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VW Diesel: Aus Manipulationssoftware wird „Softwarefehler“

Automobilindustrie: Nach dem Bekanntwerden der Manipulation von Diesel-Abgaswerten durch VW mit Hilfe spezieller Softwarebestandteile wird nun offenbar versucht, ausgerechnet durch Medienberichte beziehungsweise PR mit manipulativer Sprache Schadensbegrenzung zu betreiben: In zahlreichen Veröffentlichungen à la „VW verspricht kostenfreie Umrüstung von Diesel-Software“ ist von „Softwarefehlern“ die Rede. Man sollte festhalten: Das waren keine Bugs, keine Fehler. Das war schon so geplant, dass die Software genau so funktioniert. Deshalb ja auch der SkandalSchiebt die Schuld jetzt nicht auf die IT! Und klar: Man will damit kommunizieren: Das Auto ist einwandfrei, war ja nur die Software. So einfach kann man das aber heutzutage wohl nicht mehr sehen …

softwarefehler

Die WELT schreibt: „VW verspricht kostenfreie Umrüstung von Diesel-Software. Ob VW, Audi oder Skoda – zahlreiche Besitzer von Diesel-Fahrzeugen sind nach dem Abgas-Skandal bei Volkswagen verunsichert. Der Konzern sagt jetzt die kostenfreie Beseitigung der Softwarefehler zu.“.

Das Handelsblatt schreibt: „Ob VW, Audi oder Skoda – Millionen Besitzer von Diesel-Fahrzeugen sind nach dem Abgas-Skandal bei Volkswagen verunsichert. Der Konzern sagt die kostenfreie Beseitigung der Softwarefehler zu. Volkswagen habe sich einen Zeithorizont von wenigen Wochen gesetzt, in dem die Maßnahmen vorgestellt werden sollen, sagte ein VW-Sprecher am Wochenende in Wolfsburg.“.

Sinn dieses Artikels ist vor allem der Hinweis auf die Manipulation durch Sprache durch das Wort „Softwarefehler“, welches man wohl jetzt langsam aber sicher etablieren will. Und dieses eine Wort könnte VW irgendwann noch einmal sehr viel Geld sparen.

4 Kommentare

  1. Natürlich war die Software von Anfang an auf BETRUG ausgelegt! Und Winterkorn sowie der VW-Konzern sollten jetzt auch voll die Folgen ihres kriminellen Aktes spüren – man muss eigentlich von organisierter Kriminalität sprechen!
    Das Regierung und MSM das jetzt wieder klein machen wollen ist verständlich, aber im Prinzip eine Verharmlosung des Verbrechens. Der schräge Winterkorn will sogar noch seine Kohle bis Ende 2016 – wie krank ist das denn? Die Type gehört vor Gericht und danach in den Knast plus Einziehung seines Vermögens für Schadensersatz!
    Und wenn der Kapitalismus inzwischen wohl ohne Bedenken zu solchen Schritten greift, wer weiss was da noch alles auf uns zukommt, wo werden wir denn noch beschissen oder wo werden wir nicht mehr beschissen (wenn es das überhaupt gibt)?

  2. Man hat überhaupt den Eindruck, daß viele Meldungen derzeit von Juristen geschrieben werden. Und zwar den Juristen der PR-Abteilungen der Autokonzerne. So las man in letzter Zeit oft Meldungen wie „Unsere Autos halten sich an die gesetzlichen Bestimmungen“ – witzigerweise auch von VW, deren Diesel in Europa betreffend, noch bevor die Meldung kam, daß die Betrugssoftware natürlich auch in EU-Fahrzeugen Dient tut.

    Aber jetzt mal gedacht wie ein Jurist: Auch die in den USA aufgefallenen Diesel mit programmiertem Betrug haben exakt dies getan: Sich an die gesetzlichen Bestimmungen zu halten. Und zwar buchstabengetreu! Denn das Gesetz sieht eben nicht nur Abgaswerte vor, sondern legt auch das Verfahren zur Prüfung fest. Und genau in diesem Moment waren die Wagen ja immer vorbildlich!

    Wenn also jetzt ein Unternehmen behauptet, ihre Motoren hielten sich an die gesetzlichen Bestimmungen, ist das eine NULL-Aussage.

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