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Video von Pressekonferenz in Paris: Jazenjuk sagt, er wolle mit dem Völkermord im Donbass erstmal weitermachen

Der ukrainische Ministerpräsident Jazenjuk besuchte Frankreich und den französischen Staatspräsidenten Hollande und stellte sich dabei in Paris am 13.5.2015 auch den Fragen der wartenden Journalisten. Ein französischer Journalist – Frédéric Saillot – fragte Jazenjuk sehr direkt: „Herr Jazenjuk, wann werden Sie den Völkermord im Donbass stoppen?“. Man hätte jetzt erwarten können, dass Jazenjuk die Verantwortung für den Völkermord empört von sich weist. Er sagt aber: „Wenn Putin sich zurückzieht und das Minsk-Abkommen umsetzt und die Verletzung des Völkerrechts stoppt. Und wenn Russland vor Gericht gestellt wird.“. Den ganzen ungeheuerlichen Vorfall gibt es als Video (die Fragen und Antworten sind auf Englisch):


Herr Jazenjuk sieht also offensichtlich die Aktionen der Kiewer Regierung in der Ostukraine selbst als Völkermord (an „den Russen“) und ist nur bereit, diesen zu beenden, wenn Russland die Ostukrainer nicht mehr unterstützt und ein paar Demütigungen hin nimmt. Das überrascht den aufmerksamen Beobachter, der sich mit den ultranationalistischen, russenfeindlichen und rechtsextremen Umtrieben des Ministerpräsidenten Jazenjuk und denen vieler ukrainischer Eliten und samt ihrem Fußvolk schon eimal näher befasst hat, leider nicht wirklich.

Vergleiche auch (Ein paar schnelle, aber aussagekräftige Links zum Thema. Was die Ausrottungsgelüste gewisser Kiewer Machthaber gegen „die Russen“ in der Ostukraine“ angeht, läßt sich – leider – noch viel mehr Material finden. Davon einiges auch auf Englisch.):

Blauer Bote: Freundschaftliches SZ-Interview mit Hitler-Verehrer Jazenjuk
Blauer Bote: Ukraine-Konflikt: Deutsche Bundesregierung findet Jazenjuks Hitler-Verteidigung in Ordnung
Hinter der Fichte: ARD: Verständnis für den Extremisten Jazenjuk
Nachdenkseiten: Die Geschichtsklitterung des Arsenij Jazenjuk
Telepolis: Jazenjuk zeigt Berlin, wo es lang geht
Spiegel Online: Beschimpfungen statt Diplomatie: Die Pöbler von Kiew

(Hinweis auf das Video via Fefe).

[UPDATE]

Ein Zitat aus dem oben genannten Artikel von Spiegel Online vom 17. Juni 2014 – einer Zeit, als der Spiegel nocht nicht so ganz knallharte Ukraine-Propaganda machte und noch einen Rest journalistische Chronistenpflicht wahrnahm – möchte ich dann doch noch hier direkt anfügen:

„Auch Regierungschef Arsenij Jazenjuk trat schon mit Ausfällen in Erscheinung, die die Spaltung des Landes noch vertiefen können. Am Sonntag veröffentlichte die ukrainische Botschaft in den USA auf Englisch ein Statement des Premiers zum Tod der Flugzeuginsassen beim Abschuss in Luhansk. Er pries sie als Helden, die ihr Leben verloren hätten bei der Verteidigung des Landes, ihre Gegner schmähte er dagegen als ’subhumans‘ – ‚Untermenschen‘. Gemeint waren sowohl Russen als auch Ukrainer aus dem Osten, die gegen die Regierung in Kiew kämpfen.

Inzwischen hat die Botschaft die Meldung überarbeitet. Dort steht jetzt ‚inhumans“ – „Unmenschen‘, aber auch diese Wortwahl ist kaum geeignet, die Aussöhnung des zerrütteten Landes möglich zu machen.“

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3 Kommentare

  1. Sie machen eine sehr wichtige und fundierte Arbeit . Irtgendwann muss sie zu einem historichen Buch zusammen gebunden werden.

    Auf „Freiag“ hatte ich Sie auch schon getroffen. Wenn Sie sie dort noch nicht gelöscht haben, dann kommt es noch gewiss. Seien Sie vorbereitet.

  2. Ich wurde für 4 Wochen bei Der Freitag gesperrt, da habe ich mich freiwillig löschen lassen.

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