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BILD fälscht Kriegsbilder um Gegenseite zu beschuldigen

Die „Bildzeitung“ hat in einem großen Artikel zu Verletzungen des Minsk-II-Waffenstillstandsabkommens im Ukraine-Krieg manipuliertes Bildmaterial eingesetzt, um die „pro-russischen Separatisten“ eines Angriffs zu beschuldigen (Blauer Bote Magazin berichtete bereits ausführlich darüber). Tatsächlich zeigt das – im Internet bei Youtube frei verfügbare – Video, aus dem das Bild entnommen wurde, einen Angriff der ukrainischen Nationalgarde auf diese Rebellen. Ausserdem wurde der Bildausschnitt so zurechtgeschnitten, dass das Wappen des den Angriff durchführenden berüchtigten „Bataillon Azov“ der Regierungstruppen (welches das Video davon machte und dieses ins Netz stellte) nicht mehr zu sehen war. Besonders pikant: Der Autor des BILD-Artikels hatte das fragliche Video einige Tage zuvor bei Twitter gepostet und den Angriff als vorbildlichen „Präventivschlag“ der ukrainischen Seite gegen „russische Stellungen“ (gemeint sind die „pro-russischen Separatisten“) gelobt.

Die Bildzeitung steht in den letzten Wochen wegen ihrer journalistischen Vorgehensweisen vermehrt unter schwerer Kritik. So wurde beispielsweise vor einem Monat von BILD Online erneut ein U-Boot-Falschbild eingesetzt, um Stimmung gegen Russland zu machen. Das fragliche Bild, welches angeblich ein russisches U-Boot vor Schweden zeigen sollte, zeigte in Wirklichkeit ein 10 Meter langes normales Boot und kein U-Boot. Dies teilte das schwedische Militär zwei Wochen vor der erneuten Nutzung des Bildes durch BILD mit. In einem anderen aktuellen Fall hat die BILD beziehungsweise der Axel-Springer-Konzern offenbar dafür gesorgt, dass ein EDEKA-Supermarkt, der sich weigert, die Bildzeitung zu verkaufen, jetzt mit gar keinen Zeitungen und Zeitschriften beliefert wird (Abgestraft, Bildboykott, aus dem Angebot genommen, nicht mehr beliefert). Eine glatte Erpressung.

Alle drei genannten Fälle haben eines gemeinsam: Sie tauchen nicht oder nur in sehr wenigen Presseberichten auf. In den sogenannten etablierten Presseerzeugnissen findet man sie jedenfalls nicht. Sogar der Bildblog schweigt sich zumindest über die beiden erstgenannten Fälle aus. Ob er über den – gerade brandaktuellen  – Supermarkt-Fall berichten wird, wird sich zeigen. Die Chancen stehen dabei wesentlich besser als bei den beiden erstgenannten Fällen, bei denen man sich offenbar nicht die Finger oder was auch immer schmutzig machen möchte. „Natürlich“ stehen die Chancen besser, möchte man in unserer heutigen Zeit sagen. Diese Selbstverständlichkeit ist traurig. Bissige Kritik nur im Rahmen des Erlaubten ist oft nur ein Feigenblatt für Meinungsfreiheit und wirkliche Pressefreiheit.