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ARD-Entschuldigung 2008 für Hajo Seppelts Dopingvorwürfe gegen Deutsche (2016 für Russen-Sperre verantwortlich)

Mindestens zweierlei Maß. Hajo Seppelt von der ARD ist ja durch seine Reportagen für die Sperre der russischen Leichtathletikmannschaft bei der Olympiade in Brasilien 2016 verantwortlich. Seine Beweise sind Zeugenaussagen, handfestes gibt es wohl nicht. Dass im Sport überall auch gedopt wird, ist leider eigentlich klar. Dass die Sache ausgerechnet bei Russland so dermaßen hochgekocht wird, hat natürlich politische Gründe. Es geht natürlich weniger um sauberen Sport als um den „Kampf gegen Russland“ des Westens. Jetzt ist in dem Zusammenhang ein interessantes Fundstück zu eben diesem Hajo Seppelt aufgetaucht: „Rückblende ins Jahr 2008: Die ARD entschuldigt sich beim DSV für Dopingvorwürfe von Hajo Seppelt.“ titelt die „Bürgerinitiative für Frieden in der Ukraine“ bei Facebook, wo sie ein entsprechendes Video postet. In dem Text zum Video wird die FAZ zu dem Fall zitiert:

Dazu die FAZ vom 17.01.2008: ‚…Die ARD hat die Notbremse gezogen. In bisher nicht gekannter Weise hat sich der öffentlich-rechtliche Fernsehsender von der eigenen Sport-Berichterstattung über die Wiener Blutbank-Affäre distanziert. Zugleich entschuldigte sich die ARD für die erhobenen schweren Doping-Vorwürfe gegen deutsche Wintersportler. „Es ist nicht vertretbar und mit unserer Berufsauffassung nicht vereinbar, wenn solche Pauschalverdächtigungen erhoben werden, ohne dafür belegbare und nachprüfbare Fakten zu haben“, sagte Moderator Michael Antwerpes am Donnerstag zu Beginn der Live-Übertragung vom Biathlon-Weltcup im Südtiroler Antholz.
Damit kritisierte Antwerpes den eigenen Sender, der zwei Tage zuvor mit seinen Doping-Anschuldigungen für großen Wirbel gesorgt hatte. „Wir bedauern, wenn es im Zusammenhang mit dieser Meldung zu Vorwürfen und Unterstellungen gegen Athleten gekommen ist“, sagte der ARD-Moderator. Der Deutsche Olympischen Sportbund (DOSB) begrüßte die Entschuldigung. „Ich finde es gut, dass die ARD ein Stück Größe zeigt und die Vorwürfe, nachdem sie sich bisher nicht bestätigt haben, zurückgezogen hat“, sagte DOSB-Generaldirektor Michael Vesper. […]“.

Von damals gibt es auch bei weiteren Medien Artikel zum Thema, beispielsweise beim Merkur. „Empört reagierte der international anerkannte Wiener Doping-Experte Hans Holdhaus zur Entwicklung in dem Blutbank-Fall. ‚Wie das Ganze bisher abgelaufen ist, ist es völlig indiskutabel und juristisch nicht vertretbar‘, sagte er der dpa. Er sei ein absoluter Gegner des Dopings, aber so könne man es nicht machen. Er würde es begrüßen, wenn einer der namentlich genannten Sportler oder der Chef des Blutplasma-Unternehmens Humanplasma in Wien gegen die Vorwürfe Klage erheben würde. ‚Dann würde diese Sache sehr schnell bereinigt‘.“.

Vergleiche zum Gesamtthema „Russendoping“ auch die Nachdenkseiten vor wenigen Tagen: „Wird der Sport zum Opfer des neuen Kalten Kriegs?„. Zitat der Einleitung: „Russlands Leichtathleten dürfen nicht bei den in wenigen Wochen beginnenden Olympischen Spielen in Rio an den Start gehen. Es wird bereits spekuliert, ob die Sperre auf sämtliche russischen Olympioniken ausgeweitet wird. Schuld daran ist, dass die russische Anti-Doping-Agentur von der Welt-Anti-Doping-Agentur für „nicht konform“ mit dem aktuellen Welt-Anti-Doping-Regelwerk erklärt wurde. Das ist ein ernster Vorgang … jedoch sind zum jetzigen Zeitpunkt auch Spanien, Mexiko und Kenia auf der schwarzen Liste der „nicht konformen“ Staaten. Warum wird nur Russland gesperrt? Eine ähnliche Frage tut sich im Umfeld der Fußball-Europameisterschaft in Frankreich auf. Dort sind Hooligans aus England, Deutschland, Kroatien, Russland und Frankreich selbst negativ in Erscheinung getreten – einen „Ausschluss auf Bewährung“ bekam indes nur Russland. Deutsche Politiker fordern derweil bereits, Russland die Austragung der Weltmeisterschaft 2018 wieder wegzunehmen. Mit Sport hat das Ganze nichts mehr zu tun. Der Kalte Krieg ist wieder da und der Sport ist eines seiner ersten Opfer.“.

7 Kommentare

  1. Hajo Seppelt hat sich zum bezahlten (von den ARD-ZDF-Zwangssteuern) Russland Hetzer entwickelt! Und ist zugleich zum selbsternannten „Doping-Experten“ geworden!
    Die ersten „Beiträge“ von ihm waren vielleicht noch naiv und er wusste noch nicht genau wer das sagen hat. Aber als er sich auf’s Russland-Bashing eingeschossen hatte mochten ihn alle wieder gern. Ich hatte früher schon Anfragen an ihn auf ARD-Sportseiten gestellt (es war tatsächlich mal kurzzeitig möglich auf ARD-Sportseiten Kommentare zu schreiben), wann er denn die USA, GB oder gar die BRD mal untersuchen würde – die Kommentare wurden nach spätestens einer Stunde gelöscht, Antworten auch auf über den Sender gestellte Fragen gab es nie. Und wir wissen ja, wie Hajo mit einer unliebsamen russischen Journalistin umgegangen ist!
    Zum Schluss: ich kann diesen Kerl nicht mehr ernst nehmen! Wenn er den Mund aufmacht tropft fast nur noch übelste Russland-Hetze heraus!

  2. P.S.: Hajo musste ja auch schon ein paar Lügen in seinen „Dokumentationen“ einräumen!

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