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Video mit Überlebenden des Odessa-Massakers 2014

Im und am brennenden Gewerkschaftshaus in Odessa im Süden der Ukraine starben 2014 über vierzig Menschen und viel auch deutlich mehr. Verbrannt, erstickt und erschlagen von Rechtsextremen, Nazis, „Nationalisten“, die zuvor Jagd auf sie gemacht hatten und vor denen sie in das vermeintlich sichere Haus flüchteten. Dann kamen die Molotowcocktails. Fliehende wurden totgeschlagen. Einige wenige konnten entkommen.

Der deutsche Journalist und Osteuropa-Spezialist Ulrich Heyden hat zwei Überlebende des „Brandes von Odessa“ interviewt. Hier das Video mit den beiden bei Youtube:

Ulrich Heyden schreibt zu dem Video: „Igor und Anschela Polownow überlebten den Brand im Gewerkschaftshaus von Odessa am 2. Mai 2014. In diesem Video berichten sie über das, was sie erlebt haben. „. Auf Twitter schreibt Heyden dazu: „Mein Video-Interview mit zwei Überlebenden des Brandes im #Gewerkschaftshaus von #Odessa am 2. Mai 2014 gibt es jetzt auf Deutsch. Die Produktion hat etwas länger gedauert, aber ich hoffe, das Ergebnis überzeugt.“

Im Rubikon-Magazin gibt es einen passenden Beitrag Heydens zu dem Bericht der Überlebenden: „Das Massaker. Zwei Überlebende berichten über die Ereignisse in Odessa 2014.„. Dort heißt es einleitend:

„Die Überlebenden des Brandes im Gewerkschaftshaus von Odessa am 2. Mai 2014 warten immer noch auf die Bestrafung der Täter. Doch die ‚Diener des Volkes‘, die Partei des neuen ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenski, lehnt die Einrichtung eines Untersuchungsausschusses zu dem bisher nicht aufgeklärten Massaker ab. […]

Im April 2019 konnte ich mit Igor und Anschela Polovnev sprechen, zwei Überlebenden des Brandes in Odessa. Sie waren bei den Ereignissen in Odessa am 2. Mai 2014 auf dem Griechischen Platz beziehungsweise im Gewerkschaftshaus und auf dem Kulikow-Feld dabei, wo das Protestcamp der Anti-Maidan-Bewegung lag. Beide sind 50 Jahre alt. Igor hatte in Odessa mit Espresso-Maschinen gehandelt, Anschela ein kleines Immobilien-Geschäft betrieben. Aus Angst vor dem ukrainischen Rechten Sektor flüchteten die beiden mit ihrer Tochter am 8. Mai 2014 nach Russland, wo sie seither leben. Igor arbeitet jetzt als Abteilungsleiter im Handel.“

Zum Massaker von Odessa, dem Angriff auf das Gewerkschaftshaus gibt es auch bereits einen frei verfügbaren deutschsprachigen Film von Ulrich Heyden, Marco Benson und leftvision: „Lauffeuer“ (Mehr: www.lauffeuer-film.de). Der Film („Ein Film über die Brandangriffe auf das Gewerkschaftshaus in Odessa zu Beginn des ukrainischen Bürgerkrieges, die Rolle von Ultranationalen, der Polizei und Politik im Post-sowjetischen Raum. Dies ist eine Dokumentation über ein Schlüsselereignis des ukrainischen Bürgerkrieges und eine Stadt die dadurch zerrissen wurde.“) wurde von den Dokumentarfilmern auch als Video via Youtube zur Verfügung gestellt:

Mehr Informationen zum Odessa-Massaker, einige ältere Artikel:

Der vertuschte Massenmord: Am 2. Mai 2014 wurden in Odessa in der Ukraine mindestens (offiziell) 48, wahrscheinlich aber noch viel mehr Menschen (114/116) grausam umgebracht. Die Täter, das war ein Mob aus Rechtsextremen, Maidan-Aktivisten, Anhängern der jetzigen Kiewer Regierung Poroschenko/Jazenjuk. Die Opfer, das waren oppositionelle Demonstranten, die gegen den beginnenden Krieg im eigenen Land und die Maidan-Putsch-Regierung protestierten. Bis heute ist der eigentlich recht eindeutige Fall – die Morde wurden damals sogar im Livestream übertragen – nicht von den ukrainischen Behörden aufgearbeitet worden. Wobei … vertuscht haben sie schon viel. Das kann man natürlich auch Aufarbeitung nennen. Hier eine kleine Sammlung von Artikeln zum Odessa-Massaker, mit Zitaten:

Bild: „Ukrainische Nationalisten“-Mädchen beim Bau von Molotov-Cocktails zur Ermordung der ins Gewerkschaftshaus geflüchteten Menschen.

„ARD: Massaker von Odessa irgendwie ausgebrochen“, von Hinter der Fichte. Der Beitrag enthält auch Bilder vom 2. Mai von Maidan-Aktivisten beim Molotovcocktailbau sowie Links zu erschütternden Szenen und thematisiert die Vertuschung durch westliche Medien und Politiker. „Ein Zeltlager des ‚Anti-Maidan‘ auf dem Kulikovo Pole wurde vom Rechten Sektor überfallen. Viele Opfer retteten sich ins Gewerkschaftsgebäude. Das Gebäude wurde dann von den Faschisten belagert und vorsätzlich mit Molotowcocktails angezündet. Molotowcocktails müssen vorbereitet werden. Sie gibt es nicht spontan. Menschen sprangen in Todesangst aus den Fenstern. Überlebende, die sich aus dem Gebäude retten konnten, wurden auf der Straße totgeprügelt. Die Videos und unerträglichen Fotos verkohlter Leichen im Gebäude kann sich jeder ansehen der es ertragen kann. Mein Leidenskonto ist übervoll. Der Abschaum stand vor dem brennenden Gebäude und amüsierte sich über die Menschen die in den Tod springen: ‚Da macht sich wieder ein Vogel zu Flug fertig.‘ Noch einmal: Jeder konnte das gestern live verfolgen.“.

Bild: „Ukrainische Nationalisten“-Mädchen bringen die Molotov-Cocktails zu den Werfern vor das Gewerkschaftshaus.

„Ukraine: Trauma des 2. Mai Seit dem Massaker liegt ein Schatten auf Odessa, von Neue Osnabrücker Zeitung, Autor: Christian Schaudwet. Interessant sind hier vor allem auch die Kommentare unter dem Artikel. „In dem brennenden, belagerten Gebäude kamen nach offiziellen Angaben 48 Menschen um, nach Aussage pro-russischer Aktivisten waren es wesentlich mehr. ‚Dort drin sind Schüler von mir gestorben, während die Kinder der Reichen von Kiew im Ausland zur Schule gehen‘, ruft Ludmilla (Name von der Redaktion geändert). Die aus Weißrussland stammende Deutschlehrerin ist erzürnt darüber, dass die Polizei den Demonstranten an diesem Sonntag den Zugang zu der improvisierten Gedenkstätte mit Blumen, Fotos und Spendenkästen verwehrt.“. Aus einem Kommentar: „Aber nun zum Artikel: Was fehlt/ist falsch: – Die systematische, unverschämte Diffamierung, Beleidigungen und Verfolgung von überlebenden Opfern und Heroisierung von Tätern von der Regierung und Behörden in Odessa. So wurde vor kurzem von den Behörden behauptet, die Opfer waren intellektuell minderwertig (nur Faschisten könne auf Idee kommen, einen Mord damit zu rechtfertigen!) – […]“.

„Von Putinverstehern und Journalistenverstehern“ von Stefan Niggemeier. Er zitiert dort unter anderem, was ihm ein geschockter Bürger geschrieben hat (der Artikel handelt nicht direkt von Odessa): „Ich habe mich erkannt. Ich bin in den 80ern in der BRD aufgewachsen. Grundkoordinate war, dass ‚wir‘ die ‚Guten‘ sind, nicht die DDR. Ich habe am 2. Mai das Odessa Massaker im Livestream gesehen, wie aus Fenstern Fallende am Boden liegend tot geschlagen wurden. Die deutschen MSM [Mainstream-Medien]: Bei einem Unglück (!) sind auf unbekannte Weise (!) durch einen Brand (!) Menschen verstorben. Das hat alles, an was ich geglaubt habe (wir sind die Guten!), zerstört und eine lodernde Wut entfacht, die bis heute andauert.“.

„Wie die Regierung Kiew die Aufklärung der Brand-Tragödie in Odessa sabotiert“, von Telepolis, Auto: Ulrich Heyden. „Die Opfer werden zu Schuldigen erklärt. Tkatschew sieht die Gefahr, dass die Schuld an dem Brand jetzt auf die Opfer abgewälzt wird. Er verweist auf Erklärung der Innenbehörde, nach der sich die Regierungskritiker, die sich am 2. Mai vor dem angreifenden rechten Mob in das Gewerkschaftshaus flüchteten, ’selbst angesteckt‘ haben sollen. Der Druck auf die Ermittlungsausschüsse ist groß, denn führende ukrainische Politiker haben die Ereignisse vom 2. Mai in einer Weise bewertet, die eine unvoreingenommene Untersuchung fast unmöglich machen. Parlamentspräsident Aleksandr Turtschinow erklärte, für die Unruhen am 2. Mai in Odessa sei Russland verantwortlich. Beweise für diese Behauptung wurden nicht vorgelegt. Keines der Opfer im Gewerkschaftshaus war russischer Staatsbürger. Der inzwischen abgesetzte Gouverneur von Odessa, Wladimir Nemirowski, bezeichnete das Vorgehen der Pro-Kiew-Demonstranten am 2. Mai als ‚rechtmäßig‘, denn die ‚Demonstranten‘ hätten ‚bewaffnete Terroristen neutralisiert‘. Die Politikerin Julia Timoschenko dankte auf einer Pressekonferenz in Odessa den Pro-Kiew-Demonstranten, dass sie die Besetzung von Verwaltungsgebäuden ‚wie in Lugansk‘ verhindert hätten.

„Massaker von Odessa: Videos beweisen Verbrechen des rechten Sektors“ von Friedensblick. „Die Aufnahmen zeigen wie eine aufgeputschte Menschenmenge ‚Ukraine, Ukraine‘ brüllt, Polizisten angreift und Jagd auf Oppositionelle macht […] Der Mob griff auch ein Zeltlager der pro-russischen Opposition an. Die Aufnahmen zeigen: Es gibt keinerlei Gegenwehr, die Angegriffenen ziehen sofort sich in das Gewerkschaftsgebäude zurück. Noch während die Zelte niedergerissen und verbrannt werden, schmeißen erste Anhänger des Putschisten-Regimes Brandbomben in das Gebäude.“.

„Odessa-Massaker: Kiew fälschte Untersuchungsbericht“, von Hinter der Fichte. „Auch die Aussagen von Augenzeugen über die Beteiligung von 500 Radikalen, die mit Hilfe der Gouverneurs Wladimir Nemirowski nach Odessa gebracht worden sind, sind gelöscht worden. Ebenso die Zeugenaussagen, dass – neben anderen Maidan-Anführern – der Führer von Klitschkos UDAR-Partei in Odessa Andrei Jusow angestiftet haben das Gewerkschaftshaus anzuzünden. Wir haben ausführlich berichtet, dass Parubij im Vorfeld des Massakers in Odessa auftauchte und namentlich bekannte Täter wie Wolkow und andere traf.“.

„Das Massaker von Odessa: Ein bestialischer Massenmord wird vom Putsch-Regime in Kiew und den deutschen Medien totgeschwiegen“, von Nick Knatterton. „Was hier dann geschah, berichten Augenzeugen und Überlebenden: ‚Wir sind in das Gebäude hinein und wir wurden schon erwartet.. Auf uns wurde irgend eine chemische Flüssigkeit gesprüht.Viele sind sofort bewusstlos geworden und blieben da liegen wo sie sich in diesem Moment befunden haben. Die Radikalen haben sie mit unmenschlichen Mitteln zusammen geschlagen. Manche sind erschossen worden, oder gar stranguliert. Danach wurden die Köpfe und einige Körperteile mit entflammbarer Flüssigkeit überschüttet und angezündet … viele wurde in den Keller verschleppt.’“.

„Timoschenko – Das Massaker von Odessa ist gerechtfertigt“, von Alles Schall und Rauch. Achtung: Hier gibt es eine Menge Bilder verkohlten Leichen aus dem Gewerkschaftshaus von Odessa zu sehen. Nichts für schwache Nerven. „Mit dem Massaker von Odessa, bei dem 46 Menschen starben, hat sich Timoschenkos Wunsch erfüllt. Sie ist sogar hergegangen und hat die Verbrennung von Menschen gerechtfertigt, als ‚Schutz administrativer Gebäude‘ und den Überfall der Nazi-Schergen auf das Anti-Maidan-Lager als ‚friedliche Demonstration‘ bezeichnet. Folgende Fotos zeigen die Brandopfer, so wie sie tot im ausgebrannten Gewerkschaftsgebäude gefunden wurden. Wo ist der Aufschrei und die Verurteilung des Westens jetzt?“.

„Die Toten beim Angriff auf das Gewerkschaftshaus von Odessa“, von Telepolis, Autor: Peter Nowak. „Man sieht auf den Bildern teils schwerbewaffnete Männer, die zunächst die Zelte der Protestierenden anzünden und die fliehenden Regierungskritiker, darunter Frauen und Kinder, weiter attackieren. Sie suchen Schutz in dem Gewerkschaftshaus, einem repräsentativen Gebäude im Stil der spätsowjetischen Architektur. Auf den Fotos ist zu sehen, wie die Anhänger der ukrainischen Regierung das Gebäude in Brand setzen und gleichzeitig in die Teile des geräumigen Hauses eindringen, die noch nicht vom Feuer erfasst sind. Die eingeschlossenen Menschen fliehen in Panik vor den Flammen und dem starken Rauch ebenfalls in diesen Gebäudebereich und treffen dort auf ihre Gegner, die auf sie einschlagen. Man sieht Menschen, die auf der Brüstung um Hilfe rufen und in letzter Verzweiflung in den Tod springen.“.

„Odessa“, ein Beitrag eines Gastes bei der Ständigen Publikumskonferenz der öffentlich-rechtlichen Medien. Hier hat jemand ein paar interessante Screenshots zusammengestellt, die zeigen, wie der Vorfall in Odessa in den deutschen Medien dargestellt wird beziehungsweise welchen Raum in der Berichterstattung er einnimmt. „Der Skandal liegt in dem gezielten Vertuschen/Herunterspielen dieses Sachverhalts – man male sich aus wie die Schlagzeilen gewesen wären, wenn Janukowitsch-Anhänger so etwas Monate zuvor mit Maidan-Aktivisten gemacht hätten (Janukowitsch wäre der neue Milosevic gewesen). Es wäre tagelang DER Aufmacher gewesen.“.

„Das Massaker von Odessa in den deutschen Staatsmedien“, von Propagandaschau. „Fazit: Obwohl der Ablauf der Ereignisse am Gewerkschaftshaus durch viele Videos gut dokumentiert ist, wird davon so gut wie nichts in den Staatsmedien gezeigt. Ausführlich werden die Straßenschlachten präsentiert, die man durchweg den Pro-Russen anlastet. Genauso ausführlich wird der Sturm auf die Polizeistation dargestellt. Dass viele Opfer im Gewerkschaftshaus erschossen wurden, dass der Rechte Sektor das Haus stürmte, dass eine Schwangere erdrosselt wurde, dass es Hinweise auf den Einsatz von Gas gibt – all das wird verschwiegen. Nicht die militanten Brandstifter werden als Mob oder Banden bezeichnet, sondern die augenscheinlich normalen und unbewaffneten Bürger, die das Gefängnis stürmten, um die Gefangenen zu befreien. Das schlimmste Massaker seit den Schüssen in Kiew wird von den gleichgeschalteten deutschen Medien heruntergespielt und in seinem Verlauf verzerrt.“.

„Gab es Drahtzieher der Tragödie von Odessa?“, von Telepolis, Autor: Ulrich Heyden. „Auf Videos sieht man, wie Hunderte mit Knüppeln bewaffnete Maidan-Anhänger zum Zeltlager der Regierungsgegner vor dem Gewerkschaftshaus geradezu rennen und es innerhalb von Minuten zertrümmern und anzünden. Die Menschen vom Zeltlager flüchteten sich zusammen mit verängstigten Spaziergängern ins Gewerkschaftshaus. Doch der Hass forderte noch mehr Opfer. Die Militanten vom Rechten Sektor begannen die Fenster und Türen des Gebäudes mit Molotow-Cocktails zu bewerfen. Die Eingeschlossen sprangen in ihrer Verzweiflung aus den oberen Etagen. Unten angekommen werden sie von Männern des Rechten Sektors mit Knüppeln bearbeitet.“ und „Doch während das Interesse der westlichen Medien an den brutalen Scharfschützen auf dem Maidan keine Grenzen kannte, mogelt man sich jetzt mit ungenauen Formulierungen am Brand im Gewerkschaftshaus vorbei. Typisch für die Berichterstattung ist folgender Kommentar in einer deutschen Wochenzeitung. ‚Ob das Feuer gezielt gelegt wurde oder der Brand aus Versehen ausbrach, das ist bis heute nicht geklärt.‘. Bilder von rechten Militanten, die Molotow-Cocktails auf das Gewerkschaftshaus werfen gibt es genug, doch die Autorinnen möchten offenbar nicht an diese Bilder erinnern.“. Zu den angesprochenen Scharfschützenmorden ist noch anzumerken, dass es da ja auch neue Erkenntnisse gibt, die die deutschen Medien überwiegend lieber verschweigen: Neue Berichte zu den Todesschüssen auf dem Maidan.

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