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NSU: Starke Zweifel an der offiziellen Version eines Selbstmordes der Mörder-Nazis

Die Zweifel an der offiziellen Theorie staatlicher Stellen zum Tod der Naziterroristen Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt nehmen immer weiter zu – und das aus gutem Grund. So lässt sich die amtliche Version, Mundlos habe nach einem Banküberfall im thüringischen Eisenach (4. November 2011) zunächst Uwe Böhnhardt erschossen, anschließend ein Feuer in einem gemieteten Campingwagen gelegt und schließlich die Waffe gegen sich selbst gerichtet, kaum noch halten.      

„Weder in der Lunge von Uwe Mundlos, noch in der von Uwe Böhnhardt fanden sich Rußpartikel. Das geht aus dem Obduktionsbericht hervor, den der NSU-Untersuchungsausschuss des Thüringer Landtags vor zwei Wochen erhalten hat.“, berichtete Telepolis dieser Tage. Zusammen mit weiteren Ungereimtheiten führt diese Erkenntnis – die dem Landtag jetzt erst, nach zwei Jahren, zugänglich gemacht wurde – zu der klaren Schlussfolgerung, dass der Ablauf des Ablebens der beiden NSU-Nazis ganz anders stattgefunden haben muss.

Weit wahrscheinlicher ist es, dass die beiden Männer von Mitarbeitern des Verfassungsschutzes oder anderer staatlicher Stellen ermordet wurden, um die Beteiligung von staatlichen Stellen oder zumindest die Beteiligung einer rechtsextremen Interessengemeinschaft aus Einzelpersonen in diesen Ämtern an den NSU-Morden zu vertuschen. Man wollte wohl Zeugen (respektive Mittäter oder menschliche Mordwerkzeuge) loswerden, denn die Sache war mittlerweile zu heiß geworden.

Ein weiterer starker Hinweis auf eine Verstrickung des Verfassungsschutzes in die Ermordung von Migranten durch die NSU sind Tatsachen wie die Anwesenheit eines Verfassungsschützers an einem Tatort zur Tatzeit, der aber nichts von einem Schuss mitbekommen haben will („Verfassungsschützer T. will damals keine Schüsse gehört, den blutenden Yozgat nicht hinter dem Tresen liegen gesehen haben.“, berichtete beispielsweise Die Zeit dazu.) und weitere äußerst merkwürdige Ungereimtheiten, die unter anderem im Rahmen des aktuellen Münchner NSU-Prozesses thematisiert wurden, aber erstaunlicherweise kaum Widerhall in der regierungshörigen deutschen Presselandschaft fanden.

Stellt sich die Frage: Haben wir in Deutschland einen Verfassungsschutz oder ist das eher ein Faschoschutz? Und warum interessiert das Niemanden?

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