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Nachrichten.at bezeichnet ukrainische Nazitruppen lediglich als Freiwillige und zeigt Nazisymbole

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Medienskandal im Ukraine-Konflikt: Obwohl mittlerweile sogar die USA auf Gesetzesinitiative des US-Repräsentantenhauses das ukrainische Bataillon Asow (ukrainische Nationalgarde) wegen seines Nazihintergrundes boykottiert („US-Repräsentantenhaus untersagt US-Regierung Unterstützung und Ausbildung von ukrainischen Nazi-Bataillonen„), bezeichnet das österreichische Nachrichtenportal nachrichten.at die berüchtigten Rechtsextremen lediglich als „Freiwillige“ und (heldenhafte) „Verteidiger“ (in einem Artikel der ansonsten auch noch allerlei merkwürdige Aussagen enthält). Siehe zu beidem auch die obigen Screenshots. Zudem zeigt die österreichische Website auch noch das Nazisymbol „Wolfsangel“ (mit rotem Pfeil markiert), das in Deutschland verbotene Logo der Nazikämpfer.

In dem Artikel „Dauerclinch im Donbass: Kämpfe von Ukrainern und Rebellen ohne Effekt“ (Als ob die Rebellen keine Ukrainer wären …) schreibt nachrichten.at: „Freiwillige des ukrainischen Asow-Regiments, das bei der umkämpften Stadt Mariupol eingesetzt ist.“ und „Krieger des ukrainischen Freiwilligenregiments Asow verteidigen den Westrand des Badeortes Schirokino gegen den andrängenden Gegner.“. Ein Hinweis, dass es sich hier um Nazis/Rechtsextreme handelt, die zudem für allerlei Kriegsverbrechen verantwortlich gemacht werden (und auch gerne mal Minsk II brechen), fehlt völlig. An dieser Stelle kein Link von Blauer Bote auf den nachrichten.at-Artikel. Wer möchte, darf sich diesen gerne selbst heraussuchen. Warum? Darum: Die Inhalte des Artikels strotzen von Verdrehungen und merkwürdiger Propagandabehauptungen. Dass ich hier nur die Naziverharmlosung kritisiere, heißt nicht, dass andere Teile des Artikels okay sind.

Zum von der österreichischen Nachrichtensite nachrichten.at gelobten Bataillon Asow:

Neonazis im Häuserkampf“ titelt die Frankfurter Rundschau im August 2014. In dem Artikel heißt es: „Die ukrainische Armee rückt im Osten auf Donezk vor und delegiert den Häuserkampf an ein Bataillon von Neonazis. Eine Reportage aus dem Kampfgebiet. […] Mit Beginn dieses Monats ist der Krieg in der Ostukraine in eine neue Phase eingetreten. Die Kämpfe haben die Millionenstadt Donezk erreicht, den Hauptsitz der Rebellen. Das Gefecht im Vorort Marjinka am 4. August hat es gezeigt. Es hat zugleich aber auch etwas anderes gezeigt: Die Rolle jener Freiwillligeneinheiten, die die reguläre Armee stützen. Je mehr sich der Kampf in die Städte verlagert, desto wichtiger werden sie. Das Bataillon Asow ist eine dieser Einheiten, und es ist die auffälligste. Offiziell ist es eine Sondereinheit der Polizei, faktisch geben hier Neonazis und Neuheiden den Ton an. Asow wirkt wie ausgedacht von der Propaganda des Kreml, aber es ist echt.“.

Die Sonntagszeitung (Schweiz. European Newspaper of the Year, immerhin) titelt: „Schweizer Neonazis liefern Geld und Militärkleider an die Front„. Ein Zitat aus dem Artikel: „Im Osten der Ukraine wüten Neonazis. Rechtsextreme Kämpfer der ukrainischen Freiwilligen-Miliz plündern Wohnungen, foltern gefangene Separatisten und verschleppen Medienschaffende. Terror im Namen der Maidan-Revolution. Amnesty International wirft den regierungstreuen Banden gravierende Menschenrechts-Verletzungen vor – unterstützt werden sie auch aus der Schweiz. Recherchen zeigen: Neonazis aus den Kantonen Genf, Waadt, Wallis und St. Gallen pflegen enge Kontakte zu den kämpfenden Extremisten und liefern Geld und Hilfsmaterial an die Front.“. Der Artikel berichtet auch von einem schwedischen Neonazi, der an der ukrainischen Ostfront gefallen ist.

Die Schweizer Nachrichtenseite 20min.ch schreibt in einem Dossier mit dem Titel „Ukraine setzt Neo-Nazis gegen Separatisten ein“ unter anderem folgendes: „Beim Kampf in der Ostukraine will die Regierung in Kiew offenbar den Teufel mit dem Beelzebub austreiben: Bekennende Neo-Nazi-Gruppen sind an vorderster Front dabei. Die Bataillone heissen Asow, Dnjepr oder Donbass. Es sind Gruppierungen Rechtsextremer, die im Frühjahr 2014 gegründet wurden und die sich zurzeit im Kampf gegen die pro-russischen Separatisten in der Ostukraine hervortun.“.

Mehr zu den Ukraine-Frontnazis: Bataillon Asow – Ukrainische Nationalgarde

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