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ARD-Faktenfinder unter Beschuss

Als die ARD ein Projekt mit dem Namen „Faktenfinder“ startete, konnte man angesichts der Propaganda der letzten Jahre in den deutschen Massenmedien – sowohl in den öffentlich-rechtlichen als auch in den privaten – eigentlich kaum erwarten, dass da etwas Vernünftiges dabei herauskommt. Und tatsächlich haben sich die vermeintlichen Faktenfinder vom Start weg journalistisch so dermaßen blamiert, wie es selbst Medienkritiker sich kaum vorstellen konnten. In einem Fall haben sich die ARD-Faktenfinder möglicherweise sogar strafbar gemacht.

Hier einige analytische und kritische Artikel zu den sogenannten Faktenfindern der ARD, welche sich tatsächlich schnell selbst als Fake Newser und Propagandisten entpuppten. Andererseits: Was hat erwartet? Jeder Hinweis jeweils mit Link in Fettschrift und einem Zitat aus dem verlinkten Artikel dazu:

Norbert Häring: Die Faktenfinder der Tagesschau und die Russen: Fake News im Kreis

„Angetreten ist das Projekt „Faktenfinder“ der Tagesschau als eine Gruppe von Rechercheuren, die den Falschinformationen im Netz bekannte Tatsachen entgegensetzen und sie so neutralisieren wollen. Konfrontiert mit der Notwendigkeit das Ausbleiben von russischen Fake-News-Kampagnen zu erklären und zu Falschinformationen eines etablierten Mediums Stellung zu beziehen, zeigt die Gruppe jedoch sehr bald ihr wahres Gesicht.

Ein besonderes Highlight der Faktenfindung war am 21.4. der Beitrag über die vermeintliche Beeinflussung der französischen Präsidentschaftswahlen durch Moskau mi dem Titel: „Keine Kampagne aber eine Strategie“. Ausgangspunkt war, dass diese vielstimmig befürchtete Fake-News- und –Beeinflussungskampagne ausgeblieben sei. Und dann geht es wild hin und her zwischen beeinflusst und doch nicht beeinflusst. Es wird alles was sich finden lässt zusammengetragen, um den sich aufdrängenden Eindruck zu zerstreuen, dass das ganze Getue um die russische Wahlbeeinflussung  Fake News oder Propaganda war. Die Fakten die man findet sind überwiegend von der eher lächerlichen Sorte.“

Nachdenkseiten: Die Tagesschau will den NachDenkSeiten ans Leder und macht sich dabei nur selbst lächerlich

„Gestern berichteten wir über eine Falschmeldung von SPIEGEL Online und forderten dabei – leicht ironisch – die „Faktenfinder“ der Tagesschau auf, der Sache doch mal nachzugehen. Das haben die Kollegen heute getan und kommen dabei nicht nur zu einem erstaunlich grotesken Ergebnis, sondern können es auch nicht sein lassen, anstatt mit Argumenten, lieber mit haltlosen Schmähungen zu antworten. Dabei kommt auch die altbekannte „Verschwörungstheoretiker-Keule“ zum Einsatz. Das Ziel ist klar: Die NachDenkSeiten sollen mittels der üblichen Methoden der Branche diskreditiert werden. Diese Schmutzkampagne fällt jedoch auf den Absender zurück. Nutzen Sie dieses Beispiel bitte, um auch im Freundes- und Bekanntenkreis auf die NachDenkSeiten und die Methoden der Meinungsmache von Tagesschau und Co. aufmerksam zu machen.“

Blauer Bote Magazin: ARD deckt Schwerverbrechen der syrischen Verbündeten

„Anfang März 2017 berichtete eine schwedische Ärztevereinigung über Propagandavideos der White Helmets in Syrien, mit denen 2015 ein Giftgasangriff im Ort Sarmin vorgetäuscht und der syrischen Regierung angelastet wurde und in denen hierzu medizinisch nachweisbar Leichen von Kindern mißhandelt wurden beziehungsweise ein kleiner Junge vor laufender Kamera getötet wurde. Die westlichen Medien ignorierten diesen Skandal der vom Westen finanzierten Weißhelme. Nur die ARD ging der Sache nach. Allerdings nicht, um darüber zu berichten, sondern weil der Vorsitzende der schwedischen Medizinervereingung dem Sender Russia Today ein Interview dazu gegeben hatte und das ARD-Faktenfinder-Team der Meinung war, die wiedergegebenen Aussagen könnten nicht stimmen und RT habe Fake-News verbreitet, indem die Aussagen verfälscht wurden. Der Vorsitzende, Professor Ferrada de Noli, bestätigte jedoch, dass seine Aussagen von RT korrekt wiedergegeben wurden. Die ARD wusste also mit absoluter Sicherheit von den schweren Verbrechen der Weißhelme, verlor aber Folgenden kein Wort darüber und vertuschte so die brutalen Verbrechen ihrer Verbündeten. Vier Wochen später waren die Weißhelme dann wieder die Helden der westlichen Medien bei der gefälschten Giftgasattacke von Chan Scheichun, der bekanntlich Trumps Militärschlag gegen Syrien folgte.“.

Fefe zu Lüders bei Lanz

„Wenn ihr euch noch an Lüders-bei-Lanz Geschichte und die „Faktenfinder“ dazu, dann interessiert euch wahrscheinlich, wie es weiterging. Lüders war auch noch bei Anne Will eingeladen, offensichtlich mit dem Ziel eines nachhaltigen Rufmords. Wenn man die Fakten nicht widerlegt, dann greift man eben die Person an! Funktioniert schon immer prächtig, siehe auch Daniele Ganser.“.

Ständige Publikumskonferenz der öffentlich-rechtlichen Medien e.V.: UN-Veto und der ARD-Faktenfinder

„ARD-aktuell hat neuerdings den Anspruch, ein „Faktenfinder“ zu sein und eine entsprechende Dienstleistung zu bieten. Was dabei herauskommt, bestärkt allerdings auch nur den Verdacht der Manipulation, es ist alter Wein (Tendenzjournalismus) in neuem Schlauch. […] Fazit: Der „Faktenfinder“-Bericht der ARD-aktuell ist blanke Meinungsmache. Er verstößt gegen die Programmrichtlinien. Er führt sich selbst ad absurdum und gibt das ganze Unternehmen ARD-aktuell der Lächerlichkeit preis. Wir empfehlen dem Rundfunkrat, dagegen einzuschreiten, wenn er sich nicht ebenfalls und ein weiteres Mal lächerlich machen will. Programmbeschwerde von Volker Bräutigam und Friedhelm Klinkhammer: Veto-UN-ARD-Fake„.

VB’s weblog: Wie zu erwarten: Der angebliche “ARD Faktenfinder” entpuppt sich als Propaganda-Sprachrohr reinsten Wassers

Und alles über einen Leist, was dem Regierungs-Narrativ widerspricht.“

VB’s weblog: Lückenpresse in Aktion: Der “Faktenfinder” der ARD startet gleich mit einseitiger Darstellung und einer Propaganda-Nachricht

„Als einzige Meinungsäusserung wird die von Frau Merkel dargestellt. Auch auf die Inhalte der Resolutionen sowie die Gründe Russlands, jene abzulehnen, wird nicht eingegangen.“

Nachdenkseiten: Schmutzkampagne gegen die NachDenkSeiten – Das schreiben uns unsere Leser zum „Faktenfinder“

„Die als Faktencheck getarnte Schmutzkampagne von Teilen der Tagesschau-Redaktion gegen die NachDenkSeiten hat auch unsere Leser nicht kaltgelassen. Alleine auf Facebook haben fast 350.000 Leser die beiden Artikel zur SPON-Meldung und zum Faktenfinder der Tagesschau gelesen – die Beiträge wurden mehr 2.000mal geteilt und mehr als 3.000mal geliked. Danke dafür. Wie kaum anders zu erwarten, haben wir zum Thema natürlich auch zahlreiche Lesermails bekommen, von denen keine einzige die seltsame Argumentationslinie der Tagesschau-Faktenfinder verteidigen wollte. Stattdessen beglückwünschten uns unsere Leser und setzten ihrerseits oft noch einen drauf, indem sie uns auf die journalistischen Stockfehler der Faktenfinder hinweisen. Jeder macht sich so lächerlich, wie er will und kann.“.

Telepolis: ARD-Projekt: Von Fakten sprechen und dabei vermuten

„Große Medien wissen seit geraumer Zeit, dass ihre Berichterstattung von einer beträchtlichen Anzahl an Mediennutzer kritisch hinterfragt wird. Über die sprachliche Konstruktion „Fake News“ wird derzeit versucht, den Mediennutzer hin zu „den Fakten“ zu bewegen, die – wer hätte es gedacht – selbstverständlich nur von jenen Medien geliefert werden können, die wegen einer oftmals undifferenzierten und herrschaftsnahen Berichterstattung von vielen Bürgern kritisiert werden. Zum Vorschein kommt eine Legitimationsstrategie der unter Druck geratenen Medien mit dem Ziel einer vertrauensbildenden Maßnahme. Das ist durchschaubar. Dass dann auch noch zeitgleich Politiker in dasselbe Horn blasen, sprich: ebenfalls gegen „Fake News“ mobil machen, lässt tief blicken. Journalisten großer Medien und Politiker im Kampf vereint? Ein bemerkenswertes Bild.“.

Rubikon: Krieg der Lügen

„Auf der ARD-Webseite finde ich einen Artikel über Michael Lüders, der in einer Markus-Lanz-Sendung (5.4.2017) erklärt hatte, das Giftgas nach Khan Sheikhoun sei von den bewaffneten Gruppen aus und mit Unterstützung der Türkei nach Syrien gebracht worden. Die Quellen von Lüders seien zweifelhaft, schreiben die „Faktenfinder“. Seymour Hersh, der großartige Journalist, der in einer einjährigen Recherche die Wahrheit über die Freisetzung von Giftgas bei Damaskus 2013 an die Öffentlichkeit befördert hatte, wird in Zweifel gezogen. Also sei auch die Analyse von Lüders zweifelhaft, wird geschlussfolgert.“.

Nachwort

„Hate-Speech-Gesetz: Regierung kennt keine einzige strafbare Falschnachricht“, berichtet Golem.de. „Die Bundesregierung will die Verbreitung strafbarer Falschnachrichten im Internet per Gesetz eindämmen. Auf Nachfrage kann sie aber kein einziges Beispiel für solche Fake-News nennen.“.

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