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Angela Merkel im ARD-Sommerinterview: Es gab nie einen russischen Einmarsch in der Ukraine

Im „großen ARD-Sommerinterview“ (mit den Interviewern Tina Hassel und Rainald Becker) hat Bundeskanzlerin Angela Merkel bestätigt, dass im Osten der Ukraine kein Krieg zwischen der Ukraine und Russland stattfindet und dass es nie eine russische Invasion in die Ukraine gab. Auf die Frage, ob sie noch mit einer russischen Invasion rechne, verwies sie darauf, dass eine politische Lösung des Konflikts gefunden werden solle.

Im Video des Sommerinterviews (Das Interview beginnt mit dem Ukraine-Konflikt), welches auf der Website von tagesschau.de zu finden ist, gibt es ab ca. Minute 1:19 folgende Fragen und Antworten:

Rainald Becker: Frau Bundeskanzlerin, Sie telefonieren ja regelmäßig mit Wladimir Putin, haben da den besten Draht aller Staats- und Regierungschefs in Europa. Sagt man mindestens. Äh, wissen Sie eigentlich genau, was er will. Rechnen sie da noch mit einer Invasion?

Angela Merkel: Die Lage ist sehr fragil. Das muss man sagen. Und, ähm, es geht jetzt ja nicht darum, dass ich Zukunftsprognosen anstelle, sondern zumindest das in unserer Macht tue … stehende tue – zusammen mit dem Außenminister, Frank-Walter Steinmeier, zusammen mit der europäischen Kommission – um die Themen, bei den es um Meinungsverschiedenheiten und zum Teil auch sehr unterschiedliche Ansichten zu besprechen […]

Im Tagesschau-Artikel zum Sommerinterview („‚Keine Kampftruppen in den Irak‘„) steht zur Ukraine-Thematik unter anderem Folgendes (siehe auch den Screenshot unten): „Auf die Frage, ob sie mit einer russischen Invasion in der Ukraine rechne, antwortete Merkel: ‚Die Lage ist sehr fragil, das muss man sagen.‘ Zugleich betonte sie: ‚Das ukrainische Volk muss natürlich die Möglichkeit haben, seinen Weg zu gehen.‘ Andererseits dürfe Russland nicht beschädigt werden, zu dem man weiter gute Beziehungen haben wolle.“

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4 Kommentare

  1. Ist doch auch klar. Mit jeder anderen Aussage hätte sie sich total lächerlich gemacht. Jeder, der noch halbwegs geradeaus denken kann, weiß, wie das tatsächlich aussehen würde, wenn die zweitgrößte Armee der Welt ein Nachbarland überfallen würde.

    Nebenbei bemerkt wäre das wohl ein Einsatz von ein paar Tagen. So schnell könnten die Europäer und Amis gar nicht schauen und die Ukraine wäre Geschichte. Nicht dass ich mir das wünschen würde – Krieg ist keine Lösung.

  2. Ich kann an Hand des obigen Materials (ohne Ansicht des Interviews im Original) nicht verstehen, wie man zu der Erkenntnis kommen kann, dass sie den Einmarsch russischer Truppen leugnet. Sie äußert sich nur bzgl. ZUKÜNFTIGER Invasionen, die ja momentan in der Ukraine befürchtet werden. Und das wird ihr der Putin sicher nicht verraten haben 😉

  3. Upps, ein kleiner Fehler. Hiermit ist der Blaue Bote also offiziell Qualitätspresse! 🙂 Das Interview ist vom letzten Jahr. Das kommt davon, wenn man „Sommerinterview Merkel Ukraine“ googelt und die Frau Bundeskanzlerin 2015 nichts mehr zur Ukraine zu sagen hat.

    Nichtsdestotrotz haben Merkel und co in der Zwischenzeit die Aussage getätigt, dass ihnen eine russische Invasion in der Ukraine nicht bekannt ist: Merkel, Hollande, Steinmeier: Keine Belege für russische Truppen in der Ukraine.

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