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CDU und rechtsextreme „Antideutsche“ greifen S21-Gegner an

Hinsichtlich Rechtsradikalismus in Deutschland ist Sascha Lobo nur so halb auf dem Laufenden. „Aber der Zeigefinger auf Sachsen allein ist für Restdeutschland zu bequem, um wahr zu sein. Wieder Tillich. Der vergleicht – ernsthaft! – die rechtsradikale Gewalt mit den Protesten um Stuttgart 21, er scheint an seiner Professur für Vergleichsidiotie zu arbeiten. Und Tillich steht hinter dem Chemnitzer Polizeichef Uwe Reißmann. Das Video des Polizisten, der einen vom deutschen Volksmob verängstigten Flüchtlingsjungen mit körperlicher Gewalt aus dem Bus zwang – Reißmann sprach von Ermittlungen gegen die Flüchtlinge und konnte kein Fehlverhalten des Polizisten erkennen. Falsch formuliert: Er wollte kein Fehlverhalten erkennen.“.

Genau das, S21-Gegner oder auch Blockupy-Ativisten oder die Friedensbewegung oder TTIP-Kritiker als Rechtsextreme und Nazis zu bezeichnen oder sie mit diesen zu vergleichen, zelebrieren rechte Fans der US-Regierung schon seit langem in Deutschland. Der Trend ist wohl auch bei Tillich und der CDU angekommen. Unter dem irreführenden Label „Antideutsche“ versuchen einige rechte Neocon-Aktivisten – eigentlich eher Rechtsaußenkonkurrenz zu den klassischen Nazis – sogar, linke und alternative Strukturen zu unterwandern (über den gemeinsamen Kampf gegen „richtige“ Nazis) und für sich nutzbar zu machen oder entsprechende widerspenstige Akteure notfalls zu verleumden und zu zerstören (Nazivorwürfe und dergleichen, wie eben auch gegen Anti-S21-Demonstraten). Auch in den Medien finden sich solche Maschen, hier ein Beispiel zum Spiegel.

Eine relativ erfolgreiche Band der rechtsextremen „Antideutschen“ (ein genialer Schutzbegriff – versuchen Sie mal, jemanden als „Antideutschen“ zu bezeichnen, vor Leuten, die sich mit der Thematik nicht auskennen und eben nicht wissen, dass es sich um extreme Rechte in Atlantiker-Version handelt), die „Antilopen Gang“, zelebriert in ihren Songs beispielsweise auch den Hass auf Stuttgart-21-Gegner und andere, meist linke regierungskritische Aktivisten. In einem Text der Anti-Regierungskritiker-Band heißt es beispielsweise: „Ich bin die Gegenpartei gegen die Gegenpartei. Ich geh‘ nicht wählen bei Wahlen, denn ich bin gegen Parteien […] Ich kämpfte mit der Polizei gegen Blockupy in Frankfurt. Verprügelte die Gutbürger von Stuttgart 21.„. Da schließt sich dann der Kreis zu Tillich und dem Text von Sascha Lobo. Die ARD zeichnete das Trio „Antilopen Gang“ übrigens mit dem New Music Award 2015 (NMA) aus …

 

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3 Kommentare

  1. Leider ist der Antilopen Artikel nicht mehr kommentierbar, aber hast da ja richtig in ein Wespennest gestochen, dass die ganzen Rechtsradikalen auf einmal aus ihren Löchern gekrochen kamen um ihre Führer und geistigen Brandstifter mit einem regelrechten online Fackelzug zu ehren.

    Gute Arbeit! Kein fußbreit den Faschisten!

  2. Tillich versucht jetzt verzweifelt sein „rechts Image“ abzulegen – da müsen dann echte Bürgerbewegungen wie S21 herhalten, und mit seiner Unterstützung für den „rechten“ Reissmann zeigt er seine wahre Gesinnung!
    Von einer Murksel und einem die Misere wird das natürlich gedeckt! Die CDU bewegt sich stramm darauf zu die AfD rechts zu überholen (bei der CSU mit Seehofer und Söder bzw Hasselfeld ist das bereits passiert)!

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