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Polizeigewalt gegen Professor Melamed

Es ist leider das normale Vorgehen der Polizei in Deutschland mittlerweile: Menschen verprügeln und dann wegen Widerstands gegen die Staatsgewalt, Körperverletzung etc. anzeigen, falls diese sich juristisch gegen die Polizeigewalt wehren: „»Ich war geschockt« Israelischer Professor aus den USA wirft der Bonner Polizei brutale Gewalt und Lügen vor„. Dieser Mann ist – wie er ja auch selbst sagt – etwas privilegiert und kann auf seinen Fall aufmerksam machen, ein Nobody hat an deutschen Gerichten gegen anzeigende Prügelpolizisten keine Chance und wird dann – obwohl Opfer – selbst verurteilt. 

Die Jüdische Allgemeine schreibt: „Die Polizei gab an, den Professor aus Baltimore mit dem Angreifer verwechselt zu haben. Deswegen sei er zunächst festgehalten worden. Die Polizei teilte zudem mit, dass der Wissenschaftler geschlagen worden sei, nachdem er sich gewehrt habe. Der Professor sagte dazu: »Ganz sicher habt ihr ein Problem mit dem Antisemitismus, aber ihr habt auch ein Problem mit brutaler Polizeigewalt.« Das sei ein »abscheuliches Polizeiverhalten, wie man es sonst nur in einem Entwicklungsland findet«.

Die Polizei habe ihn im Anschluss an den Vorfall im Bonner Hofgarten dazu überreden wollen, von einer Anzeige gegen die Beamten abzusehen. Die Beamten hätten ihm deutlich gemacht, sollte er sich über sie beschweren, wären sie gezwungen, ihn zu beschuldigen, sich seiner Festnahme widersetzt zu haben.“

In der Zeit heißt es: „Melamed bestreitet, sich gewehrt zu haben. Die Polizisten seien sofort auf ihn losgegangen. Er habe kaum noch atmen, geschweige denn Widerstand leisten können. Er habe lediglich gerufen, dass er der Falsche sei. Die Polizei habe seine Hände mit Handschellen auf dem Rücken gefesselt und ihn Dutzende Male ins Gesicht geschlagen. Sein Gesicht habe anschließend geblutet.

Kurz nachdem ihm die Handschellen wieder abgenommen worden seien, habe ihn einer der Polizisten belehrt: ‚Don’t get in trouble with the German police!‚ (…). Darauf habe er geantwortet, dass die deutsche Polizei 1942 seinen Großvater, seine Großmutter, seinen Onkel und seine Tante ermordet habe.

Auf der Wache hätten die Polizisten eineinhalb Stunden lang versucht, ihn von einer Beschwerde abzubringen. (…)

‚Wenn ich nur ein Underdog der deutschen Gesellschaft wäre, würde sich niemand dafür interessieren (und sicher würde auch niemand der Beschwerde Glauben schenken)'“

Anmerkungen von Fefes Blog: „Angriff ohne Provokation, Missbrauch das Gewaltmonopols, dann erbärmlichstes Herumlügen und sich gegenseitig die Stories stützen, weil die Justiz lieber 5 sich im Kreis entlastenden Bullen glaubt als einem verprügelten Opfer. Und sie haben ihn nicht einfach nur verkloppt, sie haben ihn erst gefesselt und dann verkloppt. Soweit kommt es noch, dass unsere ehrenwerte Polizei ehrenwert kämpft. Man muss sich fast wundern, dass sie dem Professor seine Kippa nicht als Passivbewaffnung ausgelegt haben. (…)

Bonn ist in NRW. NRW verschärft gerade das Polizeigesetz. Falls jemand noch Fragen hatte, ob das eine gute Idee ist oder nicht. NRW ist das Bundesland, wo FDP, CDU und AfD gemeinsam im Schulterschluss Polizeikennzeichnung wieder abgeschafft haben, weil das ja ein Ausdruck von Misstrauen gegenüber der Beamten sei. Nein, wirklich! Ich denk mir das nicht aus hier! Das waren auch die, die die Demo gegen das Polizeigesetz verbieten wollten, weil es die öffentliche Sicherheit gefährde.“

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