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Women’s March – Wellness-Rassismus und Propaganda

Hunderttausende gingen beim „Women’s March“ in den USA auf die Straße, um gegen Sexismus zu demonstrieren, den sie am neuen US-Präsidenten Donald Trump festmachen. Demonstrationen für gewisse Frauenrechte und gegen Trump mit seinen Macho-Sprüchen. Nun ist gegen eine Demo für Frauenrechte ja grundsätzlich nichts einzuwenden, aber die folgende Frage sei erlaubt: Wo waren diese ganzen Frauen und Aktivisten eigentlich in den letzten Jahren angesichts der Unterstützung von radikalen frauenmordenden, vergewaltigenden, folternden Jihadisten (beispielsweise die „syrischen Rebellen“) und frauenfeindlichen Regimen durch die US-Regierungen unter George W. Bush und Barack Obama samt Außenministerin Hillary „Al Qaida ist auf unserer Seite“ Clinton? Das unfassbare Leid dieser ausländischen Frauen führte bisher zu keinen Massendemonstrationen in den USA und war auch nicht Thema beim Women’s March.

B’s weblog schreibt zu dieser Angelegenheit an die „Bitches in den USA“ ganz richtig zu dem bigotten Umgang mit Frauenrechten durch gewisse Aktivistinnen, Medien und Politiker: „[…] nicht erst seither werden von Euren Steuergeldern und Euren “Partnern” Saudi Arabien und Katar massiv der politische Islam und seine durchgeknallten Djihadisten finanziert. Und was die mit Frauen machen, dürfte Euch bekannt sein. Niemand hat sich dagegen erhoben. Weder Madonna, noch andere feministische Führerinnen. Es war Euch völlig egal, denn es ist ja woanders […]“.

Ach, würden die Womens-March-Aktivisten sich doch auch für die abertausenden von gefolterten, ermordeten, vergewaltigten und zwangsverheirateten Frauen in Syrien einsetzen… Ach, würden sie doch nicht die Massenmörder und Frauenschänder-Komplizen Obama, Kerry, Clinton und co als Heilige hinstellen… Aber nein … So kommt zu dem ganzen faden Beigeschmack einer absolut einseitigen Protestaktion auch noch der bittere Geschmack eines Rassismus oder Nationalismus hinzu, dem es völlig egal ist, wenn bei den „Sandniggers“ die Frauen mit massiver Unterstützung der US-Regierung wie Vieh behandelt werden.

Stellen wir doch einmal Berichte aus der vor wenigen Wochen von syrischen Regierungstruppen und Verbündeten gegen der unerbittlichen Widerstand der westlichen Propaganda und der verbündeten Jihadisten komplett befreiten syrischen Großstadt Aleppo der Berichterstattung der deutschen Medien zum Women’s March gegenüber. Ost-Aleppo war mehr als vier Jahre unter der Herrschaft radikaler Jihadisten unter Führung der Al Qaida, die in Syrien unter dem Namen „Al-Nusra-Front“ aktiv war. Neben den Al-Nusra-Kämpfern „wirkten“ in der Jihadisten-Koalition von Aleppo auch so tolle verbotene Terrorgruppen wie Ahrar al-Scham oder Nureddin al-Zenki (In den westlichen Propagandamedien wurden alle diese Kämpfer als „edle Rebellen“, Opposition und Menschenrechtsaktivisten dargestellt und alle Nicht-Nusra-Kämpfer wahrheitswidrig als „moderate Rebellen“ bezeichnet.). Systematische Vergewaltigungen und Morde waren dort in Ost-Aleppo an der Tagesordnung. Und sogar Macho-Sprüche gegen Frauen à la Donald Trump!

Ost-Aleppo bis zum Dezember 2016: Mord, Folter, Hunger, Geiselhaft und ein menschenverachtendes System der Vergewaltigungen und der Zwangsheirat. Vergewaltigt wurden Frauen und minderjährige Mädchen aller Konfession. Sie galten quasi als Freiwild, mit Ausnahme natürlich von Jihadistinnen und Angehörigen der Jihadisten. Die Vergewaltigung von alawitischen, christlichen oder schiitischen Frauen war per Fatwa generell einfach so erlaubt. Bei der Vergewaltigung sunnitischer Frauen wurde per religiöser Floskel eine Pseudoehe geschlossen und die Frau nach der Vergewaltigung meist verstoßen.

Die britische Journalistin Vanessa Beeley war vor Ort in Aleppo und berichtete am 15.12.2016 in einem Interview, welches bei der Propagandaschau in deutscher Übersetzung vorliegt, von dem Martyrium der Menschen unter der Herrschaft der sogenannten „Rebellen“ in Ost-Aleppo. Zitat: „Jeder mit dem wir in diesen Gebieten gesprochen haben, erzählte uns von den Gräueln, die von diesen Terroristen begangen wurden. Eine Frau erklärte uns während einer Aufnahme, dass sie kurz vor der Befreiung ihre 8 Jahre alte Tochter eingesperrt hatten. Ihre älteste Tochter wurde zur Vergewaltigung freigegeben und das einzige, was sie rettete, war der Tag, als die syrische Armee Hanano befreite, an diesem sollte ihre Tochter mitgenommen werden. Die 8 Jahre alte Tochter starb im Gefängnis. […] Eine Frau fiel vor den Terroristen auf die Knie und bettelte um Essen und sie haben ihr in den Mund geschossen. […] Massenerschießungen eines jeden, der irgendeine Verbundenheit mit der syrischen Regierung oder Armee gezeigt hatte“.

Der Spiegel zum Women’s March, featuring Al-Qaida-Koalitionspartnerin und Death-Rape-Video-Fan Hillary Clinton, die ja vor der Präsidenschaftswahl angekündigt hatte, Russland in Syrien anzugreifen: „‚Zusammen sind wir stark!‘ Hillary Clinton, die bei der Vereidigung am Freitag auf der Tribüne eisern lächelte, sendet via Twitter eine Solidaritätsadresse an die Anti-Trump-Demonstrantinnen. Aufputschender Auftritt der demokratischen Senatorin Tammy Duckworth aus Illinois, Amerikanerin asiatischer Herkunft. Auf Krücken gestützt ruft sie zur aktiven Teilnahme am demokratischen System auf: ‚Bewerbt Euch für Ämter!‘ 2004 wurde Duckworth als Hubschrauber-Co-Pilotin im Irak schwer verletzt – hier spricht eine Kriegsversehrte. Ein extrem starkes Statement gegen Trump.“. Offenbar gilt beim Spiegel die Teilnahme am Überfall auf den Irak als Qualitätssiegel.

Priester Andre Ashdown ist ein Geistlicher aus England. Er besuchte die Stadt Aleppo und berichtete in einem längeren Facebook-Eintrag von dem Grauen in Ost-Aleppo. Sein Bericht über einen dortigen Besuch vom 14. Dezember 2016 liegt in deutscher Übersetzung bei dem Medienwatchblog „Propagandaschau“ vor: „Aleppo: Die Wahrheit, die sich der Westen weigert, zu berichten„. Zitat: „Die meisten der Flüchtlinge sagten, dass eines ihrer Familienmitglieder von den Rebellen getötet worden sei und sie sprachen dauernd über weitverbreitete Morde, Folter, Vergewaltigung und Entführung durch die Rebellen. Wenn jemand seine Wohnung verließ, dann wurde das Eigentum und der Besitz konfisziert oder gestohlen.“.

Der Beitrag der Zeit unter dem Titel „Der Widerstand formiert sich“ macht stellenweise sprachlos. Ein Paradebeispiel für die Wirkung von Propaganda und Spin-Doctoring: „Die 62-Jährige fängt an zu erzählen, über die Wahl, über die Russen, über Hillary Clinton. Man hört ihr die Wehmut an, dass Clinton Trump nicht verhindern konnte. ‚Sie hat unter anderem nicht gewonnen, weil die Medien Trump so viel kostenlose Reklame in Form von Berichten geliefert haben.‘ ‚Es hätte keine qualifiziertere Kandidatin gegeben‘, sagt Rudulph. ‚Ich mochte Barack Obama sehr, er war ein sehr guter Präsident‘, mischt sich ihr Ehemann kurz ein, ‚aber selbst er war nicht so gut vorbereitet für das Amt wie Hillary.‘. Die heiligen Massenmörder Barack Obama und Hillary Clinton… Und die Medien seien Schuld am Sieg von Trump …

Wie das geregelte System der Vergewaltigungen in Ost-Aleppo funktionierte, berichtet eine syrische Frau aus Ost-Aleppo in einem Artikel des russischen Sputnik: „‚Wenn ein Terrorist ein Auge auf ein Mädchen geworfen hatte, so wurde sehr schnell ein Nikah (islamische Ehe) geschlossen. Ein paar Gebete, und alles ist erlaubt. Zwei Stunden später verlässt er sie dann aber‘, so die Frau. Zwei Freundinnen der Syrerin sei es genau so ergangen. Mit der einen habe der Extremist nur eine halbe Stunde verbracht, wonach er sie rausgeschmissen habe. Nun sei die Frau gezwungen, alleine ein Kind zu erziehen, das zudem auch noch von einem Terroristen gezeugt worden sei.“.

Natürlich konnte der Jihadist die Frau auch einfach als Ehefrau behalten. Dass es sich um eine realistische Schilderung handelt, zeigen beispielsweise auch frühere ähnliche Berichte – auch in etlichen westlichen Medien – aus den ISIS-Gebieten im Irak. Auch dort soll diese Vorgehensweise gang und gäbe sein. Offenbar ein Standardverfahren der radikalen (sunnitischen) Jihadisten für den sexuellen Mißbrauch von muslimischen beziehungsweise sunnitischen Frauen …

Die nicht-sunnitischen Frauen und Mädchen, was bei der Bevölkerungszusammensetzung von Aleppo vor allem christliche und alawitische Frauen bedeutet, konnten sogar noch etwas einfacher vergewaltigt werden, wie beispielsweise die Angezia Fides (Presseorgan der Päpstlichen Missionswerke) in dem Artikel „ASIEN/SYRIEN – Christen fliehen aus von Rebellen besetzten christlichen Vierteln in Aleppo: Fatwa erlaubt Vergewaltigung nichtsunnitischer Frauen“ vom 5. April 2013 berichtet: „Unter den Flüchtlingen wird von Morden und Vergewaltigungen in Familien berichtet, die Verbindungen zur regulären Armee unterhalten haben sollen. ‚Auch ich habe davon gehört‘, so P. David, ‚doch die Informationen, die zu uns gelangen sind vielfältig und manchmal widersprüchlich und momentan schwer zur überprüfen‘.
Gestern wurde unterdessen bei ‚youtube‘ eine von dem aus Jordanien stammenden und in Damaskus wohnhaften salafitischen Scheich Yasir al-Ajlawni ausgesprochene Fatwa veröffentlicht, die Regime Gegner dazu ermächtigt ‚jede nicht sunnitische syrische Frau zu vergewaltigen‘. Nach Ansicht des Scheichs widerpricht die Vergewaltigung alawitischer oder christliche Frauen nicht den Geboten des Islam.“.

Die Bildzeitung schreibt zum Women’s March: „Die Proteste richten sich gegen Trumps Politik sowie seine Verbalangriffe auf Minderheiten und Frauen. […] Die US-Schauspielerin Scarlett Johansson sagte, sie wolle Trump respektieren. Dazu dürfe er sich aber dem Kampf für Frauenrechte nicht verschließen. […] Trumps Wahlkampf-Rivalin Hillary Clinton zeigte sich im Kurzmitteilungsdienst Twitter solidarisch mit den Demonstranten: ‚Danke, dass ihr für unsere Werte aufsteht, sprecht und marschiert.‘ John Kerry, bis Freitag noch US-Außenminister, mischte sich selbst unter die Demonstranten.“.

Welche Werte meint Kerry da, von dem erst vor Kurzem die – geleakte – Bestätigung des seit Langem im Raum stehenden Verdachts kam, dass die USA nicht nur Jihadisten am Al Qaida, sondern auch die Al-Qaida-Abspaltung IS („Islamischer Staat“, ISIS, ISIL, Daesh) gezielt gegen die syrische Regierung einsetzten, um den Angriffskrieg des Westens und seiner frauenfeindlichen Verbündeten Saudi-Arabien und Katar gegen Syrien zu gewinnen? Wie, Sie wissen gar nichts von einem Angriffskrieg gegen Syrien? Dann sollten Sie sich einmal die Äußerungen der führenden Wissenschaftler zum Syrienkrieg anschauen:

Die Nachdenkseiten, ein Interview mit Professor Jörg Becker: „Die Bewusstseins-Industrie„. Becker ist seit 1987 Professor für Politikwissenschaft an der Universität Marburg und forscht zu Propaganda. Zitat aus dem Interview zum Syrienkrieg: „Wenn in der NZZ nach den Recherchen dieser Forschungsgruppe 92 Prozent aller Nachrichten über den Syrienkrieg auf Propagandamaterial der NATO und der USA aufbauen, darf man sich über ein solches Ergebnis nicht wundern. Der Grund hierfür ist einfach auszumachen. Denn die „ach so neutrale“ Schweiz ist, ebenso wie Österreich übrigens, fest in NATO-Pläne eingebunden. Und die Schweizer Medien sind hier klar auf Kurs. [….]

Gleichwohl wird die Mehrzahl der Nutzer der Massenmedien schlicht unwissend darüber sein, dass die USA seit Jahren völkerrechtswidrig einen Regime Change in Syrien herbeizuführen versuchen. Dass das ganze Terror-Problem vor allem durch westliches Morden und westliche Kriege entstanden ist. Ja, dass der Westen Al Quaida seit Jahren mit Waffen beliefert und hierdurch überhaupt erst großgemacht hat, um Assad zu stürzen und an seiner Stelle eine willfährige Marionettenregierung einzusetzen. […]“.

Die Nachdenkseiten, ein Artikel von Michael Jabra Carley (Professor für Geschichte an der Universität Montreal, Kanada): “Wie die westliche Heuchelei die Welt noch gefährlicher macht“.

“[…] Die russische Strategie ist, ebenso wie die anderen Friedensstrategien Russlands, fehlgeschlagen, unter anderem deshalb, weil es keine islamistischen „Gemäßigten“ gibt, die sich von den so genannten echten Terroristen trennen ließen. Die Rede von „unseren Gemäßigten“ ist eine Fiktion und ein Deckmantel der USA für ihre Unterstützung für Al-Qaida und deren verschiedene Verbündete, bei denen es sich weitgehend um ausländische Söldner handelt, die gegen die säkulare, legitime Regierung Syriens kämpfen.

Das einzige Resultat der russischen Bemühungen ist bis jetzt, dass US-Generäle drohen, Russland „zu schlagen“ wie nie zuvor. Zugleich droht der französische Präsident Russland und Syrien mit Anklagen wegen Kriegsverbrechen, und verschiedene britische Politiker einschließlich des Außenministers wüten über „naziartige“ Bombardierungen von armen, unschuldigen „Gemäßigten“. In Wirklichkeit benutzen diese die Zivilisten in Aleppo in ihrer immer kleiner werdenden Besatzungszone als menschliche Schilde und richten alle, die versuchen, zu entkommen, summarisch hin. Im wesentlich größeren Teil Aleppos, den die „Gemäßigten“ nicht kontrollieren, greifen sie systematisch Zivilisten an.

Werden diese Heuchelei und diese Doppelstandards je ein Ende haben? Von Wilson bis Johnson und weiter bis Obama sind wir mit einem großen Haufen von Lügen überschüttet worden. Die US-amerikanische und westliche Version der Ereignisse in Syrien und anderswo ist bis auf die letzte Silbe falsch. Die „leuchtende Stadt auf dem Hügel“ ist ein Mythos. Das Bild eines düsteren Schlachthauses, das bis obenhin mit Opfern des US-amerikanischen und europäischen Neokolonialismus voll ist, würde die Realität wesentlich besser darstellen. Aber man braucht nicht darauf zu warten, dass irgendeine westliche Regierung sich dieses Schlachthaus einmal ansieht. „Kollateralschaden“ würden die USA sagen, „und ein Preis, der es wert war“. Mythen und Lügen überdecken die tatsächliche Außenpolitik der Vereinigten Staaten und ihrer Vasallen, aber das ist leider nichts Neues. Die dringliche Frage ist jetzt, ob die Bewohner der USA, Kanadas und Europas bereit sind, für eine Serie von Lügen, und zur Verteidigung der US-geführten Al-Qaida-Invasion Syriens, einen grundlosen Krieg mit Russland zu riskieren. Wir, und zwar wir alle, müssen uns hier rasch entscheiden, bevor es zu spät ist.”

Der Schweizer Friedensforscher Dr. Ganser in einem Interview in den Nachdenkseiten zu seinem neuen Buch “Illegale Kriege”, welches auch den Syrienkrieg behandelt:

“Ja, auch der Angriff auf Syrien 2011 war illegal. Die Angreifer USA, Großbritannien, Frankreich, Türkei, Katar und Saudi-Arabien haben brutale Banden trainiert und mit Waffen ausgerüstet und versuchen seit 2011 Präsident Assad zu stürzen, was ihnen aber bisher nicht gelungen ist. Diese brutalen Banden müssen als Terroristen bezeichnet werden, aber die Angreifer benutzen das Wort „moderate Rebellen“ und verwirren dadurch die Öffentlichkeit. Deutschland hat sich erst spät in den Krieg eingebracht, dann aber auf der Seite der Angreifer. Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel will nun Assad stürzen, genau wie US-Präsident Obama, der französische Präsident Hollande und der türkische Präsident Erdogan. Das ist aber alles illegal. Es wäre genauso illegal, wenn Assad Frau Merkel stürzen wollte. […]

Beim Angriff der USA auf Libyen 1986 gab es kein Mandat des UNO-Sicherheitsrates. Auch US-Präsident Reagan müsste sich vor einem Gericht verantworten, wenn er noch leben würde. 2011 haben die USA zusammen mit Frankreich und Großbritannien Libyen erneut angegriffen. Diesmal gab es zwar ein Mandat der UNO. Aber nur für eine Flugverbotszone.

Die NATO-Länder kümmerte das aber nicht, sie führten einen Regime Change durch, Gaddafi wurde in der Wüste begraben, auch das war völlig illegal und durch die UNO-Resolution nicht abgedeckt. Libyen versinkt seither im Chaos. Aber der französische Präsident Sarkozy, der britische Premier Cameron und US-Präsident Obama kamen mal wieder völlig straflos davon. Am 1. August 2016 hat Obama Libyen nochmals bombardiert, das wurde in den meisten Zeitungen nur noch auf den hinteren Seiten vermeldet. Das Völkerrecht wird systematisch zerschlagen und ignoriert, das ist nicht klug. […]

Vor allem aber wirken die Medien oft kriegstreibend und nicht kriegshemmend. So fordern die Medien etwa aktuell in einem fort den Sturz von Assad in Syrien. Dabei wird selten erklärt, dass es völlig illegal ist und dem UNO-Gewaltverbot widerspricht, eine Regierung in einem fremden Land zu stürzen. Regime Changes sind verboten.

In Syrien betreiben die NATO-Länder derzeit zusammen mit den Golfmonarchien Katar und Saudi-Arabien einen illegalen Putsch, das kann jeder beobachten. Der deutsche Nahost-Experte, Professor Günter Meyer, hat richtig darauf hingewiesen, dass die USA primär sogenannte moderate Gruppen unterstützen, dass diese aber mit der Nusra-Front zusammenarbeiten. Das heißt, auch die Waffen, die an die Moderaten geliefert werden, landen im Endeffekt bei der Nusra-Front. Das ist doch ein Skandal, denn das bedeutet nichts Anderes als dass die NATO mit den Terroristen gemeinsame Sache macht. Denn die Nusra-Front ist eindeutig ein Ableger von Al-Qaida.

Diese Unterstützung der Nusra-Front geschieht indirekt auch mit deutscher Beteiligung, denn die Tornados, die dort im Einsatz sind, um Luftaufklärung zu betreiben, liefern ihre Daten an das militärische Operations- und Kontrollzentrum der Gegner von Assad, wo dann die USA, die Türkei und Geheimdienstoffiziere aus Katar und Saudi-Arabien die Informationen sammeln und an die Rebellen weitergeben.”.

Interview mit Professor Günter Meyer von der Universität Mainz im Wiesbadener Kurier vom 6.8.2016 („Russlands Einschreiten als Wendepunkt„), Meyers Antwort auf die Frage „Welche Rolle spielt die USA für die Entwicklung?“:

„Die USA ist der Hauptverantwortliche dafür, dass unter der Herrschaft des einstigen Hoffnungsträgers Baschar al-Assad […] Syrien in eine beispiellose Katastrophe gestürzt ist. Schon unmittelbar nach den Terroranschlägen von Al-Kaida 2001 plante die US-Regierung, die Regime in Syrien und sechs weiteren islamischen Ländern auszuwechseln. Seit 2006 haben die USA mit ihrem politischen Einfluss auf die Golfstaaten, durch die Finanzierung von Medienkampagnen und durch die Ausbildung von Terroristen den Sturz Assads vorangetrieben. Es gibt Dokumente, aus denen klar hervorgeht, dass die USA 2012 nicht nur das Risiko einer Ausbreitung des IS in Syrien erkannt hatten; sie begrüßten diese Entwicklung sogar, weil dadurch die Regierung in Damaskus geschwächt wurde. Erst seit 2013 warnen hochrangige US-Militärs vor der Gefahr, dass das Machtvakuum nach einem Sturz Assads durch radikale Islamisten gefüllt wird. Heute versucht US-Präsident Obama noch in seiner Amtszeit eine politische Konsolidierung in Syrien zu erreichen. Die Forderung nach dem Rücktritt Assads ist jetzt keine Vorbedingung mehr für eine Friedenslösung.“

Professor Tim Anderson aus Australien hat ein Buch über den Krieg in Syrien veröffentlicht: „The Dirty War on Syria“. Die Nachdenkseiten über das aktuelle Buch des Professors für Politik der Universität Sydney („Leiser Optimismus im Mittleren Osten?„), welches vor Kurzem unter dem Titel „Der schmutzige Krieg gegen Syrien“ auch auf deutsch erschien:

„Gleich vorweg: Andersons Buch will keine Chronologie der Ereignisse des Krieges in Syrien erzählen. Es entsteht allerdings ein anderes Bild, wenn Anderson akribisch darstellt, wie die Ereignisse in Syrien durch ein Zusammenspiel von islamistischen Fundamentalisten, US-amerikanischen Geostrategen, wahhabitischen Steinzeit-Königreichen, westlichen Mainstream-Medien und Nichtregierungsorganisationen massiv manipulativ umgedeutet und umgeschrieben wurden. Bis 2011 zum Beispiel war der syrische Präsident Bashar al-Assad ein von westlichen Regierungen und Konzernen umworbener Mann, dem man die Durchführung marktradikaler Reformen in seinem Land nahelegen wollte. Um Assad sodann ganz plötzlich zum neuen Hitler umzudichten, der sein eigenes Volk massakriert. […]

Im Gegensatz zu Afghanistan und Irak verzichtete man in Syrien auf den militärischen Einmarsch. Als der arabische Frühling auch Syrien erreichte, wurden die legitimen Proteste der demokratischen Opposition genutzt, um im Schutz der Masse durch islamistische Scharfschützen auf Zivilisten und Polizisten zu schießen. Die westliche Erzählung von der syrischen Polizei, die auf friedliche Demonstranten schießt, und von den friedfertigen Demonstranten, die quasi innerhalb weniger Stunden und Tage zu Soldaten mit professionellen Schutzanzügen amerikanischer Fertigung und mit Waffen, deren Munition aus israelischer Produktion stammt, mutierten, ist nicht plausibel. Der Konflikt eskalierte. Die demokratische Opposition blieb eingeschüchtert zuhause, und die Söldnermilizen übernahmen ganze Regionen. Über 100.000 syrische Soldaten sind mittlerweile von ‚moderaten Rebellen‘ ermordet worden. Die angeblich syrischen Rebellen stammen aus über achtzig Ländern der Welt.“.

Hier noch ein Video-Interview mit Anderson zum Thema Syrienkrieg:

Professor Jörg Becker in einem Interview im Magazin Telepolis („‚Die Medien tragen demokratische Verantwortung‘„) mit Reinhard Jellen, Anfang 2016, kurz nach der Veröffentlichung Beckers neuen Buches „Medien im Krieg – Krieg in den Medien“. Zitat: „Die Öffentlichkeit wird über den Nahen Osten falsch und verzerrt informiert und natürlich werden ihr wesentliche Zusammenhänge nicht richtig vermittelt. Aktuell läuft in der Syrien- und Irakberichterstattung nahezu alles falsch, was man sich denken kann.

Wo gibt es Artikel darüber, dass der Krieg einer „Koalition gegen den Terror“ gegen den „Islamischen Staat“ völkerrechtswidrig ist, da er nicht vom UN-Sicherheitsrat genehmigt wurde und da es an die Länder dieser selbst ernannten Koalition kein militärisches Hilfeersuchen der syrischen Regierung nach der UN-Charta gibt und auch die Resolution des UN-Sicherheitsrats keinen Einsatz ausländischen Militärs in Syrien erlaubt? Wo gibt es demgegenüber journalistisches Material darüber, dass die Teilnahme der russischen Luftwaffe am syrischen Bürgerkrieg insofern völkerrechtskonform ist, da dieser Teilnahme ein Hilfeersuchen der syrischen Regierung zugrunde liegt, die notabene legitim im Amt ist?

Unklar bleibt in den deutschen Medien auch die saudische, katarische und türkische Unterstützung verschiedenartiger syrischer Rebellengruppen und des sogenannten Islamischen Staates.“.

Professor Günter Meyer von der Universität Mainz bei Web.de: „Syrien-Konflikt und die Chancen auf Frieden unter Baschar al-Assad: Nahost-Experte klärt auf„, 5. November 2016. „Ein Frieden in Syrien ist auf absehbare Zeit höchst unwahrscheinlich. Sie haben auf der einen Seite das Regime, das von Russland und dem Iran unterstützt wird. Das Regime setzt auf die Eroberung des Ostteils von Aleppo. Jedoch kontrolliert diesen Teil die Nusra-Front, der Ableger von Al-Kaida, gemeinsam mit anderen dschihadistischen Extremisten. Wir hören ständig davon, dass die Zivilbevölkerung von den Russen und dem Regime zerbombt wird. Es ist aber keine Rede davon, dass die Dschihadisten die Waffenruhe von Anfang an abgelehnt haben und die Zivilbevölkerung als menschliches Schutzschild missbraucht wird. Die Scharfschützen der Extremisten verhindern, dass sich die Einwohner im belagerten Ost-Aleppo über die von den Russen geöffneten Korridore in Sicherheit bringen können. Weitgehend verschwiegen wird der seit Tagen anhaltende massive Beschuss der Wohngebiete im Westteil Aleppos durch Raketen und Artillerie der Dschihadisten. […] Eine Niederlage der von den USA unterstützten Rebellen in Ost-Aleppo wäre für Präsident Barack Obama eine riesige Demütigung. Deswegen setzt Washington alles daran, um das zu verhindern.“.

Professor Günter Meyer von der Universität Mainz beim Deutschlandfunk: „Neue Syrien-Gespräche. ‚Auch die USA haben Städte bombardiert‘„, 15. Oktober 2016. „Selbst der Chef der Generalstäbe der US-amerikanischen Streitkräfte hat vor gut einer Woche bei einer Anhörung im Kongress erklärt, es gibt keinerlei Hinweise, keinerlei Beweise dafür, wer für diesen Angriff verantwortlich ist, und das sagt der Chef des amerikanischen Stabes, während der Außenminister erklärt, selbstverständlich die Russen sind dafür verantwortlich. Die Russen haben inzwischen klar auf den Tisch gelegt, die syrischen Streitkräfte verfügen überhaupt nicht über Flugzeuge, weder über Hubschrauber noch über Kampfflugzeuge, die in der Lage sind, nachts Angriffe zu fliegen. Man hat dann im Einzelnen sich angeschaut, wie sieht es denn vor Ort aus. Von Bombenangriffen war die Rede. Es gibt nirgendwo Trichter von solchen Bomben, es gibt keine Splitter, es deutet alles darauf hin, dass hier mit kleinen splitterfreien Sprengkörpern gearbeitet worden ist. Das heißt also, diese ganze Geschichte mit dem Bombenangriff von russischer Seite macht nicht den geringsten Sinn, insbesondere auch vor dem Hintergrund. Wer hätte ein Interesse daran, einen solchen Angriff durchzuführen – mit Sicherheit nicht das Regime. Alle politischen, militärischen Überlegungen machten von Anfang an klar, dass ein solcher Angriff ein humanitäres Verbrechen, ein Kriegsverbrechen auf keinen Fall dem Regime nützen kann. Zugleich in militärischer Hinsicht: die Zerstörung von einigen Tonnen Hilfsmittel macht militärisch überhaupt keinen Sinn. Das heißt, die einzigen, die ein Interesse daran gehabt haben, sind die Rebellen, und wir haben hier die Islamisten, die genau in dem Ort auch eines ihrer Hauptquartiere hatten. Das heißt, ein Angriff unter falscher Flagge mit dem einzigen Ziel, das syrische Regime dafür verantwortlich zu machen. Diese Rechnung ist aufgegangen.“.

Professor Günter Meyer von der Universität Mainz beim Tagesanzeiger: „«Das führt an die Schwelle des dritten Weltkriegs»„, 21. Oktober 2016. „Welche Aussenpolitik würde Hillary Clinton als US-Präsidentin verfolgen? Antworten liefert ein Strategiepapier eines Thinktanks. Experte Günter Meyer hat es analysiert. […] Das Konzept trägt den programmatischen Titel: «Stärkung der amerikanischen Macht. Strategien zur Ausweitung des US-Engagements in einer hart umkämpften Weltordnung». Mit dieser Zielsetzung ist es Clinton bereits gelungen, zahlreiche Neokonservative aus dem Lager der Republikaner auf ihre Seite zu ziehen. Abgesehen von den engen persönlichen Beziehungen zwischen der Präsidentschaftskandidatin und den Autoren, setzt das Papier die Politik des militärischen Interventionismus fort, die Clinton bisher vertreten hat. […] Clinton hat immer wieder betont, dass sie eine härtere Gangart gegen Assad einschlagen will. Während Obama gerade die Einrichtung einer Flugverbotszone in Syrien entschieden abgelehnt hat, wird von Clinton nach wie vor die Einrichtung einer Flugverbotszone gefordert. Dazu ist die Zerstörung der syrischen Luftwaffenbasen durch Marschflugkörper geplant. Nachdem Russland inzwischen zahlreiche Abwehrsysteme gegen ballistische Raketen in Syrien installiert hat, würde diese militärische Intervention der USA unvermeidlich zu einer direkten militärischen Konfrontation der beiden Nuklearmächte führen. Ob Clinton dies tatsächlich in Kauf nehmen wird oder nur blufft, bleibt abzuwarten.“.

Professor Reinhard Merkel von der Universität Hamburg in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, 2013 (also noch zu Lebzeiten des damaligen FAZ-Herausgebers Frank Schirrmacher); „Syrien – Der Westen ist schuldig„. Die Anmerkung sei erlaubt, dass Merkel sogar zu dieser Analyse kommt, ohne die Propaganda des Westens zu Syrien überhaupt ansprechen oder in Frage stellen zu müssen. Professor Merkel:

„Wie hoch darf der Preis für eine demokratische Revolution sein? In Syrien sind Europa und die Vereinigten Staaten die Brandstifter einer Katastrophe. Es gibt keine Rechtfertigung für diesen Bürgerkrieg. […]

Diese Strategie ist eine Variante dessen, was seit der Invasion des Irak vor zehn Jahren „demokratischer Interventionismus“ heißt: das Betreiben eines Regimewechsels mit militärischen Mitteln zum Zweck der Etablierung einer demokratischen Herrschaft. Im Irak besorgten die Invasoren das eigenhändig. Der Kriegsgrund wurde, wie wir wissen, zwischendurch umstandslos ausgewechselt: Waffen hin oder her – jedenfalls befreie man ein unterdrücktes Volk. Auch dieses Ziel rechtfertige den Angriff.

Was in Syrien geschieht, ist eine dem Anschein nach mildere Form des Eingriffs, da sie den Sturz des Regimes dessen innerer Opposition überlässt, die von außen nur aufgerüstet – und freilich auch angestiftet – wird. In Wahrheit ist sie die verwerflichste Spielart: nicht so sehr, weil sie neben dem Geschäft des Tötens auch das Risiko des Getötetwerdens anderen zuschiebt. Eher schon, weil sie die hässlichste, in jedem Belang verheerendste Form des Krieges entfesseln hilft: den Bürgerkrieg.

Jedenfalls übernehmen die Intervenierenden die vermeintliche und absurde Rolle von Unschuldigen. Es ist ein suggestives Herabsetzen der Legitimationsschwelle für das eigene Handeln vor den Augen der Welt: Wir sind es nicht, die in Syrien töten; wir helfen nur einem unterdrückten Volk. So lässt sich offenbar eine Aura des Moralischen erschleichen. Rätselhaft ist, dass dies ohne nennenswerten Widerspruch gelingt.“

Zu der Frage „Wie sah es denn vor dem Krieg in Syrien aus?“ hier noch ein interessantes Webfundstück von der Website der Universität Heidelberg: Eine Pressemitteilung aus dem Jahre 2009 mit dem Titel “Das syrische Modell friedlicher Koexistenz: Muslime, Christen, Juden“. Inhalt dieser Pressemeldung zu dem “Kolloquium im Internationalen Wissenschaftsforum am 21. und 22. Juli 2009″:

„Der Vordere Orient wird in Europa als Konfliktregion wahrgenommen. Dagegen leben in Syrien, das im Westen gelegentlich zu den „Schurkenstaaten“ gezählt wird, bereits seit langer Zeit eine Vielzahl von Völkern und Religionsgemeinschaften friedlich miteinander. Mit „Syrien – Heimat verschiedener Sprachen, Religionen und Kulturen“ befasst sich jetzt ein Kolloquium im Internationalen Wissenschaftsforum der Universität Heidelberg, das am 21. und 22. Juli stattfindet. Im Mittelpunkt steht die Frage, ob das syrische Modell friedlicher Koexistenz ein Beispiel für andere Länder des Vorderen Orients sein kann. Unterstützt wird diese Tagung, die vom Seminar für Sprachen und Kulturen des Vorderen Orients veranstaltet wird, durch die Fritz-Thyssen-Stiftung.

„In keinem anderen Land dieser Region leben so viele verschiedene Völker mit unterschiedlichen Religionen und Sprachen wie in Syrien“, erklärt Prof. Dr. Werner Arnold, Inhaber des Heidelberger Lehrstuhls für Semitistik und Organisator des Kolloquiums: Araber, Westaramäer, die ostaramäischen Assyrer und Syrer, Armenier, Tscherkessen, Tschetschenen, griechisch sprechende Muslime aus Kreta, Dom, Kurden, Türken und Turkmenen. Gesprochen werden hauptsächlich semitische, aber auch indoeuropäische und Turksprachen. Zudem sind alle großen Religionsgemeinschaften – Islam, Christentum, Judentum – vertreten. Dass das Zusammenleben auf friedliche Weise funktioniert, liegt, so Werner Arnold, „nicht zuletzt an der überkonfessionellen Doktrin der arabisch-nationalistischen Baath-Partei, die in der Hauptstadt Damaskus regiert.““

2013 wies Professor Arnold dann in einem Deutsche-Welle-Interview auf die Exzesse der vom Westen unterstützten beziehungsweise etablierten sogenannten “Rebellen” in Syrien hin (“Syrische Christen zunehmend unter Druck“):

“Christen in Syrien konnten lange ein relativ friedliches Leben führen. Im Bürgerkrieg sind aramäische Gemeinden ins Visier radikal-islamischer Gruppen geraten, die gegen das Assad-Regime kämpfen. Experten schlagen Alarm. […] Der Schutz der “Himmelskönigin” hat ebenso wenig ausrichten können wie die syrische Armee, als islamistische Kämpfer mitten in der Nacht das Dorf stürmten und die Einwohner vertrieben. Seitdem liefern sich Rebellen und Regierungstruppen dort heftige Kämpfe. […] Mit Ausbruch der Rebellion gegen Assad traten allerdings bewaffnete Gruppierungen auf den Plan, die einen islamischen Gottesstaat errichten wollen und andere religiöse Gemeinschaften bekämpfen. […] Radikal-islamische Gruppen riefen öffentlich zum Mord an religiösen Minderheiten auf, berichtet Demir. ‘Man kann hier wirklich von einer ethnischen Säuberung sprechen. Das hat mit einer demokratischen Oppositionsbewegung nichts mehr zu tun, denn den Christen und den übrigen Minderheiten wird hier schlicht das Existenzrecht abgesprochen.’ […] Für die syrischen Christen hofft Arnold einzig und allein darauf, ‘dass diese ganze Rebellion irgendwann zusammenbricht.’ Im Augenblick sehe es jedoch nicht danach aus.”.

Zur Situation in Syrien und speziell zur Unterstützung des syrischen Arms der Terrorgruppe Al Qaida, Al-Nusra-Front-„Rebellen“, durch die USA und ihre Verbündeten Türkei, Saudi-Arabien und Katar noch einmal Professor Günter Meyer von der Universität Mainz in einem aktuellen Interview beim Deutschlandfunk vom 27. August 2016 mit Interviewer Dirk Müller („Syrien – ‚Wen wollen wir denn jetzt tatsächlich bekämpfen?‘„):

„Müller: Haben die Amerikaner direkt oder indirekt damit auch die Nusra-Front unterstützt, indem die anderen beliefert und unterstützt wurden und das irgendwie dann ausgetauscht wurde.

Meyer: Das haben sie in jedem Fall. Das war voll mit Wissen der Amerikaner. Und übrigens durchaus auch indirekt sicherlich mit deutscher Beteiligung, denn die Tornados, die dort im Einsatz sind, um Luftaufklärung zu betreiben, liefern ihre Daten an militärische Operations- und Kontrollzentren, in denen die USA gemeinsam sich mit der Türkei mit Geheimdienstoffizieren aus Katar und Saudi-Arabien, und die Informationen, die dort ankommen, die werden weitergegeben an die Rebellen.

Das heißt, der Vorstoß, das Durchbrechen des Belagerungsrings, was wir im Westen Aleppos erlebt haben, geht mit Sicherheit auf solche Aufklärungsergebnisse zurück. Das heißt, die Amerikaner tun durchaus alles, um das Regime auch zu schwächen, zwar nicht im direkten Angriff, aber zumindest doch indirekt.

Müller: Also ich muss da noch mal nachfragen, Herr Meyer – das heißt, die Amerikaner, für Sie jedenfalls klipp und klar, die Amerikaner unterstützen Extremisten und Islamisten und Terrorgruppen, die ihre Verwurzelung bei Al Kaida gefunden haben oder immer ideologisch vielleicht auch noch finden, gegen Baschar al-Assad?

Die Waffen der Amerikaner landen bei der Nusra-Front

Meyer: Sie unterstützen primär sogenannte moderate Gruppen, nur, diese moderaten Gruppen arbeiten mit der Nusra-Front zusammen. Das heißt, auch die Waffen, die an die Moderaten geliefert werden, landen im Endeffekt bei der Nusra-Front, die das Oberkommando speziell auch im Osten von Aleppo hat.“.

Ein Audio-Interview bei neulandrebellen.de mit dem Schweizer Wissenschaftler, Historiker und Friedensforscher Ganser zum Syrienkrieg und illegalen Kriegen: “Daniele Ganser: ‘Die Angreifer haben keinerlei moralische Überlegenheit’“.

2013 kam es im Syrienkrieg in Ghouta, einem Vorort der syrischen Hauptstadt Damaskus, zu einem mörderischen Chemiewaffenangriff mit Sarin-Giftgas, bei dem hunderte Menschen – die Rede ist sogar von über tausend Opfern – starben. Diese Attacke ist der große, bekannte Giftgasangriff des Syrienkrieges mit einer nachweisbar großen Zahl von Opfern. Er wurde direkt nach seiner Durchführung vom Westen, insbesondere den USA, der syrischen Regierung unter dem Präsidenten Assad in die Schuhe geschoben. Doch schon nach wenigen Wochen nach der Attacke fanden führende Wissenschaftler aus den USA heraus, dass die syrischen Truppen unmöglich hinter dem Angriff stecken konnten. Eine Täterschaft der Regierungstruppen entfällt hier – neben anderen Gründen – alleine schon deshalb, weil sie viel weiter vom Einschlagort entfernt ihre Stellungen hatten, als die Reichweite der von der UN – die zu diesem Zeitpunkt planmäßig und mit großem Presserummel angekündigt für eine Chemiewaffeninspektion in der Nähe war – sichergestellten Geschosse war, so eine der Aussagen der entsprechenden Studie.

Wenige Monate nach dem Angriff veröffentlichten die US-Wissenschaftler vom renommierten Bostoner MIT und den Tesla Laboratories einen entsprechenden Bericht (“Possible Implications of Faulty US Technical Intelligence in the Damascus Nerve Agent Attack of August 21, 2013“). Die beiden Experten – der frühere UN-Waffeninspektor Richard Lloyd und der MIT-Professor Theodore A. Postol – waren eigentlich vor ihrer Untersuchung davon ausgegangen, dass Assads Truppen für die Giftgasattacke verantwortlich waren. Dann fanden sie genau das Gegenteil heraus.

Wirklich interessant ist in diesem Zusammenhang auch, dass ein führender deutscher Syrienexperte, Professor Günter Meyer von der Universität Mainz, bereits im September 2012 – also knapp ein Jahr vor dem tatsächlichen Angriff in Ghouta bei Damaskus am 21. August 2013 – in einem englischsprachigen Interview in der Asia Times Online davon sprach, dass in arabischen Medien über einen solchen kommenden gezielten Anschlag mit chemischen Waffen im Süden Syriens – unter falscher Flagge – spekuliert wurde, der dem Westen und insbesondere den USA einen Vorwand für eine größere Intervention in Syrien liefern sollte. Der Angriff wurde in Arabien quasi schon als geplant gemeldet, so die Aussagen des Wissenschaftlers ein Jahr vor der tatsächlichen Attacke. Wenn man so will eine False-Flag-Aktion mit Ansage. Das Interview von Lars Schall mit Professor Meyer hatten die Nachdenkseiten 2012 auf deutsch übersetzt. Hier die entsprechende Stelle in dem Artikel vom 27. September 2012:

“LS: Es wird gesagt, dass Syriens Herrscher Baschar al-Assad chemische Waffen verwenden könnte. Was ist Ihre Meinung dazu?

GM: Das Regime hat versichert, dass es niemals chemische oder biologische Waffen verwenden wird. Diese Aussage kann durchaus als glaubwürdig angesehen werden, da der Einsatz von Massenvernichtungswaffen oder sogar die Bewegung solcher Waffen bedeuten würde, die „rote Linie“ zu überschreiten, mit der Präsident Obama drohte. Eine militärische Intervention gegen die syrische Regierung würde die Folge sein. [13]

Allerdings gibt es unbestätigte arabische Presseberichte, wonach NATO-Mächte in Abstimmung mit Saudi-Arabien einen Angriff mit chemischen Waffen im südlichen Syrien vorbereiten, für den das Assad-Regime verantwortlich gemacht werden soll, um eine massive internationale Invasion zu rechtfertigen. [14]”

2013 passierte dann der Giftgasangriff, der so gut zu den Prognosen von 2012 passte. Einer der bekanntesten Investigativjournalisten der Welt, der vielfach ausgezeichnete Seymour Hersh, ermittelte eine höchstwahrscheinliche Täterschaft syrischer Terroristen-Rebellen aus dem Al-Kaida-Umfeld in Zusammenarbeit mit dem Geheimdienst des türkischen Präsidenten Erdogan. Nach weiteren Recherchen kommt Publitzer-Preisträger Hersh heute zu dem Schluß, dass die USA unter Präsident Barack Obama und unter der Regie der damaligen US-Außenministerin und heutigen Präsidenteschaftskandidatin Hillary Clinton hinter der todbringenden Giftgasattacke stecken. Clinton soll im Hintergrund über die Türkei und NATO-Partner Erdogan und mit Hilfe des verbündeten Saudi-Arabiens die Fäden bei diesem Giftgas-Anschlag, der unzähligen Syrern den Tod brachte und nach den Gesetzen der Naturwissenschaft nur aus den Gebieten der Rebellen genannten Al-Kaida-Dschihadisten kommen konnte, gezogen haben. Unabhängig davon, ob die US-Regierung oder die Türkei hier involviert war: Der Angriff kam nicht von Seiten der syrischen Regierung, auch wenn Barack Obama das entgegen aller wissenschaftlichen Analysen bis heute behauptet! Im arabischen Raum hatte man die tödliche Attacke schon lange erwartet.

Ein Artikel bei n-tv zu Forschungsergebnissen des IPPNW: “‘Krieg gegen den Terror’. Die wahre Ursache der Flucht“. Der Artikel ist schon etwas älter, heutzutage ist von 400000 Todesopfern in Syrien die Rede, manchmal auch von einer halben Million. Zitate: “Tagtäglich berichten die Medien über die Tausende von Flüchtlingen, die nach Europa fliehen. Doch ein Aspekt fehlt nahezu komplett: Hintergründe über die Fluchtursachen. 14 Jahre sind nach den Terroranschlägen vom 11. September vergangen. Der sogenannte ‘Krieg gegen den Terror’ ist das teuerste und zugleich zerstörerischste politische Projekt seit dem Zweiten Weltkrieg. Sein Ziel, Terrorismus zu bekämpfen, wurde verfehlt, ja sogar konterkariert. Die Militärintervention brachte den Terrorismus erst in den Irak und dann nach Syrien. In Gestalt des ‘Islamischen Staats’ hat er sich in bedrohlicher Ausprägung etabliert. […] Die IPPNW schätzt, dass der ‘Krieg gegen Terror’ bereits in den ersten zehn Jahren 1,3 Millionen Menschen das Leben gekostet hat. Da Untersuchungen zu den Todesopfern mit den Schwächen der verfügbaren Quellen zu kämpfen haben, liegt die Dimension der Todesopfer des Krieges wahrscheinlich über 2 Millionen. Hinzuzurechnen sind im Grunde auch die inzwischen weit über 200.000 Toten in Syrien, denn auch sie sind mittelbare Folge des ‘Krieges gegen den Terror’.”.

Günter Meyer, Universitätsprofessor vom Geographischen Institut der Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU), Anfang 2012 (vergleiche dazu auch dies hier) in einem Beitrag des Magazins der Universität über die Syrienkrise: “So eine Form von Desinformation habe ich noch nie erlebt“. Zitat aus dem Interview mit dem international führenden Orient-Experten aus Deutschland:

“In seinem Büro stehen einige Karten der Region aufgerollt in der Ecke. ‘Wenn das Fernsehen kommt’, meint Meyer lächelnd, ‘die wollen was für’s Auge.’ Eigentlich klingt das so, als sei seine Einstellung zu den Medien rundum positiv. Doch wenn die Syrien-Krise zur Sprache kommt, senken sich seine Mundwinkel schlagartig. ‘So eine Form von Desinformation habe ich noch nie erlebt. Die völlig einseitige Berichterstattung hat sich erst in den letzten Wochen geändert.’. Gefälschte Videos zur Syrien-Krise. Meyer konstatiert eine gezielte Kampagne der Opposition und anderer Kräfte. ‘Jede Menge Videofilme werden verbreitet, die völlig falsche Informationen enthalten. Selbst die Nachrichtenagentur Reuters fiel auf eine solche Fälschung herein und verkaufte einen Film aus dem Libanon von 2008 als aktuelles Dokument zur Syrien-Krise.’ Meyer nennt ein weiteres skandalöses Beispiel: ‘Al-Jazeera hatte am Anfang noch eine hohe Akzeptanz als Nachrichtensender. Aber dann tauchten Mitschnitte auf, in denen zwei Journalisten des Senders bei der Interviewvorbereitung einem als Verletzte kostümierten Mädchen erklären, was es bei der Aufzeichnung sagen soll, und einen Arzt dazu bringen, eine falsche Diagnose für das gesunde Kind abzugeben. Da wird systematische Fälschung betrieben. Al-Jazeera hat dadurch in der arabischen Welt als seriöse Quelle weitgehend den Rückhalt verloren. Nebenbei: Der Sender wird vom Emir von Katar finanziert. Und Katar ist neben Saudi-Arabien der Hauptopponent Syriens in der Region.’”.

6 Kommentare

  1. Ich glaube, die US-Amerikaner begreifen langsam, welchen Psycho sie da ins Amt gehievt haben! Wenn nach Hitler ein Mann die Welt bedroht hat, dann ist es Trump! Aber Merkel wird schon einen Eingang in seinen Arsch finden – auch als Russland-Hasserin! Hauptsache Trump versaut ihr nicht ihre Wiederwahl. Denn das ist das was Merkel interessiert – Frauenrechte in den USA gehen ihr am fetten Arsch vorbei!

      1. Ich lese selten Artikel über Arschlöcher! Ich habe meine Meinung auch so! Im übrigen gibt es auch sehr viele andere Artikel zu unseren „Politikern“! Wobei die Wahrheit bei den Mainstreammedien meistens auf der Strecke bleibt!

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