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Shadowban bei Twitter

Schattenbann über dem Netzwerk Twitter: Viele Tweets zahlreicher Nutzer sind offenbar nicht mehr für Nicht-Follower (Follower sind Abonnenten) zu sehen, zuzusagen gebannt. Dem Ersteller dieser Nachrichten selbst bleibt dieser Bann verborgen. Twitter spricht von einem Bug, einem Fehler. Man habe mit dem Shadowban keine unerwünschten Meinungen unterdrückt, die Meinungsfreiheit sei gewährleistet. Aber die Berichterstattung über den Shadowban ist verräterisch und weist eben doch darauf hin, dass die staatliche und halbstaatliche Zensur hier weitere Unterstützung erhält. Auch die Berichte einzelner Twitterer sind alarmierend.

Wie so oft bei der politischen Propaganda der letzten Jahre werden bei der Zensurmaßnahme Shadowban neben anderen „staatsfeindlichen Subjekten“ und ein paar „Kolateralschäden“ gezielt viele Rechtsextreme in Mitleidenschaft gezogen. Wer sich über den Shadowban erregt, gerät so leicht selbst in den Verdacht, ein Nazi zu sein. Das ist zwar eine verquere „Logik“, denn wenn Sie beispielsweise sagen „Der Himmel ist blau“ und ein Nazi sagt auch „Der Himmel ist blau“, dann sind Sie deswegen kein Nazi. Aber genau so wird ja in vielen Themengebieten heutzutage argumentiert, übrigens auch zur Freude der Rechtsextremen. Sie können so links sein, wie Sie wollen, wenn Sie beispielsweise gegen NATO-Kriege sind: Man stellt sie als rechtsextrem dar!

Das Netzfachmagazin t3n schreibt heute: „Seit der Diskussion um das  Netzwerkdurchungsgesetz von SPD-Bundesjustizminister Heiko Maas werden immer mehr Tweets und ganze Twitter-Accounts in Deutschland nicht mehr angezeigt – überwiegend handelt es sich dabei um rechtsradikale Accounts – allerdings nicht ausschließlich.“ und „Twitter allerdings widerspricht – es handle sich um einen Fehler bei der Spam-Bekämpfung. „Wir sind uns eines Problems mit einem unserer Spam-Filter bewusst, der die Suchfunktionalität von Twitter beeinträchtigt“, schreibt ein Twitter-Sprecher auf Anfrage.“.

Okay, aber wenn das nur ein Bug ist, warum sind dann so viele tatsächliche oder vermeintliche Rechtsextreme betroffen? Und warum sind dann auch so viele Regierungs- und Medienkritiker betroffen, die nicht rechtsaußen sind? Ein Bug hat keine politische Einstellung. Es mag sein, dass Twitter bei dem „Shadowban-Bug“ nicht ganz das gemacht hat, was Twitter sich vorgestellt hat, aber es sieht so aus, als ob die Vorbereitung für künftige Zensurmaßnahmen gegen jegliche Art von Regierungskritik im Sinne des NetzDG der Merkel-Regierung bei Twitter zumindest etwas schief gelaufen ist. Denn die Maßnahmen waren zu offensichtlich.

Betroffen von dem „Bug“ ist übrigens auch der Twitterer Dominic H (@domihol), ein Schweizer mit syrisch-arabischen Wurzeln (und mit absoluter Sicherheit nicht rechtsextrem), der sich seit Jahren kompetent gegen die westliche Medienpropaganda und den Angriffskrieg des Westens und anderer Staaten sowie Söldner- und Terrorgruppen gegen Syrien einsetzt (vergleiche zum genannten Krieg auch den Artikel hier mit dem Titel „Führende Wissenschaftler erläutern Syrienkrieg“):