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Fassungslos: Wenn der Hanau-Türke unglaubwürdig ist

Ich hatte heute darüber geschrieben, dass türkische Augenzeugen bei den Morden in Hanau in der Sisha-Bar einen ganz anderen Täter gesehen haben, als den, den deutsche Medien, Politiker und Behörden nach den Attentaten präsentierten, und in diesem Rahmen noch einmal auf die Verstrickung des hessischen Verfassungsschutzes in die NSU-Affäre hingewiesen. Der Gegenangriff kam prompt und viele – auch aus den angeblichen „eigenen Reihen“ – verstehen heutzutage vielleicht gar nicht mehr, dass da Rassismus gärt: Da werden Türken erschossen, aber der Türke als Augenzeuge sei natürlich nicht glaubwürdig, heißt es. Beweisen soll er seine Aussage! Wie??? Da sollte der ein oder andere Klugscheißer*, der seinen wertvollen Arsch lieber bedeckt hält, vielleicht nochmal darüber nachdenken (aber wahrscheinlich meinen ohnehin die Falschen, dass sie gemeint wären). Aber okay: Am Ende haben sie wieder alle nichts gewusst oder waren selbstverständlich Widerstandskämpfer. *Inklusive Klugscheißerinnen etc.

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2 Kommentare

  1. Da werden Türken erschossen und Maßnahmen abgeleitet, aber der Türke als Augenzeuge hat das Maul zu halten. Deutsche Medien berichten nicht und Generalbundesanwaltschaft weiß es besser, sagt das Correctiv (und rührt Schmutz an):

    https://correctiv.org/faktencheck/2020/02/24/anschlag-in-hanau-irrefuehrende-meldungen-dass-tobias-r-angeblich-nicht-der-taeter-war-werden-zehntausendfach-geteilt

    „Bewertung: größtenteils falsch“
    Grund:

    „Die Generalbundesanwaltschaft hat uns gegenüber jedoch noch einmal bekräftigt, dass es keine abweichende Ermittlungsergebnisse seit der Pressekonferenz des Generalbundesanwalts vom 21. Februar gibt. Sie geht demnach weiterhin von Tobias R. als einzigem Hauptverdächtigen aus.“

    Die (weisungsgebundenen) Behörden? Man vergleiche z.B. mit dem Fall Amri (und natürlich mit NSU Kassel):

    http://blauerbote.com/2020/02/24/hanau-morde-behinderung-der-aufklaerung-von-verbrechen/

    „Das ist jedoch nicht das einzige, was Geheimdienstchef Maaßen belastet. Denn wer einen genaueren Blick auf den Fall Amri wirft, dem stehen die Haare zu Berge. Und zwar nicht nur deshalb, weil, wie Ströbele es ausdrückte, jemand eine schützende Hand über Amri gehalten hatte, damit der seinen Anschlag trotz Mitwissens praktisch aller relevanter “Sicherheitsbehörden” durchführen konnte.

    Der “Verfassungsschutz” hatte Amri tatsächlich einen Chauffeur gestellt. Das muss man sich auf der Zunge zergehen lassen: einen Chauffeur bekommt jemand, der so wichtig ist, dass er einzeln transportiert werden muss, der jedoch nicht selbst fahren kann oder soll. Man vergleiche das mit dem Tatwerkzeug auf dem Breitscheidplatz, und dem, was Amri dort vorgeworfen wird! Amri ist angeblich per Zug geflüchtet – und erschossen wurde er ganz in der Nähe des Ortes in Italien, wo der LKW losgefahren war, den er angeblich zufällig wo ganz anders in Europa gekapert hatte.

    Bei solchen Geschichten (die in der Reihe der Geheimdienstgeschichten keinesfalls Exoten darstellen) stellen sich einem die Nackenhaare auf. Die Personalie Maaßen ist jedoch längst nicht mehr zu halten, falls noch irgendwelche Regeln gelten. Denn Maaßen hatte die Akte Amri persönlich auf dem Schreibtisch – vor dem Anschlag.“

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