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Tschernobyl-Propaganda – Missbrauchte Katatrophe

Der Rubikon hat einen Beitrag eines Augenzeugen zur Tschernobyl-Nuklearkatastrophe. Der Text zeigt auf, dass die Hersteller der erfolgreichen Miniserie „Chernobyl“ in bester Propagandamanier Teile der Ereignisse „umgeschrieben“ haben: Geschichtsfälschung zu Propagandazwecken, Hassproduktion gegen Russland, der Russe als Untermensch.

Die missbrauchte Katastrophe

Hier einige Zitate aus dem Artikel:

„Eine Woche später, am 3. Mai, wurden wir direkt mit den Ereignissen von Tschernobyl konfrontiert. An diesem Tag meldete sich mein Vater, Bergmeister, freiwillig, um die Unfallfolgen gemeinsam mit einem Team von U-Bahn-Bauarbeitern zu beheben. Sie gruben einen Tunnel, um den explodierten Reaktor zu kühlen und arbeiteten bis zum 17. Mai im Kernkraftwerk Tschernobyl. Ja, mein Vater war einer von den in der Serie gezeigten Bergleuten, die — angeblich — mit vorgehaltener Waffe zum Kernkraftwerk gefahren wurden, wo sie völlig nackt unter den brennenden vierten Reaktor hinabsteigen mussten. Unnötig zu sagen, dass sich seine Erinnerungen an jene Tage in Tschernobyl deutlich von den Fantastereien der HBO-Leute unterscheiden.“

„Bis zu unserer Abreise dauerte es jedoch noch eine Weile, und die Bewohner Kiews befanden sich in einem Zustand der Panik. Sie versuchten, die Kinder sofort aus der Stadt zu bringen. Meine Großmutter ging zum Bahnhof, um Fahrkarten zu kaufen und begegnete dort einer ihr unbekannten Frau aus der Region Nikolaev, die uns Kindern anbot, kostenlos bei ihr zu wohnen — allen, auch meiner neugeborenen Schwester. Ich finde es sehr schade, dass es für solche Solidaritätsbeweise, die heutzutage gar nicht mehr vorstellbar sind, anscheinend keinen Platz in der Serie gab.“

„[…] der Alltag des sowjetischen Volkes von den Machern von Chernobyl ganz offen mit einer abwertenden Grundstimmung dargestellt wird, die dem Zuschauer den Eindruck vermittelt, alle Einwohner der modernen Stadt Pripyat seien Gopnik (ein abwertender Begriff für jugendliche, oft kriminelle Vertreter der russischen Unterschicht, Anmerkung der Übersetzerin), die bei jeder Gelegenheit Alkohol trinken. So sieht beispielsweise die Moskauer Wohnung des bedeutenden Wissenschaftlers Valery Legasov ärmlicher und trostloser aus als unsere eigene Wohnung — die einer ganz normalen jungen Familie — zu jener Zeit.“

Die Minister, die auf dem Kraftwerksgelände herumlaufen, werden von bewaffneten Schützen begleitet. Diese Schützen stürzen direkt am Arbeitsplatz literweise Wodka runter (schließlich weiß jeder, dass die Russen nichts anderes tun als Wodka zu trinken). Und natürlich ist da der ominöse und allgegenwärtige KGB, mit dem die Helden von Chernobyl nicht weniger zu kämpfen haben als mit der Strahlung selbst. Gleichzeitig sind die Macher der Serie bei Details, die keine grundsätzliche Bedeutung haben, akribisch genau. Sie haben sich auf jeden Fall sehr gut darüber informiert, wie sich die Ereignisse entwickelten. Und das ist das Auffälligste: Dieses hässliche und verzerrte Bild jener Tage wird uns von Menschen präsentiert, die ganz genau wissen, was in Wirklichkeit alles passiert ist.“

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