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Bana Alabed – Aleppo-Propaganda mit siebenjährigem Mädchen

Wenn es nicht so traurig wäre, müsste man lauthals darüber lachen: Die Propaganda unserer westlichen Medien und Regierungen behauptet doch tatsächlich, ein siebenjähriges syrisches Kind würde aus dem durch die Offensive der syrischen Armee immer kleiner werdenden „Rebellen“-Teil von Aleppo „um sein Leben twittern“ und das nicht etwa auf Arabisch, sondern in bestem Englisch. Natürlich twittert sie gegen die Russen und die syrische Regierung … Jedem, der selbst Kinder hat oder mit Kindern Kontakt hat etc. dürfte natürlich klar sein, dass ein siebenjähriges Mädchen vielleicht gerade mal Schreiben lernt. Die angebliche kleine Bana Alabed, angeblich aus Aleppo, soll das richtig toll können und das auch noch in der Fremdsprache Englisch. Offenbar verfügt sie in Ost-Aleppo auch über eine tolle Internetverbindung (Außer natürlich dann, wenn sie in Bild und Ton interviewt werden soll) …

All die Schreib- und Fremdsprachfähigkeiten hat sich das siebenjährige Mädchen angeeignet, obwohl die – was selbst das US-Verteidigungsministerium manchmal zugibt – von Al Qaida geführten „Rebellen“ nunmehr seit vier Jahren in Ost-Aleppo hausen? Wirklich? Die müssen ja ein tolles Schulsystem etabliert haben, die Al-Qaida-Jihadisten … Nein, haben sie natürlich nicht. Das Ganze ist ein dermaßen plumper Fake, dass es einem den Atem verschlägt. Und wieder einmal werden kleine Kinder für die Syrien-Propaganda mißbraucht, auch wenn das auf den Bildern zu sehende Mädchen vielleicht oder eher wahrscheinlich gar nicht in Aleppo vor Ort ist, sondern irgendwo anders lebt. Bedienen wird das Mädchen den Propagandakanal bei Twitter wohl kaum, vielleicht stecken die „Rebellen“, vielleicht steckt der britische Geheimdienst dahinter. Oder beide. in England läuft die Bana-Alabed-Propaganda jedenfalls schon seit zwei Monaten in den Medien, wie 21st Century Wire berichtet:

„Die Wohltätigkeitsorganisation wurde auch heftig in der „Syrischen“ Geschichte beworben, die vom britischen Telegraph aufgegriffen wurde. Der Artikel im Telegraph ist eines der unglaublichsten Stücke an westlicher Kriegspropaganda bisher, und er wurde auch im Guardian und in anderen Blättern verbreitet. Der Artikel enthält auch ein Zitat von „Save the Children“ und beutet anscheinend die Geschichte von Bana Alabed aus (Foto oben), angeblich ein 7-jähriges Mädchen, das „mit der Hilfe ihrer Mutter“, Fatemah Alabed, ein Twitterkonto eingerichtet hat, um den Kampf ihrer Familie in Syrien zu teilen. Die Geschichte zeigt ein bildsaubere Bana, die glücklich in einer Wohnung lebt die sehr modern wirkt, mit all ihrem Spielzeug – irgendwo im von Al Nusra (Al Qaeda) besetzten Ost-Aleppo, und twittert ihre Polemiken in bestem Englisch“. Mittlerweile wurde das Englisch „der Kleinen“ übrigens offenbar gezielt etwas angepasst und verschlechtert, damit es nicht ganz so auffällt.

Fast schon legendär ist dieser Tweet des angeblich siebenjährigen Kindes aus Aleppo, Bana Alabed, aus der Anfangszeit des Twitter-Propagandaaccounts:

bana_alabed_holocaust_aleppo

Ist das nicht eine „tolle Message“ eines siebenjährigen arabischsprachigen Kindes, welches schon Schreiben kann und ganz tolle komplizierte Worte kennt und das auch noch in der Fremdsprache Englisch und welches glücklicherweise einen stabilen Internetzugang im völlig zerstörten Ost-Aleppo hat, damit es der Welt ähmm… den westlichen Medien – und die dann der Welt – mitteilen kann, wie scheiße doch die die Al-Qaida-Rebellen-Koalition angreifende syrische Regierung und natürlich auch Russland ist?

„Liebe Welt, es ist besser, den 3. Weltkrieg zu starten als Russland und Assad einen Holocaust in Aleppo begehen zu lassen.“

Das hätte der Hetzer hinter dem Fake-Account „Bana Alabed“ wohl gerne …

Diesen Bana-Schwachsinn verbreiten die deutschen Medien nun seit kurzem auch als angebliche Realität aus Aleppo. Dachte man vor zwei Monaten noch, die deutsche Presse würde die plumpe Bana-Alabed-Propaganda nicht übernehmen, da sie sehr leicht zu durchschauen ist, wird man nun angesichts der drohenden Niederlage der „Rebellen“ von Ost-Aleppo, die in Wirklichkeit vom Westen als Kämpfer eingesetzte radikale Jihadisten sind, die unter Führung der Al Qaida und unter der Scharia-Gerichtsbarkeit der Al Qaida stehen, eines „Besseren“ belehrt. Jetzt drehen die deutschen Qualitätspropagandamedien auf und greifen nach jedem Strohhalm. Die ARD ließ sogar die Tweets „des Mädchens aus Aleppo“ von einem Mädchen auf Deutsch synchronisieren, um so eine noch größere emotionale Propagandawirkung zu erzielen!

Der Tagesspiegel, Sydney Gennies: „Interview mit 7-Jähriger Bana aus Aleppo„: „Der Tagesspiegel erreicht die beiden einen Tag nach der Bombardierung. Ein Videoanruf über Skype sei nicht möglich, heißt es. Die Internetverbindung sei seit den Angriffen schlecht, falle oft aus. Das Gespräch wird schriftlich im Chat geführt.“. Ach, so was Dummes aber auch. Kein Video, kein Ton. Man hört und sieht das angebliche kleine Mädchen nicht. Schriftlich. Im Chat. Ja, nee, is klaaarr …

Die Tagesschau versucht offenbar, die Story zu verbreiten, dass die syrische Armee erst Mal alle umbringen würde, wenn sie den Rest der Stadt erobert oder so ähnlich: „Anschließend verschlechterte sich die Lage der Familie dramatisch: ‚Die syrische Armee ist in Ostaleppo, das könnten unsere letzten Tage sein. Kein Internet. Bitte, bitte betet für uns‘, appelliert Fatemah in einem Tweet. Und wenig später: ‚Wir sind auf der Flucht. Viele Tote. Wir kämpfen ums Überleben.'“. Wieso die syrische Armee eine größere Bedrohung für die Zivilbevölkerung sein soll als die Al-Qaida-Kämpfer in Ost-Aleppo, das verschweigen Tagesschau – Anna Osius – und das angebliche Mutter-Tochter-Team.

Tatsächlich sieht die Situation in Aleppo ganz anders aus und die Menschen fliehen nicht vor den syrischen Truppen, sondern in deren Arme. Zumindest kann man sagen, dass die syrische Regierung die Flüchtenden nicht umbringt, sondern sie, gemeinsam mit russischen Hilfsteams, mit Nahrungsmitteln, Medikamenten, einem Platz zum Schlafen etc. versorgt. Sicher sind die Zivilisten froh, nicht mehr den Al-Qaida-Terroristen – die übrigens ganz Aleppo wochenlang gezielt das Wasser abdrehten – als menschliche Schutzschilde und Geiseln zu dienen. Der bekannte deutsche Syrienexperte Professor Günter Meyer von der Universtität Mainz im Interview im Wiesbadener Kurier vom 6.8.2016: “Interviewer: Ein Brandherd ist dieser Tage Ost-Aleppo…. Meyer: ja. Allerdings ist die mediale Berichtserstattung darüber häufig sehr einseitig. So z.B., wenn der Spiegel titelt: ‘Die Islamisten sind Aleppos letzte Hoffnung‘. Die Dschihadisten der Al-Kaida angehörenden Nusra-Front und der nicht minder brutale Ahrar al-Scham haben die von der UN ausgehandelte Waffenruhe genutzt, um den Osten Aleppos militärisch massiv aufzurüsten. Diese ultra-radikalen Kämpfer geben dort das Kommando, nicht etwa moderate Rebellen, wie in vielen Medien immer wieder zu lesen ist. Wie in anderen vom Regime belagerten Städten benutzen die Dschihadisten auch hier die Zivilbevölkerung als Schutzschilde und verhindern, dass sich die Einwohner in Sicherheit bringen können.”.

Die deutsche Propaganda kümmert sich einen Dreck um das Wohlergehen der Menschen in Ost-Aleppo (und in ganz Syrien) und will lieber die Terror-Herrschaft der Islamisten in Ost-Aleppo aufrechterhalten, weil diese „Rebellen“ eben gegen die syrische Regierung unter Assad kämpfen. Humanitär ist das gewiss nicht. Und wer weiß schon, dass Deutschland und die EU (und andere Staaten) seit Jahren ein Embargo über Syrien verhängt haben, um das Land in den Bankrott zu treiben und auszuhungern. Im Februar 2012 berichtete die Tagesschau der ARD unter der Überschrift „Wie lange hält Assads Wirtschaft das durch?“ über die „Fortschritte“ dieser Aushungern-Strategie durch Wirtschaftssanktionen. Aber wenn die verbündeten Al-Qaida-Islamisten angegriffen werden, dann wird nach „humanitärem Schutz“ gerufen. Vorgeblich für die Zivilisten, tatsächlich für die Kämpfer. Und Propagandafälschungen wie „Bana Alabed“ sind mittlerweile täglicher Bestandteil des schmutzigen westlichen Angriffskrieges gegen Syrien. Und eines ist auch klar: Die Journalisten der „Bana-Artikel“, die wissen genau was sie da tun. Die wissen, dass das Propaganda-Schwachsinn ist. Das sieht jeder auf den ersten Blick, der kleine Kinder kennt (und andere natürlich auch). Vielleicht hat diese unverschämte Bana-Propaganda ja sogar dahingehend eine gegenteilige Wirkung, dass auch Menschen, die sich nicht so sehr mit der Syrien-Problematik befassen, dadurch darauf gestoßen werden, welch ein hinterlistiger und perverser Schwachsinn hier in den Medien verbreitet wird, um die Zustimmung der Massen zum Syrienkrieg zu gewährleisten.

UPDATE vom 3.12.2016: „Bana Alabed“ arbeitet auch mit Falschbildern. Ein Bild mit Kindern aus Homs wurde als Bild mit Kindern aus Aleppo ausgegeben:

15 Kommentare

  1. Und heute (07122016) keine Meldung um das ach so beschützenswerte Mädchen – das wahrscheinlich, in der vom Westen veröffentlichen Biographie, nie so existiert hat! Das war einfach nur dumme Propaganda – und entschuldigen für diesen journalistischen Mist will sich jetzt natürlich auch niemand!
    DIE MAINSTREAMPRESSE BRINGT „FAKE-NEWS“ IM ORIGINAL!

  2. ihr seid euch ja ganz schön sicher. hm.

    ich nicht; ihre mutter soll immerhin lehrerin sein und die tochter früh in englisch unterrichtet haben (was heutzutage, gerade bezogen auf die nutzung des internets, ja nun nicht gerade weithergeholt erscheint) und ihr selbstmurmelnd bei den tweets hilft.

    whatever. I dont know.

    1. http://21stcenturywire.com/2016/11/29/child-exploitation-who-is-bana-of-aleppo/

      Auf der Seite fndest Du u.a. Videos, auf denen Du hören kannst, wie „toll“ Bana Englisch sprechen kann, aber zum Twittern in dieser Sprache soll es (mit Hilfe der Mutter) angeblich reichen, und sie weiß angeblich sogar, dass es zwei Weltkriege gab und verwendet des Wort „Holocaust“. Das Mädchen (ich bin ja überrascht, dass es tatsächlich existiert) wird offensichtlich mit Zustimmung der Mutter instrumentalisiert. Mal ehrlich, die verarschen uns doch von vorne bis hinten…

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