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Deutsches Wissenschaftlerteam meldet Spam-Bot-Aktivitäten bei Twitter

Der deutsche Wissenschaftler Simon Hegelich (Universität Siegen) und seine Mitarbeiter durchsuchen im Projekt „Social Media Forensics“ das Social Web nach Manipulation und Propaganda. Hegelich meldete dem Kurznachrichtendienst Twitter bereits entsprechende Spam-Bot-Aktivitäten. Twitter reagiert darauf jedoch nicht. Das berichtet Bento in dem Artikel „Wie Social Bots uns manipulieren, wer daran verdient und wie die Fakes auffliegen“ (der noch weitere Beispiele von „Social-Spam“ aufführt).

Zitat: „Seit Januar 2015 beobachtet Hegelich mit seinem Team eine Bot-Armee mit 15.000 Twitter-Profilen, die Propaganda-Botschaften zum Konflikt zwischen Ukraine und Russland ins Netz feuern. Die Wissenschaftler analysieren seither das Verhalten der falschen Accounts, um weitere Bots zu entlarven. […] Dort müsse die Bot-Produktion auch geahndet werden, sagt Wissenschaftler Simon Hegelich. Denn während er als Bot-Jäger die falschen Accounts nur aufspüren kann, sieht er die Plattform-Betreiber in der Pflicht, die Bots zu entfernen. Die Bot-Armee aus der Ukraine hatte er bereits an Twitter weitergeleitet. Doch es sei bisher nichts passiert. Das könnte gefährlich werden, sobald sich Politiker ein Meinungsbild im Netz machen, meint der Forscher.“.

Das Ganze erinnert auch etwas an einen ähnlichen Fall, bei dem Twitter trotz mehrmaliger Meldung ebenfalls keine Schritte unternahm und von dem Blauer Bote Magazin auch betroffen war: Ukrainische Hacker/“Aktivisten“ greifen seit Monaten offen und mit einer eigenen öffentlichen Twitter-App, einer Blockliste und Prangerwebsite ihnen nicht genehme Twitteraccounts an. Generell Auskunftsfreudig zeigt sich Twitter offenbar ohnehin nicht: „Twitter weigert sich, Auskunft zu mutmaßlichen Hackerangriffen zu geben – Betroffene haben viele Fragen“ titelte Netzpolitik.org gestern passenderweise.