Gesellschaft Medien Politik Wissenschaft

Angela Merkel nennt „Rebellen“ in Aleppo Terroristen

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat die von den deutschen Medien in der Regel als „Rebellen“, „Aufständische“, „Aktivisten“ oder „Oppositionelle“ bezeichneten radikalislamistischen Kämpfer in Ost-Aleppo, die gegen die syrische Regierung und Bevölkerung Krieg führen, im Rahmen der Gespräche mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin in Berlin erstmals als „Terroristen“ bezeichnet. Die sogenannten Rebellengebiete in Syrien und der Osttteil von Aleppo werden von einer überwiegend radikalislamistischen Koalition unter Führung der Terrorgruppe Al Qaida (Al Nusra) beherrscht.

US-Verteidigungsministerium im April 2016 bei einer Pressekonferenz zu Syrien: “That said, it’s primarily al-Nusra who holds Aleppo”. Al Nusra ist der syrische Arm der Al Qaida.

„Merkel kritisierte, die Bombardierungen, für die auch Russland Verantwortung trage, seien unmenschlich und grausam für die Bevölkerung. Sie glaube nicht, dass es bei den Angriffen auf Aleppo gelinge, Terroristen von friedlichen Menschen zu trennen, sagte sie mit Blick auf die Argumentation Putins. Der russische Präsident habe die Verantwortung, Einfluss auf den syrischen Machthaber Baschar al-Assad zu nehmen. Es habe harte Gespräche mit Putin zu Syrien gegeben, auch neue Sanktionen gegen Russland seien nicht vom Tisch.“, schreibt beispielsweise T-Online heute.

Erstaunlicherweise macht Angela Merkel diesen Terroristen keine wirklichen Vorwürfe, dass sie die Menschen im Osten Aleppos als Geiseln halten, sondern lastet dies der syrischen und der mir ihr verbündeten russischen Regierung an, die eben versuchen, Aleppo von diesen nun auch von Bundeskanzlerin Merkel zu Recht „Terroristen“ genannten Kämpfern zu befreien. Des Weiteren kommt Bundeskanzlerin Merkel offenbar auch nicht auf die Idee, dass es den menschlichen Schutzschilden in Ost-Aleppo ja helfen könnte, wenn der Westen und seine regionalen Verbündeten die Al-Kaida-Koalition nicht mehr unterstützen würden, inklusive massiver Propaganda für diese und vor allem natürlich auch über Waffenlieferungen durch die USA, die Türkei, Saudi-Arabien, Katar, Großbritannien und andere.

Ohne die Unterstützung müssten die nun auch von Angela Merkel Terroristen genannten Kämpfer innerhalb kürzester Zeit kapitulieren und die Menschen in Ostaleppo könnten von diesen befreit werden. Stattdessen wirft Angela Merkel der syrischen Regierung vor, dass gegen die syrische Regierung kämpfende radikalislamistische Terroristen Syrer in Aleppo als Geiseln hielten. Sanktionen soll es nicht gegen die Al-Qaida-geführten Terroristen geben, sondern gegen die sie bekämpfenden Länder Syrien und Russland …

Zur aktuellen Situation in Syrien und speziell zur Unterstützung des syrischen Arms der Terrorgruppe Al Qaida, Al-Nusra-Front-“Rebellen”, durch die USA und ihre Verbündeten Türkei, Saudi-Arabien und Katar Professor Günter Meyer von der Universität Mainz in einem aktuellen Interview beim Deutschlandfunk vom 27. August 2016 mit Interviewer Dirk Müller (“Syrien – ‘Wen wollen wir denn jetzt tatsächlich bekämpfen?’“):

“Müller: Haben die Amerikaner direkt oder indirekt damit auch die Nusra-Front unterstützt, indem die anderen beliefert und unterstützt wurden und das irgendwie dann ausgetauscht wurde.

Meyer: Das haben sie in jedem Fall. Das war voll mit Wissen der Amerikaner. Und übrigens durchaus auch indirekt sicherlich mit deutscher Beteiligung, denn die Tornados, die dort im Einsatz sind, um Luftaufklärung zu betreiben, liefern ihre Daten an militärische Operations- und Kontrollzentren, in denen die USA gemeinsam sich mit der Türkei mit Geheimdienstoffizieren aus Katar und Saudi-Arabien, und die Informationen, die dort ankommen, die werden weitergegeben an die Rebellen.

Das heißt, der Vorstoß, das Durchbrechen des Belagerungsrings, was wir im Westen Aleppos erlebt haben, geht mit Sicherheit auf solche Aufklärungsergebnisse zurück. Das heißt, die Amerikaner tun durchaus alles, um das Regime auch zu schwächen, zwar nicht im direkten Angriff, aber zumindest doch indirekt.

Müller: Also ich muss da noch mal nachfragen, Herr Meyer – das heißt, die Amerikaner, für Sie jedenfalls klipp und klar, die Amerikaner unterstützen Extremisten und Islamisten und Terrorgruppen, die ihre Verwurzelung bei Al Kaida gefunden haben oder immer ideologisch vielleicht auch noch finden, gegen Baschar al-Assad?

Die Waffen der Amerikaner landen bei der Nusra-Front

Meyer: Sie unterstützen primär sogenannte moderate Gruppen, nur, diese moderaten Gruppen arbeiten mit der Nusra-Front zusammen. Das heißt, auch die Waffen, die an die Moderaten geliefert werden, landen im Endeffekt bei der Nusra-Front, die das Oberkommando speziell auch im Osten von Aleppo hat.”

Spendenkonto für die Gerichtsverfahren gegen den Stern/Bertelsmann-Konzern

2 Kommentare

Kommentar hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.