Gesellschaft Medien Politik Wissenschaft

Was sind Fassbomben?

Die „Fassbombe“ ist eines der bekanntesten Propagandastilmittel im Syrienkrieg. Die syrische Regierung setzt entgegen der Darstellung der westlichen Propaganda keine Fassbomben ein und mit diesen alten, mit Sprengstoff und Metallteilen gefüllten Fässern und Gasflaschen als eine der Hauptwaffen ließe sich wohl auch kein Krieg gewinnen. Westliche Politiker, „Aktivisten“ und Medien sowie ihre regionalen Verbündeten im Nahen Osten behaupten allerdings etwas ganz anderes und erklären Existenz der „Wunderwaffe syrische Fassbombe“ zur unumstößlichen Wahrheit, selbst wenn ihre Angaben zu den Fassbomben und den damit verbundenen Vorfällen den Naturgesetzen widersprechen. Das angebliche Beweismaterial zu den Fassbomben liefern sie oder ihre Verbündeten vor Ort dabei selbst.

Darüber hinaus wäre ein tatsächlicher Einsatz der relativ harmlosen Kriegswaffe „Fassbombe“ rechtlich zunächst einmal grundsätzlich unproblematisch. Es gibt kein internationales Abkommen über das Verbot von Fassbomben. Die westliche Propaganda versucht immer wieder, durch die permanente Verwendung des Begriffs „international geächtete Fassbomben“ die Bevölkerung an der sogenannten Heimatfront – wie auch das internationale Publikum – zu manipulieren.

„International geächtet“ heißt hier lediglich, dass viele Länder wie die USA, Saudi-Arabien, Deutschland, Großbritannien und andere den (vermeintlichen) Einsatz dieser Waffe durch die Syrer gegen die eigene Bevölkerung (aus propagandistischen Gründen) immer wieder anprangern – und das ist noch äußerst wohlwollend zugunsten der Medien interpretiert. Für die meisten Leser und Zuschauer hat es allerdings den Anschein, als gäbe es ein verbindliches internationales, weltweites Abkommen über die Ächtung von Fassbomben, wie beispielsweise bei Atomwaffen. Das ist falsch.

Fassbombenalarm!

In den Medien wird die Fassbombe immer wieder als Horrorwaffe eines irren syrischen Diktators – Präsident Assad – präsentiert, der mit dieser Waffe vorzugsweise Marktplätze, Krankenhäuser, Schulen, Straßenkreuzungen, Rettungshelfer und andere zivile Ziele bombardiert. Dass die vom Westen eingesetzten sogenannten „Rebellen“ – extremistische Kämpfer um Al Qaida und co – eine Art Fassbombe in Form von vom Boden aus verschossenen Gasflaschen einsetzen („Hell Canon“), wird wiederum in den Medien gerne verschwiegen oder wenig beachtet, ebenso wie die Tatsache, dass es Fassbomben schon vor dem Syrienkrieg gab.

Fassbomben – Englisch „Barrel Bombs“ – sind improvisierte Sprengbomben. Um sie herzustellen, verwendet man einen großen Metallbehälter und füllt diesen mit Sprengstoff und Schrapnellen. Eine aus einem Flugzeug oder Hubschrauber abgeworfene Fassbombe hat wesentlich weniger Sprengkraft als eine herkömmliche Fliegerbombe. Wenn Ihre Wohngegend bombardiert wird, sollten Sie also beten, dass dies mit Fassbomben geschieht, denn dann sind Sie wenigstens hinter der Mauer ihres Hauses einigermaßen sicher…

Die syrische Regierung hat stets bestritten, solche Bomben, die nicht aus Kampfjets abgeworfen werden können, sondern in Syrien – angeblich – typischerweise aus Hubschraubern gestoßen werden sollen, einzusetzen. Der syrische Präsident sagte beispielsweise 2015 in einem Interview auf eine Frage eines westlichen Journalisten nach dieser „Horrorwaffe“ hin, dass man keine Fassbomben einsetze: „Wir haben richtige Bomben!“ – also bessere, stärkere, schrecklichere! Aber die normalen, für den Krieg optimierten und daher zerstörerischeren Bomben der Syrer passten eben nicht zu dem über lange Monate und Jahre aufgebauten Propagandabild von der Horror-Fassbombe.

Tatsächlich gibt es keine wirklichen Beweise für den Einsatz von Fassbomben in Syrien durch die syrische Regierung. Es gibt lediglich Falschbilder beziehungsweise Falschmeldungen wie beispielsweise eine besonders peinliche Fälschung durch die White Helmets, bei der man einfach ein Bild, welches im Jahre 2013 schon einmal verwendet wurde, um Stimmung gegen Syrien zu machen, zwei Jahre später noch einmal verwendet hat, um einen „gerade stattgefundenen Fassbombenangriff“ zu fälschen.

white_helmets_fake_red

Quelle: Screenshoots Christian Science Monitor, Twitter

Die Hauptlieferanten von Propagandabildern für die westlichen Medien aus Syrien sind die Weißhelme. Eine Pseudo-Rettungstruppe, die 2013 von dem britischen Militärdienstleister James Le Mesurier gegründet wurde, der das Projekt nach eigenen Angaben spontan in der Türkei zusammen mit türkischen Erdbebenrettungstrainern gestartet haben will.

Das Erdbeben-Thema setzt Le Mesurier auch ein, um angebliche Verwüstungen durch Fassbomben für die Weltöffentlichkeit zu illustrieren. Allerdings zeigt er dabei versehentlich, dass er überhaupt keine Ahnung von der Materie „Erdbeben“ hat. Oder er hält die Empfänger seiner via CNN verbreiteten Nachricht für debil:

„Die mit Sprengstoff beladenen Fässer werden aus Hubschraubers herausgeschleudert. Wenn eines einschlägt, kann es das seismologische Äquivalent eines 7,6-Magnituden-Erdbebens produzieren, sagte James LeMesurier von den Weißhelmen CNNs Chef-Medizinkorrespondenten Dr. Sanjay Gupta.“

Quelle: Screenshots CNN, The Right Livelihood Award

White-Helmet-Direktor Raed Saleh sprach bei der Entgegennahme des auch als „Alternativer Nobelpreis“ vermarkteten „Right Livelihood Award“ sogar von einer Erdbebenstärke von 8 „auf der Richter-Skala“ durch Fassbomben bei einer Anzahl von 50 abgeworfenen solchen Fassbomben täglich. Saleh sagte dazu auch noch, das fatale Erdbeben in Italien habe nur die Stärke 6,2 gehabt und setzte es bewusst in Beziehung zu Fassbomben. Nicht nur Geologen müssten bei solchen Angaben eigentlich in lautes Gelächter ausbrechen.

Fassbomben und Phosphorbomben!

Der Twitter-Account, der ein kleines siebenjähriges Mädchen namens Bana Alabed insbesondere beim Kampf um Aleppo mit tätiger Mithilfe ihrer eigenen jihadistischen Eltern für übelste Kriegspropaganda missbrauchte, verbreitete wie zu erwarten auch Fassbombenpropaganda. Und erfand am 30. September 2016 gleich mal noch Phosphorbomben auf Aleppo dazu:

Quelle: Screenshot Twitter

Ein Einsatz von Phosphorbomben durch Syrien oder Russland – wie vom Bana-Alabed-Account behauptet – ist nicht durch entsprechende Bilder oder sonstige Beweismittel belegt oder von den genannten Ländern bestätigt. Im Gegensatz zum Einsatz solcher Geschosse im Irak durch die USA, wie beispielsweise die Süddeutsche Zeitung vermelden musste:

„Die umstrittenen Waffen, die grausame Brandverletzungen zur Folge haben können, seien jedoch lediglich als ‚Signalwaffen‘ benutzt worden, betonte das US-Militär.“

Ein tatsächlicher Einsatz von Phosphor in Aleppo wäre aufsehenerregend gewesen und mit Sicherheit gefilmt worden, wenn auch natürlich nicht von Personen im direkten Zielgebiet. Die ganze Sache wäre nicht zu verheimlichen gewesen. Entsprechende Bilder wurden aber nie vorgelegt.

„Fassbombenangriff auf ein Krankenhaus in Aleppo“

In Aleppo wurde angeblich Ende April 2016 ein in den Gebieten der Jihadisten gelegenes Krankenhaus durch die angebliche Superwaffe „Fassbombe“ bombardiert. Das angebliche Krankenhaus ist den syrischen Ärzten nicht bekannt. Die Vorgänge um diesen Fall sind auch ein Lehrbeispiel dafür, wie man ohnehin schon eng mit westlichen Administrationen verbundenen humanitären NGOs Propaganda unterjubelt. „Ärzte ohne Grenzen“ machte sich in der deutschsprachigen Mitteilung zu dem Vorfall die Lügen der Weißhelme zu eigen

Wer in Syrien in einem Krankenhaus Hilfe sucht, begibt sich in Lebensgefahr. In diesem Jahr wurden bereits elf von Ärzte ohne Grenzen unterstützte Krankenhäuser bombardiert. Viele Menschen haben ihr Leben verloren. Zuletzt wurden bei einem Luftangriff in Aleppo das Al-Kuds-Krankenhaus und benachbarte Gebäude zerstört, dabei starben mindestens 50 Menschen, darunter sechs Mitarbeiter des Krankenhauses. Die Überlebenden berichten, dass zuerst zwei Fassbomben die angrenzenden Gebäude trafen. Dann explodierte eine dritte Bombe, diesmal gezielt am Eingang der Notaufnahme, also dort, wo sich Ärzte und Pfleger um die Verwundeten kümmerten.“.

Selbst wenn Fassbomben in Syrien eingesetzt würden, könnte man mit dieser Waffe nicht ein ganzes Krankenhaus beziehungsweise mehrere Gebäude platt bomben. Bilder des angeblichen Hospitals vom Morgen nach dem Angriff, die auch massenweise in deutschen Medien zu sehen waren, zeigen, dass dieses eben nicht zerstört wurde und Sandsäcke am Gebäude völlig intakt sind. Das bereits zuvor beschädigte Gebäude sieht nicht so aus, als sei es in der Nacht völlig zerstört worden. Videos aus der angeblichen Bombennacht bestätigen den Eindruck: Die Sandsäcke sind fein säuberlich am Eingang und an an den Außenmauern des Gebäudes aufgestapelt. Hier können keine mörderischen Superbomben gerade ein großes Gebäude völlig zerstört haben, auch wenn die Weißhelme noch so schön mit dem eigens vor dem Gebäude platzierten Schutt spielen.

Quelle: Screenshots Youtube

Das angebliche Al-Quds-Krankenhaus bot schon am 15. Oktober 2015 das gleiche Schadbild bot wie am 29. April 2016, nach dem angeblichen Angriff, der es völlig zerstört haben soll.

Quelle: Screenshot Twitter

“Ärzte ohne Grenzen“ unterstützt die Weißhelme und angebliche Krankenhäuser, beispielsweise mit Materialien, ist aber nicht selbst mit Ärzten vor Ort aktiv. “Ärzte ohne Grenzen“ gibt das wieder, was die „örtlichen Rettungshelfer“ der White Helmets berichtet haben. Die Medien wiederum schrien dann „laut Ärzte ohne Grenzen“ und vermittelten den Eindruck, hier sei ein Krankenhaus von „Ärzte ohne Grenzen“ zerbombt worden. Dabei handelt es sich bei dem Gebäude wahrscheinlich nicht einmal um ein Krankenhaus.

Ein Video soll angeblich den Angriff auf die Notaufnahme von innen zeigen. Wie hatte es doch bei „Ärzte ohne Grenzen“ und den Massenmedien dazu geheißen?

Die Überlebenden berichten, dass zuerst zwei Fassbomben die angrenzenden Gebäude trafen. Dann explodierte eine dritte Bombe, diesmal gezielt am Eingang der Notaufnahme, also dort, wo sich Ärzte und Pfleger um die Verwundeten kümmerten.“

Quelle: Screenshots Youtube, New York Times

Auf dem Notaufnahme-Video sind wenige Sekunden vor dem Treffer entspannte Ärzte und Patienten zu sehen, obwohl man nach der offiziellen Story davon ausgehen müsste, dass dort die Hölle los ist, wenn sich die Ärzte und Pfleger nach zwei Bombentreffern um die Verwundeten kümmern. Stattdessen macht einer der Ärzte Sekunden vor dem „dritten Treffer“ wohl gerade Feierabend. Und nach der Explosion wieder relativ unaufgeregte Menschen – die offenbar nicht so recht wissen, was sie jetzt schauspielern sollen – während sich „draußen“ eine bizarre Szene abspielt:

Ein Mann steht auf einem Podest vor der Eingangstür des vermeintlichen Krankenhauses, welche, wir wir weiter oben (und aus einem anderen Winkel, von vorne) gesehen haben, ja einwandfrei zugänglich ist. Er schreit die Weißhelme vor ihm an: „Holt meinen Sohn raus! Mein Sohn ist hier!“. Die Weißhelme wedeln derweil mit Sandsäcken auf dem Boden herum und haben offenbar nicht vor, einfach in das Gebäude zu gehen. Man könnte sagen, sie führen eine bizarre Tanznummer auf, bei der sie mit den Sandsäcken wie eine Putzkolonne den Boden fegen. Und hinter dem Mann brennt auch noch Licht im Eingangsbereich.

Die New York Times hat das Video der Weißhelme, zu dem diese Szene gehört, veröffentlicht und den Artikel mit „Divided Aleppo Plunges Back Into War as Syrian Hospital Is Hit“ betitelt. Genau das, was in der Überschrift steht, war wohl das Ziel dieses Fassbomben-Propagandaereignisses.

Dieser Fall ist ein Paradebeispiel für die „humanitäre Krankenhauspropaganda“, die im Syrienkrieg vor allem 2015-2016 zum Einsatz kam. Insbesondere beim Kampf um Aleppo wurde laut Weißhelmen und Medienpropaganda wochenlang täglich ein neues „letztes Kinderkrankenhaus von Aleppo“ zerbombt und auf die Tränendrüse gedrückt.

Gaza ist nicht Aleppo

Ein besonders trauriges Beispiel für die Propagandazusammenarbeit von Jihadisten und westlichen Regierungen ist der Tweet der französische UN-Gesandtschaft vom 28.9.2016, der ein angeblich aktuelles Foto präsentiert, welches die Zerstörung von Krankenhäusern in Aleppo, Syrien, durch die russische oder syrische Luftwaffe zeigen soll. Das gleiche Bild wurde bereits mehr als zwei Jahre zuvor benutzt, beispielsweise am 3.8.2014 in einem Artikel von n-tv, der Zerstörungen durch Israel in Gaza zeigt. Und eben nicht in Aleppo.

Quelle: Screenshots n-tv, Twitter

Der Artikel von n-tv vom August 2014 mit dem Originalbild trägt den Titel „Breite Mehrheit für den Krieg. ‚Die Stimmung in Israel ist aufgeladen‘“ und zeigt zerstörte Häuser in den Palästinensergebieten. Frankreich postete in seinen Fälschungsversuch einer Fassbombenattacke bei Twitter Folgendes:

„2 hospitals were bombed earlier today in #Aleppo #UNSC holds meeting on healthcare in armed conflict this morning Our call: #NotATarget„

Bebildert ist die Nachricht von der angeblichen Attacke mit dem Falschbild und einem Bild des UN-Sicherheitsrates.

„Luftangriff auf Hilfskonvoi von UN und Syrischer Roter Halbmond“

September 2016: Die USA und Russland hatten sich darauf geeinigt, dass man auch mit dem Segen des Westens gegen Al Qaida bomben darf und für die anderen, angeblich moderaten „Rebellen“ eine Feuerpause gilt. Letztere weigerten sich aber, sich von ihren Al-Qaida-Kollegen zu separieren, wie die US-Regierung „mit Bedauern“ feststellte. Nach einem angeblichen „Angriff auf den Hilfskonvoi“ durch die syrische Regierung oder Russland waren die armen „Rebellen“ wieder in Gänze die Opfer und Helden. 

Quelle: Screenshot New York Times

Der im Wesentlichen von der arabischen Variante des Roten Kreuzes – Roter Halbmond – betreute Hilfskonvoi startete aus dem Gebiet der syrischen Regierung und sollte Versorgungsgüter für die Zivilbevölkerung in die von den „Rebellen“ gehaltenen Gebiete bringen. Um die Ankunft des Konvois zu verhindern, hätten die Syrer ihn also besser gar nicht erst losschicken sollen… Die Tatsache, dass der Konvoi aus dem Regierungsgebiet kam, wurde in den westlichen Medien so gut wie gar nicht thematisiert. Die New York Times erwähnt diesen Fakt, der es nicht in die allgemeine Berichterstattung schaffte, kurz in einem Artikel. Die Roter-Halbmond-Fahrer wurden übrigens an der Frontlinie gegen „Roter-Halbmond-Fahrer“ aus dem „Rebellengebiet“ ausgetauscht, angebliche Tote des Angriffs wurden nie gezeigt.

Quelle: Screenshot Twitter

Ein in den Medien viel gezeigter Weißhelm, der über den angeblichen Angriff angeblich neutral berichtet, ist der militante Kämpfer Al Selmo. Weitere Ungereimtheiten komplettieren das schiefe Bild. Wie immer legte niemand Daten vor, die Flugbewegungen zum fraglichen Zeitpunkt und fraglichen Ort belegen. Auch die Schadbilder weisen nicht auf eine Bombardierung durch Kampfflugzeuge oder Fassbomben abwerfende Hubschrauber hin, denn Bombentrichter gibt es wieder einmal keine. „Erdbebenschäden“ der Stufe 8 durch Fassbomben sieht man natürlich erst recht nicht auf den Bildern. Es könnte höchstens ein kleines Bombardement durch eine Drohne stattgefunden haben

Einen „Bombenkrater“ gab es übrigens dann doch bei dem „Angriff auf den Hilfstransport“, einen schlecht gefälschten. Diese Fälschung wurde versehentlich indirekt ausgerechnet durch die für den Syrienkrieg gegründete britische Propagandatruppe Bellingcat bestätigt. Ein kleinerer Teil – im Wesentlichen das Leitwerk – einer vor längerem explodierten Bombe russischer Bauart des Typs OFAB 250-270 wurde zusammen mit ein paar Kartons in ein Loch gelegt. Das sollte der Beweis für einen Luftangriff durch Russland oder Syrien sein. Die Propagandaschau schrieb dazu:

„Auch wenn es anhand der wenigen Bilder schwer zu beurteilen ist, deutet der umgekrempelte Stahl des Bombenkörpers darauf hin, dass diese Bombe tatsächlich irgendwann einmal irgendwo explodiert ist. Irgendwann, irgendwo, aber ganz sicher nicht am Fundort!

Quelle: Screenshot Twitter, Propagandaschau

Laut den Bellingcat-„Experten“ kam die Bombe durch das Einschlagsloch in der Decke und landete auf einem Haufen Kartons mit Hilfsgütern.

Es gibt in diesem Fall grundsätzlich vier denkbare Szenarien:

  1. Die Bombe ist beim/nach Aufschlag auf das Dach explodiert
  2. Die Bombe ist durch die Decke geschlagen und explodiert
  3. Die Bombe ist durch die Decke geschlagen und nicht expodiert
  4. Die Bombenreste wurden an dem Ort abgelegt, um sie dort zu finden.“

Punkt 1 und 2 fallen aus, denn dann würde man hier kein Bombenleitwerk beziehungsweise angesichts des Bombeninhalts von 92kg militärischen Sprengstoffs keine Kartons sehen.

Selbst wenn die Bombe ein Blindgänger gewesen wäre – Punkt 3 – hätte man sie auch gefunden und nicht nur das abgerissene Hinterteil und das hätte doch ein noch besseres „Beweisbild“ abgegeben.

Bleibt nur noch Punkt 4 – die britische Propagandaklitsche Bellingcat hat sich damit selbst überführt. Die Propagandaschau dazu im Weiteren:

„Der Bombenrest wurde von den Tätern herbeigeschafft und am Ort abgelegt. Dies spricht nicht nur für eine systematische Planung und Inszenierung des gesamten Vorfalls, sondern ist ein harter Beweis für die Täterschaft der vom Westen finanzierten Terroristen.“

Kinder in Schutt und Mauerspalten

Die Weißhelme missbrauchen regelmäßig Kinder für ihre Propagandainszenierungen. Die Bilder von grabenden oder rennenden White Helmets mit kleinen Kindern sind sozusagen ihr Markenzeichen. Es gibt viele Weißhelmvideos, bei denen man erkennbar Jungen und Mädchen im Schutt oder in Spalten von zerbombten Gebäuden deponiert hat, um sie dann theatralisch „zu retten“. 

Die Weißhelme „wissen“ bei ihren „Rettungsaktionen“ offenbar immer genau, wo das Kind liegt. Manchmal holen sie Kinder, die nicht einmal einen Kratzer haben, aus Trümmermassen. Manches Kind hat es auch schlechter erwischt in seiner Rolle als Opferdarsteller: Es wird unter Gestein vergraben und muss darauf hoffen, dass das Luftloch zum Atmen ausreicht, bis die Weißhelme mit ihren Ausgrabungen fertig sind.

Hier ein Beispiel mit einem angeblich durch Fassbombenangriffe verschütteten Baby: In einem Video vom Oktober 2015 haben die Weißhelme den Säugling in einer Trümmerspalte platziert, aus der er kopfüber heraushängt. Dann wird er herausgezogen. Später vermarkteten die Weißhelme und „The Syria Campaign“ das Kind als „Wunder-Baby“ und sich selbst als Helden: „The heroes and the miracle baby“.

Quelle: Screenshots Youtube

Der Fall ist auch ein gutes Beispiel dafür, wie Teile der UN immer wieder vom Westen, insbesondere den USA, infiltriert und für Propaganda missbraucht werden. Das Fake-Video wird von dem Youtube-Kanal „UN Humanitarian“ der UN-Organisation OCHA – Amt für die Koordinierung humanitärer Angelegenheiten – angeprießen, deren Leiter zu diesem Zeitpunkt der Brite Stephen O’Brien war, der zuvor britischer Parlamentsabgeodneter der Konservativen war.

Hier drei Beispiele – von vielen – für solche Kind-aus-dem-Schutt-Inszenierungen durch die Weißhelme, welche die angeblichen Folgen russischer Luftschläge samt erfolgreicher Rettungsaktion durch die White Helmets zeigen:

Quelle: Screenshots Youtube

In einem Video, welches am 17. Juni 2016 auf Youtube veröffentlicht wurde, rasen die Weißhelme angeblich zu einem Einsatz, schauen dabei in einer mit Schutt überfüllten Straße gefühlt ewig durch die Gegend, bis einer plötzlich eine Heldentat vollbringt à la „Schaut mal, neben meine Füßen liegt ja ein Kind“. Das lag zwar die ganze Zeit nicht da, aber einen Videoschnitt später ist es im Bild – man hat es offensichtlich zwischenzeitlich im Dreck deponiert – und kann dann augenblicklich „gerettet“ werden. Die „Rettungsmaßnahmen“ entsprechen in keinster Weise einem medizinischen Standard.

Quelle: Screenshots Youtube

Ein Weißhelm-Video vom Mai 2016 zeigt eine „Rettung“, bei der das deponierte Kind mit ziemlich sauberer Kleidung und sauberem Gesicht aus dem Schutt kommt. Das kleine Mädchen wurde unter einer Betonplatte deponiert und wird dann seitlich aus dem „Versteck“ geholt. Dass das Mädchen nicht so aussehen würde, wäre es tatsächlich nach einem Luftangriff in einem zusammengestürzten Gebäude unter massiven Trümmern gefangen gewesen, dürfte klar sein.

Quelle: Screenshots Youtube

Ein Weißhelm-Video vom Februar 2017, welches sich der US-Sender CNN angeeignet hat, zeigt den vermeintlichen Weißhelm-Alltag. Der freundliche Mann von den Weißhelmen macht Hausbesuche und wird von der Dame des Hauses höflich darauf hingewiesen, dass da gerade ein Kind im Innenhof herumliegt und stirbt. Fachkundig entdecken die Weißhelme einen Steinhaufen und den obligatorischen Teppich, an oder unter dem das Opfer liegt. Es sieht so aus, als hätte das Mädchen nicht viel Luft zum Atmen. Ein paar Zentimeter Schutt haben sie auf der Kleinen deponiert. Offenbar war das zuviel Material für die Frau, die lieber gewartet hat, bis die Weißhelme kommen…

Bizarre Videos von Fassbomben

Ein Video vom Mai 2015, welches von Jihadisten oder Geheimdienstlern erstellt wurde, soll Fassbombenabwürfe syrischer Soldaten aus einem Hubschrauber zeigen. Vorgeblich hätten die Soldaten sich dabei gefilmt, wie sie die Bomben abwerfen. Dann wäre der Hubschrauber abgestürzt. Dann hätte man darin das Video gefunden. Dann wären „syrische Journalisten“ an das Video gekommen und würden es nun der Weltöffentlichkeit präsentieren. So lautet die Propagandastory.

Aber es ist gut, dass dieses Video veröffentlicht wurde. Denn es liefert eine Fülle an Beweisen zum Thema „Fassbomben“. Die Propaganda enttarnt dabei unfreiwillig selbst die Fassbombe als Propagandalüge wider die Naturgesetze und die Logik im Allgemeinen.

Quelle: Screenshots Focus

Der Focus betitelt das Video mit „Horrorwaffen aus dem Hubschrauber. Dieses Fassbomben-Video entlarvt Syriens Diktator als Lügner“. Es wird einfach behauptet, es handele sich um syrische Soldaten. Dabei kann man beispielsweise auch jeden der Al-Qaida-Rebellen einfach in eine syrische Uniform stecken und genau so etwas hat man hier auch getan.

Bei den „Horrorwaffen“ handelt es sich, wie im Video zu sehen, um drei rostige Fässer, die oben einen Deckel drauf haben. Zwischen Deckel und Fass klemmt dabei ein Tuch oder einen Sack. Wahrscheinlich flöge bei einer Explosion eines solches Fasses in erster Linie der Deckel weg und die ohnehin schon geringe Sprengkraft würden noch geringer ausfallen. Was an den Fässern im Vergleich zu einer normalen Bombe „Horror“ sein soll, bleibt das Geheimnis des Focus.

Interessant ist, dass man nach dem Abwurf der Fässer gar keine Explosion auf dem Boden sieht. Auch von Erdbeben oder heftigen erdbebenartigen Zerstörungen ist nichts zu sehen.

Wobei ohnehin die Frage ist, was da getroffen werden soll. Der Wald oder die Straße? Sagt uns die Kriegspropaganda nicht permanent, dass die syrischen Fassbomber ständig Marktplätze und Kinderkliniken angreifen würden? Auch hiervon ist in dem Video nichts zu sehen.

Und wie ist es überhaupt möglich, aus dieser Höhe aus einem Hubschrauber und ohne Zielvorrichtung per Hand mit einem alten Fass ohne Bombenleitwerk einen kleinen Marktplatz, eine Schule oder eine Kinderklinik gezielt zu treffen?

Fassbomben mit Zündschnur!

Viele Behauptungen der Fassbombenpropaganda machen sprachlos. So auch die folgende, die bei welt.de zu finden ist:

„Die Fässer – es können auch Stahlrohre, verschossene Artilleriehülsen, Gasflaschen oder andere zylindrischen Behältnisse sein – können mit Sprengstoff (TNT), Stahlnägeln oder Öl befüllt werden und entwickeln beim Aufprall eine ungeheure Explosions- und Zerstörungskraft. Sie sind teilweise ausgestattet mit einer profanen Zündschnur, deren Länge nach der Flugzeit berechnet wird.“

Ja, tatsächlich: Es wird die Behauptung aufgestellt, einige Fassbomben hätten eine Zündschnur. Es wird ernsthaft behauptet, da würde jemand ausrechnen können, wie lange die Zündschnur im Moment gerade bei der augenblicklichen Höhe sein muss, damit die Bombe nach dem Abrennen der Zündschnur genau in Bodennähe explodiert. Millimeterarbeit im Hubschrauber! Und die „profanen Zündschnüre“ brennen offenbar auch immer gleich schnell ab… Und das alles laut welt.de aus großer Höhe:

„Die Bomben werden in der Regel aus großer Höhe abgeworfen (3000 Meter und mehr)“

Und nicht vergessen:

„Wer nicht getötet wird, dem platzt das Trommelfell“

Bei der bei n-tv am 14. April 2014 in der Bildstrecke „Fassbomben, die vom Himmel fallen. Assads heimtückische Billig-Waffe“ zu sehenden Fassbombe aus einem Youtube-Video, welches den Abwurf einer Fassbombe aus großer Höhe durch die syrische Armee zeigen soll, sind die Zündschnüre ziemlich kurz. Ob der Mann richtig gerechnet hat? n-tv resümiert:

„Die Brutalität des syrischen Bürgerkriegs sprengt alle Maßstäbe. Mit dem Einsatz von Fassbomben bewegen sich die Soldaten nah an der Grenze zum Wahnsinn. Aus der offenen Ladeluke am Heck schicken sie die Höllenfracht in den Abgrund.“

Die vielleicht dümmste Propaganda der Welt

Sowohl bei den angeblichen Luftangriffen mit Fassbomben als auch bei den angeblichen Attacken mit Chemiewaffen aus der Luft wurden nie – in keinem einzigen Fall – Luftüberwachungsdaten vorgelegt zur Bestätigung, dass zum fraglichen Zeitpunkt und Ort der behaupteten Attacke überhaupt ein Flugzeug oder Helikopter im entsprechenden Luftraum anwesend war.

Keine Radardaten, keine Satellitendaten, keine Luftüberwachungsfotos, keine Drohnenfilme oder Ähnliches. Einfach nichts. Nicht einmal gefälschte Daten. Und das, obwohl Syrien wohl das zur Zeit am besten in dieser Hinsicht überwachte Land der Erde ist. Beim Abschuss eines russischen SU-20-Bombers durch türkische F-16-Jagdflieger im syrischen Grenzgebiet zur Türkei war das Vorlegen von Luftüberwachungsdaten nicht nur für Russland kein Problem, sondern auch für das NATO-Land Türkei nicht.

Eine Anwesenheit eines Jets oder Hubschraubers bedeutet zwar noch nicht, dass dieser auch einen Angriff gestartet hat. Aber umgekehrt ist es natürlich ausgeschlossen, dass ein solcher Angriff stattgefunden hat, wenn eben gar keine Flugmaschine vor Ort war. Das alleine reicht natürlich schon als Beweis, dass es sich bei den angeblichen Vorfällen um Fälschungen handelt. Wenn die Propagandisten trotzdem bis heute steif und fest behaupten, diese Luftangriffe hätten stattgefunden, zeigt das auch, für wie blöd sie die eigene Bevölkerung halten können.

Steter Tropfen höhlt den Stein

Die Erzeugung der gewünschten, falschen Realität bezüglich des Syrienkrieges mit „moderaten Rebellen im Bürgerkrieg“ – obwohl beispielsweise zehntausende extremistische Kämpfer aus dem Ausland herangekarrt wurden – und einem irren Diktator mit Chemiewaffen, Fassbomben und allerlei weiteren bestialischen Ideen für sein Volk ist nur durch eine massive, dauerhafte und extrem linientreue Propagandakampagne der eigenen Medienkonzerne möglich, die selbst härteste naturwissenschaftliche Beweise verneint und à la Orwell „Krieg ist Frieden“ in die Köpfe der Bevölkerung hämmert und diese entsprechend abrichtet.

Besonders wichtig ist hierbei die ständige Wiederholung der immer gleichen Lügen und die Simulation einer vermeintlichen Medienvielfalt (wobei Wissenschaftler und andere Experten nicht oder nur sehr selten, in den „hinteren Reihen der Medien“, zu Wort kommen). Diese vielen „Quellen“ lassen dann allerdings immer das Gleiche verlauten. Propagandaforscher Professor Rainer Mausfeld sagt dazu in einem Interview mit dem Magazin Telepolis:

„Beispielsweise steigt in vielen Kontexten tendenziell der gefühlte Wahrheitsgehalt einer tatsächlich falschen Aussage, je häufiger sie dargeboten wird, ein Effekt der massiv erhöht wird, wenn die Aussage aus vermeintlich unabhängigen Quellen wiederholt wird. Beispielsweise, wenn wir zur Ukraine oder zu Syrien morgens den Deutschlandfunk hören, dann die Süddeutsche lesen und uns abends noch die Tagesschau ansehen. Selbst dann, wenn wir uns dieses Effektes bewusst, sind wir ihm immer wieder erlegen“

Spendenkonto für die Gerichtsverfahren gegen den Stern/Bertelsmann-Konzern

6 Kommentare

  1. Da will man nicht mehr kommentieren, da ist man nur noch entsetzt über eine skrupellose Propaganda, die die westlichen Werte wie Demokratie zur Farce macht und die Bürger dieser Staaten zu Idioten erklärt!
    Verlogenes Schmierentheater – und wer ist dafür verantwortlich? Wer?

  2. Faßbomben wurden während der ethnischen Säuberung Palästinas eingesetzt. Thomas Suàrez in „State of Terror. How terrorism created modern Israel“ (p. 228):

    “An Arab constable at the front door blew his whistle, and the next moment he was blown to bits”, the NY Times reported about a gruesome attack on District Police Headquarters in Haifa three days later, the 29th, when the Irgun tried out a new massive tar barrel bomb which it said was “catapulted by a special mechanism from a lorry”. Timed for the first day of the Feast of the Tabernacle, the explosion killed twelve people, both police and civilians, and injured fifty-four, thirteen seriously. Six of the dead were Palestinians, one a woman.
    Some of the small detachment of men on duty at the front door and in the orderly room were torn to pieces … Scarcely any structure in the immediate neighborhood escaped damage, [and] part of bodies were blown fifty yards across the Kings Way.“

    Als Quelle gibt Suàrez an: The National Archives, WO 275/64, Fortnightly Intelligence Newsletter No. 52, p. 4.

Kommentar hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.