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Keine 70 Jahre nach Hitler: Ausweiskennzeichnung wird wieder eingeführt

In Deutschland werden erstmals seit der Nazizeit wieder unliebsame Personengruppen anhand ihres Ausweises gekennzeichnet. Das gab Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU, natürlich) bekannt. „Künftig soll der Personalausweis von deutschen radikalen Islamisten durch einen Papierausweis ersetzt werden, der deutlich sichtbar vor dieser Person warnt.“, schreibt heise.de zu dem Vorgang. Weiter heißt es dort: „Bundesinnenminister de Maizière betonte zur Vorstellung des Papiers, dass mit diesem Ausweis jeder Beamte sofort erkennen könne, dass er einen ‚ausländischen Kämpfer‘ vor sich habe.“.

Nach welchen Kriterien Menschen so gekennzeichnet werden sollen, wurde nicht bekanntgegeben (In der Realität dürfte das dann relativ willkürlich erfolgen, wenn man bisherige Behördenarbeit als Maßstab zugrunde legt.). Warum de Maizière deutsche Islamisten als „ausländische Kämpfer“ bezeichnet, bleibt unklar. (Wahn-)witziger Punkt am Rande: Ausgerechnet (vermeintliche) radikale Islamisten wären dann die einzigen Menschen in Deutschland, die einen Ausweis ohne Biometriechip hätten. Dabei wurden solche biometrischen Ausweise ja gerade mit dem Argument „Terrorismusbekämpfung“ eingeführt.


Ausweiskennzeichnung 2014. Bildquelle: BMI (Innenministerium)


Ausweiskennzeichnung 1939. Bildquelle: Wikipedia (http://de.wikipedia.org/wiki/Judenstempel)

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