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„Experten“: MH17- und 9/11-Untersuchung via Internet

Was haben MH17 und 9/11 gemeinsam? „Experten“ haben im Internet geschaut, was die Erklärung für die beiden Vorfälle ist, statt ihre Arbeit zu tun und das selbst zu untersuchen. Bei MH17 berichtet das ein Experte der „Gegenseite“, bei 9/11 sagt es der betroffene „Experte“ im Interview frei heraus. Es hört sich unglaublich an, passt aber zum Kampf der Propaganda gegen die Wissenschaft. „Im Internet“ haben die „Experten“ dann natürlich auch noch sehr selektiv geschaut… Bizarr.

In dem Artikel „Selektive Wahrheitssuche“ zu den Terrorattacken des 11. September 2001 in den USA (mehr zum Thema auch hier) heißt es:

„Nehmen Sie den geschätzten Herrn Michael Butter als Beispiel. Der beschäftigt sich seit Jahren mit dem 11. September und hat immer noch nicht gelernt, dass WTC 7 frei gefallen ist. Er bestreitet das explizit, und er ruft diesbezüglich in seinem Buch ebenso explizit zu wissenschaftlichem Betrug auf, weil er an der entsprechenden Stelle sagt, man könne bei einer wissenschaftlichen Untersuchung empirische Daten getrost ignorieren. Sein Glaube an die offizielle Geschichte und das damit verbundene Weltbild ist offenbar so groß, dass er nicht in der Lage ist, elementare Tatsachen zu akzeptieren und sogar die wissenschaftliche Methode selbst angreift.

Dann hat ihn eine Radiomoderatorin des SWR mal gefragt, inwiefern er den 11. September denn untersucht habe; seine Antwort war, er habe untersucht, wie die Leute im Internet darüber reden, was er nicht untersucht habe, seien die Staubspuren und die Stahlträger, so wie das ja die Verschwörungstheoretiker machen würden.

Wie soll man so eine offenkundige Art der Realitätsverweigerung anders erklären, als dadurch, dass er die Informationen, die er erhält, emotional nicht verarbeiten kann. Was nicht sein darf, kommt an der Schere im Kopf nicht vorbei. Weil er aber natürlich merkt, dass es die Diskussion über den 11. September gibt, muss er zu seiner eigenen Gewissensberuhigung alle, die auf die mit Sünde behafteten Informationen verweisen, zu Ketzern erklären.“

Zahar Omarov, Forschungsleiter am Zentralen Forschungsinstitut der Luftwaffe im russischen Verteidigungsministerium, berichtet von einem Treffen der russischen Delegation mit Mitgliedern des Dutch Safety Boards zu Untersuchung des MH17-Abschusses:

Bei der ersten Sitzung, an der ich teilnehmen musste, und das war im Februar 2015, berichteten die Niederländer, dass das Flugzeug ihrer Meinung nach von einer Buk-Flugabwehrrakete abgeschossen wurde. Darüber hinaus wurde eine endgültige Modifikation dieser Rakete angegeben, und außerdem wurde sogar das Gebiet, von dem aus sie gestartet wurde, angegeben. 

Ich will nicht verbergen, dass wir sehr überrascht waren. Schließlich wurden vorher Fragmente des Flugzeugs mit Löchern untersucht, und es gab kein einziges Fragment mit ausgeschnittenen Abschnitten, die auf die Durchführung von Laboruntersuchungen hingewiesen hätten.

Ich möchte die Aufmerksamkeit auf einen solchen Dialog lenken, den ich mit einem Experten hatte.

Ich habe eine Frage gestellt: „Entschuldigung, haben Sie Kampfschäden an Fragmenten den Flugzeugs untersucht?“

Antwort: „Nein. Wir haben nur vor, das zu tun.“

Frage: „Aber wie haben Sie festgestellt, dass das Flugzeug von einer Buk-Raketenplattform abgeschossen wurde?“

Antwort: „Wir haben aus dem Internet erfahren, dass das Flugzeug entweder von einer Bordkanone vom Typ GSh-23, einer R-60-Luftrakete oder einer Buk-Flugabwehrrakete getroffen worden sein könnte.“ 

Auch wenn man auf dem Standpunkt steht, dass die Aussage des russischen Forschungsleiters zu bezweifeln ist, müsste man hier doch zumindest von einer schweren Anschuldigung sprechen. Und auch diese wäre eine Nachricht wert, gerade bei MH17.

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