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ARD: Der Verteidigungsminister hat gelogen

Heutzutage fast undenkbar: In einem Interview mit dem NDR-Magazin Panorama aus dem Jahre 2000 enthüllte ein Bundeswehrgeneral, dass der Kosovokrieg gegen Jugoslawien auf einer Lüge beruhte, die vom damaligen deutschen Verteidigungsminister Rudolf Scharping (SPD) verbreitet wurde, dem sogenannten Hufeisenplan. 

Der Hufeisenplan wurde perverserweise von der Kriegspropaganda mit dem Holocaust gleichgesetzt. So in etwa nach dem Motto: „Wer nicht mitbombt, ist ein Nazi. Nie wieder Holocaust!“. Nur so konnte die Gegnerschaft in der deutschen Bevölkerung gegen den ersten deutschen Angriffskrieg seit Hitler entscheidend gebrochen werden.

In dem Panorama-Bericht des NDR der ARD mit dem Titel  „Enthüllungen eines Insiders – Scharpings Propaganda im Kosovo-Krieg„ heißt es überraschend deutlich:

„Aber nun redet erstmals ein General vor der Kamera und spricht von einer größeren Manipulationskampagne. Demnach hat Rudolf Scharping Fakten bewusst falsch wiedergegeben und Drohkulissen entworfen, die nicht der realen Gefahr entsprachen, nur um die mediale Heimatfront ruhigzustellen. Bis vor kurzem hätte ich das auch noch für Hollywood-Klamauk gehalten.“

Der deutsche General Heinz Loquai war während des Kosovokrieges in Wien am Sitz der OSZE für die Beobachtung des Kosovo und dabei insbesondere für die militärische Beratung zuständig. Im Interview mit dem NDR für den Panorama-Bericht sagt er unter anderem Folgendes:

HEINZ LOQUAI:

„Man hat mir im Verteidigungsministerium bei einem ausführlichen Gespräch über den Hufeisenplan gesagt, es lag kein Plan vor, sondern was vorlag, war eine Beschreibung der Operationen der serbischen Polizei und des serbischen Militärs in einem Bürgerkrieg.“

INTERVIEWER:

„Wo ist diese Grafik entstanden?“

HEINZ LOQUAI:

„Diese Grafiken sind entstanden im deutschen Verteidigungsministerium, das hat man mir jedenfalls gesagt.“

KOMMENTAR:

Der schlimme Verdacht: Der Hufeisenplan wurde gar nicht in Belgrad, sondern in Bonn geschrieben. Und für diesen Verdacht spricht ein weiteres Dokument, das PANORAMA vorliegt. Es stammt aus dem Verteidigungsministerium: das Ausgangspapier des angeblich genau bekannten Hufeisenplans. Doch dort heißt es ausdrücklich, der Plan sei „in seinen Details nicht bekannt“. Das Fazit des Generals ist vernichtend.

0-Ton

HEINZ LOQUAI:

„Ich kann nur sagen, dass der Verteidigungsminister bei dem, was er über den Hufeisenplan sagt, nicht die Wahrheit sagt.“

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2 Kommentare

  1. Die Aggression gegen Jugoslawien war auf jeden Fall völkerrechtswidrig. In Deutschland ist die Vorbereitung von Angriffskriegen aber zusätzlich auch im nationalen Recht strafbar. Es kann erst wieder in Betracht gezogen werden, Deutschland für einen Rechtsstaat zu halten, wenn Rudolf Scharping, Joschka Fischer, Gerhard Schröder und andere in führender Position an diesem Verbrechen beteiligte Täter lebenslang im Gefängnis sind.

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