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Skripal/Salisbury: USA unterdrückte Nowitschok-Untersuchung

Zu dem vorgeblichen Giftanschlag auf den Agenten Skripal und seine Tocher in Salisbury, England, gibt es weitere merkwürdige Details. Das US-Außenministerium wies in der Vergangenheit seine Diplomaten an, eine Diskussion über die angeblich in Salisbury verwendete Nowitschok-Giftwaffe sowie die Aufnahme des Stoffes in die OPCW-Datenbank zu verhindern. Nach der Veröffentlichung eines Buches über Nowitschok und Co in den USA durch einen russischen Überläufer beziehungsweise Übersiedler hatten internationale Chemiewaffenexperten großes Interesse an dem Thema gezeigt. 

Wie der Blog „Moon of Alabama“ in dem Artikel „Hillary Clinton Ordered Diplomats To Suppress ‚Novichok‘ Discussions“ berichtet, geht aus von WikiLeaks veröffentlichten Unterlagen (der damaligen US-Außenministerin Hillary Clinton) hervor, dass man Untersuchungen und Diskussionen zu der Giftwaffe verhindern wollte, nachdem das 2008 von dem in den USA lebenden Russen Vil Mirzayanov – ehemaligen Mitarbeiter bei sowjetischen Chemiewaffenforschungsprojekten – veröffentlichte Buch zu den im Rahmen des Foliant-Programms produzierten Nowitschok-Giften in Expertenkreisen für Aufsehen gesorgt hatte.

Mirzayanov  hatte in den Neunziger Jahren des letzten Jahrtausends seine Kenntnisse über Nowitschok an die US-Behörden weitergegeben. Die USA hatten 1999 im Rahmen der Vernichtung der sowjetischen Chemiewaffenbestände eine Chemiewaffenfabrik und -forschungseinrichtung in Nukus in Usbekistan (ehemalige Sowjetunion) demontiert und so weitere Kenntnisse über die Nowitschok-Waffe erlangt. Das 2008er-Buch von Mirzayanov  enthielt auch einige chemische Formeln zu den Nowitschok-Kampfstoffen. Die USA verhinderten die Aufnahme der Chemiewaffe in den Katalog der OPCW. Erst nachdem die OPCW mit Hilfe iranischer Wissenschaftler – die ihre Ergebnisse ordentlich veröffentlichten – die Chemiewaffe nachbauen lassen konnte, konnten die Nowitschok-Kampfstoffe von der OPCW ordentlich erfasst werden.

Moon of Alabama stellt hinsichtlich des merkwürdigen Umgangs der USA mit dem Kampfstoff zum Abschluss des Berichts einige kritische Fragen:

The British government insinuates that Russia is the only country that could make ‚Novichok‘ agents and must therefore have attacked the Skripals. This is obviously nonsense. The U.S. and the UK were deeply involved in the ‚Novichok‘ issue. They certainly tried and succeeded to re-create these substances. After the formulas of the nerve agents were published by Mirzayanov the U.S. and the UK suppressed discussion of the issue. The OPCW professed to know nothing about them. Only after Iranian scientists independently re-created the agents and published about them were they added to the OPCW database.

Three questions come to mind which the U.S. and British government should be pressed to answer:

  • Why did the Clinton State Department and the British government suppress international talks about the ‚Novichok‘ agents?
  • Why did they try, successfully it seems, to keep the issue out of the OPCW’s Scientific Advisory Board?
  • Why were the substances kept out of the OPCW database until independent Iranian scientists finally re-created them?

Weitere Moon-of-Alabama-Berichte zum Fall Skripal:

Mehr zum Fall Salisbury-Skripal auch hier: „Salisbury-Skripal-Giftanschlag: Britische Polizei bringt britische Regierung in Bedrängnis“ und hier „Salisbury-Skripal-Giftanschlag„. Im Rubikon-Magazin gibt es ebenfalls viele Artikel zum Thema, teilweise Übersetzungen von Artikeln internationaler Experten ins Deutsche. Peds Ansichten zum Thema: „Die Skripal-Affäre – Episode einer Verschwörung„.

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7 Kommentare

  1. Der einzige Grund, das Hillary Clinton eine Diskussion verhindern wollte kann nur sein. Das US Department of State, hatte geplant das Gift selbst als Fake Anschlagn einzusetzen. Das wäre dann im System der Amerikaner normal, wie man einen Schuldigen produziert, was schon Professor Krysmanski (Uni Münster) vor Jahrzehnten schrieb.

    https://www.uni-muenster.de/PeaCon/krysmanski/

  2. absolut dilettantisch dieser giftanschlag –das wird für die inselaffen sehr peinlich werden ,aufgrund der besonnenen konsequenten russischen vorgehensweise

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