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Axel Springer wirft Anti-AfD-Journalisten raus, Journalist mit Neonazi-Kontakten darf bleiben

Die Zeitung WELT (Axel-Springer-Verlag) entläßt einen ihrer Journalisten, wie der SPIEGEL berichtet: „Käuflichkeits-Vorwürfe der AfD: Stefan Aust verkündet Rauswurf von ‚Welt‘-Journalist„. Das Medienjournalismusportal Übermedien hatte bereits vor fünf Tagen von dem Fall berichtet: „Die undurchsichtigen Verbindungen zwischen einem ‚Welt‘-Redakteur und der AfD„. Nun also die Reaktion der Verantwortlichen des Axel-Springer-Verlages dazu. Ein Journalist der ebenfalls zum Axel-Springer-Verlag gehörenden BILD darf hingegen bleiben, obwohl er sich mit bekannten Neonazis zu mehrtägigen Workshops mit freundschaftlichem Meinungsaustausch sowie Partys getroffen hatte. Der Journalist hat die Richtigkeit dieser Vorwürfe auch bereits offen eingeräumt.

Zum dem Fall bei der WELT schreibt der SPIEGEL: „Die ‚Welt‘ entlässt ihrem Chefredakteur Stefan Aust zufolge einen ihrer Redakteure. Günther Lachmann war vorgeworfen worden, er habe von der AfD Geld für Beratung verlangt. Der Journalist Günther Lachmann verliert offenbar seinen Job bei der Tageszeitung ‚Die Welt‘. Das erklärte ‚Welt‘-Chefredakteur Stefan Aust am Samstagnachmittag via Twitter. ‚Die Welt trennt sich von Günther Lachmann.‘ Auf Nachfrage von SPIEGEL ONLINE erklärte Aust: ‚Solange wir Mitarbeitern kein unredliches Verhalten nachweisen können, stehen wir hinter ihnen, wenn es andere Informationen gibt, trennen wir uns von ihnen.‘.

Zu dem Fall des BILD-Journalisten mit den Nazikontakten hatte Blauer-Bote-Magazin bereits mehrfach berichtet. Die Verantwortlichen der BILD haben sich trotz mehrfacher Nachfrage nicht zu dem Fall geäußert. BILD-Redakteur Julian Röpcke hatte sich in Kiew mehrere Tage mit dem schwedischen Neonazi Mikael Skilt und weiteren Rechtsextremisten des „Bataillon Asow“ zum Meinungsaustausch getroffen. Röpcke macht in seinen BILD-Berichten mehr oder minder unverholen Werbung für die Neonazitruppe. Bei Twitter parlierte Röpcke offen mit Skilt über die Meetings (siehe Schaubild unten).

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15 Kommentare

    1. Also klassisch kenne ich den Begriff Wochenzeitschrift für die Zeit und die Welt. Es hieß doch immer „die Wochenzeitschrift Zeit“ und „die Wochenzeitschrift Welt“ oder täuscht mich da meine Erinnerung? Mit dem Internet relativiert sich das natürlich.

      Anti-AfD in dem Sinne, dass er dann offenbar in Streit mit denen geriet. Dass er grundsätzlich gegen die war, glaube ich ja auch nicht. Sorry, war einer griffigen Überschrift geschuldet. Bild-Niveau 😉

      1. >Es hieß doch immer “die Wochenzeitschrift Zeit” und “die Wochenzeitschrift Welt” oder täuscht mich da meine Erinnerung?

        Dich täuscht die Erinnerung. Die Zeit ist eine Wochenzeitschrift, die Welt eine Tageszeitung. Meine Güte, schon mal von Wikipedia gehört?

    2. „Wochenzeitschrift“. Vielleicht ist das auch schlicht falsch. Ich habe nur wenige Minuten für meine Artikel und da schreibt man schon Mal „aus der Hüfte“ …

    1. Sorry, ich kenne mich in der rechten Szene nicht so aus …

      Ich dachte, er hätte sich dann gegen die AfD gewandt? Seit wann sind denn solche Überschriften auf Axel-Springer-Niveau Axel-Springer-Journalisten ein Dorn im Auge?

    2. Man könnte natürlich auch schreiben: „Axel Springer wirft korrupten Journalisten raus, Journalist mit Neonazi-Kontakten darf bleiben“. Das wirft kein besseres Bild auf Axel Springer.

    1. Was soll sein mit Röpcke? Claus Kleber hat ja gesagt, dass es keine Nazis in der Ukraine gibt. Es kann nämlich nicht sein, was nicht sein darf. Und so hat es auch kaum jemanden interessiert (schon gar keinen Mainstream-Journalisten) als der deutsche Außenminister sich mit Oleg Tiagnibok fotografieren ließ, als der Westen eine Übergangsregierung unterstützte, an der dessen Partei Swoboda beteiligt war, und als die deutsche Regierung sich bei einer Abstimmung über die Annahme einer UN-Resolution zur Bekämpfung der Glorifizierung des Nazismus und anderer Praktiken der Stimme enthielt. Der Feind ist nämlich einzig und allein Putin, ansonsten scheint alles legitim zu sein. Es interessiert sich bei uns auch so gut wie niemand für die armen Teufel, die im Donbass von Röpckes Kumpels mit Grad-Raketenwerfern beschossen werden. Traurig, aber wahr.

      Ich habe nur wenige Minuten für meine Artikel und da schreibt man schon Mal “aus der Hüfte” …

      Aus der Hüfte zu schreiben kann aber auch mal daneben gehen, aber Fehler sind schließlich dazu da, dass man aus ihnen lernt. Ansonsten lese ich diesen Blog gerne. Was die Wahlergebnisse aus Mariupol anging warst Du schneller als alle anderen, sofern sie überhaupt darüber berichteten. Für jemanden, der das ja wohl nicht professionell, sondern nur nebenbei macht, schon beachtlich. Wichtig ist es auch, den „Querfront“-Quatschköpfen immer wieder ihre Unterstützung der ukrainischen Nazis um die Ohren zu hauen, obwohl sich manche Themen meiner Meinung nach in zu kurzen Abständen wiederholen und dadurch andere Artikel manchmal ein wenig „untergehen“.

      1. Apropos „aus der Hüfte schießen“: jetzt hab ich doch glatt übersehen, dass ich den „blockquote“-Tag nicht abgeschlossen habe…

        Wäre es vielleicht möglich, es so einzurichten, dass man sein Posting (wenigstens für ein paar Minuten) editieren kann?

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