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Zwei interessante Texte zu Krieg und Syrien

Zu „unserem“ Krieg gegen Syrien sowie zu den Hintergründen drumherum eine Programmbeschwerde von Volker Bräutigam und Friedhelm Klinkhammer mit dem Titel „Programmbeschwerde: ARD-aktuell unterschlägt Gegenansicht zum Syrienkrieg“ sowie ein ausführliches Dossier von John Pilger mit dem Titel „Im Innern der unsichtbare Regierung. Krieg, Propaganda, Clinton & Trump„.

Auszug aus der genannten Programmbeschwerde, bei der es um die Situation in Syrien und das Verschweigen von Tatsachen und Gegenansichten geht:

„Der Bericht des Erzbischofs Tobij im italienischen Parlament, immerhin einer der großen politischen Bühnen der EU, wäre geeignet gewesen, dem deutschen Publikum die erbärmliche Heuchelei der Berliner Regierung bewusst zu machen. Er hätte auch eine Erklärung mehr dafür abgegeben, weshalb Rom sich am 20.10. weigerte, weitere EU-Sanktionen gegen Russland mitzumachen, wie vom Kabinett Merkel gefordert. Damit wird zugleich die Motivlage der Redaktion ARD-aktuell klar, Informationen über den Auftritt des Msgr. Tobijs zu unterschlagen: transatlantische Auftragsbotschaften auszurichten und aufklärerische Gegeninformationen zu unterlassen, soweit sich das irgend machen lässt.“.

Einige wenige Zitate aus dem lesenswerten und informativen John-Pilger-Artikel, den die Propagandaschau auf deutsch übersetzt hat:

„WikiLeaks hat aufgedeckt, dass der syrische Führer Bashar al-Assad erst nach seiner Ablehnung einer Ölpipeline von Katar durch sein Land nach Europa im Jahr 2009 angegriffen wurde.

Von diesem Moment an plante die CIA die Zerstörung der syrischen Regierung durch dschihadistische Fanatiker – jene Fanatiker, die die Bevölkerung in Mosul und in Aleppo als Geiseln halten. Warum kommt das nicht in den Nachrichten? Der frühere britische Außenamtsvertreter Carne Ross, der für die Sanktionen gegen den Irak zuständig war, erzählte mir: ‚Wir haben die Journalisten mit irrelevanten Tatsachen aus gesäuberter Aufklärung gefüttert, oder wir haben sie kaltgestellt. So funktionierte das.‘ […]

Propaganda ist dann am effektivsten, wenn unsere Zustimmung von Leuten mit feiner Erziehung hergestellt wird – Oxford, Cambridge, Harvard, Columbia – und mit einer Karriere bei BBC, dem Guardian, der New York Times, der Washington Post. Diese Organisationen sind als die liberalen Medien bekannt. Sie präsentieren sich selbst als aufgeklärte, progressive Tribune des moralischen Zeitgeists. Sie sind anti-rassistisch, pro-feministisch und Pro-LGBT.

Und sie lieben den Krieg.

Und während sie für den Feminismus reden, unterstützen sie räuberische Kriege, die die Rechte unzähliger Frauen verweigern, darunter das Recht auf Leben. Libyen, damals ein moderner Staat, wurde 2011 unter dem Vorwand zerstört, Muammar Gaddafi wolle an seinem eigenen Volk Völkermord begehen. So lauteten permanent die Nachrichten und es gab keine Beweise. Es war eine Lüge. […]

Viele in den westlichen Medien haben hart daran gearbeitet, die ethnisch russisch-sprachige Bevölkerung der Ukraine als Außenseiter im eigenen Land hinzustellen, als Agenten Moskaus, fast nie als Ukrainer, die eine Föderation innerhalb der Ukraine wollten und als ukrainische Bürger Widerstand gegen einen vom Ausland gesteuerten Umsturz gegen ihre gewählte Regierung leisteten. […]

Der Pressesprecher von George Bush bezeichnete die Medien einmal ‚mitschuldige Helfer‘.

Das kommt von einem hochrangigen Vertreter einer Administration, deren Lügen mit Hilfe der Medien so viel Leid verursacht haben. Diese Bezeichnung sollte uns eine Warnung aus der Geschichte sein.

1946 sagte der Ankläger bei den Nürnberger Prozessen über die deutschen Medien: ‚Vor jeder großen Aggression haben sie eine Pressekampagne gestartet, mit der Absicht die Opfer zu schwächen und das deutsche Volk psychologisch für den Angriff vorzubereiten. In diesem Propagandasystem waren die Tagespresse und das Radio die wichtigsten Waffen.'“.

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