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Zeit Online bietet perversen Jihadisten Forum

Propagandaoffensive der Medien im Syrienkrieg. Die syrische Regierung rückt gegen Ost-Aleppo vor. Die sogenannten „Rebellen“ in Ost-Aleppo – jihadistische Söldnertruppen unter Führung der Al Qaida (in Syrien „Al Nusra“) – sind in der Defensive. Zeit Online bezeichnet diese Terrorkämpfer konsequent als „Rebellen“ und läßt den Führer der Untergruppe Al Zenki/Sinki zur Situation in Aleppo zu Wort kommen. Letztere Gruppe wurde bekannt durch das grausame Köpfen eines Kindes vor laufender Kamera. Die „Rebellen“ in Ost-Aleppo benutzten die dort verbliebenen Menschen als Schutzschilde, wer fliehen wollte, wurde erschossen. Nun, da die syrische Armee vorrückt und immer mehr Menschen befreit werden oder fliehen können, titelt die Zeit in grotesker Verdrehung der Tatsachen: „Aleppo. Vormarsch der Assad-Truppen treibt Tausende in die Flucht„. Zu den angeblich vor der syrischen Armee flüchtenden werden natürlich auch noch von der Zeit und ihren verbündeten Terroristen die vor der Armee fliehenden Jihadisten und ihre Angehörigen und mitgenommenen Geiseln gezählt.

„That said, it’s primarily al-Nusra who holds Aleppo“ – US-Verteidigungsministerium

Zeit Online: „Die in Großbritannien ansässige Organisation, die sich auf ein breites Netzwerk von Informanten in Syrien stützt, gab an, dass durch die Offensive am Wochenende 10.000 Zivilisten in die Flucht getrieben worden seien. Rund 6.000 von ihnen seien aus ihren Wohngebieten im Osten Aleppos in von Rebellen kontrollierte Zonen geflohen, der Rest habe Zuflucht in Regierungsgebieten gesucht.“.

Die „Organisation“ ist die sogenannte Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte, vergleiche dazu auch „England: ARD traf den Mann, der sich “Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte” nennt„.

Die Zeit verdreht hier komplett die Tatsachen (Wie die restlichen deutschen Qualitätsmedien auch). Zudem werden fliehende Kämpfer und co und Zivilisten, die natürlich erst einmal vor den unittelbaren Kämpfen in andere Wohngegenden fliehen oder als Geiseln mitgeschleppt werden, aber vielleicht nicht vor der syrischen Armee fliehen wollen, und so weiter und so fort einfach mal mitgezählt. Ihre „Informationen“ bezieht die Zeit von einer Verlautbahrungsstelle der „Rebellen“. Mit der Realität, wie sie Wissenschaftler, andere Experten und mittlerweile selbst britische Journalisten vor Ort in Aleppo beschreiben, hat die Propaganda der Zeit und anderer sogenannter Qualitätsmedien wenig zu tun:

Telepolis am 22.10.2016: “Die Kriegsgegner Assads und seiner Regierung hatten von Anfang an klargemacht, dass sie von der humanitären Pause in Aleppo ‘nichts halten und sich zu nichts verpflichtet fühlen’, wie al-Jazeera berichtet. Die von der syrischen Regierung bereitgestellten acht humanitären Korridore, sechs für Zivilisten, zwei für Mitglieder der Milizen, wurden angegriffen, ebenso die Busse, die dafür bereitgestellt wurden. […] Dies wurde gestern von mehreren Quellen bestätigt. Da bei solchen Meldungen immer auch der Verdacht oder der Vorwurf geäußert wird, sie seien bloße Propaganda einer Kriegspartei, soll in diesem Fall auf einen Berichterstatter verwiesen werden, nämlich Dan Rivers, der Zeuge von Mörserangriffen auf Busse war und dies auch aus einer größeren Perspektive bestätigte. […] erneut ist dort auch die Rede von Scharfschützen, die auf Evakuierungswillige feuerten, von Granatenbeschuss auf die Zivilbevölkerung, die in der Busse waren und ‘von Zivilisten die in Schrecken davonliefen’.”.

Der bekannte deutsche Syrienexperte Professor Günter Meyer von der Universtität Mainz im Interview im Wiesbadener Kurier vom 6.8.2016: “Interviewer: Ein Brandherd ist dieser Tage Ost-Aleppo…. Meyer: ja. Allerdings ist die mediale Berichtserstattung darüber häufig sehr einseitig. So z.B., wenn der Spiegel titelt: ‘Die Islamisten sind Aleppos letzte Hoffnung‘. Die Dschihadisten der Al-Kaida angehörenden Nusra-Front und der nicht minder brutale Ahrar al-Scham haben die von der UN ausgehandelte Waffenruhe genutzt, um den Osten Aleppos militärisch massiv aufzurüsten. Diese ultra-radikalen Kämpfer geben dort das Kommando, nicht etwa moderate Rebellen, wie in vielen Medien immer wieder zu lesen ist. Wie in anderen vom Regime belagerten Städten benutzen die Dschihadisten auch hier die Zivilbevölkerung als Schutzschilde und verhindern, dass sich die Einwohner in Sicherheit bringen können.”.

Die perverse Krönung des Pro-Al-Qaida-Artikels: Zeit Online läßt den Führer einer brutalen Kindermördertruppe der Aleppo-Jihadisten-Terroristen zu Wort kommen und der darf natürlich erst einmal schön Propaganda à la „Assad vernichtet alles. Das letzte Krankenhaus …“. Zeit Online: „Jasser al-Jussef, Führungsmitglied der bewaffneten Gruppe Nureddin al-Sinki, berichtete von heftigen Kämpfen um den strategisch wichtigen Stadtteil Sachur. Sollten die Regierungstruppen diesen erobern, würde das Rebellengebiet in Ostaleppo in zwei Teile zerschlagen. Al-Jussef zufolge versuchen die Aufständischen, ihre Positionen zu festigen. ‚Doch die Luftwaffe zerstört systematisch ein Gebiet nach dem anderen.'“.

Die Gruppierung Al Zenki oder Al Sinki der Al-Kaida-Koalition erregte vor einigen Wochen erhebliches Aufsehen: „Syrien: Mit USA verbündete “moderate Rebellen” schneiden 11-jährigem Jungen vor laufender Kamera Kopf ab„. Zitat:

„Ein Artikel der Zeitung DailyMail aus Großbritannien: “And these are the ‘good guys’! Sickening video shows US-backed Syrian rebels taunting and then brutally beheading a young boy because he was a ‘spy’“. Von den USA unterstützte “Rebellen” (von der CIA unterstützte Rebellen) haben ein Video veröffentlicht, auf dem sie grinsend einen höchstens Elfjährigen – vielleicht ist er auch erst sieben oder acht Jahre alt – quälen und ihn dann vor laufender Kamera köpfen. Bei den Kämpfern in dem Film handelt es sich um Mitglieder der nach US-Lesart “moderaten Rebellen” der Gruppierung Nour al-Din al-Zenki (des Syrian Revolutionary Command Council), die mit den USA verbündet ist. Die englischsprachige Wikipedia schreibt zu “Harakat Nour al-Din al-Zenki“: “Harakat Nour al-Din al-Zenki (Arabic: حركة نور الدين الزنكي‎‎, Nour al-Din al-Zenki Movement) is an independent insurgent group involved in the Syrian Civil War. It is part of the Syrian Revolutionary Command Council and has received U.S.-made BGM-71 TOW anti-tank missiles.[8] As of 2014, it is reportedly one of the most important rebel factions in Aleppo.[9] […] and subsequently received increased financial support from Saudi Arabia, which had been reluctant to support the Army due to its links with the Syrian Muslim Brotherhood.[9] In December 2014, Nour al-Din al-Zenki joined the Levant Front, a broad coalition of Islamist rebel groups operating in Aleppo.[3] The group has also received financial aid from the United States, in a CIA run program to support moderate rebel groups.[13]“.“.

Die USA wollte mit der Unterstützung der Al-Kaida-Koalition via Söldnertruppe Al Sinki wegen dieses einen Vorfalls übrigens ausdrücklich NICHT aufhören. So sagte ein Sprecher der US-Regierung – Mark Toner – beim Daily Press Briefing vom 3. August 2016, dass man eine Zusammenarbeit mit “moderaten” Rebellen überprüfen, aber zunächst nicht einstellen werde:

„QUESTION: So what does a rebel group in Syria have to do to not receive U.S. funds any longer? What is the line that they must cross? What kind of controversial incident must take place for a group to stop receiving U.S. funds?

MR TONER: Well, first of all, there’s a lot of vetting of the Syrian moderate opposition that has already taken place, and it’s not just by the U.S., but it’s by all the members of the ISSG and, frankly, the UN. And it was established that al-Nusrah as well as Daesh or ISIL were considered to be by all members and by the UN to be terrorist organizations. I think, again, these are not easy processes, and one incident here and there would not necessarily make you a terrorist group.“

Professor Tim Anderson aus Australien hat ein Buch über den Krieg in Syrien veröffentlicht: „The Dirty War on Syria“. Die Nachdenkseiten über das aktuelle Buch des Professors für Politik der Universität Sydney (“Leiser Optimismus im Mittleren Osten?“), welches vor Kurzem unter dem Titel „Der schmutzige Krieg gegen Syrien“ auch auf deutsch erschien:

“Gleich vorweg: Andersons Buch will keine Chronologie der Ereignisse des Krieges in Syrien erzählen. Es entsteht allerdings ein anderes Bild, wenn Anderson akribisch darstellt, wie die Ereignisse in Syrien durch ein Zusammenspiel von islamistischen Fundamentalisten, US-amerikanischen Geostrategen, wahhabitischen Steinzeit-Königreichen, westlichen Mainstream-Medien und Nichtregierungsorganisationen massiv manipulativ umgedeutet und umgeschrieben wurden. Bis 2011 zum Beispiel war der syrische Präsident Bashar al-Assad ein von westlichen Regierungen und Konzernen umworbener Mann, dem man die Durchführung marktradikaler Reformen in seinem Land nahelegen wollte. Um Assad sodann ganz plötzlich zum neuen Hitler umzudichten, der sein eigenes Volk massakriert. […]

Im Gegensatz zu Afghanistan und Irak verzichtete man in Syrien auf den militärischen Einmarsch. Als der arabische Frühling auch Syrien erreichte, wurden die legitimen Proteste der demokratischen Opposition genutzt, um im Schutz der Masse durch islamistische Scharfschützen auf Zivilisten und Polizisten zu schießen. Die westliche Erzählung von der syrischen Polizei, die auf friedliche Demonstranten schießt, und von den friedfertigen Demonstranten, die quasi innerhalb weniger Stunden und Tage zu Soldaten mit professionellen Schutzanzügen amerikanischer Fertigung und mit Waffen, deren Munition aus israelischer Produktion stammt, mutierten, ist nicht plausibel. Der Konflikt eskalierte. Die demokratische Opposition blieb eingeschüchtert zuhause, und die Söldnermilizen übernahmen ganze Regionen. Über 100.000 syrische Soldaten sind mittlerweile von ‚moderaten Rebellen‘ ermordet worden. Die angeblich syrischen Rebellen stammen aus über achtzig Ländern der Welt.”.

Die Zeit und die deutschen Qualitätspresse sind PR-Outlets dieser Jihadisten-„Rebellen“ …

UPDATE vom 29.11.2016, Telepolis („Aleppo: Die syrische Armee auf dem Weg zur Rückeroberung„):

„Indessen verweisen Syrien-Kenner darauf, dass die zunehmende Zahl der Zivilisten, die angesichts der sich abzeichnenden Niederlage der Milizen aus Ost-Aleppo fliehen, zeige, dass sie zuvor von den Dschihadisten und Umstürzlern als Geiseln gehalten wurden. In diese Richtung kann man auch Äußerungen des UN-Hilfschefs Kevin Kennedy verstehen.“

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