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Bodentruppen: USA will in Syrien gemeinsam mit Al Kaida kämpfen

Nachdem die USA bereits jetzt völkerrechtswidrig in Syrien militärisch mit Kampfflugzeugen aktiv ist, soll nun offenbar ein Einsatz von Bodentruppen erfolgen. Dabei will die USA offenbar mit islamistischen Gruppen (Terroristen) zusammen kämpfen. Das meldet heute unter anderem Zeit Online, die die US-Invasion im zuvor in den letzten Jahren unter starker Beteiligung der USA zerrütteten Syrien propagandistisch verklausuliert „Rückeroberung“ nennt: „‚Islamischer Staat‘: USA kündigen Rückeroberung von Mossul und Rakka an„.

Die US-Propaganda, der Zeit Online immer wieder gerne als PR-Sprachrohr dient, vermischt in ihren „Anti-IS-Einsatzplan“ bewusst Einsätze im Irak (für die USA legal, da vom Irak genehmigt) in Mossul mit Einsätzen in Syrien (für die USA illegal, da von Syrien nicht genehmigt, und völkerrechtswidrig) in Rakka. Zudem will die US-Regierung in Syrien beim Bodenkampf mit Jihadisten zusammen arbeiten – mit dem syrischen Arm der Al Kaida (die ja von den USA bekanntermaßen für die Anschläge des 11. September 2001 in New York verantwortlich gemacht wird, welche wiederum den aktuellen Antiterrorkrieg des Westens auslösten), der Al-Nusra-Front sowie weiteren brutalen Kopfabschneider-Milizen.

Schon seit Monaten werden dazu zur propagandistischen Vorbereitung radikalislamistische Nicht-IS-Kämpfer lediglich als „Rebellen“ oder „moderate Rebellen“ bezeichnet – beispielsweise auch in deutschen Medien wie der Tagesschau und natürlich auch bei Zeit Online. In den letzten Monaten kam es von US-Seite auch immer wieder zu Versuchsballons von ehemaligen Politikern oder Militärs oder Aktiven aus der zweiten Reihe, die eine Zusammenarbeit mit Al Kaida ins Spiel brachten. Jetzt ist es also offiziell. Zudem will sich die USA nun offenbar erstmals direkt an einer Bodenoffensive beteiligen.

„Im Kampf gegen die IS-Miliz plant das Pentagon eine Offensive auf die Hochburgen der Dschihadisten in Mossul und Rakka. Von Europa fordern die USA mehr Unterstützung. […] Der US-Militärplan sieht zudem die Unterstützung moderater syrischer Rebellen vor, um den IS aus seiner selbst erklärten Hauptstadt Rakka im Norden Syriens zu drängen. Carter betonte die Bedeutung der Rückeroberung von Rakka und Mossul im Kampf gegen den IS.“ schreibt Zeit Online. In und um Rakka sind aber die radikalen Islamisten aktiv, Al-Nusra-Front und Co …

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Bild: Ausschnitt aus einem T-Online-Artikel vom 29.09.2014.

Aus Frankreich kamen zu Rakka in den letzten Monaten auch andere Aussagen. Telepolis: „Frankreich: Kooperation mit syrischer Armee möglich„.

UPDATE:

Einigen Stunden nach dem Erscheinen des obigen Artikels brachte Telepolis folgenden Artikel zu US-Bodentruppen in Syrien: „US-Verteidigungsminister: Amerikanische Bodentruppen agieren in Syrien„. „Pentagon-Chef Ash Carter verrät, wie die USA und Verbündete den Kampf gegen den ‚Krebs IS‘ im Irak und in Syrien gewinnen sollen […]“.

Bei Nemetico gibt es folgenden interessanten Artikel vom 8. Oktober 2015 zu Rakka/Raqqa: „Syrien: Der Kannibale war ein ‚Moderater‘ und Raqqa wurde von ‚moderaten‘ Al Nusra & FSA erobert„. „Der Kannibale? Ja, der Kannibale, der vor laufender Kamera einen getöteten syrischen Soldaten das Herz (oder die Lunge) aus dem Leib schnitt und das Fleisch fraß. Das war Anfang 2013. Der gute Mann heißt oder hieß Khalid Hamad, ‚Kampfname Abu Sakkar‘. […] Khalid Hamad gehörte nicht etwa zum ‚Islamischen Staat‘, denn den gab es damals noch nicht. Er gehörte 2011 zur (von den Mainstream-Medien so betitelten) ‚moderaten‘ FSA (Freie Syrische Armee). Nach der von britischen Medien verbreiteten Version seiner Laufbahn gründete er 2012 seine ‚eigene Brigade‘, angeblich ‚auf eigene Kosten‘, die Omar al-Farouq-Brigade. […]“. Anmerkung: Der IS (Daesh/ISIL/ISIS/“Islamischer Staat“) ist seit 2013 in Syrien aktiv.