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Propaganda: Wirtschaft irritiert über Falschberichterstattung durch deutsche Medien

Für Folker Hellmeyer, Chefanalyst der Bremer Landesbank, ist die Nichtberichterstattung in deutschen Medien über das schwedische Dementi zu russischen U-Booten vor Schwedens Ostseeküsten eine äußerst unangenehme Tatsache. Der Bänker und Wirtschaftsexperte schreibt in einem bei FXStreet und GodmodeTrader veröffentlichten Marktüberblicksbeitrag mit dem Titel „Wann dürfen Märkte wieder Märkte sein …“ einleitend: „Selten waren Finanzmärkte stärker auf Politik und Geopolitik fokussiert. Nie waren sie in der jüngeren Geschichte diesen Einflüssen stärker ausgesetzt. Wann dürfen Märkte wieder Märkte sein?“. Weiter heißt es dort konkret zu den U-Boot-Vorfällen und den aktuell ausgebliebenen Reaktionen der deutschen Presse:

„Die Manöver der Nato finden ein divergentes Echo. Diesbezüglich erlauben wir uns, darauf hinzuweisen, dass die russischen U-Boote in den schwedischen Gewässern (2015), die laut von unseren Medien als russische Aggressionspolitik interpretiert worden sind, sich nun als ein schwedisches und ein bundesdeutsches U-Boot entpuppt haben. Die Ähnlichkeiten zu den Vorfällen in der Phase 1982 – 1985 in schwedischen Gewässern (Zusammenhang Nato-Doppelbeschluss, Anbindung Schwedens an die Nato, Untergrabung der Position Palmes, am lezten Wochenende Beitrag auf ZDF Info) sind recht augenfällig. Wir sind durchaus irritiert, dass diese neuen Erkenntnisse medial keine angemessene Beachtung finden nach so starker westlicher Medialbeachtung 2015.“

Mehr zum Thema schwedischer U-Boot-Rückzieher bei Blauer Bote unter anderem hier:

Schweden gibt bekannt: Es gab kein russisches U-Boot vor Stockholm

„In einem Artikel vom Samstag, 11. Juni 2016, berichtet sverigesradio (Radio Schweden), dass die schwedische Regierung beziehungsweise der schwedische Verteidigungsminister Peter Hultqvist mittgeteilt habe, dass das 2014 von Schweden an der Küste Schwedens vermutete russische U-Boot eben kein russisches, sondern ein schwedisches U-Boot war. In einem weiteren Artikel (Interview) bei sverigesradio sagt der Verteidigungsminister sogar, dass diese Information schon seit 2015 vorliegt, aber geheimgehalten wurde. Konkret bezog sich der Verteidigungsminister dabei auf ein Signal, dass ursprünglich von den Schweden beziehungsweise internationalen Medien, Politikern und Militärs einem ausländischen, mutmaßlich russischen U-Boot zugeordnet wurde und gleichzeitig als definitiver wie auch als “letzter vorhandener Beweis” für die Existenz des angeblichen russischen U-Bootes vor Schwedens Küsten galt. Damit gibt es kein “Beweisstück” oder Indiz mehr für ein fremdes, ausländisches, feindliches, unbekanntes und/oder russisches U-Boot vor Schwedens Küsten in den Jahren 2014 und 2015. Genau dies räumte der schwedische Verteidigungsminister ebenfalls ein.“

Nachrichtensperre in Deutschland

„Vor acht Tagen – am 11. Juni 2016 – verkündete der schwedische Verteidigungsminister in Radio Schweden, dass es keine russischen U-Boote vor Schweden gegeben hatte. Bei den angeblich georteten U-Boot-Signalen 2014 und 2015 soll es sich um ein schwedisches Signal und ein deutsches Signal gehandelt haben. Das vermeintliche Bild eines russischen U-Bootes, welches 2014 und auch noch 2015 durch die Medien ging, wurde schon im April 2015 vom schwedischen Militär als normales kleines Schiff entlarvt. Die sensationelle Meldung vom 11. Juni 2016 wurde nicht nur in den deutschen Medien bisher komplett verschwiegen. Es herrscht quasi eine vollständige, “freiwillige” Nachrichtensperre in den Medien der NATO-Länder. Das ist äußerst gruselig. Seit zwei Jahren machen die deutschen Medien einen riesigen Aufstand wegen angeblicher russischer U-Boote vor Schweden und dann verkündet die schwedische Regierung öffentlich, dass das alles ein “Fehlalarm” war (viele würden eher sagen “Propaganda”), und das wird dann komplett verschwiegen.“

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