen, dass es sich um Bana handelt. Und sie schreibt auch noch, sie habe sie gerade gesehen. Wenn sie sie gesehen hat, wie kann sie sie dann mit einem anderen Mädchen verwechselt haben, wie sie siebzehn Minuten später twittert? Und warum twittert die Frau so rum, wenn ihre Tochter gerade gestorben ist? Oder wurde da wer zurückgepfiffen nach Irritationen?

Bana hatte versehentlich eine Schwester

Die kleine Bana hat nach eigenen Angaben und offizieller Darstellung zwei Brüder, aber keine Schwester. Dem zu einem Zeitpunkt zuständigen Betreuer des Bana-Accounts unterlief gleich ein doppelter schwerer Fehler, als er ein Bild von Banas angeblicher Schwester postete, zusammen mit dem Text „Meine jüngere Schwester denkt, die Kamera ist ein Gewehr und hebt ihre Hände hoch. Rettet die Kinder von Syrien.“. Die Falschangabe, dass Bana eine Schwester habe, war der erste Fehler. Ein Bild dafür zu nehmen, welches auf einer BBC-Website vom 31. März 2015 in einem anderen Zusammenhang zu sehen und mit „The photo was taken by Turkish photographer Osman Sağırlı in 2014“ war, der zweite. Selbst wenn Bana eine kleine Schwester gehabt hätte, hätte man schnell feststellen können, dass das Bild nicht aus Aleppo stammte und nicht ein Mitglied der Alabed-Familie zeigte, sondern ein kleines Mädchen in einem Flüchtlingslager in Syrien nahe der türkischen Grenze, wie der BBC-Artikel von 2015 verrät.

Eine entsprechende Kritik am Bana-Account ficht jedoch weder die über Bana berichtenden westlichen Medien noch die Alabed-Accounts selbst an. Bana erklärt schlicht nach diesem Fauxpas: „Jedes Mädchen ist meine Schwester“. Und ihr Mutter-Account Fatemah Alabed beschwert sich, dass so viele Menschen Falschinformationen über Bana verbreiten würden und dass es ja wohl sehr klar sei, dass das Mädchen nicht ihre richtige Schwester sei und Bana dies aus Respekt gesagt habe. Auch hier – wie bei dem oben genannten Bana-ist-tot-Tweet – ist das wohl wieder eine sehr exklusive Meinung, die wohl von keinem anderen Menschen beim Lesen des mit „My younger sister thinks …“ beginnenden Tweets geteilt wurde. Wenn das so offensichtlich ist, warum hat Bana dann den entsprechenden Tweet gelöscht? Ihre Fans zweifeln die Erklärung offenbar nicht an, wie man gleich beim ersten Kommentar unter dem „Every girl is my sister.“-Tweet von Bana sieht:

Holocaust und Anne-Frank-Motiv

Wie bereits erwähnt, wurde gegen die Angriffe auf Aleppo durch Bana Alabed eine verquere Holocaust-Rhetorik ins Spiel gebracht sowie Bana selbst von den westlichen Medien als „Anne Frank von Aleppo“ bezeichnet. Dieses Motiv war von Anfang etabliert worden. Es erinnert ein wenig an die Holocaust-Rhetorik, mit der der erste deutsche Krieg seit 1945 den deutschen Politikern schmackhaft gemacht wurde, der Kosovo-Krieg. Und natürlich ist es taktisch immer gut, den Gegner als Nazi zu diffamieren, gerade wenn man eine solche Medienmacht auf seiner Seite hat, auch wenn die beiden Vergleiche nicht nur ordentlich hinken, sondern gleich völlig fehl gehen. Beim Thema „Holocaust und Bana Alabed“ kann man zudem ganz klar eine Verharmlosung des Holocaust feststellen. Und natürlich eine Instrumentalisierung.

Am 9. Oktober brachte Anne Will in ihrer ARD-Talksendung einen bizarren Holocaust-Vergleich: „Da wird an irgendeiner Stelle gefragt, wie der Holocaust passieren konnte. Schauen sie sich Aleppo an, dann wissen sie es! Das heißt – will uns der Kommentar sagen – wer das Sterben in Aleppo zulässt ohne zu handeln, der macht sich auch schuldig.“. Bana Alabed hatte beispielsweise am 29. September 2016 die Angriffe Syriens und Russlands zur Rückeroberung des Ostteils von Aleppo mit dem Holocaust verglichen: “Liebe Welt, es ist besser, den 3. Weltkrieg zu starten als Russland und Assad einen Holocaust in Aleppo begehen zu lassen.”. Hashtag „#HolocaustAleppo“… „In Kommentaren unter ihren Tweets und Videos wird sie bereits mit Anne Frank verglichen.“, schreibt Claudia Becker in der WELT am 4. Oktober 2016. Die „New York Times“ bezeichnete das Mädchen bereits als „Anne Frank von Aleppo“.“, schreibt n-tv am 4. Oktober 2016. Und so weiter … Eines der berühmtesten und ersten Fotos zeigt die kleinen Bana an ihrem Schreibtisch, fast in der gleichen Szene und Pose wie Anne Frank auf ihrem berühmten Foto am Schreitisch. Das Bild war auch lange Banas Profilbild bei Twitter und ihr erstes Profilbild.

Es scheint schon reichlich bizarr, wenn ausgerechnet diejenigen, die gegen das Land überfallende Al Qaida und andere Jihadisten kämpfen (wie ja auch zahlreiche Wissenschaftler bestätigen), deswegen als Nazis dargestellt werden sollen. Noch abgedrehter wird es, wenn man sich vergegenwärtigt, dass der Westen ja selbst – in der Ukraine – mit Nazi-Hilfstruppen à la Bataillon Asow und co zusammenarbeitet. Letztere werden in den westlichen Medien nach einigen kritischen Berichten im ersten Halbjahr 2014 trotz aller Hakenkreuze überwiegend als „Freiwilligenbataillone“ oder ähnlich verschleiernd tituliert. ARD-Tagesschau-Chef Dr. Gniffke erläuterte vor wenigen Tagen die offiziellen ARD-Richtlinien dazu: „Ich weiß, dass das ein Punkt ist, der extrem polarisiert und die Emotionen hochgehen lässt. Wir reden über dieses Asow-Regiment, eine Einheit, die wir in der Tagesschau ‚ultranationalistisch‘ nennen. […] Bei der Tagesschau gibt es fast nichts, für das es keine Richtlinie gibt. Und es gibt eine Richtlinie, die heißt, wir nennen diese Einheit ‚ultranationalistisch‘.“. Derselbe Gniffke, der den ukrainischen Ministerpräsidenten hinsichtlich der Aussage, beim Zweiten Weltkrieg habe es sich um einen sowjetischen Einmarsch/Anmarsch gehandelt, mit den Worten „verteidigte“, Jazenjuk habe „Invasion“ gesagt…

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… und in seiner Tagesschau und seinen Tagesthemen ungerührt und dahingehend unkommentiert den ukrainischen Nazi – Gründer der „ukrainischen NSDAP“, ehemaligen Anführer des Rechten Sektors und jetzigen Parlamentspräsidenten Parubij mitsamt dem damaligen Bundespräsidenten Gauck am Mahnmal für 30000 in der Schlucht Babi Jar ermordete Juden zeigte.

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Der Westen arbeitet bei seinen Regime Changes mit den Hilfstruppen zusammen, die gerade vorrätig sind. Das können, der verschleiernden Propaganda sei dank, sogar Nazis und Al Qaida sein. Selbst innerhalb dieses bizarren Ukraine-Syrien-Settings will man dann noch mit Hilfe hier so unglaublich falscher und billiger Anne-Frank-Holocaust-Rhetorik die Bevölkerung dazu bringen, den Gegner und alle, die diese Propaganda kritisieren – denn die stehen ja laut den jahrzehntealten, in Grundzügen nach dem Ersten Weltkrieg formulierten goldenen Kriegspropagandaregeln auf der Seite des Feindes – für Nazis zu halten. Nach dem Motto: „Wer Nazi ist, das bestimmen immer noch wir.“. Die ARD steht hier nur stellvertretend für den sehr überwiegenden Teil der deutschen (und westlichen) Presse, die sich ganz ähnlich wie die ARD verhält.

klassisch

Geiselbefreiung statt Holocaust

Im völligen Gegensatz zur Holocaust-Kampagne von Bana und co und der westlichen Propaganda vor dem Fall von Ostaleppo stehen die tatsächlichen Ereignisse bei der Rückeroberung von Ostaleppo durch die syrischen Regierungstruppen und ihre Verbündeten. Tatsächlich fand kein Massaker an den Menschen dort statt. Stattdessen wurden die jihadistischen Kämpfer und ihr Anhang in von der syrischen Regierung bereitgestellten grünen Bussen aus Ostaleppo in weiterhin von ihnen beherrschte Gebiete evakuiert. Das waren einige tausend Personen. In Ostaleppo verblieben einige zehntausend Menschen – erheblich weniger als die immer wieder in den Medien genannten 300000 – die nun aus der Hand ihrer Geiselnehmer gerettet waren. Darunter war auch der Junge, der durch das Foto berühmt wurde, welches ihn auf dem orangenfarbenen Sitz eines Rettungswagens zeigte, und seine Familie. Wer auf der Seite der Jihadisten war, verdrückte sich relativ bequem im Bus. Darunter dürften aber auch einige Zwangsverheiratete – Frauen war mehr oder weniger Freiwild im Jihadistengebiet, wie Berichte zeigen – und sonstige Unfreiwillige gewesen sein, deren Schicksal aber offenbar niemanden kümmert.

Professor Günter Meyer sagte im Interview im Wiesbadener Kurier vom 6.8.2016, also einige Monate vor der Rückeroberung von Aleppo durch die syrische Regierung im Dezember 2016 zum vom Interviewer vorgebrachten Satz „Ein Brandherd ist dieser Tage Ost-Aleppo….“ Folgendes: „…ja. Allerdings ist die mediale Berichtserstattung darüber häufig sehr einseitig. So z.B., wenn der Spiegel titelt: ‘Die Islamisten sind Aleppos letzte Hoffnung‘. Die Dschihadisten der Al-Kaida angehörenden Nusra-Front und der nicht minder brutale Ahrar al-Scham haben die von der UN ausgehandelte Waffenruhe genutzt, um den Osten Aleppos militärisch massiv aufzurüsten. Diese ultra-radikalen Kämpfer geben dort das Kommando, nicht etwa moderate Rebellen, wie in vielen Medien immer wieder zu lesen ist. Wie in anderen vom Regime belagerten Städten benutzen die Dschihadisten auch hier die Zivilbevölkerung als Schutzschilde und verhindern, dass sich die Einwohner in Sicherheit bringen können.”. Während beispielsweise beim aktuell noch stattfindenden Angriff auf Mossul im Irak von menschlichen Schutzschilden und Geiseln die Rede ist, fehlte dies beim Angriff auf Aleppo in den Medien eigentlich völlig. Stattdessen gab es diese Nazi-Massenmordkampagne gegen Syrien und Russland, an der auch der Bana-Account und etliche Medien mit dem Mißbrauch und der Instrumentalisierung des Holocaust beteiligt waren.

Die Jihadisten in Ostaleppo waren Mitte Dezember 2016 militärisch am Ende. Assad hätte sie und alle Menschen in diesem Teil der Stadt jetzt schön massakrieren müssen, ginge es nach dem, was zuvor berichtet und behauptet wurde. Die Gelegenheit war günstig, der Gegner am Ende, jetzt hätte der psychophatische Massenmörder und neue Hitler also loslegen können. Statt „#HolocaustAleppo“ gab es jedoch freien Abzug. Die syrische Regierung hat das getan, was man bei einer Geiselbegreifung macht – im Sinne der Geiseln. Sie hatte die Kämpfer ziehen lassen, um ihre Geiseln zu retten. Vor den Gewalttaten der Geiselnehmer wie auch vor den Kriegshandlungen. Außerdem durften im Gegenzug Kranke und Verletzte etc. aus kleineren von den Jihadisten belagerten Städten gebracht werden – jedenfalls theoretisch. In diesem Zusammenhang in den Medien davon zu sprechen, dass Bana und ihrer Familie „die Flucht aus Aleppo gelang“, suggeriert ein völlig falsches Bild der Ereignisse. Die Jihadisten wurden von der syrischen Regierung weggefahren und das war zuvor so ausgehandelt worden. Man muss schon eine gezielt manipulative Absicht haben, will man das als „gelungene Flucht“ verkaufen. Dass Bana in den grünen Bussen – also zuvor in Aleppo – war, ist allerdings nicht belegt. Es gibt keine entsprechenden Bilder. Lediglich eine „Ankuft in Sicherheit“ mit Bana und einem jihadistischen Journalisten wurde in den Medien und Netzwerken verbreitet. Dies sei erwähnt, da immer wieder Zweifel auftauchten, ob Bana wirklich (die ganze Zeit) in Aleppo war.

In einem letzten verzweifelten Akt, ihre Lügen und ihren Mißbrauch des Holocaust einigermaßen aufrecht zu erhalten beziehungsweise nicht völlig „das Gesicht zu verlieren“, verbreiteten Jihadisten und darauf aufbauend die westliche Propaganda die Zahl von über achtzig massakrierten Menschen durch syrische Regierungstruppen beim Einmarsch in die Restgebiete von Ostaleppo. Das war völlig aus der Luft gegriffen. Es gab dafür nicht den geringsten Beleg. Durch ständiges Wiederholen sollte es sich manifestieren. Über die Erschiessungen von fluchtwilligen Zivilisten durch die jihadistischen Kämpfer in Ostaleppo oder gezielte (teilweise belegte) Massaker durch diese an gefangen genommenen Menschen, kurz vor der Befreiung von Ostaleppo, schwieg man sich dagegen lieber weitestgehend aus. Auch das Schicksal der befreiten Menschen in Ostaleppo, die von zahlreichen Gräueltaten der „Rebellen“ berichteten, interessierte nach der Rückeroberung dieser Stadtteile durch syrische Truppen die westlichen Medien eher weniger. Einige wenige Westler berichteten nach dem Fall von Ostaleppo aus der nun frei zugänglichen Stadt, darunter jedoch (fast) keine Vertreter der Leitmedien.

Phosphor- und Fassbombenlüge

Eine der vielen Propagandalügen, die der Bana-Account verbreitet, ist die sogenannte Fassbombenlüge. „2 phosphorus & 2 barrel bombs hit near our house it shook the ground, we cried. – Fatemah #Aleppo“, twitterte Fatemah Alabed über den Bana-Account am 30. September 2016. Fassbomben – Barrel Bombs – an und für sich gibt es wirklich – das Dumme für Propaganda-Fatemah ist nur, dass sie in Syrien gar nicht eingesetzt werden und wenn, dann wäre das sogar ein kleineres Übel.

Fassbomben sind improvisierte Sprengbomben. Um sie herzustellen, verwendet man eine großen Metallbehälter – auch alte Fässer (daher der Name) – und füllt diesen mit Sprengstoff und Schrapnellen. Eine Fassbombe hat wesentlich weniger Sprengkraft als eine herkömmliche Fliegerbombe. Wenn Ihre Wohngegend bombardiert wird, sollten Sie also beten, dass es Fassbomben sind, denn da sind sie wenigstens hinter der Mauer ihres Hauses einigermaßen sicher… Wenn also in den Medien im Zusammenhang mit Aleppo schon mal berichtet wird, Fassbomben sind in ihrer verheerenden Wirkung knapp unterhalb von Atombomben anzusiedeln, so ist das völlig lächerlich.

In dem sehr interessanten Hintergrundbericht „‚Fassbomben‘ in Syrien“ von Joachim Guilliard heißt es: „Angesichts des langen Krieges ist es natürlich durchaus denkbar, dass Syrien, nachdem die Vorräte an importierten Waffen zur Neige gingen, begann, Bomben einfacher Bauart selbst herzustellen, wenn auch nicht unbedingt improvisiert aus Ölfässern. Im Grunde ist dies aber unerheblich, da Sprengkraft und Splitterwirkung solcher einfachen Bomben so oder so wesentlich geringer sind als die von Sprengkörpern konventioneller Bauart aus westlichen oder russischen Rüstungsschmieden, ganz zu schweigen von den Hightech-Bomben und Raketen, die NATO-Staaten aus ihren Kampfflugzeugen und Drohnen werfen oder abwerfen. Bei diesen wurden Sprengstoffart, Form, und Splittermantel aufwendig optimiert, damit ihre feinen rasierklingenscharfen Schrapnells noch auf Dutzende Meter Entfernung tödlich sind. Werden tatsächlich einfache Fässer oder ähnliches als Behälter verwendet, verpufft hingegen ein guter Teil des Sprengstoffs schon durch die geringe Dämmung. Technisch weniger ausgeklügelte Bomben kommen zudem aufgrund der simpleren, ungenauen Zündvorrichtungen häufig gar nicht zur Explosion.[6] [Würde man der syrischen Armee moderne, smarte Bomben der NATO anbieten, würde sie sicherlich gerne auf ihre ungelenkten, gar selbstgebastelten verzichten.]“.

Wikipedia schreibt mit Bezugnahme auf zwei Zeitungsmeldungen aus den vierziger Jahren: „Fassbomben wurden erstmals von der Irgun Tzwa’i Le’umi bei Terroranschlägen gegen die britische Mandatschaft in Palästina eingesetzt. Als Transportmittel wurden Lkw verwendet.[6][7] „.

Die syrische Regierung hat stets bestritten, solche Bomben, die nicht aus Jets abgeworfen werden können, sondern in Syrien typischerweise aus Hubschraubern gestoßen werden sollen, einzusetzen. Der syrische Präsident sagte schon 2015 auf eine entsprechende Frage eines westlichen Journalisten hin, dass man keine Fassbomben einsetze: „Wir haben richtige Bomben!“ – also bessere, stärkere! Wann stellt die NATO eigentlich Bomberstaffeln mit dieser nicht verbotenen vermeintlichen Superwaffe vor? Tatsächlich gibt es keine wirklichen Beweise für den Einsatz solcher Bomben (im Gegensatz zu Beweisen für den Einsatz selbstgebastelter Hellfire-Bombengeschosse durch die Jihadisten). Es gibt lediglich die Angaben von „syrischen Aktivisten“ – und damit sind die Propagandaorgane der Jihadisten à la White Helmets, AMC oder Syrische Beoachtungsstelle für Menschenrechte (mit Sitz in Großbritannien) und dergleichen gemeint – und einige entsprechende Falschbilder sowie ständige Falschtweets wie den oben genannten des Bana-Accounts oder diese besonders peinliche Fälschung (wo sogar noch auch das linke Bild nicht aus Aleppo oder Syrien im allgemeinen sein und älter sein soll):

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Auch die französische Regierung beziehungsweise deren Gesandtschaft bei der UNO fälschten übrigens vor knapp einem Jahr einen solchen angeblichen Fassbombenangriff auf angeblich zwei Krankenhäuser. Sie präsentierten eine Aufnahme aus Gaza (Palästina) aus dem Jahre 2014 nach einem israelischen Luftangriff und gaben das ganze als aktuelle Zerstörung im syrischen Aleppo im Jahre 2016 aus.

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Ein Einsatz von Phosphorbomben durch Syrien oder Russland ist nicht belegt oder bestätigt. Im Gegensatz zum Einsatz solcher Geschosse im Irak durch die USA, wie selbst die Süddeutsche Zeitung und die Washington Post vermelden mussten: „Die umstrittenen Waffen, die grausame Brandverletzungen zur Folge haben können, seien jedoch lediglich als ‚Signalwaffen‘ benutzt worden, betonte das US-Militär.“. Die Meldungen über den Einsatz von Fassbomben, aber auch Phosphorbomben, durch die Jihadisten-Aktivisten sind hinsichtlich ihrer Beweiskraft Schrott, aber das macht nichts. Es braucht diesen Propagandaschrott, damit man in den westlichen Medien eine Basis für Propagandameldungen hat. Ob diese Nachrichten tatsächlich zutreffen, ist dabei eigentlich irrelevant. Ohne Propagandaschrott kann man nichts melden, es gibt keinen verkündbaren Anlaß. Durch die vom Bana-Account, den White Helmets, dem Aleppo Media Center und anderen gelieferten Behauptungen ist Material vorhanden, welches verbreitet werden kann. Und da die Medien ohnehin nicht mehr auf Kritik, Logik oder vorgelegte Gegenbeweise reagieren, wird das Ganze dann für viele Menschen zur Wahrheit.

Professor Meyer im Interview mit dem Deutschlandfunk vom Februar 2017 zu Fassbombenpropaganda, Aleppo und der Zivilbevölkerung: „Schauen wir uns die Gebiete an, die von den Dschihadisten kontrolliert werden, wo die Bevölkerung im Wesentlichen als Schutzschild genutzt wird … Wir haben immer nur gehört gerade beim Kampf um Ostaleppo: Das böse Regime, mit Fassbomben, vernichtet seine Zivilbevölkerung. Dass der Osten von Aleppo von Dschihadisten erobert worden ist, dass die Schulen geschlossen worden sind, dass alle Arbeitsstätten, Fabriken, Werkstätten im Wesentlichen geplündert worden sind, die Maschinen in die Türkei geschafft worden sind, damit die Bevölkerung verelendet und umso mehr von den Dschihadisten abhängig ist, all das sind Dinge, die normalerweise in den Medien nicht geäußert werden, die jetzt nach der Eroberung in zunehmendem Maße in den Vordergrund treten. Das heißt, für die Menschen in Ostaleppo war das tatsächlich eine Befreiung, und vor dem Hintergrund: Eine politische Lösung, eine friedliche Lösung kann nur mit dem Regime, was gegenwärtig an der Macht ist, garantiert werden.“.

Großbritannien beschäftigt Internettrolle und eine Cyberangriffs- und Propagandatruppe

Bei der Frage, wer federführend hinter dem Propagandawerkzeug Bana Alabed steckt, stößt man immer wieder auf die Türkei, in der Bana zuletzt untergekommen ist und vor einigen Wochen von Staatspräsident Erdogan die türkische Staatsbürgerschaft verliehen bekam. Und natürlich auf Großbritannien; gerade, wenn es um den netztechnischen und Medien-Teil der Bana-Alabed-Story geht. Das britische Militär unterhält eine ganz reguläre „Internetarmee“ aus 1500 NATO-Trollen, die das Netz unsicher machen und Kampagnen fahren, wie WikiLeaks am 20. April 2017 bei Twitter unter Bezugnahme auf einen Artikel der englische Zeitung The Guardian vom 31. Januar 2015 meldete. Um was es sich bei der JTRIG (Joint Threat Research Intelligence Group) handelt, der diese Trollarmee angeschlossen ist, und was diese tut, erklärt die deutschsprachige Wikipedia:

„Die Joint Threat Research Intelligence Group (JTRIG) ist eine Einheit des britischen Nachrichtendienstes GCHQ.[1] Die Existenz von JTRIG wurde im Zuge der Globalen Überwachungs- und Spionageaffäre als Teil der Enthüllungen vom früheren NSA-Auftragnehmer Edward Snowden bekannt.[2] Der Zuständigkeitsbereich des JTRIG umfasst „schmutzige Tricks“, um Feinde “zu verleugnen, zu stören, zu zersetzen und zu zerstören”, indem sie “diskreditiert” werden, Fehlinformationen platziert werden und ihre Kommunikation stillzulegen versucht wird.[2] Beim „Cognitive Hacking“ greifen Geheimdienste aktiv in demokratische Prozesse ein, um diese zu beeinflussen, z.B. durch die Manipulation von Online-Abstimmungen. […]

Vom JTRIG durchgeführte Kampagnen lassen sich größtenteils in zwei Kategorien einteilen; Cyberattacken und Propaganda-Bemühungen. Die Propaganda-Bestrebungen nutzen „Massenbenachrichtigungen“ und das „Streuen von Gerüchten“ in sozialen Netzwerken, wie z.B. in Twitter, Flickr, Facebook und YouTube.[2]False flag“-Operationen wurden ebenfalls vom JTRIG gegen Ziele eingesetzt.[2] Es handelt sich um eine breitflächige Diskreditierung der Netzkommunikation. Da diese Methoden auch gegen Personen verwendet werden, die keinerlei Gefahr für die nationale Sicherheit darstellen, handelt es sich um eine klare Grenzverschiebung.[4]

Die britische JTRG gibt es schon wesentlich länger als die 1500 Personen starke zusätzliche Verleumder- und Manipulierer-Armee. Wikipedia berichtet beispielsweise von einem Einsatz der JTRIG im Jahre 2011, der nicht gegen „Feindstaaten“ gerichtet war: „Im Jahr 2011 leitete das JTRIG einen DoS-Angriff auf das Aktivistennetzwerk Anonymous.[1]„. Vielleicht war das JTRG für das Management von „Bana Alabed“ verantwortlich (welches wohl mittlerweile federführend an die Türkei abgegeben wurde), vielleicht auch der britische Auslandsgeheimdienst.

Wurde der Account von Aleppo aus betrieben?

Nicht belegt ist, ob aus Aleppo getwittert wurde. Einiges spricht dagegen, wie bereits zuvor erwähnt. Der Bana-Account, der teilweise dutzende Tweets beziehungsweise Retweets pro Tag verfasste, hatte offenbar jederzeit eine funktionierende Internetverbindung. Merkwürdig in diesen Kriegszeiten und auch, wenn man sich die Aussage von Banas Mutter aus dem TRT-Interview vergegenwärtigt, nach der sie keinen oder nur ganz wenig Strom in Aleppo hatten und ihre Geräte nicht laden konnten, so dass Bana ihren E-Book-Reader nicht laden und keinen Harry Potter lesen konnte. Oder wurde ihr nur einer für den Fototermin in die Hand gedrückt?

Bilder der eigentlichen Flucht Bana Alabeds aus Aleppo – die Jihadisten und ihr Anhang, und darunter müsste sich auch Bana befunden haben, wenn sie zu dem Zeitpunkt in Aleppo war, wurden bekanntlich in grünen Bussen aus der Stadt evakuiert – gibt es offenbar auch nicht. Wenn man sich dann noch das Sprachniveau Banas und ihrer Mutter einerseits in ihren Tweets und andererseits in ihren Äußerungen in Videos anschaut, dann scheint es durchaus plausibel, dass von außerhalb Aleppos getwittert wurde, von Großbritannien aus. Oder zumindest von Briten. Vielleicht saßen die auch beispielsweise in der Türkei. Eine mögliche und wahrscheinliche Theorie wäre, dass aus Aleppo lediglich die passenden Bilder (oder ein Teil davon) geliefert wurden. Weitere Theorien sind möglich.

Offiziell ist Bana Alabed seit dem 19. Dezember 2017 in der Türkei – herzlichst empfangen von Präsident Erdogan – und dementsprechend lautet die offizielle Story, dass Bana den Account seitdem von dort aus betreibt. Freilich twittert der Bana-Account auch weiterhin in bestem Englisch. Prominenten Besuch in der Türkei erhielt Bana von Lindsay Lohan. Bana ist seit Kurzem türkische Staatsbürgerin. Die entsprechende Urkunde bekam sie von Präsident Erdogan höchstpersönlich überreicht. Über Erdogans Türkei lief wohl die meiste Unterstützung der vom Westen, der Türkei, Saudi-Arabien, Katar und anderen als Hilfstruppen eingesetzten Jihadisten. Die in der Türkei verurteilten Journalisten Dündar und Gül hatten übrigens Waffenlieferungen an diese aufgedeckt.

Bana schreibt ein Buch

Bana hat auch ein Buch geschrieben und das auf Englisch und bereits im Alter von sieben bis acht Jahren! Im April 2017 wurde bekannt, dass Bana beim Verlag Simon & Schuster ein Buch herausbringen wird. Dieses soll im Oktober veröffentlicht werden. Nach Angaben des Verlages hat die siebenjährige arabischsprachige Bana das Buch selbst geschrieben (in der Fremdsprache Englisch)! Es enthalte lediglich ein paar kurze Kapitel, die ihre Mutter geschrieben habe. Auf der Verlagswebsite heißt es: „[…] In Bana’s own words, and featuring short, affecting chapters by her mother, Fatemah, Dear World is not just a gripping account of a family endangered by war […]“. Der Verlag erwähnt noch bei den Angaben über den Autor, dass „Dear World“ das erste Buch von Bana ist…

Google und UNESCO

Pünktlich zum (weiteren) Aufbau von Bana als Propagandastar wird Bana auch von Google und dem UNHCR – dem Flüchtlingshilfswerk der UNO – gefeatured, in dem Machwerk „Searching for Syria. Die drängendsten Fragen zur syrischen Flüchtlingskrise“. Ausgerechnet Bana als prototypisches Flüchtlingsmädchen? Man könnte von einer Verhöhnung der tatsächlichen Flüchtlingskinder sprechen. Bana hat in dieser Präsentation zu Syrien, die im wesentlichen die westliche „Sicht“ der Dinge (also die Propaganda) wiederkaut, auch eine Seite und ihre Story wird so wiedergegeben, wie der Bana-Account das gerne hätte. Drei Bana-Tweets werden auch vorgestellt, ohne dass jemand Zweifel hat, dass solche Tweets von einer siebenjährigen Nicht-Muttersprachlerin kommen können. Einen kleinen Fehler gibt es dort auch noch: Bana und ihre Familie sei 2015 in die Türkei evakuiert worden, heißt es da. Aber vielleicht ist das ja versehentlich auch die „wirkliche Wahrheit“, vergleiche die Bilder von Bana im türkischen Spielparadies, und Bana kam nur für ein paar Fotos nach Aleppo… Vielleicht mag man das für unwahrscheinlich halten, unmöglich war es sicher nicht.

Google und UNHCR, damit verbinden natürlich die meisten Betrachter Neutralität. Tatsächlich hat Google beispielsweise mit dem Start des Krieges in Syrien syrische Nachrichtenwebsites etc. aus dem Google-Suchindex genommen und diese damit alles in allem schwerer zugänglich gemacht. Die Verbindungen zwischen Google und US-Regierung, insbesondere zur Außeministerin der ersten Regierung Obama und letztjährigen US-Präsidentschaftskandidatin, Hillary „Al Qaida ist auf unserer Seite“ Clinton, sind sehr eng. Die von WikiLeaks veröffentlichten und in ihrer Authentizität bestätigten Clinton-E-Mails zeigen dies deutlich. Das IT-Magazin Golem schreibt in dem Artikel „Clintons E-Mails veröffentlicht: Google wollte beim Sturz Assads helfen“ vom März 2016 zu Google und Clinton: „Die Verbindungen zwischen Google und der US-Regierung sind eng. Nun veröffentlichte E-Mails von Ex-Außenministerin Hillary Clinton zeigen offenbar detaillierte Absprachen. […] Die Korrespondenz ist ein weiterer Beweis für die engen Verbindungen zwischen Google und der US-Regierung, auf die schon Wikileaks-Gründer Julian Assange vor einiger Zeit in einem Buch aufmerksam gemacht hatte. In diesem Geflecht nimmt Cohen offenbar eine wichtige Rolle ein. Bevor dieser auf Anregung von Alphabet-Chef Eric Schmidt die Leitung von Jigsaw übernahm, arbeitete er im strategischen Planungsstab des Außenministeriums. Jigsaw ist eine in New York ansässige Denkfabrik Googles, die technische Lösungen für globale Probleme entwickeln soll.“.

Die UN ist zu nicht geringen Teilen mit westlichen Bürokraten durchsetzt und außerdem wurden ihr schon des Öfteren durch den Westen beispielsweise gefälschte Giftgasberichte (Quelle: die Jihadisten) untergeschoben. So ist das aktuelle Heiligtum der westlichen Presse zu angeblichen Giftgaseinsätzen der syrischen Regierung in Syrien – die wenigen, die noch nicht völlig als Fälschung aufgeflogen sind – ein UN-Bericht auf genau solcher „Datenbasis“. Tatsächlich ist der Bericht nichts wert, nicht nur wegen der Quellen und den nicht vorhandenen Beweisen, sondern auch deshalb, weil der beispielsweise die angebliche Giftgasattacke in dem Ort Sarmin enthält, welche wiederum durch eine schwedische Ärztevereinigung als Fälschung enttarnt werden konnte, bei der sogar ein kleiner Junge mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit von den White Helmets bei vorgetäuschten medizinischen Maßnahmen vor laufender Kamera ermordet wurde. Orientexperte Professor Meyer schrieb übrigens gerade zu dem vermeintlichen Khan-Sheikun-Giftgasevent, dem weiteren „noch erklärungswürdigen“ Giftgasthema: „Giftgasmassaker war Inszenierung der USA. Die Trump-Show als Reaktion auf das angebliche Giftgasmassaker von Khan Sheikhun am 4. April 2017 ist ein weltweiter Propagandaerfolg der Weißhelme.“.

Propaganda von Al Qaida, Türkei und westlichen Staaten

Die gezeigten Unklarheiten, Fehler und Fälschungen sind nur ein Teil der Kritik an dem Fall Bana Alabed als Propagandafall an sich. Auch bei einem plausibleren, fehlerfreien Bana-Szenario würde das nichts an der Tatsache ändern, dass es sich hierbei – zumindest vorgeblich – um einen Account aus dem belagerten Al-Qaida-Gebiet Ost-Aleppo handelte, der Al-Qaida-Propaganda gegen die Angriffe auf die de facto mit dem Westen und der Türkei, Saudi-Arabien Katar und anderen verbündete Al Qaida verbreitete, dass es sich also um einen Propagandaaccount dieser handelt. Und für diese Propaganda wurde das reale siebenjährige Mädchen Bana benutzt und nun wird es weiterhin von der Türkei aus benutzt. Die Propaganda wird nicht dadurch zur Propaganda, dass sie von Al Qaida kommt. Das permanente Vorzeigen des Mädchens – zudem verknüpft mit eindeutigen Botschaften zugunsten einer Kriegspartei – reicht völlig aus, um den Fall Bana Alabed als Propagandafall zu charakterisieren:

Wie ist Propaganda definiert?

Wikipedia: „Propaganda (von lateinisch propagare ‚weiter ausbreiten, ausbreiten, verbreiten‘) bezeichnet in seiner modernen Bedeutung[1] die zielgerichteten Versuche, politische Meinungen und öffentliche Sichtweisen zu formen, Erkenntnisse zu manipulieren und das Verhalten zum Zwecke in eine vom Propagandisten oder Herrscher erwünschten Richtung zu steuern.[2][3][4][5] Dies steht im Gegensatz zu pluralistischen[6] und kritischen[7] Sichtweisen, welche durch unterschiedliche Erfahrungen, Beobachtungen und Bewertungen sowie einen rationalen Diskurs[8][9] geformt werden.“.

Duden: „systematische Verbreitung politischer, weltanschaulicher o. ä. Ideen und Meinungen mit dem Ziel, das allgemeine Bewusstsein in bestimmter Weise zu beeinflussen“.

Darüber hinaus bei der Bundeszentrale für Politische Bildung: „Charakteristisch für Propaganda ist, dass sie die verschiedenen Seiten einer Thematik nicht darlegt und Meinung und Information vermischt. Wer Propaganda betreibt, möchte nicht diskutieren und mit Argumenten überzeugen, sondern mit allen Tricks die Emotionen und das Verhalten der Menschen beeinflussen, beispielsweise indem sie diese ängstigt, wütend macht oder ihnen Verheißungen ausspricht. Propaganda nimmt dem Menschen das Denken ab und gibt ihm stattdessen das Gefühl, mit der übernommenen Meinung richtig zu liegen. Hier zeigt sich der große Unterschied etwa zur journalistischen Information: Journalisten betreiben Aufklärung, indem sie alle verfügbaren Fakten und Hintergründe darlegen und die Menschen selbst entscheiden lassen, was richtig und was falsch ist.“.

Stichwortartig läßt sich zur Bana Alabed-Propaganda Folgendes festhalten:

– Permanentes Vorzeigen eines jungen Mädchens und „seiner“ Botschaften zugunsten der Aleppo-„Rebellen“ beziehungsweise gegen deren Gegner, um Parteinahme zugunsten der „Rebellen“ und gegen deren Gegner zu erzeugen. Um wen es sich bei den „Rebellen“ handelt, ist für eine grundsätzliche Einstufung des Falles als Propaganda nicht relevant.

– Das Verschweigen der Hintergründe zu den „Rebellen“ – tatsächlich eine Al-Qaida-geführte Koalition – durch Politiker, Medien etc. trägt aber weiter zu dem Propagandacharakter des Falles bei. Es ist typisch für Propaganda.

– Bana-Alabed-„Meldungen“ aus dem von einer jihadistischen Koalition unter Führung der Al Qaida beherrschten Ost-Aleppo sind Propaganda der Al Qaida und ihrer verbündeten Jihadisten. Etwas anderes würde gar nicht geduldet werden. Meldungen aus Al-Qaida-Gebieten im Sinne der Al Qaida sind genauso Terrorpropaganda wie Meldungen auf Al-Qaida-Websites.

– Ob „Bana Alabed“ ein siebenjähriges Mädchen ist, dass sich tatsächlich sehr gut in der Fremdsprache Englisch ausdrücken kann, ist für den allgemeinen Propagandacharakter des Falles nicht erheblich, die sehr, sehr große Unwahrscheinlichkeit dieser Behauptung verschärft aber noch einmal den Propagandacharakter noch einmal genauso wie die Anforderung an Journalisten, den Fall kritisch zu prüfen. Daran ändert auch ein „ihre Mutter hilft ihr“ nichts.

Die Weiterverbreitung dieser Propaganda durch Medien kann niemals als journalistische Nachricht bezeichnet werden. Die Propaganda kann höchstens als angebliche Nachricht ausgegeben werden. Es handelt sich dann um eine Nachrichtenfälschung beziehungsweise um im heutigen Sprachgebrauch als „Fake News“ bezeichnete Veröffentlichungen.

Fake News vor Gericht

Jahre nach der Veröffentlichung der gefälschten Hitler-Tagebücher sucht das Hamburger Magazin Stern eine neue Gelegenheit, sich journalistisch bis auf die Knochen zu blamieren: Am 14. Juli 2017 findet am Landgericht Hamburg eine Gerichtsverhandlung statt, bei der das Qualitätsmagazin Stern seine Bana-AlabedPropaganda zum Syrienkrieg gerichtlich durchsetzen willl. Ein wenig erinnert der Fall natürlich auch an den Prozeß ZEIT gegen die Satiresendung „Die Anstalt“. Bei dem Artikel, den der STERN verteidigen möchte, handelt es sich um den Beitrag „Sorge um Bana al-Abed. Twitter-Konto von Siebenjähriger aus Aleppo gelöscht“ von Marc Drewello. Das seien keine Fake News, keine Propaganda, keine Nachrichtenfälschung. Entsprechende Kritik am Journalisten sei zu unterlassen.

Resümee

Das reale Kind Bana Alabed twittert nicht, das zeigen alleine schon der Vergleich der sprachlichen Fähigkeiten des Bana-Acount bei Twitter und des realen kleinen Mädchens in den veröffentlichten Videos sowie die angeblichen fremdsprachlichen Fähigkeiten Banas an und für sich, die nicht echt sein können. Hinzu kommen einige andere starke Indizien. Auch die Mutter twitterte höchstwahrscheinlich nicht selbst. Betrieben werden die Accounts wahrscheinlich – darauf deutet nicht nur das englischsprachliche Niveau hin – von britischen Stellen, in immer engerer Zusammenarbeit mit der Türkei. Und natürlich, was den Einsatz der realen Familie Alabed angeht, die ganze Zeit in enger Zusammenarbeit mit den Jihadisten. Das eigentliche Twitter-Mindestalter von dreizehn Jahren spielt bei der „kleinen siebenjährigen Bana“ keine Rolle. Das ist bezeichnend.

Dass „Bana Alabed“ ein Fake zu Propagandazwecken ist, zeigen auch die vielen Fehler und Ungereimtheiten, die in etlichen Tweets immer wieder zu Tage traten. Falsche, entlarvende Altersangaben bei einem Bild im Kinderspielparadies. Harry Potter gar nicht gelesen. Merkwürdigkeiten um die Stromversorgung. Papa arbeitet beim Stadtrat – von Al Qaida. Banas Mutter ist nicht wirklich Englischlehrerin. Eine PR-Karriere samt eigenem, von Bana geschriebenen Buch. Manchester-Fan Bana. Bana geht nicht zur Schule in der Türkei. Propagandastories, gerne auch mit anderen Kinderopfern. Falschbeschuldigungen. Bana war zwischendurch mal tot. Bana hatte mal zwischendurch versehentlich eine Schwester. Der unverschämte Mißbrauch des Holocausts und des Anne-Frank-Motivs, um zu Gewalt gegen den Gegner aufzufordern. Fassbombenlüge. Komisches Google.

Auch ohne all diese ganze Dinge würde es sich beim Fall „Bana Alabed“ um einen Propagandafall handeln, bei dem durch ständiges Vorzeigen eines kleinen Mädchens in seiner Notlage eine entsprechende Reaktion im Westen erzeugt werden soll, dass die Masse der Bevölkerung nach dem verlangt, was die Herrschenden schon lange wollen: Ein hartes Vorgehen gegen Syrien und Russland und in dem Rahmen dessen die Unterstützung der „Rebellen“ getauften jihadistisch geführten Islamisten- und Söldnertruppen, die vom Westen und einigen regionalen Staaten ausgerüstet und rekrutiert werden, um als willige Hilfstruppen den Staat Syrien zu zerstören, auf dass sich „neue Möglichkeiten“ ergeben. Bei aller Kritik an dem Fall sollten wir immer im Blick behalten, dass das kleine Mädchen Bana und ihre Geschwister für diese Propaganda mißbraucht werden und nicht Schuld an dem sind, was da passiert.

Bana Alabed aus Aleppo

Bana Alabed aus Aleppo – Teil 2

10 Kommentare

  1. was da abgeht ist eine widerliche schmierenkomödie, an der sich alle beteiligen, die damit kriegspropaganda betreiben. diese moralapostel sind so abgrundtief verlogen, das sprengt jedes vorstellungsvermögen.

  2. Dieser Artikel muss unglaublich viel Zeit und Kraft verschlungen haben, ausser natürlich die/der Autor/in oder die Autoren sind ähnlich begabt wie das Wunderkind Bana oder gar Harry P. himself. Ein grosses Dankeschön für die enorme Mühe.

    1. Danke! Ja, das ist korrekt. Zusätzlich neben Arbeit, Familie und den alltäglichen Pflichten war das wirklich sehr hart.

    1. Uch habe nur mal kurz reingeschaut: Ist das nicht eher nur die Ankunft? D.h. letztlich nicht zu sagen, ob Bana aus Aleppo kam. Natürlich kann es so gewesen sein, aber eben auch anders. Es verwundert, dass die „Flucht“ nicht mit Bildern dokumentiert wurde.

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