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Ukraine: Die Panzerlüge: Erneut billiger Propagandatrick

Man hat eigentlich Besseres zu tun, als die miesen Propagandatricks der Medien im Ukraine-Konflikt aufzuklären. Aber schließlich trommeln sie ja zum Krieg. Da muss man manchmal was tun. Durch den Artikel „Propaganda und Kriegshetze mit 5 Jahre altem russischen Manöverfoto“ wurde ich darauf gestoßen, dass es mal wieder billige Propaganda mit gefälschten Bildern gab, diesmal im Zusammenhang mit den (angeblich) „hunderten russischen Panzern“ in der Ostukraine. Tipp: Das Bild einfach anklicken, um es in voller Größe zu sehen.

Der n-tv-Artikel stammt vom 29. Juni 2009 (betrifft Kaukasus). Der WDR-Artikel vom 29. August 2014 (betrifft Ostukraine). Das Panzerbild ist jeweils das gleiche, wie sich unschwer erkennen läßt. Die Entdeckerehre gebührt der „Propagandaschau“ (siehe oben verlinkten Artikel). Falls n-tv der Meinung sein sollte, es würde hier zuviel Nachrichtentext abgebildet, kann ich diesen auch schwärzen. Um den Text geht es im Prinzip nicht, eher um das Bild.

Man beachte insbesondere die Bildunterschrift auf der WDR-Seite: „Russische Kampfpanzer fahren am 19.08.2014 noch unter Beobachtung von Medienvertretern in der Ukraine“. Der ganze Artikel ist mit „Russland auf dem Vormarsch?“ betitelt. Das Bild ist halt nur schon fünf Jahre alt. Da stimmt also etwas nicht.

Links:

n-tv: „Gewalt im Kaukasus. Russland beginnt Manöver“ – http://www.n-tv.de/politik/dossier/Russland-beginnt-Manoever-article388326.html
WDR: „Tagesgespräch – Lage in der Ukraine: Russland auf dem Vormarsch?“ – http://www.wdr5.de/sendungen/tagesgespraech/neunundzwanzigsteraugust102.html
Propagandaschau: „Propaganda und Kriegshetze mit 5 Jahre altem russischen Manöverfoto“ http://propagandaschau.wordpress.com/2014/08/30/propaganda-und-kriegshetze-mit-5-jahre-altem-russischen-manoverfoto/

[UPDATE] Der WDR hat mittlerweile das Bild auf der entsprechenden Seite kommentarlos aus dem Netz genommen. Der Artikel ist jetzt also nur noch ohne das Bild aufrufbar, bleibt aber vom Inhalt her bestehen. Als Reaktion seitens des WDR gab es bis jetzt nur ein Mitteilung an mich bei Twitter (siehe unten) und einen Kommentar hier im Blog (siehe unten). Damit fährt der WDR eine ähnliche Totschweige-Strategie wie die Tagesschau bei der Hubschrauber-Fälschung. Solche „Fehler“ müssen ARD und Co mittlerweile täglich zugeben. Das kann doch kein Zufall sein. Und warum erfährt niemand von diesen „Fehlern?“. Und stimmt dann der Textinhalt überhaupt noch? Immerhin war ja auch das Bild (und der Text unter dem Bild!) grundverkehrt, wieso soll man einfach so davon ausgehen, dass der Artikel so stimmt?

5 Kommentare

  1. Trotz unseres Anliegens, Bild und Textmaterial sorgfältig zu verwenden, ist uns dieses Mal leider ein Fehler unterlaufen. Wir bitten, dies zu entschuldigen. Den Fehler haben wir umgehend behoben.

  2. Haben Sie auch öffentlich in mindestens gleich großem Rahmen auf den Fehler hingewiesen? Weisen Sie ihre Leser darauf hin, damit diese das ihnen vermittelte Bild der Ereignisse korrigieren können?

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