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Deutsche Presse fällt Cumhuriyet regelmäßig in den Rücken

Normalerweise und an und für sich eine gute Sache: Momentan gibt es offenbar viel „Anteilnahme“ bei deutschen Journalisten, Politikern und Medien wegen des Vorgehens des türkischen Staates gegen die Zeitung Cumhuriyet. Dabei bemühten sich aber genau diese Gruppen in der Vergangenheit, das Brisanteste zu vertuschen, was Reporter der Cumhuriyet veröffentlichten und wofür sie angeklagt wurden. Die nun schon monate- beziehungsweise jahrelange Heuchelei der professionellen deutschen Meinungsöffentlichkeit zum Fall Cumhuriyet, zum NATO-Mitgliedsland Türkei und zum türkischen Präsidenten Erdogan könnte nicht größer sein.

Was meinen Sie wohl, warum die beiden Journalisten Can Dündar und Erdem Gül, Redakteure der regierungskritischen türkischen Zeitung Cumhuriyet, in der Türkei vor Gericht standen? Waffenlieferungen an die (von Al-Qaida-geführten) „Rebellen“ in Syrien durch Erdogans Regierung inklusive durch Cumhuriyet nachgewiesene Lüge Erdogans! Unsere Medien ignorieren das so gut es geht, wofür ausländische Journalisten ihr Leben und ihre Freiheit riskierten. Weil es nicht zur Propaganda passt. Den Ruhm von Dündar und Gül als Journalistenmärtyrer nehmen sie gerne als Kollegen einer „tollen Zunft“ mit, die Arbeit der tapferen Türken aber wird linientreu vertuscht. Dass diese „Rebellen“ in Syrien vom Westen und orientalischen Diktaturen ausgerüstete und bezahlte Söldner sind, die zu allem Übel auch noch unter der Führung der Terrorgruppe Al Kaida stehen, möchte man in den deutschen Medien lieber nicht so laut sagen.

Mehr dazu, einige wenige Berichte zu dem Thema, die in ganz wenigen Medien zu finden waren: „Türkei: Journalisten Dündar und Gül deckten Waffenlieferungen Erdogans an Islamisten auf“ oder „Überblick: Das haben die beiden Journalisten Can Dündar und Erdem Gül berichtet, deshalb wurden sie verurteilt„.

Mehr zum Thema Waffen für die „Rebellen“/Islamisten/Al Kaida (Nusra-Front): „Syrien: Türkei liefert Waffen für Aleppo-Schlacht an Al Kaida„, „Wissenschaftler: Die Waffen der Amerikaner landen bei der Nusra-Front„, „Reuters: Aleppo-Rebellen erhalten neue Waffen vom Westen gegen Regierungsoffensive“ oder „USA liefert Waffen an Al Kaida„.

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5 Kommentare

  1. Man vermeidet auch immer ein Schlüsselwort in dieser „Berichterstattung“: Zensur! Denn darum geht es ja. Journalisten zu verfolgen und einzusperren ist ja nur Mittel zum Zweck. Sobald aber Zensur thematisiert würde, könnten deutsche Leser auf die Idee kommen, daß es das bei uns auch gibt, und im Gegensatz zur Türkei kein Journalist der großen Medien verhaftet werden muß, um dennoch brav nur das zu schreiben, was erwünscht ist, und den Rest, so er in alternativen Medien wie Blogs vermeldet wird, als Verschwörungstheorien, Spinnerei oder gleich als „Kremlpropaganda“ zu verunglimpfen.

    Dabei ließe sich etwa der türkischen Zensur leicht begegnen, wenn man einfach die unterdrückten Nachrichten verbreiten würde, und sie damit gegenstandlos, ja überhaupt erst als solche offenbar würde. Da aber genau diese Nachrichten ja auch der eigenen Propaganda widersprechen…. finden sie nicht statt.

    1. Die Zensur in unseren Medien läuft etwas subtiler. Sie wird offiziell nicht vom Staat ausgeübt, das übernemmen unsere „Medien“ von sich aus! Da werden kritische Kommentare, wenn die „Medien“ überhaupt Kommentare zulassen, begründungslos einfach gestrichen! Unsere „Medien“ sind sozusagen der verlängerte Zensurarm der Regierung Merkel! Wobei natürlich die ÖR und Magazine und Zeitungen wie Spiegel, SZ, Die Welt, Die Zeit etc. die Vorreiterrolle spielen!
      Das in der BRD nicht über die täglichen Kriegsverbrechen der USA in aller Welt berichtet wird, ist seit Jahrzehnten ein Beweis für die Zensur in der BRD!

      1. Was auch noch zu erwähnen ist: Merkel gehen die Verhaftungen und die Unterdrückung der Opposition in der Türkei am Arsch vorbei! Sie kann sich nicht einmal zu einer Verurteilung über die Repressionspolitik von Erdogan hinreisen lassen – nein Erdogan ist immer noch einer ihrer besten Freunde! Wahrscheinlich würde sie am liebsten mit der Opposition im eigenen Land genau so umgehen, sie darf nur nicht und traut sich nicht!
        Erstaunlich ist auch (oder auch nicht), dass die Türkei erst seit der Machtergreiffung von Merkel 2005 den Weg in die Diktatur eingeschlagen hat und es mit der deutschen Regierung (Merkel) dabei nie Probleme gegeben hat!

      2. Die Medien als verlängerter Arm der Regierung? Das würde voraussetzen, daß die Macht in diesem Lande überhaupt noch von der Regierung ausgeübt/kontrolliert würde. Und von diesem Gedanken muß man sich einfach verabschieden. Nachdem aufgrund des Wirtschaftssystems schon seit langem klar ist, daß die defacto Mächtigen im Lande nicht die Gewählten, sondern die mit dem Geld sind, hat sich inzwischen auch ein zweites, noch viel effektiveres Machtsystem etabliert. Und dem unterstehen Gewählte ebenso wie die Medien. Die Regierungen bekommen ihre Anweisungen direkt aus Washington bzw. transatlantischen Zirkeln (Stichwort „Bilderberger“). Den Beweis lieferte man 1998, als „plötzlich und unerwartet“ (also aufgrund von Wahlen) die politischen Posten in Deutschland neuvergeben wurden. Am 27. September fanden Bundestagswahlen statt. In den Folgetagen/wochen einigten sich SPD und Grüne auf eine Koalition. Die Regierung Kohl war damit Ge(s)chichte. Aber der Vertrag wurde erst am 20. Oktober unterschrieben. Der Regierungswechsel selbst fand erst am 27. Oktober statt, als die konstituierende Sitzung des 14. Bundestages stattfand. Bis dahin war die Kohl-Regierung geschäftsführend im Amt.

        Dazwischen lag ein wichtiges Ereignis: Schröder, Fischer und Verheugen wurden (VOR Amtsantritt!!) nach Washington zitiert, und mußten sich dort verpflichten, die Poltik weiter nach den bisherigen „Vereinbarungen“ mit (also Vorgaben aus) den USA zu vollziehen, was vor allem bedeutete, daß Deutschland sich wenige Monate danach am bereits beschlossenen Jugoslawien/Kosovokrieg der NATO beteiligte. Datum dieses denkwürdigen Treffens: 15.10 1998. 5 Tage vor dem Koalitionsvertrag. Was wäre gewesen, wenn sie sich geweigert hätten? Hätte man einen Krach inszeniert, um die Regierungsübernahme abzuwenden? Darüber kann nur spekuliert werden. Aber fakt ist: Die Regierung Schröder lief an einer ganz kurzen Leine…

        Wie die Leine für die Journalisten aussieht, weiß eine größere Öffentlichkeit seit der denkwürdigen „Anstalt“-Sendung vom 29.4. 2014:

        https://www.youtube.com/watch?v=5_c2-Yg5spU

        Und genau aus diesem Grund versuchten Josef Joffe und sein Paladin Jochen Bittner auch, diesen Teil der Sendung im Nachhinein verbieten zu lassen – unter fadenscheinigsten Vorhaltungen. Bei Bittner war es wohl so, daß er bemängelte, gar nicht „Mitglied“ im „German Marshal Fund of the United States“ zu sein, sondern „nur Participant“. Wobei man dazu wissen muß, daß es in diesem Denkpanzer AUSSCHLIESSLICH „Participants“ gibt. So heißen die Mitglieder dort nunmal.

        Der springende Punkt ist also: BEIDE, wichtige Politiker und Medienleute erhalten ihre Anweisungen aus denselben ÜBERGEORDNETEN Kasten der Transatlantischen Denkpanzer und der US-Regierungen! Und dann kann sich ein Claus Kleber auch gelassen vor die Kamera setzen und davon reden, daß in seiner Redaktion nie einer aus dem Kanzleramt anruft, um Einfluß auf die Nachrichten zu nehmen, oder Anweisungen zu erteilen, was wie gesendet werden soll. Das besorgt Kleber als Kurator der Atlantikbrücke und Chef der ZDF-Nachrichtenabteilung höchsselbst….

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