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Die irren Wutschreie deutscher Medien

In den letzten Monaten und Jahren hat sich in Deutschland – in so gut wie ausnahmslos allen deutschen Medien – eine unverholene, dümmlich-antiintellektuelle und antiwissenschaftliche Propaganda etabliert, die einen fast sprachlos macht. Insbesondere im Ukraine-Konflikt, aber auch im Syrienkrieg oder in der Griechenlandkrise kam und kommt diese zum Tragen (Die NSU-Verbrechen und die Verstrickung von Behörden und CDU in diese fasst man auch lieber mit Samthandschuhen an). Die politischen Journalisten bedienen die ganze Propagandapalette, von Über- und Untertreibungen über Verschweigen bis hin zur offenen Lüge und Nachrichtenfälschung. Gleichzeitig regt sich immer mehr Kritik und die Medien gehen zum Angriff gegen ihre Kritiker – die Medienkonsumenten – über.

Mittlerweile gibt es täglich mehrere Artikel, Sendungen, Berichte, welche Kritiker der Medien als Verschwörungstheoretiker (Das Vergehen: Glaubt nicht an das, was man ihm vorgaukelt) oder als besser noch als Nazis diskreditieren sollen. Letzteres glaubt man als „regimetreuer“ (oder nicht besonders heller) Journalist über die Gleichsetzung Medienkritiker gleich Lügenpresseschreier gleich Rechtsextremer erreichen zu können. Denn bei den rechtsextremen Pegida-Marschierern hat Mal jemand die Medien „Lügenpresse“ genannt. Deshalb ist jetzt jeder, der selbst völlig offensichtliche Falschmeldungen kritisiert oder auch nur eine Frage zu einem Konflikt hat, die die Leitmedien nicht beantworten können oder wollen, ein Nazi. Selbst, wenn er eigentlich ein Linker ist. Ist doch klar, oder? Die bestechende „Logik“ der deutschen „Eiltejournalisten“ und ihrer Nachahmer … Wohl eher ein sehr plumper Verleumdungsversuch, der keinerlei wissenschaftlicher Überprüfung oder auch nur simpelster Logik standhalten würde.

Und die meisten Journalisten reihen sich hinter der Kriegsfahne der neuen deutschen Kampf- und Hetzpresse ein. Man schließt die Reihen. Wie die US-Amerikaner, als es gegen den Irak in den Krieg ging (obwohl man vorher noch durchaus kontrovers George W. Bush wegen seiner offensichtlichen Lügen kritisiert hatte). Wie ein beknackter rechter Innensenator, der sich völlig selbstverständlich vor kriminelle Polizisten stellt. Wie der deutsche Reichstag vor dem I. Weltkrieg. Ein widerlicher Corpsgeist, der auch nicht an der Aufdeckung der medialen Lügen und Verdrehungen durch tapfere, Widerstand leistende Bürger scheitert. Krieg ist wieder in. Kein Satz erscheint zu dumm, keine Information zu unbelegt, um das Lügengebäude des eigenen Mediencorps aufrecht zu erhalten. Kampf gegen die Bürger mit allen Mitteln. Ohne Angst, zur Rechenschaft gezogen zu werden.

Die Menschen, die die Medien kritisieren, werden um fast jeden Preis gnadelos verleumdet. Klar, auch Nazis und andere merkwürdige Gestalten erzählen etwas von Medienlügen, aber wie soll man das bitte unterbinden und warum sollen andere Medienkritiker beziehungsweise Bürger dafür verantwortlich sein? Warum lassen sich die Medienmacher so quasi durch Nazis schützen statt die einzelnen Kritikpunkte ernsthaft zu entkräften? Wohl deshalb, weil Letzteres nicht möglich ist. Da bleibt halt nur die Nazikeule, wenn man erwischt wurde und unrecht hat und keinerlei Anstand und Moral hat, dafür gerade zu stehen.

Alleine die massive Zunahme der Anti-Medienkritiker – und Anti-Regierungskritikerartikel sollte auch für jeden ein Warnsignal sein, der noch nichts von Propagandamedien weiß (oder sich wohl eher aus Angst einredet, das gäbe es nicht). Es findet eine tägliche intensive Hasskampagne gegen „Lügenpresseschreier“ durch die deutschen Medien statt, mit der eigentlich die Medienkritiker (und die, die sich ihre Argumente anhören) gemeint sind, die vor allem in den letzten beiden Jahren massive Manipulationen, Propaganda und eben auch Lügen aufgedeckt haben. Statt sich mit ihren eigenen – nachgewiesenen – Fehlern ordentlich zu beschäftigen und sich zu bessern, werden Kritiker angegriffen. Gerade das weist darauf hin, dass die Propaganda in den deutschen Qualitätsmedien Absicht ist und nicht etwa eine unglückliche Abfolge von (sehr, sehr vielen) bedauerlichen Fehlern ist.

 

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