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Prof. Guido Kühn und die Propaganda

Ein Cartoonist, der sich „Prof. Guido Kühn“ nennt, hat in einer Anti-AfD-Zeichnung dem Verleumder-Propagandaframe „Alle Medienkritiker sind Nazis“ Vorschub geleistet. Nun mag man das für eine Kleinigkeit halten, aber neben der Propaganda in der Tagesschau gilt es eben auch solche Kleinigkeiten zu beachten. Und sei es nur, damit unsere Nachfahren vielleicht dieses Mal die richtigen Lehren aus der Vergangenheit ziehen. Kühn wird später nicht sagen können „Ich habe doch von nichts gewusst“.

Kühn setzt in seinem Cartoon die Propagandalüge von dem „kleinen Jungen im orangenen Sitz in Aleppo“ (Omran) ein. Ein Foto beziehungsweise Video, zu dem der Junge und seine Familie von den Ost-Aleppo haltenden Kämpfern um Al Qaida, die als Hilfstruppen des Westens Syrien überfallen, gezwungen wurde, um Stimmung gegen die syrischen und russischen Truppen zu machen, die die Stadt von den Terroristen des Westens zurückerobern wollten.

Hier wird, wie tausendfach in den letzten Jahren von Medien, Politikern, „NATO-NGOs“ und „Aktivisten“ vorexerziert, eine (Pseudo-) Verbindung zwischen Rechtsextremismus – hier durch die AfD signalisiert, Ende 2014 noch meist durch Pegida – und Medien-, Regierungs- und Propagandakritik hergestellt. Den Rechtsaußen gefällt es übrigens, dass man ihnen den Alleinanspruch für solche Kritik quasi regierungsamtlich schenkt beziehungsweise schenken will…

Nachtrag, halb off-topic: Ein anderes Beispiel für den Kampf gegen Propagandakritiker:

Spendenkonto für die Gerichtsverfahren gegen den Stern/Bertelsmann-Konzern

Ein Kommentar

  1. Bei einer solchen „Argumentation“ frage ich mich immer wieder, ob diese Menschen so uninformiert sind, naiv sind und die Propaganda kaufen, ob sie wissen, dass es Propaganda und Kriegshetzerei ist und es dabei einfach „nur“ ihrem politischen Ansichten entspricht oder was auch immer. Aber das werden wir wohl nie erfahren.

    Atemberaubend ist in jedem Fall, wie wohl durchaus intelligente Menschen Fakten so herrlich ausblenden können. Oder, und das denke ich im Fall vom kühnen Cartoon Prof noch am ehesten: er will sich dadurch profilieren und sich als Cartoonist für die Öffentlichen ins Gerede zu bringen. Also nur ein heute typischer Karriereweg zum richtig Schotter machen. Und dann wär (und ist es wahrscheinlich auch) richtig mies.

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