Gesellschaft Medien Politik Wissenschaft

Hormus-Tanker-Bilder widerlegen Anschuldigungen der USA

Der Iran soll Öltanker angegriffen haben, behaupten die USA und ihre Verbündeten. Die Rede war zuerst von Torpedos, jetzt von Haftminen. Doch die „Beweise gegen den Iran“, die Bilder, die von der US-Regierung vorgelegt wurden, beweisen nicht etwas diese Behauptungen, sondern widerlegen sie. 

Auf zwei von der US-Regierung veröffentlichten Fotos sollen Schäden einer Haftmine zu sehen sein. Ein weiterer Schaden wird nicht näher klassifiziert. Haftminen explodieren allerdings an oder unter der Wasseroberfläche, andere Wasserminen ebenso. Torpedos explodieren unter der Oberfläche. Beide richten zudem einen deutlich größeren Schaden an. Die gezeigten Schäden befinden sich ein gutes Stück über der Wasserlinie des Schiffs. So hoch kann auch kein Kampftaucher aus dem Wasser springen, um eine Haftmine anzubringen.

Ein von den USA veröffentlichtes Video soll das Entfernen einer nicht explodierten Haftmine zeigen. Zu sehen ist davon aber nichts. Und selbst wenn wäre das natürlich kein Beweis gegen den Iran. Die auf den beiden Fotos gezeigten Schäden scheinen durch Beschuss beziehungsweise Einschläge entstanden zu sein, möglicherweise durch Drohnen.

Die USA arbeiten seit Jahren an einer Eskalation gegen den Iran. Jetzt kommt der Vorfall im Golf von Oman, in der Straße von Hormus. Er steht in einer Reihe mit dutzenden Propaganda- und Kriegseintrittslügen der USA der letzten Jahrzehnte. Die westliche Supermacht arbeitet regelmäßig mit solchen Aktionen. Traditionell braucht ein kriegerischer Konflikt des Westens eine solche Wir-sind-die-Guten-Story. Der Iran-Vorfall erinnert etwas an die Tonkin-Lüge vor dem – bereits vorher geplanten – Vietnamkrieg. Die „Beweise“ der USA dürften „Weißhelm-Qualität“ haben.

2014 hat sogar ein Blatt wie die „Zeit“, die heute als quasi reines NATO-Propagandablatt daherkommt, anlässlich des Jubliäums „50 Jahre Vietnamkrieg“ noch über die Tonkin-Lüge berichtet. 2005 thematisierte der Spiegel anlässlich der Irakkrieg-Eintrittslüge mit den angeblichen Chemiewaffen/Massenvernichtungswaffen das Tonkin-Ereignis in dem etwas beschönigenden Artikel „Der Torpedo-Angriff, den es nie gab„.

In dem 2014er Zeit-Artikel „Vietnam-Krieg: Die Kriegslüge von Tonkin“ heißt es unter anderem:

„Am 4. August 1964 – mitten im Kalten Krieg – fuhr der US-Zerstörer Maddox vor der nordvietnamesischen Stadt Haiphong in den Golf von Tonkin – als er angeblich von vietnamesischen Schnellbooten mit Torpedos beschossen wurde. US-Präsident Lyndon B. Johnson reagierte auffällig schnell, schickte umgehend Bomber über das kommunistische Nordvietnam, drei Tage später verabschiedete der Kongress die ‚Tonkin-Resolution‘, faktisch eine Kriegserklärung und ein Blankoscheck.

Längst sind sich Historiker einig, dass der Angriff auf die Maddox ein Bluff war – der Militärgeheimdienst NSA hatte Informationen gezinkt. (…)

‚Im Frühjahr 1964 hatten die Militärplaner detaillierte Pläne für Angriffe auf den Norden‘, sagt die Professorin Marjorie Cohn von der Thomas Jefferson School of Law im kalifornischen San Diego. Es ging demnach lediglich um einen Vorwand zum Kriegseintritt – im Namen des Kreuzzuges gegen den Kommunismus.“

Mehr zu Iran bei blauerbote.com

Mehr zu Iran bei nasuma.de

Spendenkonto für die Gerichtsverfahren gegen den Stern/Bertelsmann-Konzern

2 Kommentare

  1. Es gibt ein vom General a.D. Schulze-Rhonhof übersetztes Buch von John Denson mit dem deutschen Titel „Sie sagten Frieden und meinten Krieg“, in dem sich nachlesen lässt, dass die US-Amerikaner es seit jeher verstanden, die Schuld an den von den USA gewünschten Kriegen stets anderen zuzuschieben bzw diese ersten Schuss abgeben zu lassen. Fälschungen oder sogar zusätzliches Unterschlagungen von exkulpierenden Gegenbeweisen (wie im Fall der ‚Lusitania‘ etwa) mussten dazu herhalten, den Kongress zur Kriegserklärung zu veranlassen, denn ein US-Präsident hat dazu nicht das Recht.
    Er kann aber „Krieg machen“, wie der pfiffige Roosevelt erkannte, der zwei Jahre lang einen folglich unerklärten Krieg gegen das Deutsche Reich führte und so am Ende die deutsche Kriegserklärung provozierte.
    Seither haben sich die Methoden nicht geändert. Meistens waren es indessen die Demokraten, die die Kriege anzettelten, für die dann andere den Kopf hinhalten mussten.

Kommentar hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.