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Die ZEIT beginnt Artikel über Verfolgung von Netzpolitik.org in Deutschland erst Mal mit Russenpropaganda

Netzpolitik-Landesverrat-Affäre: Wie schreibt man als Zeit-Online-Redakteur einen Artikel über die Ermittlungen der deutschen Bundesregierung gegen die Macher der überwachungskritischen Website netzpolitik.org beziehungsweise über eine Demonstration in Berlin gegen die Verfolgung dieser Netzpolitik-Journalisten („netzpolitik.org“: 2500 Landesverräter), gegen den Angriff auf die Pressefreiheit in Deutschland? Richtig, man beginnt erst einmal mit drei Absätzen mit unterschwelliger Anti-Russland-Propaganda gepaart mit gutbildungsbürgerlichem Rassimus light. Weil, das ist ja das wesentliche an der Verfolgung von Netzpolitik durch die Bundesregierung, Generalbundesanwalt Range und Verfassungsschutzchef Maaßen: Dass man sich vom Russen distanziert …

„Die Demonstration in Berlin hat noch nicht begonnen, da muss sich Markus Beckedahl schon mit unliebsamen Unterstützern herumärgern. Der Gründer und Chefredakteur von netzpolitik.org bittet vier seiner Sympathisanten über Mikrofon, ihre Transparente wieder einzupacken und zu gehen. Er bezeichnet sie als russische Rechtsradikale. ‚Haut ab! Haut ab!‘, rufen einige. Etwas widerwillig packen die vier ihr Banner ein. ‚Zünde eine Kerze zum Gedenken an‘ steht in kyrillischen Buchstaben auf dem Transparent. Das Foto darauf zeige einen Journalisten, der für seine Arbeit getötet wurde, sagen sie. Es gehe doch hier um die Freiheit, brüllt einer von ihnen, auf dessen T-Shirt ‚Novorossia‘ steht – Neurussland. Doch wer vertrauliche Informationen über die Bundesrepublik veröffentlicht, hat nicht nur separatistische Folkloristen auf seiner Seite. Auch Regime, die Pressefreiheit sonst nicht sonderlich achten, zeigen Interesse an der Arbeit von netzpolitik.org. Eine Reporterin von PressTV ist gekommen. Doch Markus Beckedahl lässt sie wissen, dass er nicht mit dem iranischen Staatsfernsehen spricht. Mit dem russischen Propagandasender RT Deutsch hält er es ebenso.“.

Netzpolitik-Macher Beckedahl hatte bereits gestern ein Fernsehteam aus seinem Büro rauswerfen lassen, weil es aus Russland kam.

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Na, wenn das die „Reporter ohne Grenzen“ wüßten …