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Ermittlungen wegen Geldwäsche: Bilal Erdogan flieht aus Italien

Neben den aktuellen Nachrichten aus der Türkei hinsichtlich des Vorgehens der Behörden gegen die Medien und die Pressefreiheit im Land im Falle der Zeitung Zaman („Istanbul: Polizei stürmt regierungskritische Zeitung ‚Zaman‘„, „Kritische Zeitung unter Zwangsverwaltung Türkische Polizei stürmt ‚Zaman‘-Redaktion„, „Polizei stürmt Redaktion der Zeitung ‚Zaman‘„) sowie den aktuellen Gerüchten aus dubiosen Quellen um eine mutmaßliche Erschießung von neun syrischen Flüchtlingen durch den türkischen Grenzschutz („Aktivisten melden. Türkische Grenzschützer erschießen neun Syrer„, „Flüchtlinge. Türkische Grenzschützer erschießen offenbar neun Syrer„, „Schüsse bei illegaler Einreise. Türkische Grenzer erschießen offenbar Syrer„), sollte man auch die aktuellen Meldungen dieser Tage im Auge behalten, nach denen gegen den Sohn des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdoğan, Bilal Erdogan, in Italien seit Kurzem wegen Geldwäsche ermittelt wird. Bilal Erdogan ist wohl deswegen nach Medienberichten von gestern – deutschsprachige Berichte vor allem in österreichischen Medien – aus dem italienischen Bologna geflüchtet, wo er offiziell studierte, inoffiziell aber wohl auch andere „Geschäfte“ für den Clan des türkischen Ministerpräsidenten tätigte. Das Vater-Sohn-Duo Erdogan hatte bereits in der Vergangenheit in der Türkei für erhebliche Korruptionsschlagzeilen gesorgt. Die gerade mit Gewalt von der türkischen Regierung übernommene Zeitung Zaman hatte natürlich auch darüber sehr intensiv berichtet. Hier einige Presseartikel zu der Italien-Affäre:

Geldwäsche: Erdogans Sohn verlässt Bologna.“Erdogan Jr. soll nicht wegen Studium sondern illegaler Geschäfte der Familie in Italien sein.“.

Geldwäscheverdacht. Erdogan-Sohn flieht aus Bologna. „In den letzten Wochen hatte die Staatsanwaltschaft von Bologna Bilal Erdogan vorgeworfen, illegal beträchtliche Summen aus seiner Heimat nach Italien eingeführt haben. Der Vorwurf lautet auf Geldwäsche. Aufgenommen wurde die Untersuchung aufgrund der Anzeige des türkischen Großunternehmers Murat Hakan Uzan, Bruder von Cem Uzan, dem Gründer und Chef der türkischen Genc Parti (Junge Partei). Laut Uzan hält sich der junge Erdogan nicht deshalb in Bologna auf, um zu studieren, sondern um die illegalen Geschäfte der Familie zu organisieren.“.

Geldwäscheverdacht: Erdoğan-Sohn flieht aus Bologna. „Der 35jährige Sohn des türkischen Präsidenten, der seit Herbst (wieder) in Bologna studierte, steht wegen Geldwäscheverdachts im Visier von Italiens Justiz. Er soll Schmiergeld aus der Türkei nach Italien kanalisiert haben.“.

Erdoğans Sohn verlässt Bologna. „Nachdem die Staatsanwaltschaft Bologna Ermittlungen gegen Bilal Erdoğan, den Sohn des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdoğan, aufgenommen hat, hat dieser die norditalienische Stadt verlassen. An der dortigen Johns-Hopkins-Universität absolviert er ein Post-Graduate-Studium. Der Beschluss sei aus Sicherheitsgründen gefasst worden, verlautete aus der Universität.“.

Erdogans Sohn in Italien unter Geldwäsche-Verdacht. „Bilal Erdogan war zuvor gemeinsam mit seinem Vater in einem Korruptionsskandal ins Visier der Richter geraten. Schon damals soll Bilal dem Vater geholfen haben, Schmiergelder zu verteilen. Ende 2013 wurde der Mitschnitt eines Telefonats zwischen Vater und Sohn öffentlich. Darin ist die Rede davon, wie ‚Bargeld aus ihren Privatwohnungen verschwinden könne‘, sollte es dem Präsidenten nicht gelingen, die Ermittler zu stoppen. Erdogan weist seinen Sohn an, Millionenbeträge sicherheitshalber beiseite zuschaffen. Bilal stellte sich dabei so begriffsstutzig an, dass schon bald die Redewendung „es für Bilal erklären“ Eingang in den türkischen Wortschatz fand.“

Was man natürlich auch im Auge behalten sollte, sind die weiteren Schandtaten Erdogans, des Präsidenten des NATO-Mitgliedslandes Türkei. Und die sind zum Teil tatsächlich noch weitaus massiver als die aktuell heute und gestern auf der Tagesordnung stehen Verfehlungen. Mehr dazu hier. Die Bundesregierung sieht die Meldungen um Angela Merkels Kumpel Erdogan übrigens nicht so eng. Bundesinnenminister De Maiziere forderte gestern Nachsicht mit der Erdogan-Türkei und ließ verlauten: „Wir sollten nicht Schiedsrichter bei den Menschenrechten sein“. Aha … Ein EU-Freibrief für Erdogan?

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