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Flüchtlinge: Angela Merkels Das-Boot-ist-voll-Rede

Anläßlich einer Rede am Reformationstag (31.10.2014) in der evangelischen Kirche ihrer Heimatstadt Templin sprach Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) auch das Thema Asylpolitik an, wie die Berliner Zeitung in dem Artikel „Merkel spricht über ihr Leben als Christin“ berichtet: „wie umgehen mit der immer größeren Zahl von Flüchtlingen, für die man ein offenes Herz haben müsse, sie aber dennoch nicht alle aufnehmen könne?“. Damit übernimmt die Bundeskanzlerin quasi 1:1 klassische Rechtsextremenrhetorik à la „Das Boot ist voll“. Und verkauft das auch noch als „christlich“.

Die Berliner Aktionskünstler „Peng! Collective“ haben der zweifelhaften Aussage Merkels vor dem letzten Weihnachtsfest satirisch Contra gegeben, wie die Mitteldeutsche Zeitung berichtet („Aktivisten verschicken gefälschte Weihnachtskarten der CDU„): „‚Die Abschiebung in sichere Herkunftsländer mag auf den ersten Blick vielleicht nicht christlich erscheinen, aber ist es nicht noch weniger christlich, zu viele aufzunehmen und damit das Gedeihen der ganzen, unserem Schutz anbefohlenen Gemeinschaft zu gefährden?‘, wird da gefragt.“. Die Karte enthält ein Bild, auf dem dunkelhäutige Menschen zu sehen sind, die von Stacheldraht davon abgehalten werden, zur Krippe mit dem Christuskind zu gelangen, sowie weiteren satirischen Text.

Weiter heißt es in dem Artikel der Mitteldeutschen Zeitung zu der Rede Merkels in der Templiner Kirche: „Bundeskanzlerin Angela Merkel hatte am Reformationstag am 31. Oktober in ihrer Heimatstadt im brandenburgischen Templin eine Rede in der Kirche gehalten, in der sie als junges Mädchen konfirmiert wurde. Darin sagte sie: ‚Es ist vielleicht noch weniger christlich, wenn wir zu viele aufnehmen und dann keinen Platz mehr finden für die, die wirklich verfolgt sind.'“. Auch Jungle World berichtet über die Merkel Rede.

Der Berliner Tagesspiegel schreibt zu Merkels Templiner Kirchenrede (Erstaunlicherweise schreiben alle hier genannten Zeitungen etwas anderes, einen anderen Wortlaut.): „‚Da fühlt sich keiner wohl bei‘, sagt Merkel, wenn er Menschen vom Balkan zurückschicken müsse, weil sie einfach kein Asylrecht in Anspruch nehmen könnten. Aber Deutschland könne nicht alle Armen und Elenden aufnehmen. Ob die Regierung, fragt Pfarrer Schein dazwischen, sich aber nicht wenigstens für Auffanglager für Christen engagieren könne? Da wehrt Merkel sehr energisch ab: ‚Wir dürfen nicht die Verteidiger der Christenmenschen sein!‘ Im Gegenteil – gerade weil Christen in diesen Ländern oft verfolgt würden, dürfe der Westen die Religion nicht selbst zum Maßstab machen, nicht mal zu dem der Fürsorge. ‚Für uns hat jeder die gleiche Würde, egal welchen Glaubens er ist‘, sagt sie.“.

Wenn Menschen beispielsweise an den Außengrenzen der EU verrecken, dann ist das also laut Bundeskanzlerin Angela Merkel greifbare Menschenwürde. Alles klar …

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Ein Kommentar

  1. Ich bin trotzdem der Meinung, wir können hier nicht alle Menschen aufnehmen, die Hilfe brauchen und denen es schlechter geht als uns. Die andere Frage ist, ob wir schon genug Hilfe leisten. Und die ist klar mit nein zu beantworten. Wir könnten schon noch ein paar mehr Flüchtlinge aufnehmen. Aber wir könnten vor allem etwas dafür tun, die Ursachen für die Massenflucht Richtung Europa zu beseitigen. Zum Beispiel indem wir Konflikte ent- und nicht verschärfen. Indem wir Hilfe zur Selbsthilfe vor Ort leisten und an einem Welthandelssystem mitwirken, das Entwicklungsländern hilft Gelder selbst zu erwirtschaften. So etwas wie globale Arbeitsteilung und Spezialisierung mit Abnahmegarantien. Der freie Markt wird es jedenfalls nicht richten!

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