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Venezuela – Die gefälschte humanitäre Krise

Journalist Max Blumenthal ist in die venezuelanische Hauptstadt Caracas gereist und hat sich in einem Supermarkt umgesehen.

Die USA nimmt Venezuela unter Feuer, mit Hilfe „humanitärer Hilfsgüterpropaganda“ soll die dortige Regierung gestürzt werden (1-3). Westliche Politiker, Medien und Regime-Change-Aktivisten zeichnen das Bild einer irren Diktatur, die Hunger als Waffe gegen die eigene Bevölkerung einsetzt. Venezuelanische Milliardäre, die gemeinsam mit den USA an einem Strang ziehen und die Regierung wegputschen wollen, werden ebenso nicht kritisiert wie der seit Jahren stattfinde Wirtschaftskrieg der USA gegen Venezuela, der das Land tatsächlich empfindlich getroffen hat, sowie die Sanktionen gegen das Land. 

Reporter Max Blumenthal hat sich die angeblich zusammengebrochene Versorgungslage in Venezuela angeschaut und dabei einen Supermarkt inspiziert (4). Über diesen Besuch hat er ein Video gedreht – und diesem einen kleinen Schnipsel aus einem CNN-Bericht über die angebliche Situation vor Ort vorangestellt (5, 6). Der gezeigte CNN-Reporter, der unter der Schlagzeile „US-Hilfsflugzeug landet an der venezuelanischen Grenze“ aus Kolumbien berichtet, sagt dabei Folgendes:

„Und was auf dem Flugzeug ist, sind Dinge des täglichen Bedarfs. Dinge, die in Venezuela nicht vorhanden oder erhältlich sind. Dinge wie nahrhafte Kekse, Zahnpasta, Zahnbürsten. Einfach Sachen, die man täglich braucht, die für Venezuelaner nicht erhältlich sind oder die gerade nicht auf einfachem Weg erworben werden können, wegen dem Regime unter dem sie gerade leben.“

US-Bürger Max Blumenthal berichtet aus einem Gama-Supermarkt in Caracas, also vor Ort in Venezuela, von einer ganz anderen Situation. Es handelt sich um einen Supermarkt der großen Sorte. Blumenthal inspiziert zuerst die gut gefüllten Käse- und Fleischabteilungen. Die Auswahl ist sehr groß und es sieht wie in einem entsprechenden Geschäft in Europa aus.

Weiterhin finden sich Nudeln, Joghurt, Tomatensauce, Energy Drinks, Zahnpflegeprodukte, Champagner und andere Dinge in eigenen Regalbereichen mit etlichen Sorten. Wie man es eben bei uns kennt. Investigativjournalist Blumenthal braucht wegen der großen Auswahl eine Weile, um sein normalerweise genutztes Shampoo zu finden. Er wird angesichts der großen, aber nicht 100% perfekten Joghurt-Auswahl in dem Supermarkt ironisch:

„Die Grausamkeit dieser Diktatur hält sie davon ab, dass sie auch nullprozentigen griechischen Joghurt bekommen“

Am Ende seines Supermarkt-Shoppings zieht Max Blumenthal folgende Bilanz:

„Okay, also ich habe in dem Supermarkt so ziemlich das Übliche erlebt. Ich war in der Lage, all das zu bekommen, was ich üblicherweise zuhause in den Staaten holen würde, inklusive diese Tüte mit Craft-Bieren.

Bis meine Kreditkarte nicht funktionierte und ich bar zahlen musste. Ich habe in Dollar bezahlt. Und das zeigt, was hier wirklich das Problem ist: Dass ich in Dollar zahlen musste.

Es gibt hier kein Problem mit der Verteilung von Nahrungsmitteln oder Nahrungsmittelknappheit. Das Problem ist, dass die Kaufkraft der Venezuelaner komplett zerstört worden ist, weil ihre Währung so verheerend geschwächt worden ist von Hyperinflation, Spekulation und die Dollar-Flut, die die Regierung hier nicht kontrollieren kann. Ebenso Hortung durch private Kapitalbesitzer, welche die Opposition unterstützen. Und die machen eine Unmenge an Geld durch diese Art des ökonomischen Krieges. Und das ist etwas, was man wirklich nicht erfährt, wenn man US-Fernsehen über Venezuela ansieht.“

Verweise

(1) http://blauerbote.com/2019/02/23/venezuela-update-humanitaere-hilfsgueter-krieg/

(2) http://blauerbote.com/2019/02/20/venezuale-update-ueberfall-mit-hilfsgueterpropaganda/

(3) http://blauerbote.com/2019/02/16/venezuale-update-eskalation-und-marionette/

(4) https://einarschlereth.blogspot.com/2019/02/abby-martin-untersucht-die-hungersnot.html

(5) https://www.youtube.com/watch?v=mbXqGiNlWWw

(6) https://www.youtube.com/watch?v=dzh-jfLNVPs

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