Campact geht gegen Freidenker vor

Dass die Propaganda des Westens massiv tatsächlich oder vermeintlich neutrale und kritische NGOs mit gutem Ruf unterwandert, sollte sich inzwischen herumgesprochen haben. Dies ist nur eine Facette des Kampfes der Propaganda gegen Wissenschaft, Realität und kritisches Denken. In einem aktuellen Fall versuchten Führungskader der eigentlich gut beleumundeten Organisation Campact – die ein umso lohnenderes Ziel für die Vereinahmung durch die Propaganda ist – erneut, eine kritische Gruppe – die Berliner Freidenker – über einen – nicht nur selbstverständlich logisch-wissenschaftlich, sondern auch der Sache nach ungültigen – Kontaktschuld-Vorwurf als Verschwörungstheoretiker zu diskreditieren. Kritiker der US-Regierung (unter Obama) oder der EU werden von den karrierebewußten Campact-Oberen ohnehin standardmäßig mit Nazis und Rassisten gleichgesetzt. Die Freidenker wenden sich nun zu dem Vorfall bei der Demo “Wir haben es satt” in einem offenen Brief an Campact, die Teilnehmer der genannten Demonstration und die Öffentlichkeit.

Über Ähnliches wie im aktuellen Fall der Freidenker berichteten bereits mehrmals die Nachdenkseiten, die Campact bis vor wenigen Monaten quasi bedingungslos unterstützt hatten, aber angesichts der kritiklosen Unterstützung der Obama-Regierung und der hinter dieser stehenden “Eliten” vor allem in geopolitischen Fragen und der hemmungslosen Hetze gegen den “Feind” Russland und gegen Syrien von Campact ihre Unterstützung zurückzogen und zu einander kritischen Auseinandersetzung mit den Entwicklungen in dieser NGO aufforderten: “Ist Campact zu trauen? M. E. nicht. Machen Sie Ihre eigene Prüfung und – wenn möglich – Recherche.“, “Ist Campact zu trauen? – NDS-Leserinnen und Leser meinen mehrheitlich: nein. Und sie belegen das.“, “Nicht zu fassen: Campact bestätigt unsere schlimmsten Befürchtungen. Hilfsarbeiter beim Feindbildaufbau.“. Gelingt es der Campact-Basis nicht, diesen Entwicklungen entgegen zu treten, oder schart sich das Campact-Fußvolk gar um die Fahne ihrer fremdbestimmten Führer, dann ist auch diese NGO an die geopolitische Propaganda des Westens verloren.

Hier der offene Brief der Freidenker Berlin:

Offener Brief der Berliner FreidenkerInnen an alle, die sich für die Demo „Wir haben es satt“ engagiert haben

Liebe FreundInnen,

die Abweisung der FreidenkerInnen von der Berliner Demo „Wir haben es satt“ am 21.1.2017 in Berlin, über die wir knapp berichteten, erfüllt uns mit Sorge und ist Anlass für den folgenden Offenen Brief.

Den Brief richten wir erstens an alle TrägerInnen, FörderInnen, UnterstützerInnen und MedienpartnerInnen der Demo „Wir haben es satt“ und weiter an alle FriedensfreundInnen, DemokratInnen und ökologisch Engagierten.

Wir bitten Euch, den Brief nach Euren Möglichkeiten weiter zu verbreiten.

1. Die Demonstration unter der Hauptforderung “Agrarkonzerne: Finger weg von unserem Essen!“ richtete sich mit vielfältigen konkreten Forderungen und phantasievollen Aktionen gegen die Agrarpolitik der Bundesregierung und der EU mit ihrer Förderung der Profitmaximierung der Konzerne und ihrer Missachtung der Lebensinteressen von Mensch und Tier.

Für einen Missklang sorgte frühzeitig Christoph Bautz von Campact (der einzige Redner, der sowohl während der Auftakt-, als auch auf der Abschlusskundgebung sprach) als er die TeilnehmerInnen rhetorisch fragte, wie sie die „Ereignisse des Vortages“ (20. Januar, Amtseinführung von Donald Trump) wahrgenommen hätten. Er gab gleich selbst die Antwort, dass das nur als „gruselig“ zu bezeichnen sei und hetzte dann ungeniert gegen den gerade vereidigten US-Präsidenten.

Der nur zögerliche Beifall an dieser Stelle deutete wohl an, dass viele der TeilnehmerInnen nicht in dieser Weise vereinnahmt werden wollten.

2. Zur gewünschten Zusammensetzung der Demonstration hatten die VeranstalterInnen frühzeitig Vorgaben gemacht. Auf Einladungsplakaten war zu lesen: „Unsere Demo ist kein Ort für Nazis, RassistInnen, Anti-EuropäerInnen, Anti-AmerikanerInnen und die Diffamierung von Bäuerinnen und Bauern.“

Anlage-1-klein[1]

Die sogenannten Anti-Deutschen waren offenbar von dem Verdikt ausgenommen.

Anlage-2[1]

Während die Begriffe „Nazi“ (bzw. „Faschist“) und „Rassist“ weitgehend einheitlich verstanden und akzeptiert werden, sind „Anti-Europäer“ und „Anti-Amerikaner“ politische Kampfbegriffe. Auf diese Weise wurden und werden kritische Positionen zur EU-Politik der BRD-Regierung und zur Politik der Obama/Clinton-Fraktion diskreditiert. Die Freidenker lehnen dieses Begriffe ab (zusätzlich auch deshalb, weil mit „Anti-Amerikanismus“ implizit die USA mit ganz Amerika gleichgesetzt werden). Jedoch entzündete sich der Konflikt nicht an dieser Kontroverse.

3. Der Konflikt bestand darin, wie bereits kurz auf unserer Webseite dargestellt, dass die Freidenker der Demo verwiesen wurden (bzw. nur mit versteckter Fahne teilnehmen durften), weil sie, so wörtlich: Mit KENFM gesprochen und damit Verschwörungstheorien unterstützt haben“. Die Ordner verwiesen dabei mehrfach auf „Grundsätze der Demo“, die sie ohne jede Diskussion durchsetzen würden.

Wir konnten diese Grundsätze nicht veröffentlicht finden und müssen bis zum Beweis des Gegenteils annehmen, dass es sich hierbei um interne Absprachen handelt.

Wir haben später bei der Kampagneleitung „Meine Landwirtschaft telefonisch nachgefragt, ob an die Ordner entsprechende Anweisungen betreffs Verschwörungstheorien gegeben wurden, was die Auskunftsperson bejahte. Nicht explizit bestätigt werden konnte der konkrete Vorfall mit den Freidenkern (da natürlich niemand von der Kampagneleitung in diesem Moment zugegen war). Auf unsere Bitte, einen Kontakt mit dem Leiter/der Leiterin der Ordnergruppe zur Klärung der offenen Fragen herzustellen, wurde mit dem Abbruch des Telefongesprächs reagiert.

Um sicher zu gehen, stellten wir noch einmal per E-Mail das Problem darWir haben diese Grundsätze nicht finden können und fragen uns daher, ob wir Opfer übereifriger, inkompetenter, anmaßender usw Ordner wurden, von deren Vorgehen sich die Demoleitung distanziert und sich den Freidenkern gegenüber entschuldigt oder ob die Handlungsweise der Ordner den Vorgaben der Demoleitung entsprach.“ Eine Antwort blieb aus.

4. Wir meinen, dass die geschilderte Verfahrensweise eine rigide Zensur und zugleich Anmaßung darstellt. Uns beunruhigt, dass namentlich die Organisation Campact, die offenbar eine bedeutende Rolle im Kreis der VeranstalterInnen spielt, wiederholt (z. B. Demo gegen TTIP) in derartiger Weise agiert.

Betroffene, in diesem Fall wir Freidenker, werden der Maßregelung unterworfen

– NICHT auf Grund eigener Aussagen, schriftlich oder mündlich vertretener Positionen, sondern ALLEIN nach dem in keiner Weise akzeptablen Kontaktschuld-Prinzip.

– Einspruch, inhaltliche Auseinandersetzung gegen das Diktat der VeranstalterInnen ist nicht möglich.

Dass die Berliner und Brandenburger Freidenker gemeinsam erst am 23.10. 2016 in Berlin eine Podiumsdiskussion zum Thema: Der neue Vorstoß der Gentechnikkonzerne – Krieg gegen die Nahrungssouveränität und die Ökologie“ durchgeführt hatten, konnte uns „Delinquenten“ nicht „entlasten“.

Ebenso wenig interessiert anscheinend, dass wir uns für Tierrechte einsetzen, z. B. mit einer öffentlichen Veranstaltung am 9.2.2017 in Berlin (zu der ALLE herzlich eingeladen sind).

– Unser demokratisches Recht zur freien Demonstrationsteilnahme im vorgegebenen thematischen und organisatorischen Rahmen wurde ausgehebelt. Faktisch haben die VeranstalterInnen ihre rechtsstaatlich genehmigte und garantierte Demonstration in eine privatisierte Veranstaltung mit privater Gesinnungspolizei verwandelt.

– Damit übten die VeranstalterInnen sowohl Zensur als auch Maßregelung gegen demokratische Kräfte in einem Umfang aus, wie es Demokratiefeinde hierzulande in ihren kühnsten Träumen derzeit nicht wagen.

Am Rande ist festzuhalten, dass es uns zwar ehrt, unter den Vielen, die als „VerschwörungstheoretikerInnen“ bezeichnet werden, herausgegriffen worden zu sein, andererseits ist es jedoch beunruhigend, mit welcher Härte und Professionalität (um nicht zu sagen Skrupellosigkeit) vorgegangen wird.

5. Diese Verfahrensweise von Campact und denen, die sie mittragen (was wir nicht allen MitveranstalterInnen unterstellen), bewirkt die Spaltung des demokratischen, umwelt- und friedensbewegten Widerstands. Campact hat in der Vergangenheit das Vertrauen vieler DemokratInnen durch verschiedene populäre Aktivitäten gewonnen. Leider mehren sich inzwischen Informationen, die zu der Vermutung führen, dass Campact gemäß der Konzeption der „Open Society“ handelt, einschließlich aktueller Direktkontakte zur Soros-/Clinton-Fraktion 

6. Campact ist nur eine von vielen „Organisationen der Zivilgesellschaft“ (NGO, NRO), deren oppositionelles Agieren zunehmend als zwiespältig, mitunter sogar als verdeckt systemkonform empfunden wird. „Otpor!“, „Avaaz“ oder „Adopt a Revolution“ sind seit langem als fragwürdig bekannt.

Die aufrichtigen Akteure des zivilgesellschaftlichen Widerstands, die Aktivisten für neue gesellschaftliche Perspektiven, brauchen Informationen und Methoden um sich in der Überzahl der Organisationsangebote zu orientieren und die für sie vertrauenswürdigen und am besten geeigneten heraus zu finden.

Daher ist es dringend erforderlich, dass neben der erklärten Programmatik jeder zivilgesellschaftlichen Organisation, aussagekräftige Informationen über ihre finanziellen Abhängigkeiten, ihre demokratische Verfasstheit, die tatsächlich gelebte Demokratie und über personelle Verflechtungen und Kontinuitäten öffentlich verfügbar sind.

Alle progressiven Organisationen sind aufgerufen, sich den Problemen der politischen Transparenz in der Zivilgesellschaft zu stellen. Die noch zu wenig bekannten Orientierungen der „Initiative Transparente Zivilgesellschaft“ betrachten wir dabei als diskussionswürdig und hilfreich.

Berlin, 26.1.2017

Kollektive Leitung der Berliner Freidenker

7 Gedanken zu „Campact geht gegen Freidenker vor

  1. Fx

    Wie kann man denn nur Obama kritisieren – das ist undenkbar!

    Diese Freidenker bringen Schande über das Vermächtnis des Heilsbringers, der nicht nur volle Auftragsbücher in der Rüstungsindustrie hinterlassen hat, sondern der die USA auch zu einem sozial mitfühlenden und lebenswerten Land verwandelt hat…
    http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/usa-2-5-millionen-obdachlose-kinder-a-1003489.html

    (Sorry, aber auf diesen verblendeten Campact-Käse fällt mir nur noch Zynismus als Antwort ein.)

  2. Paul Richter

    “Ist Campact zu trauen? Mitgliedern der Klimasekte ist generell nicht zu trauen. Entweder sind sie dumm oder korrupt/kriminell oder dumm und korrupt/kriminell, wozu auch die bezahlten Desinformanten zu zählen sind. Campact ist ein zentrales Mitglied der Klimasekte, genau wie klimaretter.info und viele andere.

    1. BlauerBote Artikelautor

      Um das Thema ging es nicht und ich stimme auch nicht zu, aber ich lasse den Kommentar mal so stehen.

      1. Paul Richter

        Der Klimawandel diente nur als Auffänger. Er kann ein sehr einfaches aber hoch effizientes Werkzeug sein um Spinner, Desinformanten und Kriminelle zu erkennen (Politiker, Greenpeace, Campact, klimaretter.info …).

        Vergleichbares gilt auch für Flat-Earthler und Experten, die Schweinen Flugeigenschaften bescheinigen.

        Leider ist es vielfach so, dass Wahrheiten, die ggf. ebenfalls von ihnen verbreitet werden – z. B. in Sachen GMO – im Grunde nur dazu dienen, um Schäfchen einzufangen und zu kontrollieren.

        Greenpeace ist doch so ein großer Saubermann, warum sind aber Geo/Climateengineering und Chemtrails für die kein Thema? Wer das Video https://www.youtube.com/watch?v=lEpqQ-exZ7E#t=30 (gibt zig weitere) kennt, bekommt eine Ahnung, warum Greenpeace nichts zu Geo/Climateengineering und Chemtrails sagt, und in wessen Interesse sie aktiv sind.
        Greenpeace ist doch so ein großer Saubermann, warum sind aber Geo/Climateengineering und Chemtrails für die kein Thema? Wer das Video https://www.youtube.com/watch?v=lEpqQ-exZ7E#t=30 (gibt zig weitere) kennt, bekommt eine Ahnung, warum Greenpeace nichts zu Geo/Climateengineering und Chemtrails sagt, und in wessen Interesse sie aktiv sind.

    2. Freimut Hennies

      Die Sprache in ihrem Kommentar, Herr Richter, zeigt welch Geistes Kind Sie sind. Wenn Sie an einem Diskurs und dem Finden eines sinnvoll und zukunftsträchtigen Umgang mit diesen Themen interessiert sind, sollten Sie unbedingt auf Entwertung und Diffamierung anderer Menschen verzichten.

  3. Pingback: Frontalangriff des neuen Faschismus | Blauer Bote Magazin

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