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Ukraine: schweizerische Wahrheit und deutsche Wahrheit

In Donezk in der Ostukraine wurde heute ein Mitarbeiter des Internationalen Roten Kreuzes – ein Schweizer – durch einen Granateneinschlag getötet, als die Büros des Roten Kreuzes unter Feuer genommen wurden. Folgenden Satz liest man dazu nahezu identisch in den schweizerischen Medien: „Der IKRK-Sitz in der Stadt ist in einem dreistöckigen Gebäude untergebracht, das weniger als ein Kilometer vom Hauptquartier der Staatssicherheit entfernt liegt und seit April von den Rebellen besetzt ist.“ (Beispiele: 20min.ch, bazonline.ch, blick.ch).

In den wichtigen deutschen Medien fehlt dieser Hinweis darauf, dass hier ein Gebäude im Rebellengebiet beschossen wurde (Dass die Rebellen das Gebäude und die Gegend außenrum besetzt haben, macht es wohl sehr unwahrscheinlich, dass es die Rebellen waren.). Beispiele: spiegel.de, tagesschau.de, focus.de, heute.de. Wie diese Medien wohl berichtet hätten, wenn nicht die ukrainische Armee (oder deren assozierte Nazibrigaden) sondern die Rebellen aka pro-russische Separatisten das Rote Kreuz bombardiert und den Schweizer getötet hätten?

UPDATE vom 21.10.2014: „Tötete eine Streubombe den Schweizer Helfer? Die ukrainische Armee soll umstrittene Streubomben einsetzen. Auch beim Angriff auf Donezk, bei dem unter anderem ein Schweizer IKRK-Mitarbeiter ums Leben kam.“, schreibt 20min.ch.

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