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Wir töten Ausländer

Wir, die Westliche Wertegemeinschaft, in Deutschland geführt von der immerwährenden Über-Mutti, töten mit glühendem Eifer und aus angeblich humantären Gründen jedes Jahr zehntausende oder gar hundertausende Ausländer. Im jetzigen, noch jungen Jahrtausend haben wir alle zusammen in einer gemeinsamen Kraftanstrengung immerhin schon mindestens zwei Millionen Nicht-Bundesbürger unter die Erde gebracht. Und darauf sind wir, die Westliche Wertegemeinschaft (WWG), ganz regierungshochoffiziell mächtig stolz, denn das alles dient ja hochoffiziell der Liebe und dem Frieden.

Im Syrienkrieg, einem aktuellen Hotspot unseres weltweiten humanitären Einsatzes, haben wir mindestens eine halbe Million Eingeborene getötet. Wie unsere Medien uns immer wieder erklären, verlieren diese zur Erlösung auserwählten sofort jegliche Menschenrechte, wenn wir sie angreifen und sie uns nicht augenblicklich huldigen. Dass jeder angegriffene Staat selbst Schuld an allen Toten eines Krieges ist, versteht sich dabei natürlich von selbst. Ist die tiefe Undankbarkeit der Syrer nicht ein Skandal? Schließlich hat die heilige WWG sogar mit Al Qaida und IS („Islamischer Staat“, Daesh)  zusammengearbeitet, um sie zu befreien, und dabei keine Kosten und Lügen gescheut. Ob unsere Syrien-Sanktionen so erfolgreich sein werden wie die Irak-Sanktionen in den Neunzigern mit einer halben Million toten Kindern, worauf unsere Madeleine Albright besonders stolz war, bleibt abzuwarten.

In Libyen haben wir auch Zehntausende getötet. Den Staatschef sogar vor laufender Kamera, zum filmisch festgehaltenen Genuss der damaligen Außenministerin der USA, Hillary Clinton. Die Briten haben mittlerweile zugegeben, dass die Kriegsgründe alle erstunken und erlogen waren. Was haben wir nicht alles getan für die Menschen in Libyen. Sogar gelogen haben wir, die strahlenden Verfechter der Freiheit, um ihnen endlich die Segnungen des Freien Marktes zu bringen, des freien Sklavenmarktes. Und auch hier mussten wir mit Al Qaida und co zusammenarbeiten, um die Libyer zu befreien. Hillary Clinton musste die Terroristen beim Genuss des Mordvideos sogar öffentlich „unsere Truppen“ nennen. Hat denn keiner Mitleid mit uns?

In der Ukraine haben wir auch zehntausende Menschen getötet, alles natürlich ganz humanitär. Das zurückgebliebene Land haben wir mit der tollen demokratischen Erfindung „Staatsstreichbeglückt. Wir haben sogar Nazis mit echten Hakenkreuzen eingesetzt, haben unsere besten Grünen zur medienöffentlichen Entnazifizierung der „Revolution“ genutzt, sind über unseren Schatten gesprungen und sogar bereit, der Russensau ein Leben zu ermöglichen, wenn sie sich endlich unserer Freiheit unterwirft. Aber die russischsprachigen Halbwilden im Osten der Ukraine provozieren ständig nur und begeben sich mutwillig in die Reichweite der Ostfronthaubitzen, nur um dann wieder irgendwas von toten Kindern zu plärren. Ja, die Putintrolle opfern sich selbst, nur um unsere WWG-Freiheit anzuschwärzen.

Im Irak, Afghanistan und Pakistan geht es den WWG-Kolonialbimbos wie schon seit Jahren an den Kragen, eine kontinuierliche Erfolgsstory robuster westlicher Werte-Arbeit. Konnte das Bundeswehrjournal 2015 bereits 1,3 Millionen tote Gegner unserer Friedens- und Freiheitsbemühungen vermelden, dürften es heute einige zehntausende mehr sein. Unsere Gleichstellungsbeauftragten an der Südostfront melden dabei große Fortschritte hinsichtlich Kinder- und Frauenrechten: Niemand wird ausgeschlossen, nicht nur männliche Kämpfer (jede männliche Person ab 13 Jahren), sondern auch Kinder und Frauen gelangen in den Genuß von Friedenspanzern, Freiheitsbomben und Drohnenglück.

Neben etlichen weiteren, kleineren Missionen wie „Mali“ und den schon liebgewonnenen traditionellen Massakern an Kurden in der Türkei ist der Jemenkrieg ein Prunkstück unserer freiheitsliebenden WWG-Menschenrechtspolitik. Seit‘ an Seit‘ schreiten hier humanitäre Großmächte wie Saudi-Arabien, Vereinigte Arabische Emirate, USA und Großbritannien, um dem jemenitischen Volk unsere Werte in den Kopf zu bomben. Manchmal geht davon auch der Kopf kaputt, aber was ist das schon gegen den tollen saudischen Lifestyle, den wir gemeinsam mit unseren regionalen Sicherheitspartnern im Land etablieren wollen? Die paar hundertausend Tote sind hier doch nur eine geringe Anzahlung auf ein viel größeres Freiheitsglück unter der Führung und Anleitung der heiligen WWG. Werden denen unsere Hamburger und Pizzas schmecken, wenn sie erst wieder was zu Essen bekommen!

Sie werden es schon gemerkt haben: Nicht jeder Satz in dem Artikel ist auch so gemeint, sondern enthält bisweilen mehr oder weniger starke Anteile von bitterem Sarkasmus. Um ganz sicher zu gehen, dass niemand Worte wie „Russensau“ in den falschen Hals bekommt, habe ich den Artikel in die Kategorie „Satire“ eingeordnet.

3 Kommentare

  1. Der Artikel handelt nur von im Ausland ermordeten Ausländern. Inländische Ausländermorde wie den Fall Oury Jalloh oder die NSU-Geheimdienst-Mordserie gibt es natürlich leider auch.

  2. der frühere französiche Aussenminister sagte wenige Jahre vor dem Syrien Krieg, das ebenso Alles geplant war. Schande über die NATO, identisch ging es im Kosovo los, Alles erfunden und erlögen und geplant

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