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Die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte aus London

Sehr viel von dem, was in den westlichen Medien zum Syrienkrieg zu lesen ist, wird von der „Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte“ zur Verfügung gestellt. Wer die Presseveröffentlichungen zu Syrien aus den letzten Jahren verfolgt hat, kam an dieser Quelle, die eine Art Monopolstellung für Meldungen aus Syrien hat (wenn nicht gerade ausnahmsweise ein Vertreter westlicher Medien vor Ort ist), nicht vorbei.

Die Beobachtungsstelle wird offiziell von einem Gegner der syrischen Regierung betrieben und hat ihren Sitz in Großbritannien (1-4). Oft wird sie in der westlichen Presse mit vollem Namen zitiert und erhält damit für den Medienkonsumenten quasi die Aura einer kompetenten großen Organisation. Der Mann, der sich „Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte“ nennt, liefert seit Jahren der westlichen Presse die Propagandamunition für den Syrien-Krieg.

Berichte aus Syrien berufen sich meist auf „Aktivisten“, die ebenfalls vom Westen finanziert werden sowie gegründet wurden, wie beispielsweise die Weißhelme, und/oder die „Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte“. Diese – zumindest in der Logik westlicher Nachrichtenanbieter – „neutralen“ Nachrichten werden dann von weiteren Nachrichtenagenturen und den Medien zur „reinen offiziellen Wahrheit“ veredelt.

Ein wenig Pseudokritik in der Wikipedia wegen einer Lüge aus 2011 sowie relativ neutrale Meldungen über Kampfhandlungen erhöhen die Glaubwürdigkeit der Beobachtungsstelle – eine alte Propagandataktik. Dazu noch das Wort „Menschenrechte“ platziert, dann kann der Mann ja nur Gutes wollen…

Es ist noch gar nicht so lange her, da hätte man einen Mann, der in Großbritannien Kriegspropaganda für Großbritannien gegen die ihm verhasste Regierung seines Heimatlandes macht, auch in den Medien nicht als neutral ausgeben können und die meisten Menschen hätten der britischen Regierung entgegengehalten: „Der wird doch von euch bezahlt!“.

Tatsächlich sind die Medien mittlerweile dazu übergegangen, die Bezahlung von Aktivisten durch westliche Regierungen als Beleg dafür zu präsentieren, dass die Aktivisten, Geheimdienstler und Söldner doch nur Gutes wollen und garantiert keine Propaganda betreiben. So verkündete die ARD im Juni 2016 euphorisch (1): „Militäranalysten in Washington folgen seiner Website, die Europäische Kommission unterstützt finanziell“. Die britische Regierung hat der Stelle auch schon mal offiziell 200000 Pfund zugesteckt (5). Sicherlich ist das nicht die einzige Finanzierung und der Mann macht das auch nicht selbständig, sondern unter „wohlwollender Anleitung“.

Verweise

1 http://spiegelkabinett-blog.blogspot.de/2016/04/der-ard-weltspiegel-verappelt-seine.html
2 http://www.rationalgalerie.de/schmock/ard-macht-nonsens-nachrichten.html
3 http://spiegelkabinett-blog.blogspot.de/2016/01/wie-aus-einer-meldung-wahrheit-wird.html
4 http://spiegelkabinett-blog.blogspot.fr/2016/01/die-ard-tagesschau-steigt-herab-vom.html
5 https://thegrayzone.com/2018/06/06/syrian-observatory-for-human-rights-funding-sohr-uk-government/

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