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Schauspiel im Bundestheater

Der angebliche Breitscheid-Attentäter Anis Amri wurde von den Medien zum Bösewicht aufgebaut — sollte seine Erschießung die gründliche Aufarbeitung des Anschlages verhindern?

Bevor wir uns mit dem letzten Akt befassen, wäre es vielleicht sinnvoll, einige grundsätzliche Fakten über das Berliner Ereignis in Erinnerung zu rufen.

Unbestreitbare Tatsachen

  1. Laut der offiziellen Darstellung soll jemand einen 40 Tonnen schweren Sattelschlepper in rasendem Tempo in die Menschenmenge auf einem Berliner Weihnachtsmarkt gefahren haben. Damit soll der Täter elf Menschen vorsätzlich umgebracht und mehr als 50 Menschen verletzt haben. Der mutmaßliche Täter sei sofort vom Tatort geflüchtet. Er soll drei Tage später nachts in einem Vorort von Mailand von zwei Polizisten erschossen worden sein. Er wird als Anis Amri, ein junger Tunesier, bezeichnet.
  2. Da der mutmaßliche Täter starb, konnte er nicht angeklagt und vor Gericht gestellt werden. Die Bundesstaatsanwaltschaft bezeichnet Amri auf ihrer Webseite als den Täter, ohne dass seine Familie oder ein Rechtsanwalt die Behauptungen der Behörde rügen könnten. Die Äußerungen der Behörde sind kein Schuldspruch, sondern eine einseitige Behauptung. Amri ist daher — solange keine Beweise das Gegenteil belegen — das unschuldige Opfer eines Totschlags. Ihn öffentlich als Mörder oder Terrorist zu bezeichnen, stellt eine Straftat — üble Nachrede — sowie eine Verletzung von Artikel 1, 2 und 13 des deutschen Pressekodex dar.
  3. Da kein Gerichtsverfahren gegen den Verdächtigen stattfand, gab es auch keine öffentliche Aufklärung der Tatumstände, wie sie üblicherweise in Strafverfahren durchgeführt wird. Die Behauptungen seitens der staatlichen Behörden zum Berliner Ereignis gelten deshalb als Staatswahrheiten. Die Behauptung der US-Regierung zu den Massenvernichtungswaffen des Iraks — die es nicht gab — ist ein bekanntes Beispiel einer Staatswahrheit.
  4. Der Bundestag als Kontrollorgan der Exekutive hätte normalerweise den Ausfall eines Gerichtsverfahrens gegen den Verdächtigen durch einen Untersuchungsausschuss ersetzen müssen. Das wurde zwar getan, aber nur teilweise. Denn der Ausschuss interessiert sich nicht für die Aufklärung der mutmaßlichen Straftat respektive was Anis Amri unterstellt wird und sich am Abend des 19. Dezember 2016 am Breitscheidplatz tatsächlich abspielte. Der Ausschuss setzt ohne Vorbehalt die Staatswahrheit über Anis Amri voraus und konzentriert sich auf angebliches Behördenversagen.
  5. Viele Fragen zu den Tatbeständen blieben bis heute unbeantwortet. Hier nur eine kleine Auswahl:
  • a. Hat am 19. Dezember 2016 jemand Anis Amri in Berlin beziehungsweise am Breitscheidplatz gesehen?
  • b. Konnte ein 40 Tonnen schwerer und 16 Meter langer Lkw der Marke Scania die 50 Meter kurze Strecke durch den Weihnachtsmarkt in dieser rasenden Geschwindigkeit überhaupt befahren haben, wie weitgehend behauptet wird?
  • c. Warum behaupteten einige Zeugen, der Lkw wäre mit einer Geschwindigkeit von zwischen 60 und 80 Stundenkilometern durch den Weihnachtsmarkt gerast, während fünf Journalisten der Wochenzeitung Die Zeit am 5. April 2017 davon berichteten, dass der Lkw bei einer roten Ampel stehengeblieben und danach mit bloß 15 Stundenkilometern in den Weihnachtsmarkt hineingeschlichen sei (3)? Sie beriefen sich immerhin auf die Daten des GPS-Gerätes des Fahrzeugs und nicht auf subjektive Empfindungen. Der Lkw soll seine Fahrt sogar weiter verlangsamt haben, bis er nach 50 Metern zum Stillstand gekommen sei. Bis heute hat niemand die Aussagen dieser Journalisten gerügt.
  • d. Genügt das Tempo eines Lkws mit maximal 15 Stundenkilometern auf einer Strecke von 50 Metern, um elf Menschen zu töten und mehr als 50 zu verletzen? Gibt es dazu einen Präzedenzfall? Was sagen Unfallstudien zu den Folgen eines Aufpralls eines langsam fahrenden Fahrzeugs auf Fußgänger?
  • e. Warum trauen sich die Ermittlungsbehörden nicht, die genaue und nachweisbare Fahrtgeschwindigkeit des Lkws im Weihnachtsmarkt anzugeben?
  • f. Warum trauen sich die Ermittlungsbehörden nicht, die genaue Uhrzeit des Ereignisses anzugeben (4)?
  • g. Warum trauen sich die Ermittlungsbehörden nicht, zu bestimmen, aus welcher Richtung der Lkw kam (5)?
  • h. Warum wurde zunächst behauptet, das Führerhaus des Lkws sei von der Polizei leer aufgefunden worden (6), aber später, dass der legitime Fahrer, Lukasz Urban, im Führerhaus tot aufgefunden worden sei (7)?
  • i. Warum zeugt ein frühes Bild (8) und eine frühe Videoaufnahme (9) vom Tatort weder von Panik noch von einer Menge Toter und Verletzter?
  • j. Wieso kam keiner der 15 Budenbetreiber am Tatort zu Schaden (10)?
  • k. Wieso kroch eine Dame komplett unverletzt aus den Trümmern einer Bude heraus (11)?

Der Zweck des Schauspiels

Da viele erhebliche Fragen unbeantwortet bleiben, steht fest, dass die Behörden sich nicht für eine Aufklärung der Tatbestände vom 19. Dezember 2016 interessieren. Die Weigerung, die oben angeführten Fragen zu beantworten, kann nicht mit einem Behördenversagen erklärt werden. Um diese Weigerung zu kaschieren, wird die Öffentlichkeit durch ein Schauspiel über den „Terroristen Anis Amri“ abgelenkt, in dem nicht nur Staatsbeamte, sondern auch Bundestagsmitglieder und andere Interessenten mitspielen. Man würde gerne wissen, wer die Regie führt und ob sich der Regisseur in Deutschland oder in den USA aufhält.

Der letzte Akt des Schauspiels ist eine „brisante“ Aussage eines anonymen Kriminalhauptkommissars aus Nordrhein-Westfalen, der nur als „M.“ umhergeistert. Er soll am 14. November 2019 vor dem Bundesausschuss das Bundeskriminalamt und das Innenministerium beschuldigt haben, einen V-Mann — genannt VP-01 — als unglaubhaft abgewertet zu haben. Dieser V-Mann soll laut M. erhebliche Informationen über Amri besessen haben. Alle Leitmedien stellten sich sofort unisono auf die Seite des anonymen und mutigen Kommissars M.

Die FAZ sprach am 14. November von seinen „schweren Vorwürfen“, ohne eine Stellungnahme der Beschuldigten einzuholen. Die Süddeutsche Zeitung vom 15. November schilderte im Detail die Aussage des anonymen Polizeikommissars, während dem Innenministerium als Antwort ganze zwei Worte — „frei erfunden“ — unterstellt wurden. Zwei Journalisten, die die Legende Anis Amri besonders fördern, versuchen, Kommissar M. als mutigen Aufklärer zu zelebrieren. Florian Flade erzählt in der tagesschau.de vom 15. November 2019: „Zeuge M. hatte dem Untersuchungsausschuss etwas Brisantes zu berichten: Der damalige Bundesinnenminister Thomas de Maizière und ein leitender BKA-Beamter hätten im Frühjahr 2016 darauf gedrängt, eine Quelle des Landeskriminalamts (LKA) in der radikalislamischen Szene ‚mundtot‘ zu machen — ausgerechnet jenen Informanten, der wertvolle Hinweise zu Amri geliefert hatte.“

Thomas Moser beschreibt am 18. November 2019 auf heise.de die Aussage von M. ähnlich: „Im Untersuchungsausschuss des Bundestages berichtet ein Kriminalbeamter aus Nordrhein-Westfalen von massiven Einflussversuchen des Bundeskriminalamtes und des Bundesinnenministeriums, eine Quelle von Amri abzuziehen.“ Dass Anis Amri von vielen V-Leuten umgeben war, ist längst bekannt. Dies hat aber nichts damit zu tun, ob er tatsächlich einen rasenden Lkw am 19. Dezember 2016 in die Menschenmenge in Berlin steuerte beziehungsweise steuern konnte.

Mit der Aussage des Kommissars M. wird erneutes Drama ins langweilige Schauspiel „Anis Amri und seine Freunde“ eingebracht. Die Zuschauer sollen nun gespannt auf die Abwehr des Innenministeriums und des Bundeskriminalamts warten. Weil das Volk solche Spiele nüchternen Fakten vorzieht, kann man sich auf weitere Akte dieses Schauspiels freuen.

Aber was ist der Sinn dieses Spielchens? Die Methode kennen wir von Kleinkriminellen: Zwei Komplizen simulieren einen Streit neben dem Stand eines Straßenhändlers und ziehen damit die Aufmerksamkeit des Händlers auf sich, während der dritte Komplize die Waren klaut.

Die Ablenkung Anis Amri wird als Streit zwischen Behörden inszeniert. Der Clou dabei ist, was im Text oder im Subtext erscheint, aber nicht besonders auffällt, nämlich die Unterstellung, Anis Amri sei „der Täter“ eines Anschlags in Berlin gewesen. Diese Staatswahrheit muss anscheinend immer wieder in die Köpfe der Konsumenten eingehämmert werden, damit sie nicht auf Verschwörungstheorien wie jene eines gewissen Davidssons hereinfallen.

Ähnlichkeiten zu Anschlägen in England, Frankreich, Indien und den USA

Der Bundestag ist nicht die einzige Instanz, die Theaterstücke wie die obengenannten aufführt. Sie werden oft von sogenannten demokratischen Parlamenten nach Terroranschlägen, die ihre Regierungen selbst inszenieren, aufgeführt. Das am besten dokumentierte Beispiel dafür ist das Theaterstück der 9/11-Untersuchungskommission. Genau wie der Ausschuss des Bundestags musste auch die 9/11- Kommission die Staatswahrheit für ihre Untersuchung voraussetzen, nämlich dass die USA aus dem Ausland angegriffen wurden (12). Diese Grundannahme durfte die Kommission nicht hinterfragen. Das offizielle Märchen von Ali Baba bin Laden und seinen 19 Jünglingen, die die Luftwaffe der USA mit kleinen Messern am 11. September 2001 austricksten, gehört mittlerweile zum zweiten — noch nicht veröffentlichen — Band der Geschichten von Baron Münchhausen (13). Es blieb der Kommission nur noch übrig, das Behördenversagen darzustellen und zu erklären.

Ähnlich handelte die offizielle — aber nicht parlamentarische — Untersuchungskommission bezüglich der Londoner Anschläge vom 7. Juli 2005 (14). Eine parlamentarische Kommission zu diesem Ereignis wollte der damalige Premierminister Tony Blair auf keinen Fall erlauben (15). Nach den Anschlägen in Mumbai im November 2008 errichtete die indische Bundesregierung eine Kommission, die aus zwei Politikern bestand — R. Pradhan und V. Balachandran. Diese führten ihre Untersuchung hinter verschlossenen Türen durch. Ihr Bericht bezieht sich weitgehend auf die Rolle und das Versagen der Polizei und vernachlässigt viele kritische Aspekte der Ereignisse (16). In Frankreich wurde eine parlamentarische Kommission errichtet, die die verschiedenen Anschläge der Jahre 2012 bis 2016 untersuchen sollte. Sie durfte aber die Tatbestände nicht untersuchen, denn dies sei die Aufgabe der Ermittlungsbehörden. Die Kommission hielt zahlreiche Sitzungen und vernahm Dutzende von Staatsbeamten, lud aber nur einen einzigen, geistesgestörten Augenzeugen zur Aussage ein (17).

Das Ereignis in Berlin zeugt auch von weiteren Ähnlichkeiten mit anderen Terroranschlägen. Bei fast allen mir bekannten „islamistischen“ Anschlägen — außer jenen, die in umkämpften Gebieten wie im Irak, in Syrien, Afghanistan, Nigeria, Libyen oder dem Jemen stattfinden — sterben die mutmaßlichen Täter ohne die Anwesenheit von Augenzeugen unter dubiosen Umständen. Es handelt sich hier unter anderem um die mutmaßlichen Täter der Anschläge von New York City und Washington D.C. am 11. September 2001, Djerba in Tunesien 2002, Madrid 2004, London 2005, Toulouse und Montauban 2012, Paris 2015, Kopenhagen 2015, Nizza 2016, München 2016 und Würzburg 2016. In zwei bekannten Fällen — Mumbai 2008 und Boston 2013 — überlebte einer der mutmaßlichen Täter nach einer gescheiterten Hinrichtung seitens der Polizei. Beide wurden aber nach einem Schauprozess zum Tode verurteilt (18).

Der Tod der „Täter“ befreite die entsprechenden Behörden von ihrer Bürde, deren Schuld gerichtlich nachzuweisen. Damit wird die Staatswahrheit auch keiner öffentlichen Prüfung unterzogen.

Stattdessen wird die Staatswahrheit verkündet und von dienlichen Medien ausposaunt. Zwar wird uns erzählt, einige der Verdächtigen hätten sich selbst umgebracht, aber auch dies ist eine Staatswahrheit, die wir nicht nachprüfen können. Auch wenn die Polizei oder Spezialkräfte Verdächtige erschießen, wird man den unbehaglichen Verdacht nicht los, dass sie hingerichtet werden, damit sie nichts über ihre Beziehungen zu Geheimdiensten aussagen.

Ein dritter gemeinsamer Nenner zwischen Berlin und anderen „Terroranschlägen“ ist die politische Ausschlachtung des Ereignisses. Nach jedem Anschlag können Regierungen erneut Maßnahmen zum weiteren Ausbau eines Polizeistaates ergreifen: Beschränkungen der Privatsphäre der Bürger durch massive Überwachung aller Lebensbereiche und eine Kontrolle der politischen Gesinnung. Andere Maßnahmen, die auch mittels „Anschlägen“ legitimiert werden, sind die Militarisierung der Polizei, ihre Vorbereitung auf Städtekämpfe, erweiterte Befugnisse zu Festnahmen und so weiter. Das Strafrecht mutiert zur Gesinnungsjustiz. Auslandseinsätze werden im Namen der „Bekämpfung des internationalen Terrorismus“ legitimiert. Man verteidige angeblich „die Sicherheit der Bewohner der Bundesrepublik am Hindukusch“.

Die Fiktion des internationalen Terrorismus dient vorzüglich als Aufhänger für viele antidemokratische und völkerrechtswidrige Maßnahmen, die die Bevölkerung unter normalen Umständen nicht befürworten würde. Dass internationaler Terrorismus eine Fiktion ist, sollte mittlerweile als eine Binsenwahrheit gelten, zumindest wenn man selbst recherchiert. In Europa mit seinen mehr als 700 Millionen Einwohnern sterben jährlich durchschnittlich sage und schreibe 44 Menschen bei Terroranschlägen (19), also weniger als jene, die von einem Blitz getroffen werden! Wer glaubt, Terrorismus stelle eine ernsthafte Gefahr für irgendeinen Staat der Welt dar, darf sich beim Autor melden.

Die Besonderheit des Berliner Ereignisses

Zum Schluss möchte ich eine Besonderheit des Berliner Ereignisses vom 19. Dezember 2016 hervorheben. Während bei den Anschlägen vom 11. September 2001, in London, Madrid, Paris und Mumbai tatsächlich viele Menschen starben, bestehen Zweifel, ob in Berlin tatsächlich 12 Menschen getötet und mehr als 50 verletzt wurden. Es gibt erhebliche Indizien für die These, dass in Berlin ein Schauspiel im Gewand eines Anschlags, ohne Tote, inszeniert wurde. Diese Indizien werden in meinem Buch „Der gelbe Bus“ ausführlich beschrieben. Ich gestehe, dass dies eine steile These darstellt, denn zwölf Familien trauern um ihre verstorbenen Angehörigen. Jedoch kann ich diese Indizien — trotz des Respekts für die Familien — nicht ignorieren.

Angehörige von Mordopfern wollen in der Regel die Todesumstände ihrer Verwandten genau erfahren und bestehen darauf, dass die Täter zur Rechenschaft gezogen werden. Soweit ich weiß, hat keiner der Angehörigen eine unabhängige Untersuchung der Tatumstände gefordert, das heißt eine Aufklärung der Todesumstände ihrer Familienmitglieder. Soweit ich weiß, hat keiner der Angehörigen die Tötung von Anis Amri kritisiert, obwohl sie durch seine Tötung ihres Rechts auf eine eindeutige Feststellung seiner Schuld beraubt wurden.

Als Teil meiner Recherche habe ich etwa 60 Personen angeschrieben, die mit dem Ereignis als Journalisten, Zeugen, Beamte, Ersthelfer oder Familienmitglieder der Opfer in Verbindung standen, und stellte ihnen einige Fragen zur Klärung des Sachverhalts. Keine der Fragen bezog sich auf persönliche Umstände. Eine Rückmeldung bekam ich von zehn der 60 angeschriebenen Personen oder Behörden, aber nur zwei von ihnen waren bereit, meine Fragen zu beantworten. Die anderen beriefen sich auf eine Schweigepflicht oder auf mutmaßliches Trauma.

Diese kollektive Verschwiegenheit scheint mir das ausgeprägteste und auffälligste Merkmal des Berliner Ereignisses zu sein. Was diese ganze Geheimniskrämerei auf sich hat, bleibt ein Rätsel. In der Regel werden Informationen nicht aus geringfügigen Gründen strikt geheim gehalten. Die kollektive Verschwiegenheit ist keine Verschwörung, denn es handelt sich um eine heterogene Gruppe von Personen, die sich nicht kennen. Das Verhalten deutet eher darauf hin, dass eine behördliche Instanz den „Eingeweihten“ ein striktes Redeverbot erteilt haben könnte.

Hypothese zum Nachdenken …

Wenn das Berliner Ereignis ein Fall von echtem islamistischem Terrorismus gewesen wäre, bestünde kein Grund zur beschriebenen Geheimniskrämerei. Eine solche wäre nur zweckmäßig, wenn die offizielle Darstellung des Ereignisses verlogen und die Operation in Berlin ein Auftragswerk des deutschen Staates gewesen wäre. Die Verdunkelung der Morde an Uwe Mundlos, Uwe Böhnhardt, Michèle Kiesewetter und Florian Heilig im Fall NSU, an dem sich Generalbundesanwälte, BKA-Chefs, Polizeipräsidenten, Rechtsmediziner und die Politik beteiligen, lässt grüßen.

Das Gespenst des weltweiten „islamistischen Terrorismus“ wurde in den 90er Jahren als strategischer und beständiger Ersatz für die „kommunistische Gefahr“ aufgebaut, die mehr als 40 Jahre lang die Geschlossenheit der transatlantischen Allianz NATO und die Macht des industriellen militärischen Komplexes sicherstellte (20). Um die Angst vor dem neuen Feind zu gewährleisten, müssen von Zeit zur Zeit Anschläge begangen werden, die man Islamisten zuordnen kann. Mit der Operation 9/11 wurde das neue Feindbild der Menschheit gegenüber offiziell lanciert. Alle Staaten wurden zur Bekämpfung des neuen Feindes verpflichtet (21).

Wurde Deutschland von den USA oder der NATO zur Operation Breitscheidplatz gedrängt, weil bis dahin kein bedeutsamer „islamistischer Anschlag“ auf deutschem Boden stattgefunden hatte?

Frankreich, das Vereinigte Königreich, Spanien und Dänemark hatten ja ihre Aufgabe zur Pflege der Fiktion des internationalen Terrorismus durch erfolgreiche Anschläge bereits erfüllt, nicht aber Deutschland. Vielleicht wird uns Frau Merkel in ihrem Ruhestand etwas über die Hintergründe des Berliner Ereignisses erzählen. Vielleicht…


Quellen und Anmerkungen:

(1) Zum Beispiel: Hannes Heine, Frank Jansen und Jörn Hasselmann, „Jagd auf Anis Amri — wie die Ermittler vorgehen“, Der Tagesspiegel, 21. Dezember 2016, http://aldeilis.net/berlin/B225.pdf
(2) Paul Cruickshank, „A look inside the Abu Walaa ISIS recruiting network“, CNN, 24 Dezember 2016, http://aldeilis.net/berlin/B643.pdf
(3) Mohamed Amjahid, Daniel Müller, Yassin Musharbash, Holger Stark und Fritz Zimmermann, „Ein Anschlag ist zu erwarten“, Zeit Online, 5. April 2017, http://aldeilis.net/berlin/B295.pdf
(4) In einem ihrer frühen Berichte meldete dpa, dass ein Lkw genau um 20.14 Uhr in den Weihnachtsmarkt hineingefahren war. Diese Zeitangabe wurde von der BBC und von anderen Medien, auch in einzelnen deutschen Zeitungen wie Die Zeit und in der Berliner Zeitung, zitiert. Diese Zeitangabe verschwand aber rasch. Am 20. Dezember 2016 sprach Generalbundesanwalt Dr. Peter Frank in einer Pressekonferenz von einem „Geschehen“, das sich „gegen 20 Uhr“ ereignet hatte. Am 3. Juli 2017 wiederholte Bundesanwalt Thomas Beck diese ungenaue Angabe („gegen 20 Uhr“) von dem Ausschuss für Inneres, Sicherheit und Ordnung des Abgeordnetenhaus Berlin.
(5) In sämtlichen ersten Meldungen der Medien, also Stunden nach dem Ereignis, wurde erklärt, der Lkw sei aus der Kantstraße angefahren. Sicher gab es dafür Augenzeuge. Einige Tage später änderte sich die Geschichte. Nun soll der Lkw aus der Hardenbergerstraße angefahren sein. Am 3. Juli 2017 behauptete Bundesanwalt Thomas Beck wieder, dass der Lkw aus der Kantstraße angefahren sei. Diese Unbestimmtheit ist keine akademische Frage. Denn wenn der Lkw aus der Kantstraße eingetroffen wäre, hätte der Fahrer scharf abbiegen müssen, um in den Weihnachtsmarkt hereinfahren zu können. Das hätte er nur im Schritttempo machen können und nicht bei rasender Fahrt, wie später behauptet wurde.
(6) „Lkw rast in Weihnachtsmarkt: Neun Tote, 50 Verletzte!“, Berliner Zeitung, 19. Dezember 2016, http://aldeilis.net/berlin/B122.pdf; „Anschlag in Berlin: 12 Tote und viele Verletzte auf Weihnachtsmarkt“, Berliner Zeitung, 21. Dezember 2016, http://aldeilis.net/berlin/B465.pdf
(7) „Terroranschlag vom Breitscheidplatz am 19.12.2016“, Wortprotokoll, Ausschuss für Inneres, Sicherheit und Ordnung, Abgeordnetenhaus Berlin, 3. Juli 2017, http://aldeilis.net/berlin/B417.pdf
(8) Abbildung von Russia Today (RT) vor dem Eintreffen der Polizei und der Feuerwehr: http://aldeilis.net/berlin/abb.01.jpg
(9) Videoaufnahme von Jan Hollitzer, damaliger Journalist der Berliner Morgenpost, die er Minuten nach der Anfahrt des Lkw machte, bevor Polizei und Feuerwehr eingetroffen waren: http://aldeilis.net/berlin/video19.mov (Wichtig dabei ist zwischen Hollitzers Kommentare und das Bild zu unterscheiden!)
(10) „Auf dem Weihnachtsmarkt kehrt das Leben zurück”, Berliner Morgenpost, 22. Dezember 2016, http://aldeilis.net/berlin/B103.pdf
(11) „Wir dürfen uns unser Leben nicht diktieren lassen”, Studiogespräch, Stern TV, 21. Dezember 2016, http://aldeilis.net/berlin/B354.pdf
(12) Es offenbarte sich sogar im Titel der Kommission: „The National Commission on Terrorist Attacks Upon the United States.“
(13) Siehe insbesondere: Elias Davidsson, Psychologische Kriegsführung und gesellschaftliche Leugnung (Zambon Verlag, 5. Auflage, 2018)
(14) „Report of the 7 July Review Committee”, Greater London Authority, June 2006, ISBN 1 85261 878 7.
(15) James Blitz and Jimmy Burns, „Blair rejects calls for probe into bombings”, Financial Times, 10 July 2005
(16) Feroze Mithiborwala, „National Judicial Commission of Inquiry demanded on Mumbai terror attack“, Countercurrents, 14. Mai 2010, http://aldeilis.net/mumbai/0010.pdf
(17) „Rapport fait au nom de la commission d‘enquête relative aux moyens mis en œuvre par l‘État pour lutter contre le terrorisme depuis le 7 janvier 2015“, Assemblée nationale, 5 juillet 2016. Tome I: http://www.assemblee-nationale.fr/14/pdf/rap-enq/r3922-t1.pdf ; Tome II: http://www.assemblee-nationale.fr/14/pdf/rap-enq/r3922-t2.pdf
(18) Über die gerichtliche Farce von Mumbai, siehe: Elias Davidsson, The Betrayal of India: Revisiting the 26/11 Evidence (Pharos Media, New Delhi, 2017), Chapter 18
(19) Elias Davidsson, Der gelbe Bus (Zambon Verlag, 2018), Anhang B („Die Fiktion des internationalen Terrorismus“)
(20) Elias Davidsson, Psychologische Kriegsführung und gesellschaftliche Leugnung (Zambon Verlag, 2017), Kapitel 1 („De Weg zum 9/11“)
(21) Beschluss 1373 des Sicherheitsrats der VN vom 28. September 2001, https://www.un.org/depts/german/sr/sr_01-02/sr1373.pdf

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Dieser Artikel erschien zuerst im Rubikon-Magazin.
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Mehr…

Bitte beachten Sie auch die Blauer-Bote-Artikel zu Anis Amri sowie den folgenden kurzen Artikel zu 9/11 und den daraus abgeleiteten Maßnahmen („Die Wahnsinnigen“) als auch den Beitrag „Hintergründe zum Fall Anis Amri, Breitscheidplatz-Weihnachtsmarkt Berlin“, welche ich hier noch einmal in voller Länge veröffentliche:

Die Wahnsinnigen

In den Händen von Psychopathen.

Orwells Alptraum „1984“ ist bereits Realität. Es ist hier nicht „fünf vor zwölf“, sondern wir befinden uns mittendrin, auch wenn die Fassaden in unserer 1984-Variante für manche doch so schön glitzern. 

Die heutige Zeit wird von den Terroranschlägen des 11. September 2001 – 9/11 – und den daraus abgeleiteten Unterdrückungsmaßnahmen gegen die eigene Bevölkerung sowie Konflikten und Kriegen mit oftmals hunderttausenden Toten geprägt (1, 2). Bei dem 9/11-Ereignis selbst wurden vier Verkehrsflugzeuge entführt und 3000 Menschen starben. Was Sie im folgenden Bild sehen ist die offizielle Absturzstelle eines der Flugzeuge, der Boeing 757 von United Airlines Flug 93:

Bild: Offizielle Absturzstelle der Boeing 757 in Shanksville. Die Fotos wurden von US-Behörden hergestellt und sind daher unter Public Domain frei verfügbar (3, 4).

Auf den Aufnahmen ist klar erkennbar, dass es sich hier nicht um die Absturzstelle eines Passagierflugzeuges handelt. Neben dem wohnzimmergroßen Krater stehen Personen, auf dem rechten Foto sieht man Fahrzeuge in der Nähe des Kraters. Jedem Betrachter der Fotos ist klar, dass es sich hier nicht um den Einschlagkrater einer Boeing 757 handeln kann (5).

Die offiziellen Angaben zu 9/11 wurden bereits mehrfach widerlegt. Schon alleine mit den Fotos des Shanksville-Kraters brechen die Angaben der US-Regierung zusammen und es ergibt sich zwangsläufig daraus, dass die USA selbst hinter den 9/11-Anschlägen steckt. Diese Erkenntnis ist logisch zwingend, ob sie einem gefällt oder nicht. Und obwohl die Beweise offen auf dem Tisch liegen, wird unnachgiebig verlangt, dass die Bevölkerung an eine Art „magisches Erdloch von Shanksville“ zu glauben hat.

In dieser Welt des Wahnsinns gibt es immer wieder neue Highlights. Noch vor wenigen Jahren wäre jeder für verrückt erklärt worden, der prognostiziert hätte, dass die Westliche Wertegemeinschaft schon bald an der Grenze zu Russland mit Kämpfern arbeiten wird, die bekennende Nazis und Rassisten sind, Hakenkreuzflaggen hissen und Angehörige der russischsprachigen Minderheit in der Ukraine umbringen. Ausgerechnet dort, wo Hitlers Truppen im Zweiten Weltkrieg aktiv waren.

Bild: US-Soldaten treffen sich zur Lagebesprechung mit Nazis des Asow-Bataillons; Asow-Nazis beim Gruppenfoto; Asow-Nazis rekrutieren beim Nazifestival im thüringischen Themar; Bild-Journalist postet „lustige Hakenkreuze“; Bild-Journalist feiert Nazipartys mit Asow; Spiegel meldet im Kleingedruckten 2500 europäische Nazis an der Ostfront (6-10).

Heutzutage treffen sich US-Soldaten mit Nazis des Asow-Bataillons zur Lagebesprechung und deutsche Journalisten posten „lustige“ Hakenkreuz-Bilder von der Ostfront oder feiern Partys mit den Nazi-Bataillonen. Der Spiegel meldet im Kleingedruckten 2500 Nazis aus ganz Europa als Freiwillige beim „Kampf gegen den Russen“ und selbige Rechtsradikale werben natürlich auch in Deutschland um Rekruten, beispielsweise beim Nazi-Festival im thüringischen Themar. Währenddessen brüllt die Propaganda „Es sind Freiwillige“, um die Nazis als eine Art freiwillige Nothelfer erscheinen zu lassen – als ob „Nazi“ und „Freiwilliger“ ein Gegensatz wäre (11-14).

Und es geht noch bizarrer: Im aktuellen Syrienkrieg – und in weiteren Konfliktgebieten – arbeiten die USA und ihre Verbündeten mit Al Qaida zusammen. Mit jener Terrororganisation also, die für die Terroranschläge des 11. September 2001 in den USA – samt Shanksville-Erdloch – verantwortlich sein soll (15). Während man in Pressekonferenzen und Reisewarnungen zugibt, dass hier Al Qaida federführend aktiv ist, verkauft die Propaganda die „pro-westlichen“ Terroristen und Söldner als „moderate Rebellen“ (16-18).

Bild: Spiegel Online feuert Al-Qaida-Einheiten an: „Die Islamisten sind Aleppos letzte Hoffnung“, ein siebenjähriges Mädchen oder besser gesagt der britische Geheimdienst twittert auf Englisch für den dritten Weltkrieg, „wegen Holocaust“ (19, 20).

Spiegel Online feuert die Al-Qaida-Kämpfer im Kampf um Aleppo und als „letzte Hoffnung“ an. Währenddessen twittert ein siebenjähriges Mädchen beziehungsweise die Personen, die es missbrauchen, in Englisch aus Aleppo unter heftigstem Missbrauch des Holocaust und Beifall der westlichen Medien für den Dritten Weltkrieg. Regelmäßig wird die Weltbevölkerung mit billigen Propagandasalben eingedeckt – beispielsweise durch die Weißhelme, die für ihre Propagandaschinken auch schon Mal ein Kind vor laufender Kamera ermorden (21). Was der Bundesregierung genauso egal ist wie das Kopfabschneiden bei einem lebendigem Jungen vor laufender Kamera durch die „moderaten Rebellen“ (22, 23).

Völkerrechtlich ist es zwar egal, ob man beim Überfallen fremder Länder und beim Sturz ihrer Regierungen Nazis, Söldner und Terroristen à la Al Qaida und co einsetzt oder „Engel mit weißer Weste“, denn das zu rügende Schwerverbrechen ist der Angriff auf den anderen Staat und wer diesen ausführt, spielt praktisch keine Rolle. Aber angesichts der Nazi-Vorgeschichte Deutschlands und Europas und der – angeblichen – Al-Qaida-9/11-Vorgeschichte der USA ist das Ganze doppelt und dreifach wahnsinnig. Es ist so wahnsinnig, dass es schon wieder den Tätern nützt, denn viele Menschen denken in ihrer Verzweiflung: „Das ist so irre, das kann doch gar nicht sein.“ und gehen gedanklich einfach weiter.

Diesen real existierenden Wahnsinn kann man relativ einfach beenden und jeder kann dazu beitragen: Man muss nur Informationen verteilen, welche die Bevölkerung aufklären. Beispielsweise diesen Text. Noch nie war es so einfach, den Tätern das Handwerk zu legen und dem Guten zum Sieg zu verhelfen. Denn die Täter leben alleine von Lügen. Und die Tätergruppe – unsere Machteliten und ihre Helfer – ist für so ziemliche jede Schweinerei auf diesem Planeten verantwortlich, ob im Ausland oder an der Heimatfront. Fakten stellen sie bloß und entziehen ihnen die benötigte Zustimmung.

Verweise

(1) https://www.rubikon.news/artikel/die-akte-9-11
(2) http://blauerbote.com/2016/09/05/911-al-kaida-terror-ausnahmezustand-in-usa-verlaengert-aber-usa-unterstuetzt-al-kaida-in-syrien/
(3) https://fr.m.wikipedia.org/wiki/Fichier:Flight_93_Crater.jpg
(4) https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Flight93Crash.jpg
(5) https://www.google.com/search?q=Boeing+757&source=lnms&tbm=isch
(6) http://blauerbote.com/2018/09/06/spiegel-2500-europaeische-nazis-kaempfen-in-der-ukraine-der-spiegel-vergisst-zu-erwaehnen-dass-die-nato-eng-mit-den-nazis-zusammenarbeitet/
(7) http://blauerbote.com/2019/05/05/julian-roepcke-und-die-hakenkreuzflaggen/
(8) https://www.anti-spiegel.ru/2019/bild-verantwortlicher-fuer-politik-bezeichnet-das-hissen-von-hakenkreuzflaggen-als-humor/
(9) http://blauerbote.com/2015/09/25/bild-journalist-und-nazi-fan-julian-roepcke-besucht-hauptquartier-von-bekannter-nazi-moerderbande/
(10) http://blauerbote.com/2015/04/13/bataillon-asow-ukrainische-nationalgarde/
(11) http://blauerbote.com/2014/09/11/zdf-bezeichnet-nazis-erneut-als-freiwillige-programmbeschwerde/
(12) http://blauerbote.com/2015/12/07/taz-verharmlost-nazi-kaempfer-als-idealistische-freiwillige/
(13) http://blauerbote.com/2015/06/16/ukraine-ard-tagesschau-bringt-erneut-homestory-zu-lediglich-als-freiwilligenbataillonen-bezeichneten-nazitruppen/
(14) http://blauerbote.com/2015/02/10/faz-bezeichnet-nazi-bataillon-weiter-verharmlosend-als-freiwilligenregiment/
(15) http://blauerbote.com/2018/10/08/zbigniew-brzezinski-afghanistan-al-qaida-und-osama-bin-laden/
(16) http://blauerbote.com/2018/08/27/reisewarnung-der-usa-wegen-chemischer-waffen-der-al-qaida-in-idlib-moeglicher-giftgas-fake-der-weisshelme/
(17) https://www.defense.gov/Newsroom/Transcripts/Transcript/Article/739157/department-of-defense-press-briefing-by-col-warren-via-teleconference-from-bagh/
(18) http://blauerbote.com/2017/03/18/syrien-ost-aleppo-wurde-von-al-qaida-beherrscht/
(19) http://blauerbote.com/2019/10/13/twittermaedchen-bana-alabed-twitter-redaktionsleiter-naher-osten-ist-nebenbei-psyops-offizier-der-britischen-armee/
(20) http://blauerbote.com/2016/08/02/der-spiegel-feuert-al-kaida-an-die-islamisten-sind-aleppos-letzte-hoffnung/
(21) http://blauerbote.com/2018/08/19/white-helmets-weisshelme-im-syrienkrieg/
(22) http://blauerbote.com/2018/11/24/der-kindermord/
(23) http://blauerbote.com/2016/07/19/syrien-mit-usa-verbuendete-moderate-rebellen-schneiden-11-jaehrigem-jungen-vor-laufender-kamera-kopf-ab/

Hintergründe zum Fall Anis Amri, Breitscheidplatz-Weihnachtsmarkt Berlin

Hier im Folgenden Hintergründe zum Terrorfall Anis Amri, Anschlag mit einem gestohlenen LKW samt erschossenem polnischem Fahrer auf den Weihnachtsmarkt am Breitscheidplatz in der deutschen Hauptstadt Berlin. Es soll sich den Behörden zufolge bei der Terrorattacke um einen Anschlag des sogenannten „Islamischen Staates“ handeln, auch bekannt als IS, ISIS, ISIG, ISIL oder – in islamisch geprägten Ländern – Daesh. 

Der Tunesier Anis Amri soll den offiziellen Angaben zufolge den angeblichen IS-Anschlag auf den Berliner Weihnachtsmarkt begangen haben. Allerdings wusste er offenbar nichts von seinem Glück und spazierte danach noch durch die Gegend, beispielsweise auch in seine Moschee. Man hat ihn dann in Italien erschossen – dort, wo der LKW beladen worden sein soll (!) – und als Täter präsentiert. Die Aufklärung des Falls wird von den Behörden beziehungsweise „von oben“ sabotiert.

Die schützende Hand

Im Artikel „Amri-Ausschuss: Kapitulation vor dem Verfassungsschutz?“ schreibt Thomas Moser in Telepolis:

„Im Abgeordnetenhaus von Berlin verweigert die Vizechefin des Amtes mehr Antworten, als sie gibt – und im Bundestag sitzt ein Vertreter des Justizministeriums im Ausschuss, obwohl er eigentlich ein Zeuge ist

‚Wir haben heute unsere Grenzen aufgezeigt bekommen.‘ So das Fazit des Vertreters der Linkspartei im Abgeordnetenhaus von Berlin. Schauplatz: der Untersuchungsausschuss zum Anschlag auf dem Breitscheidplatz. Ein anwesendes Opfer des Anschlages drehte die Schraube allerdings noch weiter und sagte: ‚Das war eine Kapitulation des Untersuchungsausschusses gegenüber dem Verfassungsschutz.’“

Im Telepolis-Artikel „Der Amri-Komplex: Anatomie eines Terroranschlages“ schreibt Moser:

„Mehr als zweieinhalb Jahre sind seither vergangen. Drei parlamentarische Untersuchungsausschüsse versuchen die Hintergründe der Tat zu ergründen. Diese Ausschüsse sind bislang die wesentliche Quelle der Erkenntnisse zum wachsenden Amri-Komplex. Noch immer knüpfen sich an das Ereignis zahllose ungeklärte Fragen. Ein Resultat steht aber bereits fest: Der Sicherheitsapparat der Bundesrepublik und die politische Exekutive tun alles, um die Hintergründe zu verschleiern und vernebeln. Das muss Gründe haben und erinnert fatal an das Beispiel NSU. Eine politische Anatomie des Terroranschlages vom Breitscheidplatz in Berlin.“

In einem weiteren Telepolis-Artikel zum Fall („Amri und der Verfassungsschutz: Widersprüche über Widersprüche„) von Moser heißt es:

„Welche Rolle spielte das Bundesamt für Verfassungsschutz (BfV) im Zusammenhang mit Anis Amri, dem mutmaßlichen Attentäter vom Breitscheidplatz in Berlin? Um diese Frage wird seit Wochen erbittert gekämpft. Die Widersprüche werden mehr – und damit wächst auch der Verdacht, dass das Amt in den Skandal verwickelt ist und die Gründe, das zu leugnen, schwer wiegen müssen. Am Maß des Widerstandes lässt sich das Maß der möglichen Wahrheit erahnen. […] 

Mitglieder des Amri-Ausschusses werfen dem Geheimdienst semantische „Wortklauberei“ vor, die der „Verschleierung der Verantwortung des BfV im Zusammenhang mit dem schwersten dschihadistischen Anschlag der Bundesrepublik“ diene.

Das schien in der jüngsten Sitzung des Ausschusses wieder der Fall zu sein. Das Bundesamt für Verfassungsschutz (BfV) hatte einen Mann aus der Haus-Hierarchie zum Parlament geschickt, um nun der Aussage der Quasi-Kronzeugin „Lia Freimuth“ zu widersprechen und ihr Zeugnis wieder aus der Welt zu schaffen. Der Nachrichtendienstler griff dabei zu Mitteln, die man als rhetorische Desinformation bezeichnen könnte. Allerdings mit mäßigem Erfolg, vielmehr verschärfte sich der Verdacht, dass die Bundesebene des Sicherheitsapparates in den Amri-Komplex verwickelt ist. […]

Wenn so viele Wege derart massiv verstellt werden, müssen im Bundesamt für Verfassungsschutz ganz offensichtlich mehrere Nervenstränge des Komplexes Amri zusammenzulaufen.“

Der Tagesspiegel schreibt in dem Artikel „Verfassungsschutz-Präsident ließ Berichte zu Amri-Spitzel unterdrücken„:

„Hans-Georg Maaßen beauftragte Anwälte, um Drohbriefe an die Presse zu schicken – eine unübliche Maßnahme für eine Bundesbehörde. Er nennt es „Korrekturbitte“. Der Präsident des Bundesamtes für Verfassungsschutz (BfV) Hans-Georg Maaßen hat frühzeitig versucht, Medienberichte über Spitzel im Umfeld von Anis Amri zu unterdrücken. Wie das BfV dem Tagesspiegel auf Anfrage mitteilt, habe die Behörde nach Berichten über „vermeintliche V-Leute im Umfeld des Attentäters vom Breitscheidplatz“ Anfang des Jahres 2017 „anwaltliche Korrekturbitten“ versenden lassen. Den Bitten sei entsprochen worden. Zur Begründung der ungewöhnlichen Maßnahme hieß es, „Falschberichterstattungen“ schädigten das Vertrauen in die Presse und diskreditierten die Sicherheitsbehörden. Maaßen wird dagegen jetzt vorgeworfen, den V-Mann-Einsatz im Fall Amri seinerseits falsch dargestellt zu haben.“

Im Artikel „Amri: Bundesregierung blockiert Aufklärung“ schreibt Thomas Moser in Telepolis:

„Die parlamentarische Aufklärung des Terroranschlages auf dem Breitscheidplatz in Berlin gerät zum Schlachtfeld. Im Zentrum steht aktuell die Rolle des Bundesamtes für Verfassungsschutz (BfV) und dessen Quellen im näheren oder weiteren Umfeld des mutmaßlichen Attentäters Anis Amri.

Die Bundesregierung mischt sich massiv in die Arbeit des Bundestagsgremiums ein und will verhindern, dass die Abgeordneten BfV-Verantwortliche befragen können. Das hat auch den Untersuchungsausschuss selbst entzweit. Die Abgeordneten von Union und SPD, die auch die schwarz-rote Regierung stützen, übernehmen zum Teil deren Argumente. Bereits einmal haben die Oppositionsparteien Linke, FDP und Bündnisgrüne vor dem Bundesgerichtshof gegen die Ausschuss-Mehrheit von CDU/CSU und SPD geklagt. Weitere Klagen könnten folgen.“

VB’s weblog schreibt in dem Artikel „Die Personalie Hans-Georg Maaßen„, dessen eingebetteten Links man unbedingt folgende sollte, zum Fall Amri und der Verstrickung der Behörden:

„Der immer noch sogenannte “Verfassungsschutz”, also der deutsche Inlandsgeheimdienst, ist seit Jahrzehnten bekannt dafür, Neonazinetzwerke zu finanzieren. Die Morde des NSU sind derart exemplarisch für die Machenschaften, in die dieser Geheimdienst bis dahin verstrickt ist, dass er einen Agenten während mindestens eines der Morde vor Ort hatte – Morde, bei denen schliesslich nicht nur eine Polizistin unter bis heute ungeklärten Umständen ums Leben gekommen ist, sondern die auch nachweislich nicht so abgelaufen sein können, wie von den “Sicherheitsbehörden” behauptet.

Das ist jedoch nicht das einzige, was Geheimdienstchef Maaßen belastet. Denn wer einen genaueren Blick auf den Fall Amri wirft, dem stehen die Haare zu Berge. Und zwar nicht nur deshalb, weil, wie Ströbele es ausdrückte, jemand eine schützende Hand über Amri gehalten hatte, damit der seinen Anschlag trotz Mitwissens praktisch aller relevanter “Sicherheitsbehörden” durchführen konnte.

Der “Verfassungsschutz” hatte Amri tatsächlich einen Chauffeur gestellt. Das muss man sich auf der Zunge zergehen lassen: einen Chauffeur bekommt jemand, der so wichtig ist, dass er einzeln transportiert werden muss, der jedoch nicht selbst fahren kann oder soll. Man vergleiche das mit dem Tatwerkzeug auf dem Breitscheidplatz, und dem, was Amri dort vorgeworfen wird! Amri ist angeblich per Zug geflüchtet – und erschossen wurde er ganz in der Nähe des Ortes in Italien, wo der LKW losgefahren war, den er angeblich zufällig wo ganz anders in Europa gekapert hatte.

Bei solchen Geschichten (die in der Reihe der Geheimdienstgeschichten keinesfalls Exoten darstellen) stellen sich einem die Nackenhaare auf. Die Personalie Maaßen ist jedoch längst nicht mehr zu halten, falls noch irgendwelche Regeln gelten. Denn Maaßen hatte die Akte Amri persönlich auf dem Schreibtisch – vor dem Anschlag.“

Breitscheidplatz: Ausschuss darf Amri-Freund nicht befragen

Breitscheidplatz: Ausschuss darf Amri-Freund nicht befragen

Bilel Ben A. galt als engster Freund des Attentäters vom Breitscheidplatz, Amri, – und möglicher Mitwisser. Der Untersuchungsausschuss will ihn daher befragen. Laut Bundesregierung fehlt jedoch die Rechtsgrundlage.

Den Bericht gibt’s hier. Dann kann man ja auch diesen Ausschuss auflösen und den Fall ad acta legen.

Artikel komplett übernommen von VB’s weblog.

Terrorpanikmache: „Wir haben konkrete Hinweise“

Will die Bundesregierung Terrorangst verbreiten, um damit gewisse Dinge durchzusetzen, zu verschleiern oder einfach die Öffentlichkeit in ihrem Sinne zu beeinflussen, dann ruft sie vielleicht einen Terroralarm mit dem Verweis auf „konkrete Hinweise“ auf. Das kann sie einfach so tun. Tatsächlich irgendwelche Belege vorlegen muss die Merkel-Regierung dabei nie und sie tut es auch nicht. Einfach schon deswegen, weil es eben immer keine Belege gibt – wie die Ermittler jedes Mal bei entsprechenden Ereignissen zugeben mussten – und es fragt auch keiner ernsthaft danach. Die Presse schon gar nicht.

Hannover (Fußballländerspiel), München (Silvester), Düsseldorf (vor Bundestagsabstimmung zu neuem Anti-Terror-Gesetz) und jetzt Rock am Ring in der Eifel (90000 Festivalbesucher): Die Regierung schreit einfach quasi nach Belieben „Terroralarm“ und das Volk folgt und wird folgsam. In allen vier Fällen haben sich die mit energischer oder besorgter Stimme verkündeten „konkreten Hinweise“ danach sehr schnell in Luft aufgelöst und zwar in vollem Umfang. Eigentlich waren sie also nie vorhanden. Die Panik und das fügsame Volk bleiben. Eine ordentliche Aufklärung oder Entschuldigung für die angeblichen „Fehlalarme“ durch die Bundesregierung erfolgte nie.

Das alles hat man in ähnlicher Art und Weise schon seit 2001 in der Folge von 9/11 schon in den USA gesehen (Terrorwarnstufen etc.) und hier in Deutschland kritisiert. Heute passiert das alles auch bei uns und in ganz Europa und die Leute lassen es genauso mit sich machen, wie die US-Amerikaner damals und heute noch. Selbst die, die damals die Stirn gerunzelt haben über die einfach gestrickte Terrorverarsche des Volkes in den Vereinigten Staaten, verkünden nun: „Sicherheit geht vor!“.

Mit dem Satz „Wir haben konkrete Hinweise“ kann eine westliche Regierung heutzutage nach Belieben die Bevölkerung manipulieren und terrorisieren, ohne auch nur einen Hauch von Rechenschaft darüber abgeben zu müssen, ob das tatsächlich so stimmt oder zumindest ein ausreichender Verdacht da war. Und wer das kritisiert, wird von der entsprechend indoktrinierten Masse dann auch noch für verrückt gehalten, wenn es blöd läuft. Die Medien sorgen dafür. Im Herbst ist Bundestagswahl.

In Frankreich und Großbritannien wirkten die (tatsächlichen) Anschläge von Paris beziehungsweise Manchester – jeweils vor einer Wahl – ja Wunder für die Kandidaten des Establishments … Sicherlich reiner Zufall …

Der „Berliner Weihnachtsmarkt-LKW-Terrorist“ Anis Amri wurde übrigens extra vom Verfassungsschutz nach Berlin gefahren, wenn man den Medien glauben darf. Einen Terroralarm gab es da nicht, trotz aller Warnungen des LKA und trotz der angeblich ständigen Überwachungen des mutmaßlichen Täters, der einige Tage nach dem Berliner Weihnachtsmarktanschlag in Italien erschossen wurde und nicht mehr reden kann. „Konkrete Hinweise“ gab es hier also im Gegensatz zu Hannover, München, Düsseldorf, RAR2017 in Hülle und Fülle. Bei diesen vier letztgenannten Ereignissen gab es jeweils KEINEN EINZIGEN. Spätestens einige Tage noch dem Terrorgeschrei löste sich alles in Luft auf. Die Medien haken bei solchen Dingen selbstverständlich nicht nach (Ausnahmen bestätigen die Regel). Das wäre ja „staatsfeindlich“.

Die Strategie der Spannung

„Terroranschläge“ sollen Krieg im Innern und Außen rechtfertigen.

Herr Davidsson, zum Berliner Ereignis beinhalten einige Ihrer Fragen Behauptungen, die mir eher seltsam erscheinen. So fragen Sie beispielsweise: „Warum will der Bundestag die Tatumstände des Massenmordes nicht untersuchen?” Der Bundestag hat doch einen Untersuchungsausschuss wegen des Berliner Anschlages errichtet. Ist Ihnen das nicht bekannt?

Ja, natürlich ist mir das bekannt und zwar sehr gut. Meine Frage muss aber richtig gelesen werden. Der Bundestag will die Tatumstände nicht klären, sondern geht davon aus, dass diese schon geklärt sind. Der Bundestag will nur die mutmaßlichen Versäumnisse der Geheimdienste aufklären, die die Schuld von Anis Amri voraussetzen. Aus meiner Sicht ist jedoch nichts von den Tatumständen geklärt, weder ob ein LKW durch den Weihnachtsmarkt gefahren ist, noch aus welcher Richtung und wann genau er kam, wie schnell er fuhr, wer ihn gesteuert hat, wo und wann der polnische Fahrer starb, wann und wo seine Leiche gefunden wurde, wer die Opfer am Tatort gesichtet hat, wer ihren Tod feststellte und so weiter. Ohne eine eindeutige Antwort auf diese Fragen kann niemand behaupten, das Ereignis in Berlin wäre bereits ausreichend ermittelt oder aufgeklärt. Die Mitglieder des Bundestags wollen nicht einmal die Umstände der Tötung von Anis Amri untersuchen lassen, obwohl seine Tötung die Angehörigen ihres Rechts beraubte, ein Gerichtsurteil gegen den Verdächtigen zu bewirken. Der frühere Innenminister Thomas de Maizière sagte unmittelbar nach der Tat, er wäre durch die Tötung Amris „erleichtert“. Das kann ich gut verstehen, denn ein toter Amri kann nichts mehr über seine V-Leute aussagen.

Sie erwähnen bei Ihren Analysen immer wieder eine kollektive Verschwiegenheit von Amtsträgern, Politikern, Journalisten, Zeugen und Angehörigen der Opfer. So will sich beispielsweise niemand über den Ablauf des Berliner Anschlages äußern. Daher bezeichnen Sie diese Verschwiegenheit als das ausgeprägteste Kennzeichen dieses Ereignisses. Was und wer enthielt Ihnen Informationen vor?

Die kurze Antwort ist: Der Öffentlichkeit wird alles über das Ereignis vorenthalten. Eine solche pauschale Antwort ist selbstverständlich nicht ausreichend. Denn es gibt eine ganze Menge öffentlich zugänglicher Informationen über das Ereignis, darunter auch Abbildungen und Videos. Allerdings sind diese Informationen nicht verlässlich. Sie wurden von offizieller Stelle weitgehend nicht beglaubigt, sie widersprechen sich teilweise und manche sind sogar offensichtlich falsch, wenn nicht gar verlogen.

Die Öffentlichkeit hat das Recht, die Wahrheit über solche Verbrechen zu erfahren. Polizei und Staatsanwälte sind bloß Diener des Volkes und müssen nachweisen, dass sie bei solchen Verbrechen ehrlich und gründlich ermitteln.

Die Geheimniskrämerei um das Ereignis erzeugt bei mir aber den Verdacht, dass hier etwas vertuscht wird. Ich habe zahlreichen Amtsträgern, Journalisten, Zeugen und Angehörigen schriftlich Fragen gestellt, deren Beantwortung weder ihre Privatsphäre noch die öffentliche Sicherheit verletzen würde. Die spärlichen Rückmeldungen, die ich erhalten habe, deuten darauf hin, dass allen von mir Befragten von höchster Ebene verordnet wurde, sich nicht zu dem Ereignis zu äußern. Wenn die offizielle Darstellung des Ereignisses richtig wäre, gäbe es keinen Grund für diese flächendeckende Geheimniskrämerei. Im Umkehrschluss bedeutet diese Geheimniskrämerei, dass die Wahrheit mit aller Macht vertuscht werden muss.

Ist es aber nicht eindeutig, dass Anis Amri mit einem LKW in den Weihnachtsmarkt hineingefahren ist und dass dabei 12 Menschen starben und mehr als 60 verletzt wurden?

Zunächst muss klargestellt werden, dass kein Gericht und kein Strafverteidiger die Akten über Amri zur Bewertung erhalten haben. Was uns erzählt wird, kann nicht nachgeprüft werden. Aber auch wenn man den juristischen Aspekt ausklammert, gibt es keinen Beweis, dass Anis Amri am Breitscheidplatz war, geschweige denn am Lenkrad des LKW saß. Aus den Gegenständen, die im LKW gefunden wurden, können keine eindeutigen Rückschlüsse auf ihren Besitzer gezogen werden. Sogar die im LKW gefundene Duldungsbescheinigung wurde auf einen anderen Namen ausgestellt. Ursprünglich erklärte die Polizei, Zeugen hätten gesehen, wie zwei Männer vom LKW flüchteten. Diese Berichte verschwanden innerhalb von Stunden. Wer waren diese Zeugen?

Als einzigen Beweis für eine Täterschaft Amris hat die Generalbundesanwaltschaft am 4. Januar 2017 folgendes veröffentlicht: „Nach einer Vorabinformation der italienischen Behörden ist die Berliner Tatwaffe identisch mit der in Italien (sic). Das ergab ein Abgleich der Geschosshülsen.“ Mir erscheint das als Beweis etwas dünn.

Laut GPS des Lastwagens, das Ermittler bereits in der ersten Stunde untersuchten, fuhr der LKW mit 15 km/h in den Weihnachtsmarkt hinein und verlangsamte seine Fahrt, bis er nach etwa 50 Metern zum Halten kam. Diese Information veröffentlichte die Wochenzeitung „Die Zeit“ im April 2017 und bezog sich dabei auf die Ermittler. Zwar ist es theoretisch denkbar, dass bei einer so langsamen Fahrt einige Menschen vom LKW getroffen werden konnten, darunter vielleicht auch 2 bis 3 tödlich, aber diese langsame Fahrt hätte kaum zu 12 Toten und mehr als 60 Verletzten geführt. Abbildungen und Videoaufnahmen vom Tatort, die Minuten nach der mutmaßlichen Fahrt des LKW entstanden sind, geben auch keinen Anlass zur Annahme, dass dort 12 Menschen starben und mehr als 60 Menschen verletzt wurden. Auch die Aufzeichnung der Rettungsaktionen durch den Sender RT gibt für diese hohe Zahl an Betroffenen keinen Anlass. Was sich am Weihnachtsmarkt tatsächlich abgespielt hat, bleibt ein Rätsel, das uns die Bundesbehörden nicht verraten wollen.

Das Buch heißt „Der gelbe Bus”. Was hat es mit dem gelben Bus auf sich?

Das ist eine gute Frage, die ich aber leider nicht beantworten kann. Zunächst steht fest, dass ein gelber Gelenkbus der Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) auf allen Abbildungen vom Tatort zu sehen ist. Er stand etwa 20 Meter hinter dem LKW. Der gelbe Bus kam etwa 2 bis 3 Minuten nach der Ankunft des LKW an, als der LKW schon die rechte Spur der Budapester Straße blockierte. Statt einen Umweg zu fahren, um weiter zu kommen, entschied sich der Busfahrer offensichtlich dazu, den Bus hinter dem LKW zu parken. Der gelbe Bus blieb an dieser Stelle bis zum nächsten Tag stehen und wurde ganz diskret abgefahren, als auch der LKW abgeholt wurde. Weder die Polizei noch die BVG erklärten, warum der Bus die ganze Zeit an dieser Stelle stehenblieb. Die Medien erwähnten den Bus nicht, als hätte es ihn nie gegeben. Dabei gab es dort gar keine Haltestelle. Der Busfahrer, dessen Name geheimgehalten wird, darf offensichtlich nicht mit Journalisten sprechen. Die gleichzeitige Ankunft und Abfahrt des Busses mit dem LKW legt aus meiner Sicht nahe, dass diese Bewegungen koordiniert wurden. Aber von wem? Es ist kaum zu glauben, dass der Islamische Staat bereits die Kontrolle über Berliner Busse übernommen hat. Der Koordinator der beiden Fahrzeuge muss also für eine andere Firma gearbeitet haben. Wo saß dieser Koordinator am 19. Dezember 2016?

Sie erwähnen, dass sich einige Journalisten zur Zeit des Ereignisses bereits am Tatort befanden. Hat das eine bestimmte Bedeutung, oder handelt es sich dabei bloß um einen Zufall?

Ich kann den Zufall nicht ausschließen. Allerdings konnten zum Beispiel bei dem Anschlag in Nizza mindestens 17 Journalisten sofort vom Ereignis berichten. Vielleicht waren sie alle zufällig am Ort. Einige von ihnen berichteten allerdings, ohne ihre journalistische Tätigkeit zu erwähnen. Sie wurden als einfache Touristen dargestellt. Aus Deutschland waren beim Anschlag in Nizza nicht weniger als sechs Journalisten vor Ort. Das waren Susanne Freitag (ZDF), Richard Gutjahr, Anna Kessler (Bild), Janine Konopka (SWR) und Karin Senz (SWR). Richard Gutjahr hatte anscheinend Glück: Aus seinem Hotelzimmer konnte er den Anschlag fotografieren. Als einzigem Zeugen gelang es ihm, den fahrenden LKW auf Video aufzuzeichnen. Seine Aufzeichnung wurde weltweit verbreitet. Böse Zungen behaupten, er hätte vom Anschlag vorher gewusst.
Am Breitscheidplatz in Berlin befanden sich unter den Journalisten auch einige Kommunikationsprofis. Am Auffälligsten finde ich die britische Journalistin Emma Rushton. Sie wurde innerhalb von 30 Minuten vom Sender CNN als erste Zeugin des „Anschlages“ interviewt. CNN verschwieg jedoch, dass sie Journalistin ist. CNN hat also eine zufällige Touristin namens Emma Rushton innerhalb von Minuten in Berlin entdeckt und sie der Welt ohne Hintergrundprüfung als glaubwürdige Zeugin vorgestellt. CNN hatte offensichtlich ein besonders gutes Gespür.

Rushtons Aussage war insofern interessant, als sie behauptete, der LKW wäre mit 40 Meilen pro Stunde, das entspricht 65 km/h, durch den Weihnachtsmarkt gerast und sie hätte keine Verlangsamung beobachtet. Wer tatsächlich vor Ort war, hätte eine solche Aussage nicht machen können, denn der LKW fuhr nur mit 15 km/h in den Weihnachtsmarkt und kam innerhalb von 50 Metern zum Stehen. Das bedeutet: Emma Rushton hat eine Falschaussage gemacht. Die Legende eines rasenden LKW war notwendig, um den Tod von 12 und die Verletzung von 60 Menschen irgendwie plausibel erscheinen zu lassen. Insgesamt haben – nach meiner Recherche – neun Journalisten beziehungsweise Kommunikationsexperten als Zeugen des Berliner Ereignisses deutschen und ausländischen Medien ein Interview gegeben, oft ohne Angabe ihrer medialen Tätigkeit.

Über Anis Amri haben deutsche Medien viel geschrieben. Warum machen Sie sich in Ihrem Buch über diese Berichte lustig?

Wie der Leser nun sicher nachvollziehen kann, halte ich nicht viel von der Legende, Anis Amri sei mit einem 40-Tonner durch den Weihnachtsmarkt gerast. Weil ich den Mann nicht kannte, kann ich über ihn auch nichts aus eigener Erfahrung sagen. Laut Medienberichten hatte Amri einen staatlich bezahlten Chauffeur. Ist das nicht witzig? Er besaß unglaubliche Fertigkeiten: Er hat nicht nur sämtliche deutschen Geheimdienste betrogen, sondern ist mit 14 falschen Identitäten durch ganz Europa gereist und konnte sogar an zwei Orten gleichzeitig sein. Man hätte einem so begabten Mann eine Leitungsposition beim Verfassungsschutz anbieten sollen. Auch seine mutmaßliche Schnellradikalisierung – von einem Ganoven und Drogendealer zu einem frommen Muslim innerhalb von Wochen – ist eine schöne Story. Man könnte zum Beispiel mit derselben Methode in Zukunft sämtliche Verbrecher in den Gefängnissen ruckzuck zu anständigen Kirchenbesuchern machen und die Gefängnisse leeren. Das wäre doch eine kostensparende Idee in Zeiten knapper Kassen. Ja, die Berichterstattung über Amri gibt reichlich Anlass zum Schmunzeln. Ich hätte von den Journalisten doch wenigstens einen Hauch Ironie erwartet.

Ein erheblicher Abschnitt des Buches befasst sich mit der Frage des cui bono: Wem soll das Ereignis in Berlin genutzt haben?

Seit dem 11. September 2001 werden sogenannte islamistische Terroranschläge als Vorwand oder als Begründung herangezogen, um außenpolitische und innenpolitische Maßnahmen zu legitimieren. Außenpolitisch werden solche Ereignisse als Begründung für Kriegseinsätze herangezogen: Man bekämpfe den internationalen Terrorismus, zum Beispiel in Afghanistan, Irak, Mali, Jemen und so weiter. Dabei wird vergessen, dass die mutmaßlichen Täter dieser Anschläge nicht aus den angegriffenen Ländern, sondern eher aus Nord-Afrika oder von der arabischen Halbinsel stammen.

Kriege werden bekanntlich mit Lügen losgetreten und gerechtfertigt. Lügen ist heute in der Politik und in der Berichterstattung zur Normalität geworden.

Mutmaßliche Terroranschläge dienen aber auch einem innerstaatlichen Ziel, nämlich dem Aufbau eines Polizeistaats. Dieser Aufbau wird von der Europäischen Kommission geleitet und den Mitgliedstaaten durch Richtlinien verordnet. Davon berichte ich ausgiebig im Buch. Ständig werden gesetzliche Maßnahmen verabschiedet, um uns in ein Orwell’sches Paradies zu führen. Der Staat darf in diesem Paradies alles über die Menschen wissen, um die Guten von den Bösen zu unterscheiden. Die Guten akzeptieren ihr Schicksal als Sklaven der Superreichen. Die Bösen sind Gefährder, die den Kapitalismus und seine Apologeten gefährden. Mit der Terrorangst kann man sogar Gegner des Kapitalismus gefügig machen, sobald sie an die Terrorgefahr glauben. Ich möchte zum Schluss nur eine Kleinigkeit erwähnen, nämlich dass sogenannte islamistische Terrorangriffe den Muslimen und dem Islam schaden. Und genau das ist auch so beabsichtigt.

Möchten Sie zum Schluss noch etwas ergänzen?

Ja, ich empfehle die Errichtung einer unabhängigen Untersuchungskommission für die Aufklärung der sogenannten Anschläge der letzten zwei bis drei Jahre in Deutschland, darunter jene von München, Würzburg, Ansbach, Berlin und Münster. Wir können uns bei der Aufklärung dieser Ereignisse weder auf die Staatsanwaltschaft noch auf den Bundestag verlassen, weil vermutlich staatliche Instanzen hinter diesen Anschlägen stecken. Der Staat oder besser die organisierten Täter, die den demokratischen Verfassungsstaat gekapert haben, werden nicht gegen sich selbst ermitteln. Daher muss die Zivilgesellschaft selbst die Ermittlung übernehmen. Gleichzeitig müssen wir die psychologische Kriegsführung des Staates gegen die Bevölkerung aufdecken und die Söldner dieses Krieges beim Namen nennen. Ich appelliere an alle Demokraten, Verfechter des Rechtsstaates, Menschenrechtler und Friedensaktivisten, sich diesen Empfehlungen anzuschließen. Unterstützungsmeldungen bitte an: eliasdav@t-online.de

Zum Artikel

Dieser Artikel erschien als Erstveröffentlichung im Rubikon-Magazin.

Dieses Werk ist unter einer Creative Commons-Lizenz (Namensnennung – Nicht kommerziell – Keine Bearbeitungen 4.0 International) lizenziert. Unter Einhaltung der Lizenzbedingungen dürfen Sie es verbreiten und vervielfältigen.

Drei Ergänzungen:

1.) Dass es angeblich Anis Amri war, wurde erst einige Tage nach dem mutmaßlichen Attentat verkündet. Man hatte angeblich – obwohl der LKW nach Behördenangaben schon zwei Mal kriminaltechnisch umfangreich untersucht wurde – erst bei der dritten Untersuchung eine Mappe mit Ausweispapieren Amris gefunden.

2.) Gerade beim Thema „Strategie der Spannung“ sollte man auch die „Nichtanschläge“ von Hannover (Länderspiel eine Woche nach „Paris-Attentaten“), München (Silvester), Düsseldorf und Rock am Ring nicht vergessen.

3.) In VB’s weblog gibt es unter dem Stichpunkt „Schlapphüte“ eine Menge Informationen zu Geheimdienstaktionen, inklusive des Falls Anis Amri. Hier beispielhaft die letzten 25 Beiträge zu Amri:

2018-05-18 Da waren es schon drei: V-Leute im Umfeld von Anis Amri

2018-05-16 Anschlag Breitscheidplatz: Verfassungsschutz hatte einen V-Mann in Amris Moschee

2018-05-07 Amri-Ausschuss: Spuren führen zur Generalstaatsanwaltschaft Berlin

2018-04-11 Anis Amri: Verfahren gegen Polizisten wegen Aktenmanipulation eingestellt

2018-04-02 Amri-Untersuchungsausschuss in Berlin: Die Akte Burkard Dregger

2018-03-30 “Aktenschlamperei” bei Berliner Amri-Ausschuss

2018-03-24 Wie immer ist den Terror-Kämpfern nicht zu glauben. Wie Amri war der Attentäter Drogenhändler und “geheimdienstbekannt”

2018-03-20 Anschlag Breitscheidplatz: Wurde Anis Amri geschützt?

2018-02-18 Black Box Amri: Hatte ein zweiter V-Mann Kontakt zu dem Attentäter?

2018-02-01 Wenn der immer noch sogenannte “Verfassungsschutz” Amri einen Chauffeur stellt, die “Sicherheitsbehörden” die Akten fälschen und Chef-Schlapphut Maaßen Amris Akte persönlich bearbeitet, dann sind das “Ungereimtheiten”

2018-01-28 Was wollten die Behörden mit Amri?

2017-12-20 V-Mann soll Gruppe um Amri zu Anschlägen aufgehetzt haben

2017-12-20 Fall Amri und die Rechtsstaatlichkeit

2017-12-18 Anis Amri: ein Fall von Staatsterrorismus

2017-12-17 “Verfassungsschutz”-Chef Maaßen war vor dem Anschlag persönlich mit dem Amri-Fall betraut

2017-12-17 Ströbele: “Ordnende Hand” schützte Amri

2017-12-17 Das Bild des wahren Anis Amri

2017-12-17 Terroranschlag Breitscheidplatz: Anis Amri wurde bereits seit 2015 überwacht

2017-12-17 Weihnachtsmarkt-Attentäter stärker überwacht als bekannt

2017-12-16 Im Auftrag des IS: Amri plante Attentat schon bei der Einreise nach Deutschland

2017-12-16 Anis Amri: Und der Staat sah zu

2017-12-11 Der ANSCHLAG vom BREITSCHEIDPLATZ – Als der Terror mit ANIS AMRI nach BERLIN kam

2017-12-11 Breitscheidplatz: Anis Amri war wohl kein Einzeltäter

2017-12-11 Amri TOP 1 der Terrorabwehr

2017-12-09 Anschlag auf dem Breitscheidplatz: Berliner Polizeiführung versagte nach Amri-Attentat

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