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Ausrottungskrieg gegen die eigene Bevölkerung: Kiewer Regierung blockiert Lebensmittel, Wasser und Medikamente

Im Ukraine-Konflikt verschärft die Regierung in Kiew noch einmal den Krieg gegen die eigene Bevölkerung in der Ostukraine: Nachdem die rechtsgerichtete Poroschenko-Jazenjuk-Regierung bereits vor einigen Tagen die Wasserversorgung für Teile der Ostukraine blockierte, wurden jetzt auch nahezu ausnahmslos Lieferungen von Nahrungsmitteln und medizinischen Gütern in die Gebiete um Luhansk und Donezk unterbunden. Dieses Aushungern der ostukrainischen Gebiete ist ein merkwürdiges Unterfangen für eine Regierung, die den Kampf gegen die Rebellen in der Ostukraine immer noch lediglich als „Anti-Terror-Operation“ bezeichnen läßt und auch dafür gesorgt hat, dass nur dieser Begriff im von ihr beherrschten Hauptteil der Ukraine für den aktuellen Ukraine-Krieg verwendet wird.

n-tv berichtete am 16. Juni 2015 („Ukraine verschärft Donbass-Blockade„): „Die ukrainische Regierung verschärft die umstrittene Blockade des Kriegsgebietes Donbass. Lebensmittel, Medikamente und medizinische Güter dürften nur noch bedingt in das von den prorussischen Separatisten kontrollierte Gebiet geliefert werden, teilte der Geheimdienst in Kiew mit. Die Behörde leitet die ‚Anti-Terror-Operation‘ gegen die Aufständischen. Ausnahmen sind demnach Waren, die als humanitäre Hilfe verteilt werden sollen. Ukrainische Organisationen beklagen aber, dass sie wegen der Blockade schon seit zwei Wochen keine Hilfe mehr in das Kriegsgebiet bringen können. Der Geheimdienst schränkte auch den Personenverkehr im Donbass massiv ein. Nur noch Flüchtlinge und Kinder dürfen demnach aus der Separatistenregion in das ukrainische Kernland gebracht werden.“.

Bereits Anfang Juni hat die Kiewer Regierung darüber hinaus die Wasserversorgung von Teilen der ostukrainischen Gebiete eingestellt, wie der Stern in dem Artikel „Poroschenko stimmt Land auf Krisenzeiten ein“ berichtete: „Wasserversorgung in der Ostukraine abgestellt. Russland wirft der Ukraine vor, den Osten des Landes mit einer Wirtschaftsblockade zugrunde zu richten. Erst am Mittwoch hatten die Behörden im Gebiet Luhansk mitgeteilt, Kiew habe die Wasserversorgung eingestellt. Hoffnungen auf eine rasche Aufhebung der Blockade erteilte Poroschenko eine Absage. ‚Zunächst muss die Ukraine die Kontrolle über die Landesgrenze zurückerhalten‘, forderte er. Die Separatisten überwachen weite Teile der Grenze zu Russland.“. Der letzte Satz des Stern ist dabei äußerst merkwürdig. Poroschenko sagt, dass die Blockade erst aufgehoben wird, wenn die Rebellen besiegt sind. Eine „krasse Ansage“. Der Stern vertuscht das irgendwie, indem er den Satz so umdeutet, als ginge es lediglich um ein paar Grenzposten, die die Kiewer Regierung zurückhaben möchte.

Dass die Kiewer Regierung bei der Wahl ihrer Waffen gegen die oft von ihr abwertend gemeint als „Russen“ bezeichneten Menschen im Osten der Ukraine nicht zimperlich ist und Wasser und Lebensmittel als Waffe einsetzt, hat sich schon seit längerem bis in die verbündete USA herumgesprochen, wie die junge Welt am 24.02.2015 berichtet („Mediale Deeskalation? Berichte über Neonazis in Ukraine“): „… die konservative US-Nachrichtenwebseite Fox.com titelte am Montag: ‚Hat die Ukraine ein Monster geschaffen, das sie nicht kontrollieren kann?‘. Fox meinte die russophoben und zumeist offen faschistischen Truppen, die auf Seiten der Kiewer Junta in der Ostukraine an vorderster Front im Einsatz sind und dabei zahllose Kriegsverbrechen begangen haben: laut Fox ‚Entführungen von Zivilisten, Folter und Exekutionen‘ sowie Einsatz von ‚Hunger und Durst gegen Zivilisten als Kriegswaffe‘. Über 30 ‚Neonazifreiwilligenverbände‘ gibt es demnach. Ein Teil, wie das berüchtigte ‚Asow-Bataillon‚, unterstehe dem Innenministerium, ein anderer, wie z.B. der ‚Rechte Sektor‘, operiere unabhängig von Kiew. Eine dritte Gruppe – wie das ‚Dnipro-Bataillon‘ – trete als Privatarmee von mit der Junta verbandelten Oligarchen auf. Die Anführer aller drei Kategorien sitzen laut Fox inzwischen in Schlüsselpositionen der sogenannten Sicherheitsministerien und –behörden.“.

Erschreckendes berichtet auch ein Artikel der jungen Welt vom 22. Juni 2015 („Kiew setzt auf Krieg„) von Reinhard Lauterbach. Dort heißt es unter anderem zu möglichen Taktiken gegen die Millionen Menschen im Osten der Ukraine: „Als Alternative zu einem Krieg gegen Russland nannte Gorbulin entweder die völlige Abtrennung der ‚besetzten Gebiete‘ um Donezk und Lugansk oder die gegenwärtige Mischung aus Scharmützeln und Scheinverhandlungen. Ersteres würde laut Gorbulin der Ukraine immerhin ersparen, den Wiederaufbau der zerstörten Infrastruktur bezahlen zu müssen. Der gegenwärtige Zustand biete dagegen die Chance, die Aufständischen allmählich zu zermürben und die Gebiete sturmreif zu machen. Das Szenario der kroatischen ‚Oluja‘-Offensive gegen die Krajina im Jahre 1995, das zur Massenflucht der serbischen Bewohner führte, wird in Kiew immer wieder als nachahmenswertes Beispiel zitiert.“.

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