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Youtube löscht NuoViso-Kanal nach Auftritt vor UN-Menschenrechtsrat

Der Quasi-Internetvideo-Monopolist Youtube hat den Kanal von NuoViso – 170000 Abonnenten – ohne wirkliche Begründung gelöscht. Im letzten hochgeladenen Video hatte ein Vertreter von NuoViso die Bundesregierung vor dem Menschenrechtsrat der UNO kritisiert. Möglicherweise besteht auch ein Zusammenhang mit dem „Netzwerkdurchsetzungsgesetz“ (NetzDG) genannten Zensurgesetz, obwohl Googles Youtube einen nicht näher bezeichneten Verstoß gegen Nutzungsbedingungen als Begründung vorschiebt. 

In einem Facebook-Post von NuoViso zu der Angelegenheit heißt es:

Liebe Freunde, bitte abonniert unseren neuen YouTube-Kanal! Unser bisheriger Kanal mit rund 170.000 Abonnenten wurde nach 13 Jahren, heute gegen 21 Uhr, von Youtube ohne nähere Begründung gelöscht, nur Minuten, nachdem wir dort die unten verlinkte Folge der NuoViso News #63 hochgeladen hatten.

Hauptgegenstand dieser Folge war der in unserer Geschichte erste Auftritt eines als Vertreter von NuoViso offiziell eingeladenen Mitarbeiters vor dem Menschenrechtsrat der Vereinten Nationen, bei dem dieser Deutschlands Mitverantwortung an Zehntausenden Toten und zwei Millionen hungernden Kindern in deutlichen Worten substantiell kritisiert hat.

Durch das aktive Wegschauen der Bundesregierung, bei den Drohnenmorden, durch das aktive Genehmigen von Rüstungsexporten an die mörderische Saudi-Koalition, trägt die Bundesrepublik eine Mitschuld an dem Unrecht, das der Bevölkerung des Jemen angetan wird! Bitte helft mit, dass unsere Stimme des Friedens, der menschlichen Vernunft, nicht dem Zensurgebahren eines meinungsdiktatorischen, kriegsgeilen Regimes zum Opfer fällt!

NuoViso.tv schreibt auf seiner Website:

„Mit Bestürzen mussten wir feststellen, dass der YouTube-Kanal von NuoViso mit knapp 170.000 Abonnenten gelöscht wurde. Als Grund nannte uns YouTube lediglich „Verstoß gegen die Nutzungsbedingungen“. Natürlich haben wir umgehend Beschwerde eingelegt, doch wir hegen nur gedämpften Optimismus auf Erfolg.“

Mehr zum NetzDG – „Democratic Defense Against Disinformation„: Hier ein älterer Blauer-Bote-Artikel zu dem Thema:

Atlantic Council: NetzDG gilt dem Kampf gegen Feindpropaganda

Der jetzige deutsche Außenminister und damalige Justizminister Heiko Maas brachte das Netzwerkdurchsetzungsgesetz (NetzDG) unter skandalösen Umständen auf den Weg. Die Zensurmaßnahme NetzDG wurde als „Kampf gegen den Hass im Netz“ verkauft. Klar war den Meisten allerdings, dass damit auch prima abweichende Meinungen und vor allem der allgegenwärtigen Propaganda gegenläufige Informationen aus den sozialen Netzwerken entfernt werden könnten. 

Der Journalist Norbert Häring schreibt in dem Artikel „Eine Ergänzung zu Außenminister Heiko Maas und dem Atlantic Council“ über ein entsprechendes Paper: „Mit einer von der Nato finanzierten Broschüre von Februar 2018 machte der Atlantic Council auf gar nicht subtile Weise deutlich, welcher deutsche Politiker das Vertrauen der ‚transatlantischen Gemeinschaft‘ genießt und damit als Außenminister geeignet ist. Dieser Politiker bekam darin als einziger ein Portraitfoto und sein NetzDG eine lobende Erwähnung als vorbildhafte Maßnahme im Kommunikationskampf gegen Russland. Das könnte einerseits helfen zu erklären, warum der beliebteste Politiker der SPD als Außenminister abgesägt werden musste, damit der vielleicht unbeliebteste Politiker der SPD Außenminister werden konnte. Es wirft auch ein ganz neues Licht auf das NetzDG, das bei uns als Maßnahme gegen Hassbotschaften im Internet verkauft wurde, nicht als Zensurmaßnahme gegen russische und russisch infiltrierte Akteure in den sozialen Medien.“.

Mit der russischen Propaganda oder den „russisch infiltrieren Akteuren“ sind dabei natürlich in erster Linie Beiträge und Personen gemeint, die sich gegen die massiven westlichen Propagandalügen zum Überfall fremder Länder und zu ähnlichen Themen wenden. Wer die Mächtigen und ihre Lügen kritisiert, der ist ein „Russentroll“ und Heiko Maas‘ NetzDG, exerziert für Facebook beispielsweise von einer Tochterfirma des Bertelsmannkonzerns und der Propagandagruppe „Correctiv“, die bereits einen Comic zum Abschuss von MH17 gezeichnet hatte, mit dem sie die Schuld am Abschuss Russland zuschob und dafür mit Journalistenpreisen ausgezeichnet wurde. Correctiv bot Facebook sogar an, kostenlos zu zensieren. Gegen den Hass im Netz halt…

In dem Häring-Artikel heißt es weiter: „Weil diese russische Einmischung aber nicht in nennenswertem Maße stattgefunden hat, schließt der Atlantic Council: ‚Das Problem ist breiter als Russland oder ein anderer Einzelakteur. Eine demokratische Antwort auf bösartige Einflussnahme muss die ganze Gesellschaft einbeziehen. Wir müssen zusammearbeiten und von den gegenseitigen Fehlern und Erfolgen lernen.‘. In diesem Zusammenhang wird das NetzDG von Heiko Maas gelobt, mit dem erwähnten Portrait des Ministers, auf gleicher Ebene und direkt vor dem Lob für East StratCom der EU und StratComCenter of Excellence der Nato.“.

Wir „lernen“ also: Die ganze Gesellschaft muss auf Propagandalinie gebracht werden. Abweichler sind Feindagenten. Heiko Maas‘ NetzDG ist eine tolle Waffe der NATO gegen die widerspenstige Bevölkerung.

Spendenkonto für die Gerichtsverfahren gegen den Stern/Bertelsmann-Konzern

6 Kommentare

    1. Ergänzung: und hat bestimmt ihren Anteil an dieser Zensurmaßnahme wie auch an jener gegen den Film The Magnisty Act von Andrei Nekrassow.

  1. Die „neue“ Politikerriege ist so aalglatt, wie Mitarbeiter aus einem Callcenter – damals hätten sie alle eine Anstellung im Propagandaministerium des 3. Reichs gefunden.

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