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Bild-Journalist Röpcke: Russische Siegesparade in Ukraine

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Sprachlos … Angesichts solcher Meldungen deutscher Journalisten bei Twitter fällt es schwer, überhaupt Worte zu finden. Ein Axel-Springer-Mann lügt die Russeninvasion. Aber das so was von irre … Julian Röpcke („Journalist Multimedia Redakteur / editor @BILD Formerly known as Conflict Reporter“) tweetete vor wenigen Stunden, Russland würde in Donezk in der Ukraine eine Siegesparade abhalten. Er behauptet also nicht nur ernsthaft, dass zur Zeit ein Krieg zwischen Russland und der Ukraine stattfände (für den es nach wie vor keine Belege gibt), sondern auch, dass die angeblichen russischen Truppen am gestrigen 9. Mai ihren Sieg im ukrainischen Donzek gefeiert hätten. Tatsächlich handelt es sich um eine Militärparade der Ostukrainer (in den Medien auch gerne „pro-russische Separatisten“ genannt), die damit das Ende des Zweiten Weltkrieges feiern, wie viele andere Länder und Regionen in Europa auch.

Dass Röpcke offenbar davon überzeugt (oder was auch immer) ist, dass sich russische Truppen und ukrainische Einheiten in der Ostukraine bekämpfen, davon zeugen noch viel mehr Tweets in seiner Timeline. Unter den Bildern zu der angeblichen Siegesparade russischer Truppen im Ukraine-Konflikt (siehe Screenshot oben) findet sich beispielsweise eine Meldung, nach der vier ukrainische Soldaten bei Angriffen Russlands an der Demarkationslinie des Minsk-II-Abkommens verletzt worden wären. Woher hat Röpcke die exklusive Information eines russischen Angriffs auf die Ukraine und warum lief das in den letzten Stunden nicht in den Nachrichten?

In einem weiteren Tweet, der nur eine Stunde älter ist als die beiden oben genannten, behauptet er ebenfalls wiederum, „die russische Invasionsarmee“ würde im ukrainischen Jenakijewe eine Neunter-Mai-Parade abhalten und suggeriert sogar noch, die Ukraine wäre russisch besetzt („#UkraineUnderlOccupation“). Dabei hatte beispielsweise ein französischer Geheimdienst-General erst vor wenigen Wochen vor der französischen Nationalversammlung ausgesagt, dass Russland keine Invasion in der Ukraine durchgeführt hätte. Und Aufnahmen russischer Truppen in der Ukraine gibts ja auch keine … Auf den geposteten Bildern sind „natürlich“ wiederum Panzer der Ostukrainer zu sehen, die eine Parade zum Ende des Zweiten Weltkriegs abhalten …

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UPDATE:

Dass der „Bild-Reporter Julian Röpcke“ in der Tat „very special“ ist, zeigt auch der folgnde Bild-Artikel: „BILD-Reporter Julian Röpcke. Russische Trolle kaperten
meinen Twitter-Account„. Zitat: „Den versehentliche Abschuss der Malaysia Airlines Maschine MH17 im Juli 2014 (298 Tote) durch eine russische Flugabwehrrakete konnte ich bereits nach gut 30 Minuten bestätigen. […] Die internationale Untersuchung hingegen dauert bis heute an.“.

Aha.

5 Kommentare

  1. So sieht das heutzutage eben aus, wenn sich „Journalisten“ hochschlagen müssen. Eigentlich bedauernswerte Geschöpfe…

  2. Wow! Ich staune, was der Röpcke so alles kann! Wir brauchen keine Kriminalisten mehr, der macht die Untersuchungen vom Sofa aus und stellt anhand der Moosbildung an den Bäumen in Mariupol die Himmelsrichtung fest bzw. die Koordinaten des Einschlags, die Flugrichtung der Geschosse und natürlich auch die Flugweite, zentimetergenau. (Ein bisschen übertrieben mit dem Moos und den Zentimetern, aber nur ein bisschen). Und das mit 100%iger Sicherheit, ganz schön von sich eingenommen und von sich selbst überzeugt und selbstbewusst. Mir fehlten die Worte und ich schnappe immer noch krampfhaft nach Luft nach meinem Ausflug in die “Bild”-Links.
    Ach ja, das ist ja einschlägig bekannt, dass sogar die Westgeheimdienste über Twitter und co. herausbekommen wo und wessen Panzer in der Gegend spazierenfahren. Jetzt weiß ich auch wohin ich Röpcke einordnen kann: Gleich hinter Buckelmerkel…schleim…
    Ich kann nicht mehr.

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