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Wahl in Mariupol, Ukraine: Desaster für die Regierung

Bei der gestern nachgeholten Wahl im ukrainischen Mariupol hat die den ostukrainischen Rebellen nahestehende Opposition einen haushohen Sieg eingefahren: Den Exit Polls – Nachwahlbefragung von 2000 Wählern – zufolge erreichte der wichtigste Oppositionskandidat für das Bürgermeisteramt – Vadim Boichenko – 71,7% der Stimmen, seine Partei Oppositioneller Block ziemlich genau zwei Drittel der Stimmen und noch einen wesentlich größeren Anteil an Sitzen im Stadtrat, da nur noch eine weitere Partei den Sprung in das Stadtparlament schaffte. Damit erhält mit großer Wahrscheinlichkeit keine einzige Regierungspartei einen Sitz im frontnahen, fast eine halbe Million Einwohner starken Mariupol. Der „Block Petro Poroschenko“ – die Partei des ukrainischen Präsidenten – erhält den Exit Polls zufolge nur etwas mehr als desaströse 2 Prozent der Wählerstimmen. Die einst recht populäre Kommunistische Partei konnte nicht an den Kommunalwahlen teilnehmen, da sie mittlerweile in der ganzen Ukraine verboten ist.

UPDATE:

Hier noch die entsprechenden Original-Exit-Poll-Zahlen der „Research & Branding Group“ mit Hauptsitz in Kiew, veröffentlicht auf der Facebook-Seite des ukrainischen Institutes. Man kann sich dort auch via Link unter dem Artikel direkt eine Übersetzung ins Deutsche anzeigen lassen, welche für das Verständnis der (prognostizierten) Wahlergebnisse übrigens völlig ausreichend ist.

7 Kommentare

  1. Warum berichten unsere Medien eigentlich nicht darüber?

    War natürlich nur eine rhetorische Frage 😉

    Google News spuckt lediglich eine n-tv-Kurzmeldung vom gestrigen Tag aus. Das Bild, das unsere Medien abgeben ist mal wieder absolut beschämend…

    Vielen Dank für die Info!

  2. Die Menschen in Mariupol werden seit langer Zeit nun schon von den braunen Horden der Azov-Brigaden terrorisiert.

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