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Felix Baumgartner will eine Diktatur

In einem eigentlich sehr kurzen Interview mit der österreichischen Kleinen Zeitung brachte Red Bulls Stratosphärensprungheld Felix Baumgartner, der nun als UN-Sonderbotschafter Vorbild für die Jugend sein soll, Statements unter, die nicht wenige Spötter danach zur Bemerkung veranlaßten, er befinde sich erneut im freien Fall.

So forderte der Österreicher Baumgartner in der Kleinen Zeitung die Einführung einer Diktatur, da die Demokratie angeblich versagt habe. Im schwebt dabei eine „gemäßigte Diktatur“ vor, mit „ein paar Leuten aus der Privatwirtschaft, die sich wirklich auskennen“. Die Red-Bull-Werbefigur scheint sich jedenfalls nicht so wirklich mit Politik und Gesellschaft auszukennen. Mit Geld schon eher, wenn man so will.

Denn weiter gibt Felix Baumgartner in dem kurzen Gespräch nicht nur offen zu, daß er ein Steuerflüchtling ist und sein Einkommen nicht in seiner österreichischen Heimat, sondern in der Schweiz versteuert, sondern er spricht darüber in einer Ich-bin-doch-nicht-blöd-Attitüde, die sicherlich nicht nur dem gemeinen österreichischen Steuerzahler wenig gefallen wird.

Sein Argument, in der Schweiz sei es viel einfacher, Steuern zu zahlen als in Österreich, da es in der Schweiz weniger Bürokratie gebe und man dort mit dem Finanzministerium direkt den Steuersatz aushandeln könne (der natürlich viel niedriger liegt als in Österreich), wird den Millionen Menschen auf der ganzen Welt, die brav ihre Steuern zahlen und brav Red Bull trinken und Baumgartner mit letzterem indirekt zu großem Reichtum verhalfen, sauer aufstoßen. Es kann halt nicht jeder so „clever“ wie Baumgartner sein und seine Einnahmen über die Schweiz versteuern.

Ob Baumgartner mit seinen Aussagen seinem Sponsor Red Bull einen guten Dienst erweist, das dürfte die Frage sein. Als Sprung-Held-der-Welt sollte er seine Aussagen vielleicht besser überdenken (lassen). Andererseits: Was erwartet man? Schließlich heißt der Werbespruch des Brausekonzerns „Red Bull verleiht Flügel“ und nicht „Red Bull verleiht Hirnschmalz“. Na dann Prost.

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